Profilbild von Nancy0705

Nancy0705

Lesejury Star
offline

Nancy0705 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nancy0705 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2026

Mein Besuch im Baby Dragon Café

The Baby Dragon Café
0

In „The Baby Dragon Café“ von A. T. Qureshi begleitet man Saphira, die in der Kleinstadt Starshine Valley ein ganz besonderes Café führt: einen Ort, an dem niedliche Babydrachen willkommen sind. Doch so ...

In „The Baby Dragon Café“ von A. T. Qureshi begleitet man Saphira, die in der Kleinstadt Starshine Valley ein ganz besonderes Café führt: einen Ort, an dem niedliche Babydrachen willkommen sind. Doch so zauberhaft diese Idee auch ist, bringt sie große Probleme mit sich, denn die kleinen Drachen setzen mit ihren Feuerstößen regelmäßig Möbel und Einrichtung in Brand, sodass sich Saphiras Rechnungen immer weiter stapeln. Als Aiden, ein eher verschlossener Gärtner aus einer bekannten Drachenreiterfamilie, sie bittet, seinen Babydrachen Sparky zu trainieren, ergibt sich für Saphira eine Chance und zwar nicht nur, ihre Leidenschaft für Drachen auszuleben, sondern auch, Aiden näherzukommen, der sich nach einem schweren Verlust eigentlich von Drachen distanziert hat.

Ich habe mich wirklich sehr auf "The Baby Dragon Café" gefreut, weil die Idee einfach unglaublich süß und gleichzeitig erfrischend anders klang. Und ich muss sagen: Insgesamt hat mir das Buch auch gut gefallen, auch wenn es für mich einige Schwächen hatte.

Der Schreibstil von A. T. Qureshi ist angenehm leicht und flüssig zu lesen. Ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen und hatte durch die bildhaften Beschreibungen sofort ein klares Bild von Starshine Valley und dem Café vor Augen. Alles fühlt sich sehr cozy und warm an – fast wie eine kleine Wohlfühlwelt, in die man sich zurückziehen kann. Genau dieses ruhige, entspannte Lesegefühl zieht sich durch das ganze Buch, was ich einerseits sehr mochte, andererseits aber auch dazu geführt hat, dass mir stellenweise ein bisschen Spannung gefehlt hat.

Die Grundidee ist für mich definitiv eines der größten Highlights. Babydrachen, die zwar unfassbar niedlich sind, aber gleichzeitig alles abfackeln, das war oft einfach unterhaltsam und hat für einige charmante Momente gesorgt. Und ganz ehrlich: Sparky war für mich das absolute Highlight. Ich konnte ihn mir so lebendig vorstellen, dass ich beim Lesen ständig schmunzeln musste. Er hatte richtig Persönlichkeit und hat der Geschichte unglaublich viel Herz gegeben.

Saphira mochte ich insgesamt gern, auch wenn ich manchmal gemischte Gefühle hatte. Ihre Lebensfreude und ihre Liebe zu Drachen fand ich sehr ansteckend, gleichzeitig merkt man aber auch ihre Unsicherheiten, vor allem weil sie nicht aus einer Drachenreiterfamilie stammt und sich dadurch oft wie eine Außenseiterin fühlt. Dieser Aspekt zieht sich durch einen großen Teil der Geschichte, und ich fand es schön, dass sie am Ende langsam erkennt, dass sie keine externe Anerkennung braucht. Allerdings war sie mir im Umgang mit Sparky teilweise etwas zu überbehütend und emotional, was mich hin und wieder ein bisschen gestört hat.

Aiden bildet dazu einen starken Kontrast. Er ist eher verschlossen, teilweise fast mürrisch, und hat durch den Tod seines Bruders eine sehr komplizierte Beziehung zu Drachen. Gerade dieser Hintergrund hat ihn für mich interessant gemacht. Ich mochte es, wie sich seine Entwicklung langsam entfaltet und wie er durch Saphira und Sparky wieder einen Zugang zu Drachen findet und merkt, dass nicht alles mit Schmerz verbunden sein muss. Diese emotionale Komponente war für mich einer der stärkeren Teile der Geschichte.

