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Veröffentlicht am 10.05.2023

Stille Heldinnen und Helden

Die Kinder von Beauvallon - Der Spiegel-Bestseller nach wahren Begebenheiten
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1965 Agnes hat sich beim Radio hochgearbeitet und war nun die weibliche Moderatorenstimme vom Südwestfunk. Ihr neuer Auftrag bringt sie in ein kleines französisches Dorf namens Dieulefit. Hier haben die ...

1965 Agnes hat sich beim Radio hochgearbeitet und war nun die weibliche Moderatorenstimme vom Südwestfunk. Ihr neuer Auftrag bringt sie in ein kleines französisches Dorf namens Dieulefit. Hier haben die Dorfbewohner während der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg Flüchtlinge, darunter auch jüdische Kinder aus Südbaden, versteckt. Agnes erinnert sich an ihre Freundin Lily Blum, die 1940 gemeinsam mit anderen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde von Sulzburg nach Frankreich deportiert wurde. Sollte Lily noch am Leben sein?

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Der Vergangenheitsstrang beginnt im Jahr 1940 und führt uns von Sulzburg nach Dieulefit. Hier begleiten wir Lily, die an der Schule Beauvallon unterrichtet wird und die Widerstandskämpferin Jolie. Im Jahr 1965 sind wir an der Seite von Agnes, die den Ort Dieulefit besucht. Während der Besatzungszeit lebten in dem Dorf zweitausend Einwohner, denen gegenüber 1.500 Flüchtlinge standen. Es kommt einem Wunder gleich, dass es keine Denunziationen gab. Viele stille Heldinnen und Helden trifft Agnes bei ihren Recherchen, die den Glauben an Freiheit und Menschlichkeit nicht aufgegeben haben.

Auch mit ihrem neuen Roman, der nach wahren Begebenheiten geschrieben ist, hat Bettina Storks es wieder geschafft mich auf eine Reise durch ein Stück Zeitgeschichte mitzunehmen. Durch den lebendigen und flüssigen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Schnell war ich gefesselt von der Geschichte rund um Agnes, Lily und Jolie. Das Buch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 05.05.2023

Die Champagnerkönigin

Die Champagnerkönigin
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Dieser Roman ist der zweite Band einer Jahrhundertwind-Trilogie von Petra Durst-Benning. Ich habe zwar den ersten Band noch vorher schnell gelesen, doch man kann dieses Buch lesen, ohne den ersten Teil ...

Dieser Roman ist der zweite Band einer Jahrhundertwind-Trilogie von Petra Durst-Benning. Ich habe zwar den ersten Band noch vorher schnell gelesen, doch man kann dieses Buch lesen, ohne den ersten Teil zu kennen.

Es beginnt im Jahre 1898. Isabelle, Tochter eines erfolgreichen Unternehmers aus Berlin, sollte eine gute Partie machen, denn Geld heiratet Geld so meinten ihre Eltern. Doch Isabelle wollte die große Liebe. Im Radsportverein lernte sie den Rennfahrer Leon Feininger kennen und verliebte sich in ihn. Er schwärmte von seiner Heimat in der Pfalz und den Weinbergen. Isabelle sah sich bereits als Grande Dame eines Landgutes. Gegen den Willen ihrer Eltern brannte sie mit ihm durch und heiratet. Doch das Landgut entpuppte sich als kleiner Bauernhof, in dem sie gemeinsam mit den Schwiegereltern leben mussten. Isabelle hockte nun in der Ödnis, die Decke fiel ihr auf den Kopf und ihr Mann Leon ließ sie oft allein, da er ständig für ein Radrennen trainierte. Eines Tages erreichte sie der Brief eines Notars. Leon hatte ein Weingut in der Champagne von dem jüngeren Bruder seines Vaters geerbt. In Hautvillers erwartet sie nicht nur ein neues Leben, sondern sie werden mit vielen Problemen konfrontiert. Isabelle hat von Leon keine große Hilfe zu erwarten, denn er ist lieber mit seinem Rennrad unterwegs. Als Leon einen schweren Radunfall hat und unerwartet stirbt, fällt Isabelle in ein tiefes Loch. Hilfe erhält sie von ihren beiden Jugendfreundinnen Josefine und Clara aus Berlin.

