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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2025

Verbreitet Pariser Flair in der Nachkriegszeit

Die tausend Farben von Paris
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Jack, ein Amerikaner, kommt 1951 nach Paris. Er ist ein Lebenskünstler, der für die Malerei und seine Freiheit auf vieles verzichtet. Beim Malen eines Sonnenaufgangs an der Seine trifft er die Fotografin ...

Jack, ein Amerikaner, kommt 1951 nach Paris. Er ist ein Lebenskünstler, der für die Malerei und seine Freiheit auf vieles verzichtet. Beim Malen eines Sonnenaufgangs an der Seine trifft er die Fotografin Rose und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Doch ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn Jack soll im Auftrag seines ehemaligen Vorgesetzten in Künstlerkreisen einen Spion aufspüren. Rose scheint etwas über diese Person zu wissen. Neben Jack und Rose gibt es noch ein zweites Liebespaar. Der bekannte Sänger Frank, auch ein Amerikaner, ist mit Jack befreundet. Er verliebt sich in die sympathische Blumenhändlerin Amelie, die sehr lebensfroh und dankbar ist für das, was sie hat, verhält sich aber sehr distanziert gegen über Frank. Kann er sie von seiner Liebe überzeugen, obwohl er auch etwas vor ihr verheimlicht?

Die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Der Schreibstil gefällt mir gut. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so kommt man den Protagonisten sehr nahe und kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Kapitel sind mit dem Ort der Handlung, dem Namen der erzählenden Figur sowie einem Satz gekennzeichnet. So weiß man immer, wo und aus welcher Perspektive berichtet wird. Zur Abrundung eines fiktiven Romans, der sich an einigen wahren Begebenheiten orientiert, finde ich das Nachwort sehr informativ und lesenswert. Neben den Liebesgeschichten mit Pariser Flair wird die Spannung durch den unbekannten Spion noch erhöht.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Spannender Ausflug auf die London Bridge

Die Brücke von London
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Die London Bridge war die längste bewohnte Brücke von Europa. Hier bieten die besten Händler der Stadt ihre Waren an. 1749 wohnt die Tuchhändlerin im größten Bau auf der Brücke, dem Kapellhaus. Nach dem ...

Die London Bridge war die längste bewohnte Brücke von Europa. Hier bieten die besten Händler der Stadt ihre Waren an. 1749 wohnt die Tuchhändlerin im größten Bau auf der Brücke, dem Kapellhaus. Nach dem Tod ihres Mannes Daniel kämpft Juliana um ihre Existenz, denn er hat ihr einen Haufen Schulden hinterlassen. Als sie die Gelegenheit bekommt in ein nicht legales Geschäft einzusteigen, nutzt sie die Chance. Welche Rolle spielt aber der neue Mitarbeiter der London Bridge Oliver Morris?
Zwischendurch gibt es einige Kapitel, die in die Bauzeit der Brücke ins Jahr 1202 zurückspringen und von einer unheilvollen Prophezeiung handelt, die sich zu bewahrheiten droht.
Mit Begeisterung habe ich diesen historischen Roman gelesen. Julius Arth hat durch seinen wundervollen Schreibstil, der gewürzt ist mit einer Prise Humor, die London Bridge und seine Bewohner lebendig wirken lassen. Dank der bildhaften Beschreibungen kann man sich die Schauplätze gut vorstellen: Nach und nach versinkt man in der Geschichte, leidet mit und ist gefesselt vom Geschehen. Die handelnden Personen, auch die Nebenfiguren, waren sehr vielschichtig gezeichnet und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Einige Kapitel enden mit einem Cliffhanger, der neugierig auf den weiteren Verlauf des Geschehens macht.
Dieser historische Roman hat auf mich einen unwiderstehlichen Sog ausgeübt, den ich mich nicht entziehen konnte und mir angenehme Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Ermittlungen im deutsch-dänischen Grenzgebiet

Die Brandung – Leichenfischer
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Friar Svensson, dänische Archäologin, war bei Ausgrabungen an der Flensburger Förde, im deutsch-dänischen Grenzgebiet unterwegs. Durch Zufall sackt der Baggerfahrer des Grabungsteams ein und es werden ...

Friar Svensson, dänische Archäologin, war bei Ausgrabungen an der Flensburger Förde, im deutsch-dänischen Grenzgebiet unterwegs. Durch Zufall sackt der Baggerfahrer des Grabungsteams ein und es werden die sterblichen Überreste einer Frau entdeckt. Anhand von Fotos erkennt Friar, dass die Art der Bestattung und die Grabbeigaben darauf hinweisen, dass die Frau nach einem alten Wikinger Ritual beerdigt worden ist. Als Friar den Kommissar Ohlsen von der deutschen Polizei davon erzählt, stellt sich heraus, dass ein Landwirt einen ähnlichen Fund mit Grabbeigaben angezeigt hatte. Die deutsche Polizei und die dänischen Kollegen beginnen gemeinsam zu ermitteln und treten auf der Stelle. Kann Friar Svensson die Polizei unterstützen?

