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Veröffentlicht am 18.01.2022

Die kulinarische Welt vom Dallmayr

Dallmayr. Der Traum vom schönen Leben
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Therese und Anton Randlkofer hatten vor zwei Jahren den Feinkostladen Dallmayr übernommen. Therese war überzeugt, dass ein Geschäft wie Dallmayr nicht ohne wagemutige Visionen auf lange Sicht einen Erfolg ...

Therese und Anton Randlkofer hatten vor zwei Jahren den Feinkostladen Dallmayr übernommen. Therese war überzeugt, dass ein Geschäft wie Dallmayr nicht ohne wagemutige Visionen auf lange Sicht einen Erfolg haben konnte. Ihr Ziel war es die große weite kulinarische Welt in den Laden zu holen und das Dallmayr von einem Feinkostladen in einen Delikatessentempel zu verwandeln. Doch dann verstarb plötzlich ihr Ehemann Anton. Intrigen führten dazu, dass man ihr nicht zutraute das Geschäft zu führen und kündigte ihr den Kredit. Doch Therese lässt sich so schnell nicht unterkriegen und sucht nach anderen Lösungen.

Die Autorin hat es geschafft ein hervorragendes Bild der damaligen Zeit zu zeichnen. Besonders gelungen fand ich die weibliche Figur der Therese, obwohl man ihr Steine in den Weg legt, schaut sie nach vorn und meistert ihr Leben. Beim Lesen versinkt man schnell in den Seiten des Buches und mag dieses kaum aus der Hand legen. Man fühlt sich zurückversetzt in eine andere Zeit und sitzt mitten im Dallmayr und die unterschiedlichen Düfte umwehen die Nase.

Ich bin froh, dass ich mich nach dem Beenden des Buches nicht von den Figuren verabschieden muss, sondern mich auf den zweiten Band freuen kann.

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Veröffentlicht am 06.01.2022

Rückblick ins Jahr 1989

Der Palast
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Die Balletttänzerin Christine Steffen wurde mit Tatsachen konfrontiert, die sie niemals für möglich gehalten hatte. Im Palast war die Besprechung für die neue Revue anberaumt worden und Christine gehörte ...

Die Balletttänzerin Christine Steffen wurde mit Tatsachen konfrontiert, die sie niemals für möglich gehalten hatte. Im Palast war die Besprechung für die neue Revue anberaumt worden und Christine gehörte zu den beiden, die in der engeren Wahl standen, das Solo zu tanzen.

Zur gleichen Zeit macht sich in Bamberg Marlene Wenninger fertig zu den Verhandlungen mit dem DDR-Außenhandelsministerium zu fahren. Marlene wartete schon lange auf die Möglichkeit nach Ostberlin zu reisen, denn sie hatte in dem Familienunternehmen ein Bankkonto entdeckt, das auf eine Christine Steffen lief. Sie hätte ihren Vater fragen können, aber davor scheute sie zurück und wollte sich in Ostberlin selbst auf Spurensuche begeben. Marlene passt Christine am Bühnenausgang ab und erblickt sich selbst wie im Spiegel.

Das Buch versetzt die Lesenden in das Jahr 1989 und erzählt die Geschichte der Zwillinge Christine und Marlene, die vor dem Mauerbau getrennt wurden. Beide wuchsen in unterschiedlichen Welten auf und hatten keine Ahnung, dass es eine Zwillingsschwester gab. Die Autorin hat es wunderbar verstanden, mich in die damalige Zeit wieder hinein zu versetzen. Nach und nach kommen die Gründe ans Licht, weshalb die leiblichen Eltern so gehandelt haben und ich konnte für beide Seiten Verständnis entwickeln.

Neben der Geschichte um die Zwillingsschwestern fand ich es faszinierend etwas über den harten Tagesablauf einer Tänzerin der berühmten Girlreihe zu erfahren.

Das Buch hat mir spannende Lesestunden und beeindruckende Einblicke in den Palast geboten. Nun freue ich mich auf die Verfilmung.

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Veröffentlicht am 01.01.2022

Krimi mit französischem Flair

Madame le Commissaire und der verschwundene Engländer
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Isabelle Bonnet wollte sich nach einer Verletzung erholen und reiste nach Fragolin, den Ort, wo sie ihre Kindheit verbracht hatte. Kaum dort angekommen, erfährt Isabelle, dass eine Frau tot aufgefunden ...

