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Veröffentlicht am 30.12.2025

Ein Roman, der unter die Haut geht

Was die Nacht nie vergisst
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In „Was die Nacht nie vergisst“ von Justine Pust wird Mona als Teilnehmerin der zweiten Staffel der Reality-TV-Show „Celebrity Cache“ ausgewählt. In Finnland tritt sie gemeinsam mit fünf anderen bei einer ...

In „Was die Nacht nie vergisst“ von Justine Pust wird Mona als Teilnehmerin der zweiten Staffel der Reality-TV-Show „Celebrity Cache“ ausgewählt. In Finnland tritt sie gemeinsam mit fünf anderen bei einer Reihe von Spielen an, bei der es um 100.000 Euro geht. Doch Mona ist nicht wegen Geld oder Ruhm dort. Ihre Freundin Fine nahm an der ersten Staffel teil und ist seitdem nicht mehr dieselbe. Mona ist überzeugt, dass hinter den Kulissen der Show etwas grundlegend falsch läuft. Um die Wahrheit aufzudecken, ist sie bereit, alle Risiken einzugehen. Doch kurz vor Drehbeginn begegnet sie Samu, aus einem Flirt wird eine Nacht und dann stellt sich heraus, dass auch er Teil der Show ist. Wie Mona verfolgt er eine eigene Mission, was Vertrauen, Nähe und Wahrheit von Beginn an unter Spannung setzt.

Justine Pusts neuester Roman hat mich nachhaltig getroffen. Es ist ein Buch, das unter die Haut geht, das sich festsetzt und lange, sehr deutlich nachhallt. Kein Buch, das man nach dem Lesen einfach beiseitelegt, sondern eines, das innerlich weiterarbeitet und Fragen aufwirft, die unbequem sind.
Als ich den Roman begonnen hatte, wurde mir schnell klar, dass es sich hier nicht um ein typisches New-Adult-Romance-Buch handelt. Zwar gibt es eine Liebesgeschichte, und ja, sie ist ein wichtiger Bestandteil der Handlung, doch sie wird klar von den prägnanten, ernsten Themen überlagert. Es geht um Machtmissbrauch, um Grenzüberschreitungen, um systematisches Schweigen und um Vertuschung. Dieses Buch berührt meiner Meinung nach nicht nur, es rüttelt wach. Es zeigt schonungslos, wie krass mit Frauen umgegangen wird und wie lange solche Strukturen funktionieren können, weil niemand hinsieht oder weil Wegsehen einfacher ist.

Der Schreibstil von Justine Pust ist dabei eindringlich, klar und emotional, ohne jemals pathetisch zu wirken. Sie schreibt nicht laut, sondern präzise und gerade dadurch entfaltet der Text seine Wirkung. Viele Szenen haben mich tief getroffen, weil sie nicht auf Schockeffekte setzen, sondern auf Realität. Auf das, was man sich nicht vorstellen kann oder möchte. Die Atmosphäre ist dabei durchgehend angespannt, stellenweise bedrückend, fast schwer, aber nie künstlich dramatisiert. Alles fühlt sich erschreckend real an.

Schon relativ früh hatte ich eine Ahnung davon, was mit Fine passiert sein könnte. Das „Was“ war denkbar, fast offensichtlich. Doch das „Wie“, das Ausmaß und all das, was nach und nach ans Licht kommt, war trotzdem schockierend. Und gleichzeitig nicht zu verleugnen. Genau das macht das Buch für mich authentisch: Diese Geschichte fühlt sich nicht konstruiert an, sondern wie ein Spiegel realer Zustände. Wie etwas, das jederzeit genau so passiert sein könnte – oder schon irgendwo passiert ist.