Der Schreibstil von Petra Durst-Benning ist sehr flüssig. Durch die bildhafte Sprache entstand ein regelrechtes Kopfkino vor meinen Augen. Man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat, denn sie hat in den Beschreibungen der Champagnerherstellung sehr viele interessante und wissenswerte Informationen mit einfließen lassen. Die Hauptprotagonistin Isabelle hat mir mit ihren menschlichen Schwächen gut gefallen. Sie erlebt Höhen und Tiefen, dadurch wächst sie zu einer starken Frau. Obwohl einige Dinge vorhersehbar waren, war ich von dem Roman gefesselt und freue mich schon auf den letzten Teil der Jahrhundertwind-Trilogie.

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Veröffentlicht am 05.05.2023

Ein neuer Fall für Kommissarin Moll

Kommissarin Moll und die Tote aus der HafenCity
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Hauptkommissarin Frederica Moll und ihr Kollege Christian Lauterbach sollen gemeinsam in Hamburg eine Cold Case Unit aufbauen. Nach drei Monaten konnten sie immer noch keine Ergebnisse vorweisen. Nun bekamen ...

Hauptkommissarin Frederica Moll und ihr Kollege Christian Lauterbach sollen gemeinsam in Hamburg eine Cold Case Unit aufbauen. Nach drei Monaten konnten sie immer noch keine Ergebnisse vorweisen. Nun bekamen sie einen neuen Fall. Beim Bau der HafenCity fand man die Leiche einer jungen unbekannten Frau in einer Baugrube. Niemand schien sie zu vermissen. Die normalen Ermittlungsansätze brachten keinen Erfolg, deshalb mussten sie neue Wege gehen.

Das Cover gefällt mir und man merkt sofort, dass die Kriminalhandlung in Hamburg spielt. Die Kapitel haben eine ansprechende Länge. Der Schreibstil ist angenehm, so dass sich die Geschichte flüssig lesen lässt. Zu Beginn ist es mir etwas schwer gefallen in die Handlung hineinzukommen, da dies bereits der dritte Band um Kommissarin Moll ist. Ich habe die ersten beiden Bücher der Reihe nicht gelesen und würde empfehlen, die Bände der Reihe nach zu lesen, um schneller die Charaktere kennenzulernen und alle Zusammenhänge besser zu verstehen. Die Protagonisten werden detailliert dargestellt, sie sind nicht glatt, sondern haben ihre Eigenheiten mit Ecken und Kanten, dieses macht das Geschehen ansprechend.

Obwohl ich relativ früh den Täter erahnt habe, kamen am Ende noch einige Überraschungen ans Licht. Mir hat der Krimi gefallen und unterhaltsame Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 01.05.2023

Die Flusssänger

River Singers: Aufbruch ins Ungewisse
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Gerüchte schwirren unter den Schermäusen hin und her, sie verbreiten sich schnell, denn die Kolonien am Fluss sollen verschwinden. Die jungen Mäuse Sylvan, Orris, Aven und Fern wissen nicht was außerhalb ...

Gerüchte schwirren unter den Schermäusen hin und her, sie verbreiten sich schnell, denn die Kolonien am Fluss sollen verschwinden. Die jungen Mäuse Sylvan, Orris, Aven und Fern wissen nicht was außerhalb ihres Nestes vor sich geht. Doch heute ist der große Tag gekommen und sie dürfen ihre Nestkammern zum ersten Mal verlassen. Das Abenteuer am Fluss steht bevor. Sylvan ist ganz ungeduldig und möchte am liebsten sofort hinaus. Doch seine Geschwister sind nur langsam zu begeistern. Alle sind zu groß geworden, um nur Milch zu trinken und ihre Mutter zeigt ihnen wie sie selbst fressen können. Sie weist auf die Gefahren hin, die ihnen am Fluss begegnen können und zeigt ihnen das Territorium, das sie mit ihren Duftmarken gekennzeichnet hat. Die jungen Schermäuse dürfen diesen Bereich nicht verlassen. Unter den erwachsenen Schermäusen verbreitet sich Unruhe, immer mehr Ihresgleichen verschwinden, denn ein Nerz tötet die Schermäuse. Als die Mutter von Sylvan, Orris, Aven und Fern beim Kampf mit dem Nerz ums Leben kommt, machen sich die jungen Mäuse auf den Weg ein neues Territorium zu suchen. Alle sind noch sehr unerfahren. Viele Abenteuer und Gefahren müssen sie überwinden. Wird es ihnen am Ende gelingen ein neues Gebiet einzunehmen?