Isabelle Bonnet wollte sich nach einer Verletzung erholen und reiste nach Fragolin, den Ort, wo sie ihre Kindheit verbracht hatte. Kaum dort angekommen, erfährt Isabelle, dass eine Frau tot aufgefunden wurde, die durch mehrere Kugeln niedergestreckt wurde. Verdächtigt wird ein Engländer, dem das Anwesen gehört und der wie vom Erdboden verschwunden ist. Im beschaulichen Fragolin hatte sie so etwas nicht erwartet und lässt sich überreden, den Fall zu übernehmen.

Der Krimi ist nicht nur spannend, sondern ich habe mich beim Lesen auch köstlich amüsiert. Das Buch ist flüssig geschrieben. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet und dadurch sehr greifbar. Madame le Commissaire ist trotz ihrer Ecken und Kanten eine sympathische Person, aber auch ihren Assistenten Apollinaire konnte ich schnell in mein Herz schließen. Ich war immer neugierig, welche Socken er am nächsten Tag tragen wird. Neben der Krimihandlung verbreitet der Roman auch noch französisches Flair. Nun bin ich schon auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 28.12.2021

Regt zum Nachdenken an

Das Glück am Ende der Straße
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Elli hatte schon lange keinen festen Wohnsitz mehr. Das Schicksal hat es mit ihr nicht gut gemeint. Elli saß oft auf einer Parkbank und betrachtete die Menschen um sich herum. In diesem Viertel hatte keiner ...

Elli hatte schon lange keinen festen Wohnsitz mehr. Das Schicksal hat es mit ihr nicht gut gemeint. Elli saß oft auf einer Parkbank und betrachtete die Menschen um sich herum. In diesem Viertel hatte keiner Zeit, alle hetzten zu neuen Pflichten und Aktivitäten. Hier lebte auch die Journalistin Lisa mit ihren Mann und den drei Kindern. Elli freundete sich mit den Kindern an, so dass sie mehr über die Sorgen der drei wusste, als die Eltern.

Das Buch ist geprägt durch Gegensätze. Man erlebt Lisa, die alles hat und eigentlich glücklich sein müsste. Auf der anderen Seite ist die Obdachlose Elli, die wir auf ihrer täglichen Route begleiten. Sie versucht ein menschenwürdiges Leben zu führen. Die Personen sind wunderbar beschrieben und verströmen Charme. Obwohl es um das Thema Obdachlosigkeit geht, gelingt es der Autorin hervorragend die Ausgewogenheit zwischen Ernsthaftigkeit und Schmunzeln zu finden. Das Buch hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern hat mich auch nachdenklich gemacht.

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Veröffentlicht am 26.12.2021

Unruhige Zeiten

Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten
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Schnell kam die Erinnerung aus dem ersten Band wieder zurück, so dass mir der Einstieg sehr gut gelungen ist. Dieses Buch spielt in den Jahren 1922 bis 1933.

Die Instandsetzung des Hotels hat nach dem ...

Schnell kam die Erinnerung aus dem ersten Band wieder zurück, so dass mir der Einstieg sehr gut gelungen ist. Dieses Buch spielt in den Jahren 1922 bis 1933.

Die Instandsetzung des Hotels hat nach dem Krieg mehr Zeit in Anspruch genommen. Nach der Eröffnung hielten sich die ausländischen Gäste zurück und vermieden deutsche Reiseziele und nun sorgt die Inflation dafür, dass auch die inländischen Gäste ausbleiben. Als ein Film in den Räumlichkeiten des Hotels gedreht wird, steigen die Hoffnungen auf bessere Zeiten. Elisabeth kämpft für das Hotel, schafft es aber im privaten Bereich nicht das Gespräch mit Julius zu führen. Auch Paul benötigt Zeit, um sich so zu akzeptieren wie er ist und sich für eine neue Liebe zu öffnen, die ihn in den Kreis der NSDAP führt.

Auch der zweite Band um das Palais Heiligendamm konnte mich wieder von der ersten Seite begeistern und hat mich bis zum Schluss nicht wieder losgelassen. Ich fühlte mich mitten im Palais Heiligendamm, stand mit Herrn Schulze in der prächtigen Eingangshalle und schaute Minna in der Küche über die Schulter. Doch nach und nach wandeln sich die Zeiten. Die Wirtschaftskrise schlägt voll zu, die Inflation hat sämtliche Rücklagen der Menschen vernichtet und bedroht deren Existenz. Es gibt Säuberungsaktionen, die das Leben schwieriger machen. Gekonnt hat die Autorin tatsächliche Ereignisse mit der Geschichte verflochten, so dass die unruhigen Zeiten spürbar sind.

Mir hat dieser Erzähl-Mix rund um die Hoteliersfamilie sehr gut gefallen, so dass ich schon gespannt auf die Fortsetzung bin.

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