Die Figuren tragen diese Geschichte dabei mit enormer Glaubwürdigkeit.
Mona ist keine einfache, glatt geschriebene Protagonistin. Sie ist verletzlich, wütend, zweifelnd, stark und müde zugleich. Ihre innere Zerrissenheit war für mich jederzeit spürbar. Besonders berührt hat mich, wie ernst ihre Perspektive genommen wird, ohne sie zu romantisieren oder zu vereinfachen.
Samu wiederum ist für mich eine der angenehmsten Figuren des Buches. Ich mochte sehr, wie Mona und Samu sich angenähert haben: langsam, vorsichtig, respektvoll. Ihre Beziehung basiert nicht auf Drama, sondern auf Nähe, Vertrauen und echtem Zuhören. Man spürt die Verbindung zwischen ihnen, die leisen Momente, die Sicherheit. Samu ist für Mona da, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Er unterstützt sie, glaubt ihr und steht hinter ihrer Sache und ihrer Absicht – und genau das macht diese Liebesgeschichte für mich so authentisch. Sie dient nicht als Rettung, sondern als Stütze. Und trotzdem stand für mich eben nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern die ernsten Themen, die dieses Buch behandelt.
Besonders fand ich auch, wie groß die Bedeutung der Nebenfiguren ist. Sie sind keine bloße Kulisse, sondern tragen entscheidend zur Handlung und zur emotionalen Tiefe des Buches bei. Jede dieser Figuren erfüllt eine wichtige Rolle, bringt neue Perspektiven ein und macht die Geschichte reicher, komplexer und glaubwürdiger.

Fazit

Für mich bleibt „Was die Nacht nie vergisst“ von Justine Pust vor allem ein Buch über Mut, über das Sichtbarmachen von Wahrheit und über strukturelle Ungerechtigkeit. Es ist kein leichtes Buch, kein klassischer Genre-Roman, sondern eine eindringliche, wichtige Geschichte, die aufwühlt und lange nachwirkt. Ein Buch, das weh tut – aber genau deshalb so notwendig ist.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

eine gelungene Fortsetzung

A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands
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Im dritten Band der A-Spark-of-Time-Reihe „Ein Treffen in den Highlands“ von Kira Licht führt die Zeitreise die ProtagonistInnen nach Schottland, genauer gesagt in die geheimnisvollen und rauen Highlands ...

Im dritten Band der A-Spark-of-Time-Reihe „Ein Treffen in den Highlands“ von Kira Licht führt die Zeitreise die ProtagonistInnen nach Schottland, genauer gesagt in die geheimnisvollen und rauen Highlands des Jahres 1745 – eine Zeit voller politischer Unruhen, alter Clanstrukturen und latenter Gefahr. Dort sucht Collin MacLeod nach der sagenumwobenen Perle von Tortuga, einem Artefakt, dem außergewöhnliche Heilkräfte nachgesagt werden. Eingebettet in den rauen Alltag der Highlands beginnt sich zwischen Lilly und Collin eine unerwartete Nähe zu entwickeln. Was als Tarnung gedacht war, fühlt sich mit jeder gemeinsamen Szene realer an. Doch während Gefühle wachsen und Vertrauen entsteht, verdichten sich im Hintergrund die Hinweise darauf, dass ihre Maskerade brüchiger ist, als sie glauben. Die Zeit arbeitet gegen sie und je näher sie ihrem Ziel kommen, desto klarer wird, dass ein falscher Schritt alles zerstören könnte.

Ich habe „A Spark of Time – Ein Treffen in den Highlands“ von Kira Licht wieder einmal absolut geliebt. Es ist mittlerweile der dritte Band der Reihe, und genauso wie die beiden Vorgänger hat mich auch dieser Teil komplett in seinen Bann gezogen und zwar so sehr, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe. Ich war von der ersten Seite an wieder mitten in der Geschichte und bei den Charakteren, als wäre ich nie weg gewesen. Genau dieses Gefühl schätze ich an der Reihe besonders: Sie knüpft nahtlos an die vorherigen Bände an und fühlt sich gleichzeitig frisch und spannend an.

