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Veröffentlicht am 19.05.2023

Spannung pur

Der Knochenbrecher
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Ein Thriller von Chris Carter, der gleich mit einem Kracher beginnt und schon auf den ersten Seiten wird deutlich, was hier auf den Leser zu kommt.

Detective Robert Hunter ist Profiler und Ermittler ...

Ein Thriller von Chris Carter, der gleich mit einem Kracher beginnt und schon auf den ersten Seiten wird deutlich, was hier auf den Leser zu kommt.

Detective Robert Hunter ist Profiler und Ermittler des Morddezernates in Los Angeles. Gemeinsam mit seinem Partner Carlos Garcia ermittelt er nur bei schwerwiegenden, außergewöhnlichen Mordfällen.

Eine nicht identifizierte Frauenleiche wird in einer leer stehenden Fleischerei gefunden und bevor sich Robert Hunter ein Bild von dem Auffindungsort machen kann, wird die Leiche in die Rechtsmedizin gebracht. Der Körper scheint unverletzt, einzig die Lippen und der Unterleib wurden dilettantisch zugenäht. Bei der Obduktion stellt Rechtsmediziner Dr. Winston fest, dass ein Gegenstand in dem Unterleib gesteckt worden ist. Als er ihn heraus nimmt, gibt es eine Explosion. Der Rechtsmediziner und sein Assistent überleben nicht. Alle Beweismittel werden zerstört, nur eine Videoaufzeichnung der Obduktion geben den Ermittlern Anhaltspunkte was in der Rechtsmedizin passiert ist.

Bei diesem Thriller gibt es keine langsame Eingewöhnungsphase. Der Autor startet bereits mit hohem Tempo. Als Leser fliegt man gerade zu über die Seiten, da man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht, denn fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger. Der flüssige Schreibstil ist gut zu lesen. Das Buch ist ein spannungsgeladener wachhaltender Thriller, der nichts für schwache Nerven ist, da Chris Carter auch mit schockierenden Elementen nicht geizt.

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Veröffentlicht am 18.05.2023

Blick auf Resteverwertung

Mittags gut kochen für eine Person
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Das Kochbuch hat eine ansprechende Aufmachung. Neben einer Vielzahl an Rezepten findet man immer ein ansprechendes Foto, welches auch so gleich Appetit macht. Es gibt daneben allgemein gehaltene Artikel ...

Das Kochbuch hat eine ansprechende Aufmachung. Neben einer Vielzahl an Rezepten findet man immer ein ansprechendes Foto, welches auch so gleich Appetit macht. Es gibt daneben allgemein gehaltene Artikel unter anderem zu den Themen Resteverwertung von Brot und Käse, schlappes Gemüse und Würzen.

Die Rezepte waren mir bisher nicht so geläufig, da sie auch mit einigen Zutaten zubereitet werden, die ich bisher noch nicht in meiner Küche verwendet habe. Zum Glück gibt es Varianten um manche Zutaten zu ersetzen. Besonders gefallen haben mir die Saucen und Öle, die man schnell erstellen kann und sich einige Zeit im Kühlschrank halten. Auch fand ich gut, dass man ein Augenmerk auf die Resteverwertung gelegt hat.
Es gibt auch ein Kapitel – Mittag mit Freunden – hier finden sich Gerichte für mehr Personen, dieses hätte ich in diesem Buch nicht erwartet.

Es wird zwar nicht mein Lieblingskochbuch werden, aber es zeigt mir neue Ideen zur Resteverwertung auf, die ich öfter anwenden werde.

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Berliner Luftbrücke

Die Kinder der Luftbrücke
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Das Buch beginnt im Jahr 1948. Nora Thalfang lebt gemeinsam mit ihrer Mutter Else, ihrer Schwester Hanna und ihren beiden Kindern in einer Wohnung im Westsektor von Berlin. Nora sorgt sich um ihre beiden ...

