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Veröffentlicht am 30.04.2024

Wenn der erste Schnee fällt

Schneemann
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Immer wieder verschwinden Frauen an dem Tag, an dem der erste Schnee fällt. Es handelte sich immer um verheiratete Frauen, die ein Kind bzw. Kinder hatten. Der Mörder hinterlässt in ihren Gärten einen ...

Immer wieder verschwinden Frauen an dem Tag, an dem der erste Schnee fällt. Es handelte sich immer um verheiratete Frauen, die ein Kind bzw. Kinder hatten. Der Mörder hinterlässt in ihren Gärten einen Schneemann. Kommissar Harry Hole und seine neue Kollegin Katrine Bratt versuchen dem Serienmörder auf die Spur zu kommen. Es gibt mehrere Verdächtige, doch jedes mal erweist sich die Spur als Sackgasse. Selbst Harry Holes neue Kollegin Katrine Bratt zählt zu den Verdächtigen. Doch dann kommt er dem Geheimnis auf die Spur und erkennt das Motiv.
Es war das erste Buch, das ich von Jo Nesbo gelesen habe und es wird auch nicht mein letztes sein. Zuerst fand ich den Namen Harry Hole für einen norwegischen Kommissar etwas seltsam, doch habe ich mich daran schnell gewöhnt und die Darstellung überzeugte mich. Hole zeigte sich oft als Einzelgänger. Er offenbarte seine Gedanken meist erst dann, wenn er sich Klarheit verschafft hatte. Vor Überraschungen war man nie sicher.
Der Schreibstil des Buches gefiel mir, er war flüssig und mitreißend. Es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen, da im Hinterkopf immer die Frage stand: Wer ist der Schneemann? Für Krimifans ein sehr empfehlenswertes Buch, passend zur Winterzeit und wenn dann der erste Schnee fällt…….

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Abgeschnitten

Der norwegische Gast
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Seit dem Hanne Wilhelmsen ein Schuss in den Rücken traf, ist sie von der Taille abwärts gelähmt. Die eigenbrötlerische norwegische Ermittlerin ist im Zug unterwegs von Oslo nach Bergen zu einem bekannten ...

Seit dem Hanne Wilhelmsen ein Schuss in den Rücken traf, ist sie von der Taille abwärts gelähmt. Die eigenbrötlerische norwegische Ermittlerin ist im Zug unterwegs von Oslo nach Bergen zu einem bekannten Spezialisten für Rückgratfrakturen. Doch plötzlich entgleist der Zug vor dem Finse Tunnel auf 1222 Meter über dem Meer. Die Mitreisenden, teils verletzt, werden in ein Hotel einquartiert. Draußen tobt der heftigste Schneesturm seit 100 Jahren und die Menschen sind abgeschnitten von der Außenwelt. Innerhalb von zwei Tagen werden zwei Hotelgäste ermordet.
Hanne Wilhelmsen verfolgt das Verhalten der Personen in dieser Extremsituation von ihrem Rollstuhl aus und kann durch ihre starke Beobachtungsgabe und unterstützt von einem Arzt, einem Anwalt und der Hoteldirektorin am Ende den Fall lösen.
Umrahmt wird das Geschehen durch den tosenden Sturm, der sich von Kapitel zu Kapitel auf der Beaufort-Skala von 0 bis 12 erhöht.
Anne Holt, die ehemalige norwegische Justizministerin, hat es wieder geschafft einen spannenden Roman über die eigenwillige Ermittlerin Hanne Wilhelmsen zu schreiben, der bis zum Schluss voller Überraschungen ist. Ein passendes Buch für lange Winterabende.

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Ein Experiment

Was in zwei Koffer passt
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Wer sich für den Alltag im Kloster interessiert und den genauen Ablauf wissen möchte, der hat hier das richtige Buch gefunden. Wer sich eine spannende, mitfühlende Biographie einer jungen Nonne und deren ...

Wer sich für den Alltag im Kloster interessiert und den genauen Ablauf wissen möchte, der hat hier das richtige Buch gefunden. Wer sich eine spannende, mitfühlende Biographie einer jungen Nonne und deren Beweggründe für ein asketisches, spirituelles Leben erwartet, der liegt hiermit leider falsch. Ich habe Letzteres erwartet und war dementsprechend etwas gelangweilt.
Veronika Peters beschreibt ihren eigenen Weg in ein Benediktinerinnenkloster, durch die Probezeiten hindurch, in den Alltag hinein bis hin zum Austritt aus dem Kloster. Insgesamt bekommt der Leser einen guten Eindruck davon, mit welchen Erwartungen und Vorstellungen sie mit gerade einmal 21 Jahren das Ordensleben als "Experiment" startet.
Man hat allerdings während der gesamten Lektüre nicht das Gefühl, dass sie jemals wirklich ankommt, zufrieden ist, die Tiefe findet, die sie sucht. Das finde ich einerseits sympathisch, weil es nachvollziehbar dargestellt ist, andererseits schade, weil mich gerade die andere Seite gereizt hätte kennen zu lernen. Das Buch hat mir einen guten Einblick in die Rhythmen und Vorschriften des klösterlichen Lebens gegeben und damit einen Blick hinter die verschlossenen Mauern ermöglicht. Ich kann es jedem empfehlen, der schon einmal über alternative Lebensformen nachgedacht hat oder für einige Tage im Kloster zu einem Seminar war und die Ruhe als wünschenswert empfunden hat.