Ein ganz großes Plus waren für mich die Nebencharaktere. Sie wirken offen, herzlich und bringen nochmal eine ganz eigene Wärme in die Geschichte. Sie haben das Buch für mich lebendiger gemacht und ich habe mich wirklich gefreut, dass einige von ihnen wohl eigene Geschichten bekommen werden.

Was für mich allerdings nicht ganz funktioniert hat, war die Liebesgeschichte zwischen Saphira und Aiden. Ihre Beziehung ging mir einfach zu schnell und hat sich teilweise zu plötzlich entwickelt. Ich habe die emotionale Tiefe ein bisschen vermisst, vieles wirkte eher oberflächlich und nicht ganz ausgearbeitet. Dadurch konnte ich die romantischen Momente leider nicht so richtig fühlen, was schade ist, weil gerade hier viel Potenzial gewesen wäre.

Auch die Handlung selbst war stellenweise etwas flach. Es passiert nicht durchgehend besonders viel Dramatisches oder Spannendes, was zwar gut zum cozy Charakter passt, aber manchmal auch ein wenig eintönig wirkte. Ich hätte mir an manchen Stellen etwas mehr Konflikt oder Entwicklung gewünscht, um die Geschichte noch packender zu machen.

Fazit

Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch insgesamt gerne gelesen. Es ist perfekt, wenn man etwas Leichtes, Warmes und Entspanntes sucht – eine Geschichte, die einen nicht stresst, sondern einfach ein gutes Gefühl hinterlässt. Für mich war es kein absolutes Highlight, aber definitiv ein schönes, gemütliches Leseerlebnis mit einer wirklich tollen Grundidee und einem unvergesslichen kleinen Drachen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2026

Schöne Kulisse, aber wenig Spannung

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
0

In „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling kehrt Elodie nach Jahren widerwillig nach Paris zurück – in die Stadt, die sie seit dem tragischen Tod ihrer Mutter gemieden hat. Eigentlich hatte ...

In „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling kehrt Elodie nach Jahren widerwillig nach Paris zurück – in die Stadt, die sie seit dem tragischen Tod ihrer Mutter gemieden hat. Eigentlich hatte sie ihren Traum von einer Karriere in der Mode längst begraben, doch als ihr Vater das angeschlagene Familienunternehmen Bouttier retten soll, führt kein Weg an der Rückkehr vorbei. Zwischen dem traditionsreichen Modehaus, alten Erinnerungen und neuen Herausforderungen wird Elodie nicht nur mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, sondern auch mit zwei Männern, die ihr Herz durcheinanderbringen: Gabriel, ihr Adoptivcousin und einst engster Vertrauter, und Adam Le Blanc, der charismatische Erbe des konkurrierenden Modelabels, mit dem sie bereits eine leidenschaftliche Nacht verbracht hat.
Gefangen zwischen Gefühlen, Loyalitäten und Intrigen muss Elodie herausfinden, welchen Weg sie gehen will.

Der Schreibstil von Antonia Wesseling hat mir grundsätzlich wieder sehr gut gefallen. Er ist flüssig, angenehm zu lesen und gerade in emotionaleren Szenen auch wirklich atmosphärisch. Ich mag ihre Art zu Schreiben wirklich sehr gerne.
Allerdings hat es bei mir ein bisschen gedauert, bis ich richtig in die Geschichte reingekommen bin. Gerade am Anfang hat sich alles etwas gezogen, und ich hatte das Gefühl, dass vieles eher oberflächlich bleibt, anstatt wirklich in die Tiefe zu gehen. Das fand ich schade, weil gerade das Setting so viel Potenzial bietet.