Der Schreibstil von Kira Licht ist für mich erneut ein großes Highlight. Er ist flüssig, emotional und unglaublich einnehmend. Nach jedem Kapitel dachte ich mir: „Nur noch ein Kapitel“ und dann wurden es doch noch eins und noch eins und noch eins. Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte, weil immer genau im richtigen Moment neue Fragen, kleine Wendungen oder emotionale Momente auftauchen.

Ganz besonders begeistert hat mich zudem abermals die Atmosphäre. Die Kulisse der schottischen Highlands ist einfach großartig gewählt und so bildlich beschrieben, dass ich die Landschaft förmlich vor Augen hatte: die Weite, die Natur, diese leicht mystische, aber auch gefährliche Stimmung.

Und auch die Charaktere haben mich wieder vollkommen überzeugt. Die altbekannten Figuren mochte ich wie schon in den vorherigen Bänden sehr gern, und es hat sich richtig gut angefühlt, sie wiederzutreffen und ihre Entwicklung weiterzuverfolgen. Gleichzeitig hat mir Collin als neuer Charakter ausgesprochen gut gefallen. Ich fand ihn sehr passend für die Geschichte, gut ausgearbeitet und eine echte Bereicherung für das Ensemble. Seine Rolle fügt sich organisch ein und bringt neue Dynamik in die Handlung.

Fazit

Insgesamt ist dieser dritte Band für mich ein starkes, emotionales und atmosphärisches Weitererzählen der Reihe. Man merkt deutlich, dass hier alles aufeinander aufbaut und nichts zufällig wirkt. Nach dem Lesen bin ich nun umso gespannter auf Band 4: Wie wird es mit den ProtagonistInnen weitergehen? Welche Entwicklungen stehen noch bevor? Und natürlich vor allem: Was erwartet uns in Salem? Ich kann es kaum erwarten, dorthin zurückzukehren.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Cozy Kleinstadt, dunkle Geheimnisse

Harpers Ferry. Lose Me Once
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In "Harpers Ferry. Lose Me Once“ von Christina Kaspar kehrt Emery nach Harpers Ferry zurück, einen Ort, den sie vor Jahren verlassen hat – nicht freiwillig, sondern weil ein tragisches Ereignis alles verändert ...

In "Harpers Ferry. Lose Me Once“ von Christina Kaspar kehrt Emery nach Harpers Ferry zurück, einen Ort, den sie vor Jahren verlassen hat – nicht freiwillig, sondern weil ein tragisches Ereignis alles verändert hat. Der Tod eines jungen Menschen hat tiefe Spuren hinterlassen und Emery ebenso wie Luke geprägt. Als Emery nun zurückkommt, trifft sie nicht nur auf ihre eigene Vergangenheit, sondern auch auf Luke, zu dem sie eine intensive, komplizierte Verbindung hat, die nie wirklich abgeschlossen wurde. Doch hat ihre Liebe nach allem, was passiert ist, überhaupt noch eine Chance?

Der Reihenauftakt von Christina Kaspars neuer Romance-Suspense-Reihe hat mich vor allem durch seine Handlung und die konsequente Entwicklung der Geschichte überzeugt. Die Autorin nimmt sich Zeit, ihre Geschichte aufzubauen, und genau das zahlt sich aus. Die Handlung entfaltet sich Schicht für Schicht und wirkt dabei durchgehend durchdacht. Ich hatte nie das Gefühl, dass Wendungen nur um ihrer selbst willen eingebaut wurden. Vielmehr fügen sie sich logisch in das Gesamtbild ein, auch wenn sie mich beim Lesen mehrfach komplett überrascht haben.

Der Schreibstil und die Atmosphäre greifen für mich zudem perfekt ineinander. Die Sprache ist ruhig, bildhaft und emotional. Vieles bleibt bewusst unausgesprochen, wodurch zwischen den Zeilen eine dichte, fast greifbare Spannung entsteht. Diese zurückhaltende Erzählweise passt hervorragend zur melancholischen Grundstimmung des Romans.

