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Veröffentlicht am 09.05.2025

Paris und die Liebe

Unter den Sternen von Paris
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Nach ihrer Scheidung tritt bei der TV-Journalistin Sophia die Arbeit in den Vordergrund. Sie glaubt, dass sie den Job als Auslandskorrespondentin schon fast in der Tasche hat, doch dann bekommt ein Kollege ...

Nach ihrer Scheidung tritt bei der TV-Journalistin Sophia die Arbeit in den Vordergrund. Sie glaubt, dass sie den Job als Auslandskorrespondentin schon fast in der Tasche hat, doch dann bekommt ein Kollege die Chance nach Kairo zu gehen. Sophia ist verzweifelt über diese Entscheidung und als dann noch plötzlich ihre Großmutter stirbt, ist sie an einem Tiefpunkt angekommen. Überraschend erbt sie in Paris von ihrer Oma eine Bar. Da Sophia die Stadt noch nie besucht hat, fliegt sie dorthin, um sich die Bar anzusehen, bevor sie diese verkaufen will. Hier trifft sie auf Louis, einen alten Freund ihrer Großmutter, der ihr Geheimnisse über ihre Familie erzählt. Wird ihr Leben eine neue Richtung nehmen?

Der Schreibstil des Romans hat mir gefallen. Ich konnte mir die Bar genau vorstellen; wobei die Handlung in jeder Stadt spielen könnte, aber da die Liebe eine Rolle spielt, kommt natürlich nur Paris infrage. Viele unterschiedliche Charaktere treffen in der Bar aufeinander. Sie sind nicht alle gradlinig, sondern haben ihre Ecken und Kanten. Zu Beginn hat es mir Sophia durch ihre Art nicht einfach gemacht, sie sympathisch zu finden. Im Gegensatz dazu fand ich Louis, gleich liebenswürdig. Die Geschichte endet mit einer Überraschung, die auf eine Fortsetzung hindeutet.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Spannende und gut recherchierte Geschichte

Die Erbin
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Die junge Cosima ist Erbin der Industriellenfamilie Liefenstein. Sie will ihren eigenen Weg gehen und eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter ins Leben rufen. Bei einem Autounfall lernt sie den ...

Die junge Cosima ist Erbin der Industriellenfamilie Liefenstein. Sie will ihren eigenen Weg gehen und eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter ins Leben rufen. Bei einem Autounfall lernt sie den Journalisten Leo Marktgraf kennen, der Nachforschungen über seinen Freund Walter Weber anstellt. Der Anwalt war in den Rhein gestürzt und ums Leben gekommen. Cosima kannte Walter Weber, da es vor einigen Tagen auf einem Ball einen Vorfall zwischen ihrem Onkel und dem Anwalt gegeben hat. Cosima will Licht in die dunkle Vergangenheit ihrer Familie bringen und muss feststellen, dass niemand darüber sprechen möchte und ihr sowie Leo Steine in den Weg gelegt werden, damit die Wahrheit nicht zu Tage kommt, denn nichts ist wie es scheint.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Der Vergangenheitsstrang beginnt im Jahr 1929 und führt uns von Berlin nach Köln, wo wir die Familie Liefenstein und ihre Bediensteten begleiten. Der andere Erzählstrang führt uns ins Jahr 1957 in die Nachkriegszeit nach Köln, wo keiner mehr an die Vergangenheit des Dritten Reichs erinnert werden will. Hier treffen wir auf Cosima, die nach Antworten sucht, so dass ich als Leserin Schritt für Schritt in das Familiengeheimnis eingeweiht werde und Cosima einen Teil der Last einer Nachgeborenen abnehmen konnte. Ich wurde in die Geschichte hineingeworfen und fühlte mich sogleich mittendrin. Claire Winter hat die Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen so genau beschrieben, dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Sehr hilfreich ist das Personenregister am Anfang und zur Abrundung finde ich das Nachwort zur Wahrheit und Fiktion sehr aufschlussreich.
Auch mit ihrem neuen Roman hat Claire Winter es wieder geschafft, mich auf eine Reise durch ein Stück Zeitgeschichte mitzunehmen und durch ihren wunderbaren Erzählstil fesselnde Lesestunden bereitet. Die spannende und gut recherchierte Geschichte ist für mich eine Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Mix aus Historie und Krimi

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Im Jahr 1913 begeben wir uns nach Hamburg St. Pauli. Hier treffen wir auf drei ganz unterschiedliche Personen. Die junge Louise reiste mit ihrem Mann Victor kreuz und quer durch Europa ohne bisher sesshaft ...

Im Jahr 1913 begeben wir uns nach Hamburg St. Pauli. Hier treffen wir auf drei ganz unterschiedliche Personen. Die junge Louise reiste mit ihrem Mann Victor kreuz und quer durch Europa ohne bisher sesshaft geworden zu sein. In Hamburg wohnten sie in einem exquisiten Hotel. Dann verschwand ihr Mann spurlos mit dem Geld und ließ Louise mittellos zurück. Sie lernte Ella kennen, die von ihren Eltern an einen Mädchenhändler verkauft worden war. Ella hatte ihre Vergangenheit hinter sich gelassen und war aus Lemberg nach Hamburg geflohen. Die beiden Frauen ergänzten sich hervorragend. Ella war praktisch veranlagt, während Louise gebildet und weltgewandt daherkam. Der dritte im Bunde war Paul, ein Expolizist, der nach einem Unfall seinen Job aufgegeben hatte und nun mit dem Schicksal haderte. Als in der Nachbarschaft ein Mord geschieht, schützen sie den Hauptverdächtigen vor der Polizei, da sie ihn für unschuldig halten. Können sie seine Unschuld beweisen?

