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Veröffentlicht am 06.08.2018

Absolut empfehlenswert!

Fallen Queen
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Zum Inhalt:
„Jeder kennt die Geschichte von Schneewittchen (….) In Wahrheit war alles nämlich ganz anders, als man es sich erzählt. Schneewittchen war kein herzensguter Mensch und die Königin war auch ...

Zum Inhalt:
„Jeder kennt die Geschichte von Schneewittchen (….) In Wahrheit war alles nämlich ganz anders, als man es sich erzählt. Schneewittchen war kein herzensguter Mensch und die Königin war auch nicht böse.“ So fängt diese Märchen-Adaption von Ana Woods an. Es geht in ihrer Geschichte um die Schwestern Nerina und Eira. Die beiden Schwestern liebten sich von Herzen und wuchsen mit ihren Eltern glücklich auf. Bis eines Tages die Eltern der beiden auf einer Reise durch ihr Königreich ermordet werden und die Verantwortung der Krone auf den Schultern der älteren Schwester Nerina liegt. Es ist eine schwere Zeit für sie, bis sie sich eines Tages in den Prinzen des Königreichs Lenja, Jalmari, verliebt. Durch plötzliche Umstände wird Nerina zum Tode verurteilt und muss fliehen. Auf ihrer Reise begegnet sie Menschen, die ihr Weltbild verändern und sie muss in den Verwunschenen Wald fliehen, wo sie viel über sich und ihr Königreich lernt. Das Märchen endet mit einigen Antworten, aber noch mehr Fragen.
Meine Meinung:
Ich liebe es <3 Also das muss ich mal klar vorne anstellen ;)
Diese Märchenadaption ist einfach nur wunderschön! Einmal angefangen, kann man es nicht mehr aus der Hand legen, da die Geschichte den Leser sofort in ihren Bann zieht. Man fühlt mit Nerina mit, leidet mit ihr und sieht alles durch ihre Augen. Was mir besonders an der Geschichte gefallen hat, ist die Steigerung der Autorin während der Erzählung. Am Anfang merkt man deutlich, dass es das erste Buch der Autorin ist, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Im Gegenteil: je weiter die Geschichte fortschreitet, umso besser wird die Autorin und desto mehr möchte man herausfinden, wie es weitergeht. Das einzige Manko ist, dass man sehr wenig aus Eiras Sicht sieht, aber ich habe munkeln gehört, dass soll im zweiten Band besser werden ;) Denn selbst Eira ist nicht so böse, wie es auf den ersten Blick aussieht. Aber nicht nur die Autorin macht eine wahnsinnig gute Veränderung durch, auch Nerina. Der Charakter von ihr war am Anfang eine nette, wenn auch leicht naive Prinzessin und zum Schluss ist sie eine knallharte Frau, die weiß was sie will. Auch wenn ich Eira irgendwie auch ins Herz geschlossen habe. Niemand ist von Natur aus böse und auch bei Eira ist es so. Ich hege immer noch die Hoffnung, dass sie und Nerina wieder zueinander finden können.

Veröffentlicht am 06.08.2018

Kernstaub - über den Staub an Schmetterlingsflügeln.

Kernstaub
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Kernstaub - über den Staub an Schmetterlingsflügeln. Bei dem Titel kann man sich auf den Inhalt keinen sehr großen Reim machen und auch die Inhaltsangabe lässt mehr Fragen offen, als sie erklärt. Um eins ...

Kernstaub - über den Staub an Schmetterlingsflügeln. Bei dem Titel kann man sich auf den Inhalt keinen sehr großen Reim machen und auch die Inhaltsangabe lässt mehr Fragen offen, als sie erklärt. Um eins voranzustellen: auf wenn das Buch sehr dick ist und knapp 1000 Seiten schon etwas abschreckend wirken, kann ich nur jedem empfehlen, es zu lesen.

Zum Inhalt: Mara und Juan wachsen 2010 als ganz normale Teenager auf. Durch verschiedene Geschehnisse landen sie zusammen mit Glen im Jahr 2638. Die Welt ist nach vier Weltkriegen zerstört und die Menschheit sieht sich mit dem Problem konfrontiert, dass die Welt ihrem Ende zugeht.
Nun bekommen Mara und Juan endlich Antworten auf ihre vielen Fragen. Sie, die eigentlich den ewigen Namen Ngaja trägt und Juan, eigentlich A'en, haben eine gemeinsame (Liebes-)Geschichte. Sie ist der Kernstaub und er die Anomalie, der sie eigentlich töten soll. Nun wird der Leser in die Geschichte des Kerns, des Systems und der Problematik mit dem Kernstaub eingeführt. Im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Details ans Licht, sodass sich das Kern-Universum immer mehr verdichtet und mehr und mehr Zusammenhänge klar werden. Auch der Bezug zum Titel stellt sich dann sehr schön da.
Doch warum sollte Ngaja, der Kernstaub, einer Welt helfen, die sie zerstören, sie töten will – für eine Welt, die ihr nie eine Chance gegeben hat?
Zum Aufbau:
Die Geschichte besteht neben der Realität aus Flashbacks. Entweder aus der Vergangenheit von Ngaja und A'en oder von der Menschheit zwischen dem dritten und vierten Weltkrieg. Jedes Kapitel ist überschrieben mit „Sprüchen“.
Meine Meinung:
Das Kernstaub-Universum ist eine komplexe, eigene Fantasy-Welt für sich. Gleichzeitig ist es aber auch eine sehr schöne Dystopie. Die Geschichte passt in kein Genre, schneidet von allem etwas an. Eine perfekte Mischung.
Was mir am meisten gefallen hat? Ich würde sagen, die Entwicklung, die die Figuren durchmachen. Besonders der Kernstaub: von der ängstlichen Mara über die schnippische Ngaja bis hin zum Kernstaub. Sie findet ihr wahres Ich, nur um es dann wieder zu verlieren. Juan/A'en macht nicht eine ganz so starke Entwicklung durch, aber auch er ist eine sehr starke Figur, die mit ihren eigenen Erinnerungen und dem Schmerz zu kämpfen hat und um Verständnis wirbt für seine Taten.
Auch wenn die beiden die Hauptfiguren der Geschichten sind, kommen die anderen nicht zu kurz. Jeder Mensch in dieser Geschichte hat eine einzigartige Tiefe, die ihn für den Leser greifbar macht. Meine Lieblingsfigur neben Ngaja war Glen. Seine Geschichte dürften wir durch die Zeit hindurch verfolgen – wenn auch nicht von Anfang an wie bei Ngja und A'en. Viele Fragen bleiben offen oder werden nur zum Bruchteil enthüllt. Seine Figur hat etwas Tragisches an sich, dem er nicht entkommen kann, auch wenn er es versucht.
Allerdings muss ich auch sagen, dass es kein Buch ist, welches man mit einem Rutsch mal durchlesen kann. Durch seine Komplexität muss man es einfach mal beiseitelegen, das Geschehene Revue passieren lassen um dann wieder einzusteigen. Es ist eines dieser Bücher, die – wenn man sie ein zweites Mal liest – noch viel schöner und größer werden, da man die Hintergründe kennt und die Figuren aus einem ganz anderen Winkel sehen kann – jetzt wo man weiß, wie sie sich entwickeln und wie ihre Vergangenheit aussieht.

Maries Schreibstil ist einzigartig und das macht auch das Kernstaub-Universum so einzigartig. Ihre Beschreibungen gehen über das bildhafte und das sichtbare hinaus. Es ist schwer, es zu beschreiben, also lest es am besten einfach selber ;)