Harpers Ferry wird dabei nicht nur beschrieben, sondern fühlbar gemacht: als Ort voller Erinnerungen, kleiner Gesten und unausgesprochener Geschichten. Gleichzeitig liegt über allem eine leise Schwere, die zeigt, dass unter der gemütlichen Oberfläche etwas Dunkles verborgen ist. Besonders dieses Cozy-Kleinstadtsetting habe ich sehr geliebt. Harpers Ferry wirkt wie eine Stadt, in der man sofort ankommen möchte: mit kleinen, niedlichen Geschäften, vertrauten Straßen und Bewohnern, die sich kennen, füreinander da sind und sich gegenseitig unterstützen. Diese herzliche, fast idyllische Atmosphäre macht es umso eindringlicher, dass ausgerechnet hier so ein tragisches Ereignis geschehen ist.

Luke und Emery als Protagonist*innen sind äußerst vielschichtige Figuren, deren Entwicklung mich emotional sehr abgeholt haben. Emery ist geprägt von Schuldgefühlen und Selbstzweifeln, gleichzeitig aber reflektiert und sensibel. Ihre innere Zerrissenheit wird sehr feinfühlig dargestellt, sodass ich ihre Entscheidungen – selbst die schmerzhaften – gut nachvollziehen konnte. Luke hingegen ist loyal und gleichzeitig aber auch tief verletzt. Besonders bei ihm fand ich die langsame Öffnung und die schrittweise Enthüllung seiner Gedanken und Motive sehr gelungen.

Die Dynamik zwischen Luke und Emery ist intensiv und emotional aufgeladen. Man spürt in jeder Begegnung die gemeinsame Vergangenheit, die unausgesprochenen Gefühle und das, was verloren gegangen ist. Ihre Beziehung lebt von Spannung, Nähe und Distanz zugleich.

Was mich allerdings wirklich nachhaltig beeindruckt hat, waren die vielen Wendungen und Enthüllungen. Ich habe beim Lesen ständig mitgerätselt, Theorien aufgestellt und überlegt, wer wie in den Tod verstrickt sein könnte und was damals tatsächlich passiert ist. Zwar empfand ich den Mittelteil stellenweise etwas langgezogen, doch selbst dort blieb ich gedanklich immer bei der Geschichte. Ich wollte verstehen, wie alles zusammenhängt, und hatte permanent das Gefühl, dass noch etwas Entscheidendes fehlt. Besonders stark fand ich, dass nach einer Wendung sofort die nächste folgte – oft überraschend, teilweise schockierend und absolut nicht erwartbar. Das Ende kam für mich komplett anders, als ich es mir ausgemalt hatte, und genau das hat den Roman für mich so wirkungsvoll gemacht.

Fazit

Insgesamt ist „Harpers Ferry. Lose Me Once“ von Christina Kaspar für mich ein emotionaler, spannender Roman, der von seiner dichten Atmosphäre, einer starken Handlung und glaubwürdigen Figuren lebt. Trotz kleiner Längen im Mittelteil überwiegen die vielen überraschenden Enthüllungen, die intensive Figurenentwicklung und das wunderschöne Kleinstadtsetting deutlich. Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf Band 2!

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Ein Buch mit Höhen und Tiefen

The Heat is on – Something‘s Cooking Between Us
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In „The Heat Is On“ von Felicia Kingsley trifft Julia, die in ihrer Familie ständig unterschätzt und übergangen wird, auf Romeo, der eigentlich Dwight heißt und als Undercover-Cop in ihrem Familienrestaurant ...