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Mozarts Requiem

Totenmesse
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Ein neuer Fall, der aufgeklärt werden muss, von der A-Gruppe, dem Spezial-Ermittlerteam aus Stockholm. Der Einstieg in das siebte Buch von Arne Dahl „Totenmesse“ um die A-Gruppe gestaltete sich schwierig. ...

Ein neuer Fall, der aufgeklärt werden muss, von der A-Gruppe, dem Spezial-Ermittlerteam aus Stockholm. Der Einstieg in das siebte Buch von Arne Dahl „Totenmesse“ um die A-Gruppe gestaltete sich schwierig. Viele Handlungsstränge wirkten verwirrend.
Man fragte sich, was verbindet einen Banküberfall, bei dem Paul Hjelms Ex-Frau als Geisel genommen wird, die Versteigerung eines antiken Schreibtisches, ein Mitglied der A-Gruppe auf Urlaub in Griechenland und immer wieder zwischen drin Tagebucheintragungen eines deutschen Soldaten im zweiten Weltkrieg, der in Stalingrad kämpfte, miteinander. Parallel dazu erfährt man, dass die USA den zweiten Irakkrieg beginnt. Gleichzeitig hört Paul Hjelm während des gesamten Buches die Totenmesse „Requiem“ von Mozart im Ohr, so wie die Musik lauter wird, gibt es neue Erkenntnisse.

Dem Leser werden viele kleine Puzzleteile vorgelegt. Diese setzen sich nach und nach in kleinen Abschnitten zusammen und enden doch überraschend.
Zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten die Handlungsstränge und Gedankengänge richtig nachvollziehen zu können, was auch den Lesefluss bremste. Doch dann möchte man als Leser wissen, wie sich alles zu einem logischen Ganzen zusammenfügt.

Außergewöhnlich fand ich, dass Arne Dahl nicht einen einsamen Ermittler in den Mittelpunkt stellte wie seine skandinavischen Kollegen, sondern ein ganzes Team. Obwohl ich erst die vielen Ermittler und deren Angehörige richtig zu ordnen musste, zeigte sich, dass jede Person ihre Stärken und Schwächen hatte. Mir gefiel der intelligente Stil von Arne Dahl gut. Es wirkte nicht klischeehaft und das Einbringen der Weltgeschichte machte es noch spannender und interessanter.
Nicht einfach zu konsumierende Krimikost bzw. Spionagekost, aber spannende Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Wellengang

Alle sieben Wellen
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Wer es noch nicht weiß, „Alle sieben Wellen“ ist die Fortsetzung des Bestsellers „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Damals haben sich Emmi Rothner und Leo Leike durch eine Buchstabenverdrehung ...

Wer es noch nicht weiß, „Alle sieben Wellen“ ist die Fortsetzung des Bestsellers „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Damals haben sich Emmi Rothner und Leo Leike durch eine Buchstabenverdrehung in der Email-Adresse kennen gelernt. Sie begannen sich zu schreiben und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte per Email entstand. Der Briefverkehr auf der Datenbahn war so intensiv, so einfach und doch so kompliziert und in einer angenehmen Sprache. Als Leser spürte man ein ständiges Kribbeln im Bauch und stellte sich die Frage, wann sehen sie sich von Angesicht zu Angesicht. Ein Treffen wird verabredet, aber sie begegnen sich nicht. Leo Leike geht nach Boston und der Email-Verkehr bricht ab. Als Leser ist man völlig entgeistert, dass dieses Buch so endet.
Doch nun ist die Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ da. Emmi hat regelmäßig Emails an Leos Adresse verschickt, doch in der Rückantwort kamen nur stereotype Zeilen des Systemadministrators. Aber dann nach einem Jahr, Leo war gerade aus Boston zurückgekehrt, bekam sie eine lang ersehnte Antwort von ihm. Schnell kehren sie zu ihrer alten Vertrautheit zurück und verabreden ein Treffen. Es bleibt nicht bei einer Verabredung, sie kommen nicht voneinander los, aber die Situation ist schwieriger, da nicht nur Emmi verheiratet ist, sondern Leo auch eine Partnerin hat.
Daniel Glattauer hat nochmals einen fesselnden und gefühlvollen Roman in einer meisterhaften Sprache geschrieben. Der Zauber war wieder da. Schnell ist man mit der Kommunikationsart vertraut und beobachtet neugierig die Weiterentwicklung von Emmi und Leo, die den Wellengang folgt.
Obwohl mir die Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ gut gefallen hat, kommt es mit „Gut gegen Nordwind“ nicht mit. Das war einzigartig, originell und etwas ganz besonderes.

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