Dennoch war das Setting für mich tatsächlich eines der Highlights des Buches: Paris, die Modewelt, die Fashion Shows, das ganze Drumherum – das hat mir richtig gut gefallen. Diese Einblicke in das Modehaus Bouttier und die kreativen Prozesse haben der Geschichte für mich das gewisse Etwas gegeben. Davon hätte ich mir ehrlich gesagt noch deutlich mehr gewünscht, genauso wie generell mehr „Paris-Vibes“.

Was die Handlung angeht, war ich ein bisschen zwiegespalten. Über weite Strecken war mir das Ganze fast zu unspektakulär. Es gab einige Längen, in denen einfach nicht genug passiert ist, um mich wirklich zu fesseln. Und dann kommt am Ende plötzlich ein krasser Twist, der zwar überraschend ist, für mich aber irgendwie nicht ganz zu dem eher ruhigen Verlauf davor gepasst hat. Das wirkte fast ein bisschen unausgeglichen.

Die Charaktere haben mich ebenfalls unterschiedlich abgeholt.
Elodie mochte ich grundsätzlich – sie ist sympathisch und hat durchaus Stärke. Trotzdem hat mir bei ihr etwas gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr für sich selbst einsteht, mehr ihren eigenen Weg geht, gerade was ihre Träume im Bereich Modedesign angeht. Teilweise wirkte sie auf mich ein bisschen zu passiv.

Besonders positiv überrascht hat mich Adam. Seine Figur fand ich wirklich gelungen. Seine inneren Konflikte und sein Kampf mit den Erwartungen seines Vaters waren für mich nachvollziehbar und haben ihm Tiefe gegeben. Auch die Entwicklung, die er im Laufe der Geschichte durchmacht, mochte ich sehr. Vor allem die Beziehung zwischen ihm und Elodie hat für mich funktioniert: Man hat das Knistern gespürt, die Anziehung war greifbar, und ihre Dynamik hat mich emotional am meisten abgeholt.

Ganz anders sah es bei Gabriel aus. Die Verbindung zwischen ihm und Elodie konnte ich überhaupt nicht richtig fühlen. Zusätzlich hatte ich ein Problem mit der ganzen Konstellation – auch wenn er „nur“ ihr Adoptivcousin ist, fand ich es irgendwie seltsam und ehrlich gesagt eher abstoßend, dass sie ihn anziehend findet. Das hat es mir schwer gemacht, mich auf diese Beziehung einzulassen. Dazu kam, dass ich Gabriel als Figur generell nicht besonders mochte. Er wirkte auf mich zu angepasst, zu sehr darauf bedacht, es allen recht zu machen, und dabei irgendwie blass.

Das Liebesdreieck an sich hat mich sowieso nicht wirklich angesprochen. Für mich hat es eher gestört als die Geschichte bereichert. Dazu kommt der recht hohe Spice-Anteil – der war mir persönlich teilweise zu viel und hat für mich sogar ein bisschen von der eigentlichen Chemie und Spannung zwischen den Figuren genommen, anstatt sie zu verstärken.

Fazit

Unterm Strich war „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling für mich ein Buch mit viel Potenzial, das aber nicht ganz ausgeschöpft wurde. Es gab schöne Ansätze – vor allem im Setting, im Schreibstil und in der Figur von Adam –, aber die Handlung war mir stellenweise zu langatmig und insgesamt zu wenig packend.
Für den zweiten Band wünsche ich mir vor allem: mehr Elodie, die wirklich ihren eigenen Weg geht, mehr Fokus auf Mode, mehr Paris-Atmosphäre und eine tiefere, spannendere Handlung. Dann könnte die Reihe für mich wirklich noch deutlich gewinnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2026

ein würdiger Abschluss einer wundervollen Reihe

Whitestone Hospital - Colliding Hearts
0

Im letzten Band der Whitestone-Hospital-Reihe begleiten wir die Künstlerin – Lauras Schwester - Jess Collins, deren Leben gerade völlig aus den Fugen geraten ist. Die Wohnung, in die sie einziehen wollte, ...