In „The Heat Is On“ von Felicia Kingsley trifft Julia, die in ihrer Familie ständig unterschätzt und übergangen wird, auf Romeo, der eigentlich Dwight heißt und als Undercover-Cop in ihrem Familienrestaurant eingeschleust wird. Während Julia versucht, sich endlich beruflich zu behaupten und ihren Platz in der Küche zu finden, verfolgt Romeo eine geheime Mission: Er soll verdeckt arbeiten, um illegalen Machenschaften nachzugehen, die mit dem Restaurant und der Familie in Verbindung stehen. Zwischen Küchendruck, familiären Erwartungen und Dwights verborgenen Absichten entsteht eine unerwartete Nähe - doch diese basiert zunächst auf einer Lüge, die wie eine tickende Zeitbombe zwischen ihnen steht.

Als ich mit dem Buch begonnen habe, musste ich mich ehrlich gesagt erst einmal regelrecht hineinkämpfen. Ich brauchte ungewöhnlich lange, um eine Verbindung zur Geschichte aufzubauen, und das lag vor allem an den beiden Hauptfiguren.
Romeo war mir zunächst einfach nicht sympathisch. Seine Art - überheblich, provozierend, immer leicht von oben herab - hat mich eher abgestoßen als neugierig gemacht. Wenn das jemand wäre, der mich von einer Beziehung überzeugen wollte, hätte das bei mir persönlich absolut nicht funktioniert. Vielleicht sollte dieses Knistern genau durch diese Reibung entstehen, aber am Anfang war es für mich einfach zu viel Reibung und zu wenig Charme.
Julia dagegen fand ich anfangs ebenfalls ein wenig zickig, aber im Gegensatz zu Romeo konnte ich sie schnell verstehen. Denn eigentlich ist sie eher frustriert und das völlig zurecht. Sie hat eindeutig das Potenzial, viel eigenständiger und selbstbestimmter zu sein, als ihre Familie es ihr zugesteht. Dennoch wurde sie stets ein bisschen bevormundet, immer ein wenig übergangen – sogar dann, als es um die Position des Küchenchefs ging. Ihr innerer Konflikt zwischen dem Wunsch nach Anerkennung und der Realität, ständig zurückgesteckt zu werden, hat sie für mich greifbar und sympathisch gemacht. Sie war mir insgesamt wesentlich näher als Romeo, einfach weil ich ihre Reaktionen, Prinzipien und Grenzen so gut nachvollziehen konnte.

Trotz meiner Startschwierigkeiten muss ich sagen, dass mir besonders eines positiv aufgefallen ist: die Art, wie Dwight/Romeo sich im weiteren Verlauf gegenüber Julia verhält. Auch wenn ich seine Attitüde am Anfang überhaupt nicht mochte, wurde im Laufe der Geschichte klar, dass er unglaublich rücksichtsvoll mit ihren Ängsten, Einstellungen und Prinzipien umgeht. Die Beziehung, die sich entwickelt, ist nicht toxisch - im Gegenteil, sie basiert auf Respekt, gegenseitigem Verständnis und einem gewissen Maß an Bedürfnisorientierung.

Weiterhin positiv hervorheben möchte ich außerdem das große gesundheitliche Thema, das im Buch angesprochen und entstigmatisiert wird. Ich fand das ganze sehr feinfühlig umgesetzt und tatsächlich auch ermutigend. Es ist selten, dass so ein Aspekt nicht nur erwähnt, sondern wirklich respektvoll in die Handlung integriert wird. Das hat dem Roman für mich eine besondere Ebene gegeben, die ich so nicht erwartet hätte.

Was die Handlung selbst betrifft, war sie für mich insgesamt „niedlich“, stellenweise auch richtig schön emotional. Es gab viele Momente, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, und die Entwicklung zwischen Julia und Romeo war grundsätzlich gut nachvollziehbar.
Allerdings - und das hat mich beim Lesen immer wieder etwas gebremst - empfand ich das Hin und Her zwischen Julia und Romeo anfangs als sehr langgezogen. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass Szenen sich etwas wiederholen oder unnötig in die Länge ziehen. Dadurch wirkte der Mittelteil auf mich streckenweise ein wenig zäh. Die langsame Entwicklung ihrer Beziehung fand ich an sich realistisch und schön, aber das Tempo war für meinen Geschmack nicht immer ideal ausbalanciert.