Das Buch beginnt im Jahr 1948. Nora Thalfang lebt gemeinsam mit ihrer Mutter Else, ihrer Schwester Hanna und ihren beiden Kindern in einer Wohnung im Westsektor von Berlin. Nora sorgt sich um ihre beiden Kinder, für die sie nicht genügend Lebensmittel kaufen kann, gleichzeitig quält sie die Frage, ob ihr Mann Joachim noch am Leben ist, der seit Jahren als vermisst gilt. Die junge Mutter kann ihr Glück kaum fassen, als sie eine Stelle als Übersetzerin bei den Amerikanern am Flughafen Tempelhof erhält. Hier lernt sie den amerikanischen Piloten Matthew kennen, in den sie sich leidenschaftlich verliebt. Geprägt durch ihre schlechtes Gewissen gegenüber ihrem verschollenen Ehemann weiß sie, nicht wie sie sich entscheiden soll.

Der Schreibstil von Juliana Weinberg ist sehr flüssig. Durch die bildhafte Sprache kann man sich sehr gut alles vorstellen und fühlt sich in das Jahr 1948 versetzt. Nahrungsmittel gab es teilweise auf Lebensmittelkarten, aber wenn diese nicht zur Verfügung standen, hatte man Pech. Viele Männer waren noch nicht aus der Gefangenschaft zurückgekehrt oder man wusste nicht, ob sie noch lebten. Wohnungen waren ausgebombt, so dass man auf engen Raum zusammenrücken musste. Wir begleiten Nora und ihre Familie über den Zeitraum von einem Jahr, in dem sich die Berliner in einer Ausnahmesituation befanden, da die Sowjets über Nacht den Strom abgestellt und die Transportwege abgeschnitten hatten. Die Alliierten umgingen die Blockade und begannen mit einer Luftbrücke. Geschickt hat die Autorin historische Ereignisse mit der Geschichte verwoben. Die Figuren wirken sehr authentisch und lassen dadurch die damalige Atmosphäre aufkommen.

Der Titel und das Cover passen zusammen. Das Cover erinnert mich sofort an die sogenannten Rosinenbomber, die Hilfspakete an selbstgebastelten Fallschirmen für die Kinder über Westberlin abgeworfen haben.
Mir hat das Buch sehr gefallen und ich fand es spannend mehr über die Zeit der Luftbrücke zu erfahren.

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Veröffentlicht am 10.05.2023

Entfremdung

Die Landkarte der Liebe
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Nach kurzem Blick auf das Cover und den Titel erwartete ich eine seichte und kitschige Liebesschnulze, doch schnell wurde ich eines Besseren belehrt, denn schon nach einigen Seiten hat mich das Buch gefesselt ...

Nach kurzem Blick auf das Cover und den Titel erwartete ich eine seichte und kitschige Liebesschnulze, doch schnell wurde ich eines Besseren belehrt, denn schon nach einigen Seiten hat mich das Buch gefesselt und berührt.
Zwei Schwestern – Katie und Mia – ziehen nach dem Tod der Mutter zusammen in eine Wohnung nach London. Beide Frauen sind sehr unterschiedlich veranlagt. Katie wirkt sehr selbstsicher und steht mit beiden Füßen fest im Leben. Ihre kleine Schwester Mia dagegen ist sehr flatterhaft und lässt sich gern treiben. Mia überrascht Katie mit der spontanen Entscheidung gemeinsam mit ihrem Jugendfreund Finn ein Jahr durch die Welt zu gondeln. Eines Nachts wird Katie unsanft durch die Polizei aus dem Schlaf gerissen. Sie erfährt, dass ihre Schwester von einer Klippe auf Bali gestürzt ist. Doch warum ist Mia auf Bali, eigentlich sollte sie doch in Australien sein? Für Katie bricht eine Welt entzwei, als sie erfährt, dass Mia von der Klippe gesprungen sein soll und es sich nach Zeugenaussagen um einen Selbstmord handelt. Hat es etwas mit dem entsetzlichen Streit zu tun, den Katie und Mia in ihrem letzten Telefonat hatten? Warum haben sich die Wege von Finn und Mia getrennt? In Mias Rucksack findet Katie ein Reisetagebuch und beschließt den Spuren ihrer Schwester zu folgen. Auf der Reise lernt sie ihre Schwester und sich besser kennen und ihr wird klar, warum sie sich entfremdet hatten. Gleichzeitig stellt sie aber auch fest, dass unter der Oberfläche immer eine tiefe Verbindung zwischen ihnen bestanden hat.
Das Buch ist leicht und flüssig geschrieben, zeigt aber auch eine gewisse Tiefe auf. Die Charaktere der Hauptprotagonisten sind gut skizziert. Die Gefühle, die zwischen Angst, Schuld und Zuneigung schwanken, sind so real beschrieben, dass man sich leicht in die Personen hinein versetzen kann. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Kathie und Mia erzählt. Aus den Überschriften ist immer klar erkennbar, welche Schwester die Geschichte erzählt, wo sie sich gerade befindet und in welchem Monat die Handlung spielt. Lucy Clarke hat es gekonnt verstanden, die einzelnen Kapitel so zu verbinden, dass kein Bruch im Erzählfluss entsteht und der Leser immer den Überblick behält. Je mehr man in die Geschichte eintaucht, merkt man wie sich die Entfremdung auflöst und die Schwestern sich einander nähern.
Die überraschenden Wendungen haben mich fasziniert, so dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Ein ungeheuer einfühlsamer Roman, der mich berührt hat und den ich gern weiterempfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 10.05.2023