Im letzten Band der Whitestone-Hospital-Reihe begleiten wir die Künstlerin – Lauras Schwester - Jess Collins, deren Leben gerade völlig aus den Fugen geraten ist. Die Wohnung, in die sie einziehen wollte, ist abgebrannt, ihre Kunst verkauft sich kaum noch, Galerien zeigen kein Interesse an ihren Werken und finanziell wird die Lage immer schwieriger. Genau in dieser chaotischen Phase begegnet sie immer wieder dem Thoraxchirurgen Ian Rice aus dem Whitestone Hospital. Ian ist eigentlich dafür bekannt, sich auf drei Dinge zu konzentrieren: seinen Job, guten Kaffee und unverbindliche Affären. Doch Jess lässt ihn nicht los. Etwas an ihr berührt ihn so sehr, dass er sie unbedingt an seiner Seite haben möchte.
Während sich zwischen den beiden langsam eine Beziehung entwickelt, wird Jess von einem Ereignis getroffen, das ihr ohnehin fragiles Leben endgültig erschüttert und sie dazu zwingt, alles zu hinterfragen.

Mit „Whitestone Hospital – Colliding Hearts“ endet eine Reihe, die mich über mehrere Bände hinweg begleitet und bewegt hat. Da ich die vorherigen Bücher bereits alle gelesen habe, war die Vorfreude auf den Abschluss natürlich besonders groß.

Der Einstieg ins Buch fiel mir diesmal allerdings etwas schwerer als erwartet. Die ersten Kapitel wirkten auf mich überraschend ruhig und teilweise auch ein wenig langatmig. Ich hatte zunächst das Gefühl, nicht sofort richtig in die Geschichte hineinzufinden. Das lag vielleicht auch daran, dass die letzten Teile der Reihe bei mir schon eine Weile zurückliegen und mir zu Beginn ein bisschen die direkte Verbindung zur Welt des Whitestone Hospitals gefehlt hat. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte anfangs viel Zeit, um Jess’ Situation zu schildern, wodurch der Einstieg eher leise und zurückhaltend wirkt.

Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich die Geschichte wieder in ihren Bann gezogen. Ava Reed schafft es einfach immer wieder, mit ihrem Schreibstil eine ganz besondere Atmosphäre zu erzeugen. Ihre Sprache ist gefühlvoll, einfühlsam und unglaublich nah an den Figuren. Man spürt beim Lesen, wie viel emotionale Tiefe in ihren Geschichten steckt.

Auch diesmal ist das Thema, das im Verlauf der Handlung aufgegriffen wird, sehr emotional und geht wirklich nahe. Ohne zu spoilern kann ich sagen, dass es sich um ein Thema handelt, das schwer wiegt und viele intensive Gefühle auslöst. Genau hier zeigt sich aber auch die Stärke von Ava Reeds Schreibstil: Sie behandelt diese Aspekte sehr sensibel, authentisch und respektvoll.

Während des Lesens habe ich unglaublich mit Jess mitgefühlt. Ihre Situation, ihre Unsicherheiten und ihr innerer Kampf werden sehr greifbar dargestellt. Besonders beeindruckt hat mich, wie stark sie trotz allem bleibt. Ihr Leben bricht an mehreren Stellen gleichzeitig auseinander, und dennoch gibt sie nicht einfach auf. Diese innere Stärke und gleichzeitig ihre Verletzlichkeit machen sie zu einer sehr authentischen und nahbaren Protagonistin.
Auch die psychologische Tiefe dabei hat mir sehr gefallen. Die emotionalen und mentalen Aspekte werden nicht nur oberflächlich angerissen, sondern wirklich ernst genommen und verarbeitet. Gerade die Art und Weise, wie Jess mit ihren Gefühlen, Ängsten und Herausforderungen umgeht, wirkt sehr realistisch. Das macht die Geschichte stellenweise wirklich intensiv, aber genau dadurch auch so berührend.