Dieses ist der zweite Band einer Reihe und ich denke, er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Ich habe mich mit diesem Krimi sehr schwer getan. Die ständig wechselnden Perspektiven forderten von mir ein konzentriertes Lesen, damit ich die Personen richtig einordnen konnte. Sie führten dazu, dass ich viele Fragezeichen im Kopf hatte und nicht wusste, in welche Richtung mich die Autorin führen wird. Wechselnde Erzählperspektiven sind oft ein Mittel um die Spannung zu erhöhen, hier trat für mich das Gegenteil ein. Sie bremsten meinen Lesefluss und es entstanden leider Längen, so dass mich die Handlung nicht gewinnen konnte. Die Auflösung war schlüssig, konnte mich aber nicht überzeugen, sie wirkte sehr konstruiert.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Spannender Abschluss

Der Sturm: Vernichtet
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Dies ist der letzte Band der Romanserie von Karen Sander. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten im Geschehen. Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und arbeitet in Sellnitz auf dem Darß. ...

Dies ist der letzte Band der Romanserie von Karen Sander. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten im Geschehen. Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und arbeitet in Sellnitz auf dem Darß. Gemeinsam mit Kollegen ist es ihm gelungen, die Namen der bei der Sturmflut freigespülten Skelette zu identifiziert. Bei den Toten handelte es sich um eine Frau und einen Mann, doch ihr Mörder wurde noch nicht gefunden. Nun müssen Tom Engelhardt und die Kryptologin Mascha Krieger, die vom LKA Schwerin hinzugezogen worden ist, von vorn beginnen. Überraschend stellt sich heraus, dass die weibliche Leiche sieben Jahre nach dem Mann getötet wurde. Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Skeletten?

Auch mit diesem Band konnte mich Karen Sander wieder fesseln. Durch die bildhafte Sprache kann man sich alles sehr gut vorstellen. Die kurzen Kapitel mit ständig wechselnden Perspektiven und Cliffhanger am Kapitelende bauen schnell Spannung auf. Die beiden Hauptprotagonisten Tom Engelhardt und Mascha Krieger sind mir sympathisch, aber jeder hat privat sein Päckchen zu tragen. Es gibt viele kleine Puzzleteilchen, die scheinbar nicht zusammenpassen. So ist bei mir schnell die Neugier geweckt worden und beim Lesen flogen die Seiten nur so dahin. Es gibt viele Wendungen und das Ende hat mich überrascht. Ich konnte wunderbar eintauchen in diese spannende Thrillerreihe.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Dunkle Geheimnisse

Dunkle Asche
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In Kiel gibt es eine neue Abteilung für Cold Case Fälle. Die ungleichen Ermittlerinnen Gudrun Möller und Judith Engster, die noch nicht lange zusammenarbeiten, erhalten einen neuen Fall. Normalerweise ...

In Kiel gibt es eine neue Abteilung für Cold Case Fälle. Die ungleichen Ermittlerinnen Gudrun Möller und Judith Engster, die noch nicht lange zusammenarbeiten, erhalten einen neuen Fall. Normalerweise entnehmen sie die Fälle aus dem Archiv der Polizeidirektion, doch dieses Mal war alles anders. Sie wurden aus dem Hospiz angerufen. Der Zeuge will eine Aussage machen, zu einem Fall vor dreißig Jahren. Gudrun erinnert sich an den Fall, denn sie ist in der Gegend aufgewachsen. Heinz Wullrecht beschuldigt seine eigene Tochter Brigitte, ein Tötungsdelikt begangen zu haben. Hat sie die Tat wirklich verübt? In den Archivunterlagen galt Manfred Terhöfen als vermeintlicher Täter, doch konnte man ihm die Tat nicht nachweisen. Die Ermittlerinnen hoffen mit den modernen Forschungsmethoden neue Spuren zu entdecken.

Das Cover wirkt etwas düster und weist durch die Wellen schon auf einen Küstenkrimi hin. Durch den sehr flüssigen und gut verständlichen Schreibstil fängt der Autor die Leserschaft recht schnell ein. Schon der Prolog und die ersten Seiten versprechen einen spannenden Genuss. Kurze Rückblenden führen ins Jahr 1992. Die damaligen Beteiligten haben bei den Befragungen durch die Polizei nicht die Wahrheit gesagt und ein Netz von Lügen ersonnen. Jona Thomson gelingt es fabelhaft die Leserschaft auf neue Fährten zu locken, es gibt immer wieder unerwartete Wendungen, die im nächsten Moment schon wieder zunichte gemacht werden. Man möchte unbedingt wissen, wie denn letztendlich alles zusammenhängt. Die Spannung bleibt auf hohem Niveau und nimmt am Schluss an Tempo zu bis auf den letzten Seiten der Täter entlarvt wird. Ein Krimi, der zum Mitraten einlädt.

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