Und dann kam das Ende und da hatte ich plötzlich das gegenteilige Problem: Es ging mir zu schnell. Schlag auf Schlag wurden Entwicklungen präsentiert, große Zeitsprünge eingebaut und Entscheidungen getroffen, für die ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht hätte. Wo vorher vieles lang und intensiv erzählt wurde, wirkte das Finale fast gehetzt. Ich hätte es schöner gefunden, wenn das emotionale und erzählerische Tempo hier etwas besser gestreckt gewesen wäre, um der Geschichte einen runderen Abschluss zu geben.

Fazit

Insgesamt mochte ich "The Heat Is On" von Felicia Kingsley trotz der Startschwierigkeiten und einiger Längen ganz gerne. Die Atmosphäre rund um die Küche, das Konkurrenzdenken, der familiäre Druck, die romantische Spannung war gut gemacht und hat mich wirklich abgeholt. Vor allem die respektvolle Dynamik, die sensible Thematisierung von Gesundheit und die nachvollziehbare Charakterentwicklung von Julia haben die Geschichte für mich am Ende zu einem lohnenswerten Leseerlebnis gemacht.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Zwischen Ranch, Romance und Herzklopfen

Off to the Races
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In „Off to the Races“ dem Debütroman von Elsie Silvers kehrt Vaughn Harding nach dem Tod seines Großvaters auf die Gold Rush Ranch zurück, um den angeschlagenen Rennbetrieb wieder auf Kurs zu bringen und ...

In „Off to the Races“ dem Debütroman von Elsie Silvers kehrt Vaughn Harding nach dem Tod seines Großvaters auf die Gold Rush Ranch zurück, um den angeschlagenen Rennbetrieb wieder auf Kurs zu bringen und sich mit den Schatten der Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Gleichzeitig tritt Billie Black, eine leidenschaftliche, unbeirrbare Pferdetrainerin, dort eine Stelle an. Zwischen beruflichen Herausforderungen, dem Versuch, die Ranch aus dem Skandal herauszuführen, und der wachsenden Anziehung zwischen Billie und Vaughn entfaltet sich eine Mischung aus ländlicher Ranch-Atmosphäre, Pferdeliebe und einer impulsiven Romance.

Schon auf den ersten Seiten hat mich der Schreibstil von Elsie Silver für sich eingenommen: leicht, flüssig, emotional zugänglich, aber ohne kitschige Überladenheit. Ich fand es angenehm, wie unkompliziert ich in die Geschichte hineingezogen wurde. Die Atmosphäre auf der Ranch ist warm, lebendig und greifbar. Es gibt diesen schönen Mix aus ländlicher Ruhe, alltäglicher Stall- bzw. Trainingsroutine und einer gewissen Schwere, die durch Vaughns familiäre Vergangenheit mitschwingt. Besonders gelungen fand ich die Beschreibungen der Pferde und der Arbeit mit ihnen. Das hat für mich unglaublich viel Herz und Detailschärfe transportiert.

Das starke Herzstück des Buches sind für mich ganz klar die Charaktere, wobei Billie von Anfang an mein Highlight war. Ihre wilde, direkte, moralisch gefestigte Art fand ich befreiend. Sie ist laut, ehrlich, mutig und verkörpert eine Energie, die mich sofort eingenommen hat. Vor allem bewundere ich, wie klar sie ihre Grenzen und Werte ausdrückt.
Vaughn hingegen brauchte bei mir etwas länger. Seine harte Schale, sein wortkarger, kontrollierter Stil – all das machte ihn zunächst schwer zugänglich. Aber Stück für Stück trat sein weicher Kern hervor, und ich konnte gut nachvollziehen, dass hinter seiner distanzierten Art viel Verletzlichkeit steckt. Dieses langsame Entwirren seiner Persönlichkeit fand ich grundsätzlich gelungen.