Ein großes Highlight für mich war zudem die Beziehung zwischen Jess und Ian. Ihre Dynamik hat mir unglaublich gut gefallen.
Ian ist ein Charakter, den man aus den vorherigen Bänden bereits kennt, und ich fand es spannend, ihn hier noch einmal von einer ganz anderen Seite zu erleben. Hinter seinem Sarkasmus und seiner scheinbar lockeren Art steckt deutlich mehr, als man zunächst denkt. Besonders schön fand ich, wie unterstützend er gegenüber Jess ist. Seine Gefühle für sie sind ehrlich, tief und bedingungslos und genau das merkt man in jeder gemeinsamen Szene.
Was ich an ihrer Beziehung besonders mochte, war, wie ruhig und harmonisch sie sich entwickelt. Es gibt keine toxischen Dynamiken, keine künstlich aufgebauschten Konflikte und keine unnötigen Missverständnisse, die nur für Drama sorgen sollen – etwas, das im New-Adult-Genre leider häufig vorkommt und das ich persönlich nicht sonderlich mag. Stattdessen wirkt ihre Beziehung einfach echt. Sie ist geprägt von Unterstützung, Vertrauen, Geduld und Verständnis. Ian steht Jess zur Seite, ohne sie zu drängen, und gibt ihr gleichzeitig den Raum, den sie braucht. Diese sanfte, respektvolle und liebevolle Dynamik hat das Lesen unglaublich angenehm gemacht.

Natürlich habe ich mich auch sehr darüber gefreut, einige der bekannten Figuren aus den vorherigen Bänden wiederzusehen. Da ich alle Teile der Reihe gelesen habe, war es schön, zumindest kleine Begegnungen mit den Charakteren zu erleben. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, noch ein bisschen mehr von ihnen zu sehen, einfach weil sie mir über die Reihe hinweg sehr ans Herz gewachsen sind. Trotzdem hat es sich immer wie ein kleines Wiedersehen angefühlt, wenn sie auftauchten.

Fazit

Insgesamt ist „Colliding Hearts“ von Ava Reed für mich ein sehr emotionaler und würdiger Abschluss der Reihe. Auch wenn der Einstieg für mich etwas holprig war und ich einen Moment gebraucht habe, um wieder richtig in die Geschichte hineinzufinden, hat mich das Buch am Ende doch sehr berührt. Die Mischung aus emotionaler Tiefe, authentischen Figuren und einer liebevollen, unterstützenden Beziehung hat mich wieder einmal daran erinnert, warum ich Ava Reeds Bücher so gerne lese.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2026

ein atmosphärisches Leseerlebnis voller Spannung und Eleganz

Pure Grace Academy (Band 1) - The Final Bow
0

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter kehrt Aurelie an einen Ort zurück, den sie eigentlich nie wieder betreten wollte: die Pure Grace Akademie, die prestigeträchtige Ballettschule ihrer Familie in einem ...

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter kehrt Aurelie an einen Ort zurück, den sie eigentlich nie wieder betreten wollte: die Pure Grace Akademie, die prestigeträchtige Ballettschule ihrer Familie in einem ehrwürdigen Schloss nahe Paris. Vor Jahren hatte sie der Akademie den Rücken gekehrt, nachdem der Leistungsdruck ihrer Mutter und ein heftiger Streit sie dazu gebracht hatten, mit dem Ballett abzuschließen. Doch nun lassen ihr Zweifel keine Ruhe, denn Aurelie glaubt nicht, dass ihre Mutter wirklich Selbstmord begangen hat. Um die Wahrheit herauszufinden, taucht sie wieder in die Welt aus Disziplin, Ehrgeiz und Eleganz ein.
Dort begegnet sie auch Lucian wieder, ihrem ehemaligen besten Freund, der sie seit ihrem Weggang ignoriert und ihr nun mit eisiger Distanz begegnet. Zwischen ihnen liegt eine Vergangenheit voller ungeklärter Gefühle und trotzdem knistert es noch immer gewaltig.
Während Aurelie nach Hinweisen sucht, gerät sie immer tiefer in ein Geflecht aus Geheimnissen, Lügen und verdrängten Wahrheiten.
Schon nach wenigen Seiten war ich vollkommen in die Welt der Pure Grace Akademie hineingezogen.