Dies ist der Auftakt einer neuen Reihe aus der Feder von Henrike Engel. Es ist ein Mix aus Historie und Krimi. Der Einstieg ist mir nicht schwergefallen, dank des leichten lockeren Erzählstils war ich schnell von dem historischen Geschehen gefesselt, da Hamburg als Schauplatz wunderbar geeignet war. Die Stadt wird atmosphärisch und detailreich in Szene gesetzt. Historische Ereignisse sind nicht in die Geschichte eingebettet, aber man erfährt einiges über die unterschiedlichen Lebensweisen der Menschen zur damaligen Zeit.

Das Geschehen wird abwechselnd aus drei Perspektiven erzählt: Louise, Ella und Paul. Alle drei Hauptfiguren sind mir ans Herz gewachsen und gut gezeichnet. Man fühlt mit ihnen und möchte wissen wie sich alles entwickelt, so dass die Seiten nur so dahin fliegen und man in die Vergangenheit eintauchen kann.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Gesellschaftsjagd im Wendland

Der Wolf im dunklen Wald
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Die von Bönnings sind aus Bayern zurückgekehrt und haben zum Wiedersehen mit alten Freunden zu einer Gesellschaftsjagd eingeladen. Kommissarin Carla Seidel verbrachte das Wochenende als Notbesetzung auf ...

Die von Bönnings sind aus Bayern zurückgekehrt und haben zum Wiedersehen mit alten Freunden zu einer Gesellschaftsjagd eingeladen. Kommissarin Carla Seidel verbrachte das Wochenende als Notbesetzung auf der kleinen Polizeiwache, da es bei Jagden öfter zu Zwischenfällen kommt, bei denen die Polizei gefragt war. Als Carla die kleine Wache verlassen hatte, erreichte sie die Mitteilung, dass im Wald ein Toter gefunden worden ist. Bei der Leiche handelt es sich um einen Mann, der durch mehrere Messerstiche ums Leben gekommen ist. Carlas Tochter Lana macht sich Sorgen, dass ihr Freund Fabian etwas mit dem Toten zu tun haben könnte und versucht Einzelheiten über die Ermittlung herauszufinden. Ein weiterer Mord geschieht. Carla tappt lange im Dunklen bis eine unerwartete Wendung eintritt.

Es ist der zweite Fall um die Ermittlerin Carla Seidel und ihre Tochter Lana. Ich empfand beide Charaktere sympathisch. Sie haben ihre Ecken und Kanten und sind nicht perfekt. Gerade Carla ist geprägt durch ihre Vergangenheit, was sich auch auf Lana übertragen hat. Die Autorin Sia Piontek hat einen flüssigen Schreibstil. Durch die bildhaften Beschreibungen vom Wendland fühlt man sich schnell mitten im Geschehen und die Atmosphäre wird überzeugend eingefangen. Der Ermittlungsfall ist vielschichtig und lässt die Spannung langsam ansteigen bis eine überraschende Wendung eintritt. Ich habe versucht dem Täter auf die Spur zu kommen, doch bis zum Schluss hat mich die Autorin im Ungewissen gelassen.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Zwischen Wahrheit und Fiktion

Die Mündung
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Die Kriminalhauptkommissarin Lena Funk fühlt sich für das Verschwinden ihrer Schwester Jette verantwortlich. Es scheint als wäre Jette auch von dem Gezeitenmörder entführt worden. Lena bekämpft ihren Schmerz ...

Die Kriminalhauptkommissarin Lena Funk fühlt sich für das Verschwinden ihrer Schwester Jette verantwortlich. Es scheint als wäre Jette auch von dem Gezeitenmörder entführt worden. Lena bekämpft ihren Schmerz und verfolgt die Nachforschungen der Soko und hat den Eindruck, dass die Mitarbeiter Fehler begingen und falsche Schwerpunkte gesetzt haben. Lena startet selbst mit den Ermittlungen. Als in einer stürmischen Nacht eine Leiche freigespült wird, findet Lena in der Jackentasche eine Anzahl von Schmuckstücken. Es handelt sich um Trophäen des Gezeitenmörders. Endlich gibt es eine Spur.

Auch mit diesem Krimi konnte mich Tim Pieper wieder begeistern. Die Beschreibungen sind detailliert und bildhaft. Geschickt zieht er die Fäden und neben der Ermittlungsarbeit in der Gegenwart erfährt man als Leser, was einige Zeit vorher geschah. Durch diesen Wechsel blieb das Geschehen sehr kurzweilig und entfaltete einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Der Autor schafft es immer wieder falsche Spuren zu legen und Verwirrung zu stiften. Oft wusste ich nicht, was ist Wahrheit und was Fiktion. Die Handlung blieb durchgängig spannend und steigerte sich am Ende, so dass ich es kaum aushalten konnte. Die Auflösung des Falles ist schlüssig und nachvollziehbar, sie vermochte mich am Schluss doch noch sehr überraschen. Ich konnte wunderbar eintauchen in diesen spannenden Thriller.

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