Haus Torstraße 1

Torstraße 1
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Sybil Volks ist auf sehr ansprechende Art gelungen, die wechselvolle Geschichte des Hauses Torstraße 1 in Berlin mit dem fiktiven Leben zweier Familien zu verbinden.
An ihrem achtzigsten Geburtstag kehrt ...

Sybil Volks ist auf sehr ansprechende Art gelungen, die wechselvolle Geschichte des Hauses Torstraße 1 in Berlin mit dem fiktiven Leben zweier Familien zu verbinden.
An ihrem achtzigsten Geburtstag kehrt Elsa an dem Ort ihrer Geburt zurück. Im Haus Torstraße 1 findet heute eine exklusive Eröffnungsfeier für das Soho House Berlin statt. Elsa hofft hier Bernhard zu treffen und ihre Gedanken schweifen in die Vergangenheit.
Hier wurde im Jahr 1929 das Kreditkaufhaus Jonass & Co. von der jüdische Familie Grünberg eröffnet, wo man Waren für ein Viertel des Preises mitnehmen konnte und der Rest auf Raten zu bezahlen war. Während der Eröffnungsfeier bekommt die unverheiratete Angestellte Vicky Springer auf dem Packtisch der Poststelle ein Baby. Keiner ahnt, dass der Sohn des Kaufhausinhabers Harry Grünwald der Vater des Kindes ist. Während der Geburt der kleinen Elsa wird Vicky von einer alten Frau und dem Zimmermann Wilhelm Glaser, der am Bau des Hauses mit beteiligt war, unterstützt. Später stellt sich heraus, dass auch Wilhelm Glaser zur selben Stunde Vater eines Sohnes wurde. Die beiden an diesem Tag geborenen Kinder Elsa und Bernhard sowie das Haus Torstraße 1, stehen im Zentrum dieses Buches.
Die Autorin hat es geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Ihr ist es hervorragend gelungen, das Zeitgeschehen der letzten achtzig Jahre mit einfließen zu lassen. Die Wirtschaftskrise ist da, die ersten antisemitischen Stimmen sind zu hören, der 2. Weltkrieg, die Rosinenbomber über Berlin, der Mauerbau und auch der Fall der Mauer. Ein Buch, das gleichzeitig Zeugnis ablegt über die wechselvolle Geschichte der Stadt Berlin und des Hauses Torstraße 1.
Das Schicksal der handelnden Personen hat mich bewegt. Die Familien um Elsa und Bernhard wirkten auf mich wie ganz „normale“ Familien, deren Leben so hätte ablaufen können in Ost- und Westberlin. Die Autorin wechselt immer wieder die Erzählperspektive, mal erfährt der Leser das Geschehen aus Sicht von Elsa und dann aus Sicht von Bernhard. Die damit verbundenen Zeitsprünge hätte die Autorin gern für mich noch mit Leben füllen können.
Ein empfehlenswertes Buch, das neben der Familiengeschichte noch viel Zeitgeschichte vermittelt.

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