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Veröffentlicht am 30.04.2024

Wellengang

Alle sieben Wellen
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Wer es noch nicht weiß, „Alle sieben Wellen“ ist die Fortsetzung des Bestsellers „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Damals haben sich Emmi Rothner und Leo Leike durch eine Buchstabenverdrehung ...

Wer es noch nicht weiß, „Alle sieben Wellen“ ist die Fortsetzung des Bestsellers „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Damals haben sich Emmi Rothner und Leo Leike durch eine Buchstabenverdrehung in der Email-Adresse kennen gelernt. Sie begannen sich zu schreiben und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte per Email entstand. Der Briefverkehr auf der Datenbahn war so intensiv, so einfach und doch so kompliziert und in einer angenehmen Sprache. Als Leser spürte man ein ständiges Kribbeln im Bauch und stellte sich die Frage, wann sehen sie sich von Angesicht zu Angesicht. Ein Treffen wird verabredet, aber sie begegnen sich nicht. Leo Leike geht nach Boston und der Email-Verkehr bricht ab. Als Leser ist man völlig entgeistert, dass dieses Buch so endet.
Doch nun ist die Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ da. Emmi hat regelmäßig Emails an Leos Adresse verschickt, doch in der Rückantwort kamen nur stereotype Zeilen des Systemadministrators. Aber dann nach einem Jahr, Leo war gerade aus Boston zurückgekehrt, bekam sie eine lang ersehnte Antwort von ihm. Schnell kehren sie zu ihrer alten Vertrautheit zurück und verabreden ein Treffen. Es bleibt nicht bei einer Verabredung, sie kommen nicht voneinander los, aber die Situation ist schwieriger, da nicht nur Emmi verheiratet ist, sondern Leo auch eine Partnerin hat.
Daniel Glattauer hat nochmals einen fesselnden und gefühlvollen Roman in einer meisterhaften Sprache geschrieben. Der Zauber war wieder da. Schnell ist man mit der Kommunikationsart vertraut und beobachtet neugierig die Weiterentwicklung von Emmi und Leo, die den Wellengang folgt.
Obwohl mir die Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ gut gefallen hat, kommt es mit „Gut gegen Nordwind“ nicht mit. Das war einzigartig, originell und etwas ganz besonderes.

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Spannend erzählt

Dem Tode nah
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Adam Langley und seine Eltern wollen in Urlaub fahren. Sein bester Freund, der siebzehnjährige Nachbarsjunge Derek Cutter, verabschiedet sich von ihnen und statt das Haus zu verlassen, versteckt er sich ...

Adam Langley und seine Eltern wollen in Urlaub fahren. Sein bester Freund, der siebzehnjährige Nachbarsjunge Derek Cutter, verabschiedet sich von ihnen und statt das Haus zu verlassen, versteckt er sich heimlich im Keller, da er ungestört mit seiner Freundin zusammen sein möchte. Und was gibt es besseres als ein leer stehendes Haus. Doch das Vorhaben geht nicht auf. Unerwartet kommen die Langleys noch am selben Abend zurück und Derek wird Zeuge wie die gesamte Familie Langley von zwei Killern ermordet wird.
Derek und seine Eltern werden auch von der Polizei verhört und Derek verschweigt seine Anwesenheit während des Mordes im Nachbarhaus. So rückt er immer näher ins Visier der Polizei. Auch seine Eltern machen sich Gedanken und stellen sich die Frage, ob die Killer sich vielleicht in der Adresse geirrt haben. Die Eltern möchten natürlich ihren Sohn schützen und Jim Cutter stellt eigene Nachforschungen an.
Man begleitet Dereks Vater bei den Ermittlungen. In rasantem Tempo schreitet die Geschichte voran und wenn ich sicher war, die Auflösung zu kennen, traten immer wieder außergewöhnliche Ereignisse ein, die alles umkehrten. Der Schein trog. Die Charakterzüge der Protagonisten waren nicht Gut und Böse, sondern veränderten sich im Laufe des Geschehens. Manche Verwicklungen wirkten zum Ende doch etwas sehr konstruiert, trotzdem gefiel mir das Buch, denn es ist spannend und flüssig erzählt..

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Veröffentlicht am 28.04.2024

Winterliche Weihnachtsreise

Eine wundersame Weihnachtsreise
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Der erste Eindruck vom Buchcover ist wunderschön und lädt auf eine wundersame winterliche Weihnachtsreise mit Anna ein.
Aus Anfangs unbekannten Gründen hat die Literaturstudentin Anna eine Abneigung gegenüber ...