Der Schreibstil von Jennifer Bright liest sich unglaublich flüssig und atmosphärisch. Die Autorin schafft es, Emotionen und Spannung miteinander zu verbinden, sodass sich die Geschichte gleichzeitig wie ein gefühlvoller New-Adult-Roman und wie ein kleines Mystery-Puzzle anfühlt.
Besonders gefallen hat mir, wie sie die Spannung langsam aufbaut. Stück für Stück entdeckt man gemeinsam mit Aurelie neue Hinweise, kleine Ungereimtheiten und versteckte Details, die zum Miträtseln einladen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich definitiv die Ballett-Thematik. Ich fand die Einblicke in diese Welt unglaublich interessant. Man merkt, dass hier viel Recherche und Leidenschaft hineingeflossen ist. Zwar konnte ich mir unter manchen Fachbegriffen nicht immer direkt etwas vorstellen, aber genau dafür gibt es am Ende des Buches ein Register, das die Begriffe erklärt. Dadurch wirkte die Darstellung des Balletts sehr authentisch und greifbar. Man spürt den Ehrgeiz, den Druck, aber auch die Faszination, die dieser Sport auslösen kann.

Auch das Setting hat mich absolut begeistert. Die Akademie in diesem alten Schloss wirkt beeindruckend, elegant und elitär – genau so, wie man sich eine prestigeträchtige Ballettschule vorstellt. Diese Kulisse passt perfekt zur Geschichte. Gleichzeitig bringt das Setting automatisch eine gewisse mystische und geheimnisvolle Atmosphäre mit sich, die wunderbar zu Aurelies Suche nach der Wahrheit über den Tod ihrer Mutter passt. Die alten Gemäuer, die strengen Regeln und das Leben der Schüler innerhalb der Akademie erzeugen eine fast schon abgeschlossene Welt voller Geheimnisse.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war allerdings, dass wir relativ wenig von Paris außerhalb der Akademie sehen. Gerade weil Paris als Setting so unglaublich viel Atmosphäre bieten kann, hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte auch öfter außerhalb der Schule spielt. Ein paar mehr Schauplätze in der Stadt hätten das Ganze noch lebendiger gemacht. So konzentriert sich die Handlung fast vollständig auf die Akademie, wodurch der Ort theoretisch auch in einer anderen Stadt hätte liegen können. Das fand ich ein wenig schade, auch wenn die Akademie selbst sehr eindrucksvoll beschrieben ist.

Die Figuren haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Aurelie ist eine Protagonistin, die ich sofort mochte. Sie ist zielstrebig, mutig und lässt sich von ihren Zweifeln nicht unterkriegen. Besonders schön fand ich ihre persönliche Entwicklung im Laufe der Geschichte. Nachdem sie das Ballett einst wegen des enormen Leistungsdrucks aufgegeben hat, entdeckt sie langsam wieder, warum sie es ursprünglich geliebt hat. Ihr Weg zurück zu dieser Leidenschaft fühlt sich sehr authentisch an und hat mir richtig gut gefallen.
Lucian fand ich als Charakter mindestens genauso spannend. Seine anfängliche Kälte gegenüber Aurelie wirft viele Fragen auf und sorgt für eine spürbare Spannung zwischen den beiden. Gleichzeitig merkt man schnell, dass hinter seiner distanzierten Art viel mehr steckt als nur verletzter Stolz. Besonders seine Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mich beeindruckt. Der Konflikt mit seinem Vater und die Erwartungen, die auf ihm lasten, sind sehr nachvollziehbar dargestellt. Ein Highlight war für mich tatsächlich das Gespräch zwischen Lucian und seinem Vater gegen Ende. In diesem Moment bekommt man auch Einblicke in die Perspektive des Vaters und erkennt, dass hinter seinem Verhalten keine Boshaftigkeit steckt, sondern vor allem Trauer um Lucians Mutter und der Wunsch, das Beste für seinen Sohn zu wollen. Diese Szene hat den Charakter noch einmal deutlich vielschichtiger gemacht.
Zustätzlich tragen auch die Nebencharaktere dazu bei, dass sich die Welt der Akademie lebendig anfühlt. Sie bringen zusätzliche Perspektiven in die Geschichte und sorgen dafür, dass sich das Leben an der Schule realistisch und komplex anfühlt.