Das Cover lädt dazu ein, das Buch in die Hand zu nehmen. Es ist ein stimmungsvolles und naturnahes Buch von den Schermäusen. In klaren einfachen Sätzen wird die Geschichte erzählt, so dass auch jüngere Kinder dem Geschehen folgen können. Man erfährt viel über die Lebensgewohnheiten der Mäuse. Wie im normalen Leben hat jede Schermaus ihren eigenen Charakter, von mutig über zögerlich bis ängstlich. Dieses ist sehr gut beschrieben. Sehr einfühlsam wird aufgezeigt, dass es nicht nur Gutes auf der Welt gibt, sondern dass es im Leben auch Gefahren gibt, die bewältigt werden müssen und dieses fällt einfacher aus, wenn man Freunde oder eine Familie hat.

Ich habe das Buch erst selbst gelesen und habe nun die ersten Seiten meinen Söhnen vorgelesen. Da beide sehr tierlieb sind und ihnen die Geschichte gefällt, hören beide ganz genau zu und sind gespannt wie sich die Geschichte von den Schermäusen weiter entwickelt.

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Veröffentlicht am 01.05.2023

Der Apfelsammler

Der Apfelsammler
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Wieder hat mich Anja Jonuleit mit einem wunderschönen Roman begeistert, den ich kaum aus der Hand legen konnte.
Die Geschichte gliedert sich in zwei Ich-Erzählsträngen. In einem Handlungsstrang, der in ...

Wieder hat mich Anja Jonuleit mit einem wunderschönen Roman begeistert, den ich kaum aus der Hand legen konnte.
Die Geschichte gliedert sich in zwei Ich-Erzählsträngen. In einem Handlungsstrang, der in der Gegenwart spielt, erzählt Hannah, die eine Beziehung mit dem verheirateten Martin hatte. Ihre Eltern starben als sie noch ein Kind war und Eli war für sie Vater sowie Mutter zu gleich. Doch lange Zeit hatte sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Tante Eli, da sie immer für ihren Freund Martin da sein wollte. Als sie von Elis plötzlichen Tod erfährt, setzt sie sich mit schlechten Gewissen ins Auto und fährt nach Castelnuovo zum Haus ihrer Tante in Umbrien. Beim Aufräumen findet sie einige Briefentwürfe von ihrer Tante Eli und wird neugierig.
Der zweite Handlungsstrang wird von Eli erzählt. Er beginnt im Jahr 1965, als Eli sechzehn Jahre alt war. Sie lebte mit ihren Eltern und ihrer Schwester auf einem Einödhof in Süddeutschland. Einem Pfarrer hatte sie zu verdanken, dass sie noch weiter zur Schule gehen durfte unter der Voraussetzung, dass sie ihre Pflichten auf dem Hof weiter verrichten musste. Eines Tages auf dem Heimweg verpasste sie ihren Zug. Der Gastarbeiter Giorgio hielt mit seinem Auto an und fuhr Eli nach Hause. Als er sie zum Tanzen einlädt, ist sie überglücklich und schleicht sich heimlich aus dem Elternhaus. Sie verliebt sich in ihn und diese Liebe wird sie ihr Leben lang begleiten.
Die Geschichte ist sehr nachvollziehbar geschrieben und man konnte sich gut in die handelnden Personen hineinversetzen. Die Erzählperspektive wechselt ständig zwischen Hannah und Eli, bzw. zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die einzelnen Handlungsstränge sind nicht nur durch die Überschriften klar getrennt, sondern noch optisch durch normale Schrift und fetter Schrift. Das hat mir gut gefallen. Durch die kurzen Kapitel kam ich immer wieder in Versuchung mehr zu lesen, als ich eigentlich vor hatte. Gleichzeitig gefiel mir die Sprache und Wortwahl von Anja Jonuleit, in der ich regelrecht versinken konnte. Selten habe ich einen so wunderschönen Frauenroman gelesen. Das Buch hat mir wunderbare Lesestunden bereitet und es bleibt ein angenehmer Nachklang in mir.

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