Der erste Eindruck vom Buchcover ist wunderschön und lädt auf eine wundersame winterliche Weihnachtsreise mit Anna ein.
Aus Anfangs unbekannten Gründen hat die Literaturstudentin Anna eine Abneigung gegenüber Weihnachten. Ihre Redaktion darauf ist Flucht vor allem, was mit Advent und Weihnachten zu tun hat. Am liebsten reist sie Weihnachten in die Sonne, doch dieses Jahr ist sie knapp bei Kasse. Als sie eine Email von ihrem neunjährigen Halbbruder Jonathan bekommt, der sie bittet ihn Weihnachten zu besuchen, ist ihre Entscheidung gefallen. Sie wird nach Hause zu ihrer Familie fahren, um Jonathan, den sie sehr liebt, eine Freude zu machen, obwohl das Verhältnis zu ihrer Mutter und ihrem Stiefvater nicht besonders gut ist. Am 23. Dezember setzt sie sich in den Zug von Leipzig nach Berlin. Anna schläft ein und wird an dem Endpunkt in Binz auf Rügen vom Schaffner geweckt. Dort herrscht starker Schneefall, das Handy von Anna hat keinen Empfang und doch ist sie fest entschlossen, den Wunsch ihres Bruders Jonathan zu erfüllen. Auf ihrer Odyssee nach Berlin trifft sie auf die unterschiedlichsten Menschen - wie zum Beispiel einen Schneepflugfahrer, einen polnischen Trucker oder drei ältere Damen. Die Gespräche kreisen um Weihnachten und schnell wird klar, dass der besondere Geist von Weihnachten nichts mit Geschenken zu tun hat. Wird Anna ihre Einstellung zum Weihnachtsfest ändern?
Schon auf den ersten Seiten wird man in eine vorweihnachtliche Stimmung gebracht. Die Kapitelanfänge beginnen mit gezeichneten kleinen Eiskristallen und einem Rentier und man spürt beim Lesen den Weihnachtsduft in der Nase. Auf sehr flüssige und bildhafte Art beschreibt Corina Bomann die vorweihnachtliche Zeit. Neben den weihnachtlichen Gefühlen regt das Buch auch ein wenig zum Nachdenken an. Ich finde, es ist ein märchenhaftes Weihnachtsbuch, welches die hektische Zeit vergessen lässt.

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Veröffentlicht am 27.04.2024

Unruhige Zeiten

Blankenese - Zwei Familien
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Da der zweite Band nahtlos an den ersten Roman anschließt, war ich sofort wieder mitten im Geschehen. Hilfreich war aber auch das Personenregister zu Beginn.

Nach Anfeindungen in der Schule bricht Sonja ...

Da der zweite Band nahtlos an den ersten Roman anschließt, war ich sofort wieder mitten im Geschehen. Hilfreich war aber auch das Personenregister zu Beginn.

Nach Anfeindungen in der Schule bricht Sonja diese ab und steht ihrer Mutter in der Reederei zur Seite. Dem familieneigenen Unternehmen geht es seit dem Ausbruch des Krieges nicht gut, denn immer stärker wächst der politische Druck. Ein hochrangiger Nazi macht Sonja Avancen, doch sie hat sich in einen französischen Zwangsarbeiter verliebt. Dann muss Sonja eine Entscheidung treffen.

Kurt ist mit einem Kindertransport nach London geschickt worden und wächst hier im Heim auf. Seine Liebe gilt immer noch Fanni, die er bereits mit sieben Jahren angehimmelt hat. Durch Zufall gelingt es Karl der Royal Air Force beizutreten und wird hier zum Kampfpiloten ausgebildet. Als er Luftangriffe auf Deutschland fliegen muss, steht auch er vor einer schweren Entscheidung.

In dem zweiten Band wird die Zeit von 1939 bis 1949 behandelt. Schon nach den ersten Seiten hat mich auch dieser Roman begeistert und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Ich fühlte mich mitten in Blankenese, habe den Nationalsozialismus und Antisemitismus hautnah gespürt und erlebt, was er bei den Menschen anrichtet. Es war erschütternd zu erleben wie schnell die jungen Leute durch den Krieg damals erwachsen werden mussten. Gekonnt hat Michaela Grünig tatsächliche Ereignisse mit der Geschichte verflochten, so dass die unruhigen Zeiten für mich nachvollziehbar waren. Dieser Erzähl-Mix rund um die Familie Casparius hat mir sehr gut gefallen. Ich erlebte eine emotionale Achterbahnfahrt und bin nun auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 21.04.2024

Was geschah wirklich?

Das Regenmädchen
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Das Hörbuch wird von Kaja Riemann gelesen. Man mag gerne zu hören, denn ihre melancholische Stimme passt hervorragend zu dem Hörbuch.
Es ist dunkel, es regnet. Sie taucht auf wie aus dem Nichts. Bekleidet ...

Das Hörbuch wird von Kaja Riemann gelesen. Man mag gerne zu hören, denn ihre melancholische Stimme passt hervorragend zu dem Hörbuch.
Es ist dunkel, es regnet. Sie taucht auf wie aus dem Nichts. Bekleidet war sie mit einem Abendkleid. Dem Autofahrer war es nicht möglich sein Fahrzeug rechtzeitig zu stoppen. Als die Kripobeamten Franza Oberwieser und Felix Herz an der Unglückstelle ankommen, sind sie betroffen von dem jugendlichen Aussehen des Mädchens. War es Selbstmord? Doch die Spuren erzählen was anderes. Was geschah wirklich?
Die Geschichte wird sehr ruhig erzählt und sie entwickelt sich sehr langsam. Auf Blutvergießen und großartige Aktionen hat die Autorin verzichtet. Man hat das Gefühl, dass es um real existierende Personen und ihre Emotionen geht. Die beiden ermittelnden Beamten empfinde ich sehr sympathisch, speziell durch die privaten Einschübe von Franza Oberwieser. Über ihren Partner Felix Herz erfährt man leider etwas zu wenig. Die handelnden Personen wirken sehr stimmig und glaubwürdig.
Mir hat die ruhige Art des Krimis gefallen.

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