Die Beziehung zwischen Aurelie und Lucian hat mir ebenfalls sehr gefallen. Ihre gemeinsame Vergangenheit, die unausgesprochenen Gefühle und die unterschwellige Anziehung zwischen ihnen sorgen für viele emotionale Momente. Die Dynamik wirkt authentisch und entwickelt sich glaubwürdig.

Besonders gelungen fand ich außerdem den Suspense-Aspekt der Geschichte. Die Suche nach der Wahrheit über den Tod von Aurelies Mutter zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman. Die Autorin streut immer wieder kleine Hinweise und Details ein, die erst später ihre Bedeutung entfalten. Dadurch bleibt die Spannung konstant hoch. Die Auflösung hat mich letztlich auch überzeugt, weil sie überraschend, aber gleichzeitig schlüssig war.

Fazit

Insgesamt hat mir „Pure Grace Academy – The Final Bow“ von Jennifer Bright wirklich sehr gut gefallen. Die Mischung aus Ballett-Setting, emotionaler Liebesgeschichte und spannender Geheimnissuche funktioniert hier richtig gut. Vor allem die Atmosphäre der Akademie, die glaubwürdigen Figuren und die vielen kleinen Wendungen haben das Buch für mich zu einem sehr fesselnden Leseerlebnis gemacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Die Vergangenheit hat mich gepackt – die Gegenwart leider nicht

Death at Morning House
0

Marlow nimmt einen Ferienjob auf einer abgelegenen Insel an, wo sie gemeinsam mit anderen Teenagern Führungen durch die verfallene Morning House Villa gibt. Das Anwesen hat eine düstere Vergangenheit: ...

Marlow nimmt einen Ferienjob auf einer abgelegenen Insel an, wo sie gemeinsam mit anderen Teenagern Führungen durch die verfallene Morning House Villa gibt. Das Anwesen hat eine düstere Vergangenheit: Im Sommer 1932 lebte dort ein angesehener Arzt mit seiner Familie, doch innerhalb kurzer Zeit starben mehrere Kinder und Verwandte unter mysteriösen Umständen. Seitdem hält sich hartnäckig das Gerücht, ein Fluch habe auf der Familie gelegen.
Während in der Gegenwart zunächst alles idyllisch wirkt, kippt die Stimmung, als die Historikerin, die die Ereignisse von damals untersucht, plötzlich verschwindet. Marlow beginnt zu ahnen, dass hinter der Geschichte weit mehr steckt als eine alte Spuklegende.

„Death at Morning House“ von Maureen Johnson hat mich mit seinem Grundkonzept bekommen: eine verfallene Villa auf einer Insel, eine dunkle Familiengeschichte aus den 1930ern und ein Gegenwartsrätsel mit unterschwelliger Bedrohung. Eigentlich genau meins. Und tatsächlich hatte das Buch auch einige Aspekte, die ich wirklich mochte, aber leider auch ein paar deutliche Schwächen.