Der Beziehung der beiden bzw. deren Entwicklung stehe ich jedoch eher zwiegespalten entgegen: So sehr ich die Grundchemie zwischen Billie und Vaughn mochte, die Umsetzung war mir zu schnell körperlich. Die Intimität setzt früh ein und nimmt im Mittelteil so viel Raum ein, dass für mich die emotionalen Feinheiten zu wenig Platz bekommen haben. Die Sexszenen sind intensiv und zahlreich, inklusive viel Dirty Talk, und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass diese Szenen die Handlung eher unterbrechen als voranbringen.
Mir fehlte hier ganz eindeutig die langsame wachsende emotionale Annäherung und die leisen Zwischentöne. Stattdessen wirkte es teilweise so, als würde körperliche Nähe den emotionalen Konflikt ersetzen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die eher angerissene, unaufgearbeitete Vergangenheit der Figuren. Sowohl Vaughn als auch Billie bringen komplexe Konflikte aus ihrer Vergangenheit mit, die eigentlich viel Tiefe versprechen. Sie werden zwar erwähnt, in Gesprächen angeschnitten und auf emotionaler Ebene angerührt, aber die echte Aufarbeitung blieb für mein Empfinden aus.
Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte gerade hier noch weitergeht:
– mehr Konfrontation mit der Vergangenheit,
– mehr Klärung,
– mehr Entwicklung, die daraus entsteht.
So bleiben diese Konflikte wichtig, aber für mich unvollständig. Vermutlich als Folge davon war mir auch das Ende irgendwie zu schnell. Da hätte ich mir mehr gewünscht.

Was mich ebenfalls etwas enttäuscht hat, war die sehr positive, fast unproblematische Darstellung der Pferderennen. Gerade weil das Thema real eine Menge Kritik auf sich zieht – harte Trainingsmethoden, sehr frühes Höchstleistungsalter, Verletzungsrisiken, Ausmusterung –, hätte ich erwartet, dass der Roman das zumindest ansatzweise anspricht.
Billie wirkt als Figur extrem moralisch und aufrichtig, daher fand ich es besonders schade, dass ausgerechnet sie diese Aspekte kaum reflektiert. Die innige Mensch-Tier-Verbindung ist wunderschön geschildert, keine Frage, doch die systemischen Schattenseiten des Rennsports bleiben komplett außen vor.

Ein Lichtblick des Romans waren jedoch die Nebencharaktere, die wirklich wundervoll gezeichnet sind. Sie bringen Humor, Wärme und ein Gefühl von Familie in die Geschichte. Tatsächlich sind sie einer der Gründe, warum ich Lust auf die Fortsetzungen habe, denn sie wirken absolut vielversprechend, sympathisch und tragen meiner Meinung nach viel Potenzial in sich und ich freue mich sehr, bald mehr von ihnen zu lesen.

Fazit

„Off to the Races“ von Elsie Silvers hat mich durch seine Atmosphäre, die starke Protagonistin und die liebenswerten Nebenfiguren überzeugt. Der Schreibstil ist angenehm, die Ranchwelt einladend, und es gibt viele Momente voller Herz und Humor.
Gleichzeitig sorgen die zu schnelle körperliche Ebene, die fehlende Vertiefung der persönlichen Konflikte und die unkritische Darstellung des Rennsports dafür, dass das Buch für mich nicht sein volles Potenzial ausschöpft.
Trotzdem bleibe ich optimistisch: Die Nebencharaktere und das Setting haben mich neugierig gemacht und ich hoffe sehr, dass die Folgebände emotional ausgewogener sind und die Schwächen dieses Bandes weniger stark ausfallen.

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