Was mir sofort positiv aufgefallen ist, war der Schreibstil. Johnson schreibt sehr locker, teilweise humorvoll und unglaublich flüssig. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Gerade für jüngere Leser*innen ist das super zugänglich, weil der Ton leicht und modern wirkt, ohne zu simpel zu sein. Gleichzeitig baut sie immer wieder eine leise, unterschwellige Unruhe auf: dieses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Das mochte ich sehr.

Besonders gelungen fand ich zudem den Vergangenheitsstrang rund um die Familie aus dem Jahr 1932. Diese Passagen waren für mich eindeutig das Highlight des Buches. Die Ereignisse wirken von Anfang an verdächtig, und man merkt die ganze Zeit: Hier steckt mehr dahinter als ein angeblicher Fluch. Ich habe richtig gerne mitgerätselt und versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Die Auflösung in diesem Handlungsstrang kam für mich auch durchaus überraschend und hat sich stimmig angefühlt. Davon hätte ich mir ehrlich gesagt noch mehr gewünscht.

Das Setting der Insel trägt ebenfalls viel zur Atmosphäre bei. Diese abgeschiedene, leicht unheimliche Sommerkulisse funktioniert grundsätzlich sehr gut und passt perfekt zur Geschichte. Gerade am Anfang hatte ich richtig Lust auf einen atmosphärischen Mystery-Plot.

Leider konnte der Gegenwartsstrang für mich da nicht mithalten. Hier hatte das Buch für mein Empfinden ziemlich viele Längen. Die Handlung braucht sehr lange, bis sie wirklich Fahrt aufnimmt, und zwischendurch passiert einfach zu wenig Spannendes. Ich habe öfter gedacht: Da müsste jetzt mehr kommen. Die Bedrohung bleibt eher schwach, und echte Mystery-Spannung wollte sich bei mir selten einstellen.

Auch die große Enthüllung am Ende hat mich nicht wirklich umgehauen. Vieles lief mir zu geradlinig und glatt, ohne größere Wendungen oder echte Überraschungsmomente. Gerade weil der historische Strang gezeigt hat, wie viel Potenzial in der Geschichte steckt, fand ich das etwas schade.

Mit Marlow als Hauptfigur bin ich ebenfalls nicht richtig warm geworden. Sie ist erst 14, was man ihrem Verhalten auch deutlich anmerkt. Vielleicht bin ich einfach nicht mehr ganz die Zielgruppe, aber mich hat es irgendwann genervt, wie sehr ihr Fokus auf Schwärmereien und Attraktivität lag. Gefühlt findet sie ständig irgendwen toll, und der Liebesaspekt nimmt mir zu viel Raum ein und zwar auf Kosten der eigentlichen Kriminalgeschichte. Für mich wirkte das stellenweise sehr vorpubertär und hat mich eher aus der Spannung rausgebracht.

Was ich außerdem etwas unrealistisch fand: Dass auf der Insel zeitweise praktisch nur Jugendliche unterwegs sind und kaum Erwachsene eine Rolle spielen. Das hat für mich die Glaubwürdigkeit ein Stück weit geschwächt.

Die Nebenfiguren bleiben leider ebenfalls recht blass. Ich hätte mir hier mehr Tiefe und stärkere Dynamiken gewünscht. Gerade in einem Mystery lebt viel von interessanten Figurenkonstellationen. Da wurde für mein Gefühl Potenzial verschenkt.

Fazit

Insgesamt ist „Death at Morning House“ von Maureen Johnson ein unterhaltsamer, schnell zu lesender YA-Mysteryroman mit einem starken historischen Handlungsstrang und angenehmen, humorvollem Schreibstil. Gleichzeitig leidet das Buch für mich unter einem zu schwachen Gegenwartsplot, einigen Längen und einem zu stark gewichteten Romance-Anteil.
Für jüngere Leserinnen, die atmosphärische Mystery mit viel Sommer-Setting mögen, funktioniert das Buch wahrscheinlich sehr gut. Ich persönlich hätte mir mehr Spannung, mehr Twists und deutlich weniger Teenie-Schwärmerei gewünscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere