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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2020

Beste Freundinnen

Limonensommer
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Die drei Freundinnen Judith, Lene und Katharina sind seit der Schulzeit zusammen. Sie schwören sich, dass nichts sie trennen kann. Doch dann tritt Robert in ihr Leben und sorgt dafür, dass die Verbindung ...

Die drei Freundinnen Judith, Lene und Katharina sind seit der Schulzeit zusammen. Sie schwören sich, dass nichts sie trennen kann. Doch dann tritt Robert in ihr Leben und sorgt dafür, dass die Verbindung untereinander abreißt.

Judith hatte lange zu knabbern an der schmerzlichen Vergangenheit. Durch den Tod ihrer Mutter wird sie aufgerüttelt und beschließt Kontakt mit ihren Freundinnen Lene und Katharina aufzunehmen. Doch lässt sich das damalige Zusammengehörigkeitsgefühl wieder aufleben?

Der Schreibstil von Susanne Fülscher ist wie gewohnt leicht und flüssig. Ich konnte die drei Freundinnen begleiten, dabei erlebte ich wie sie sich langsam voneinander entfernten. Missverständnisse und fehlende Gespräche unterstützen diesen Vorgang. Durch unterschiedliche Zeiten und wechselnden Perspektiven konnte man sich in die Gedankenwelt und den Handlungen der Protagonisten hineinversetzen. Durch diesen Ablauf wurde der Spannungsbogen gesteigert, so dass ich als Leserin die Möglichkeit hatte, gemeinsam mit den Protagonisten die Hintergründe, die zur Entfremdung geführt haben, zu erfahren.

Ein Buch, welches entgegen dem leichtwirkenden Cover zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 22.05.2020

Bewegende Familiengeschichte

Die Lilienbraut
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Köln 2019 – Liv kommt aus Maastricht und möchte gemeinsam mit ihrem Sohn Thijs nach einer Trennung einen Neuanfang in Köln wagen. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und das Geschäft „Göttliches Düftchen“ ...

Köln 2019 – Liv kommt aus Maastricht und möchte gemeinsam mit ihrem Sohn Thijs nach einer Trennung einen Neuanfang in Köln wagen. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und das Geschäft „Göttliches Düftchen“ im Stadtteil Ehrenfeld eröffnet. Bei einem Rundgang durch das Veedel trifft Liv auf eine weißhaarige Dame, die sie beschimpft. Liv ist erschüttert und findet keine Erklärung.

Köln 1940 – Die Halbwaise Nellie arbeitet im Büro der Firma 4711. Bald stellt sich heraus, dass Nellie eine besondere Nase für Düfte hat, so dass der Chefparfümeur Luuk van Geeren sie unter ihre Fittiche nimmt. Während des Geruchstrainings kann sie teilweise die schwierigen Zeiten und ihre unglückliche Liebe ausblenden.

Es gibt Bücher, die lassen einen Zeit und Raum vergessen, so dass man sich in die Geschichte hineingezogen fühlt. Teresa Simon konnte mit ihrem Roman „Die Lilienbraut“ durch die wunderbare Art zu erzählen, dieses wieder erreichen. Der Schauplatz dieses Buch führt nach Köln-Ehrenfeld. Hier tauchen wir ein in die Welt der Düfte und gleichzeitig erleben wir die Schrecken des Krieges.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, die gekonnt miteinander verwoben sind. In der Gegenwart begleiten wir Liv bei der Eröffnung ihres Duftladens und in der Vergangenheit von 1940 – 1945 nehmen wir am Leben von Nellie teil, die mit einer aussichtslosen Liebe zu kämpfen hat. Geschickt hat die Autorin historische Ereignisse wie zum Beispiel die Edelweißpiraten mit der Geschichte verknüpft, so dass ich als Leserin von Beginn an gefesselt war. Bei Büchern auf zwei Zeitebenen gefällt mir oft ein Erzählstrang besser, doch in diesem Roman war ich von beiden Ebenen begeistert.

Ein schöner Epilog, ein historisches Nachwort und einige leckere Rezepte runden den Roman ab. Von dieser bewegenden Familiengeschichte war ich begeistert. Sie hat mir wunderbare Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 15.05.2020

Sommer an der Riviera

Riviera - Der Traum vom Meer
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Das Buch beginnt im Jahr 1922. Hier lernen wir die achtjährige Salome aus Frankfurt kennen. Ihre Mutter verstarb bei ihrer Geburt und so wird sie von der exzentrischen Großmutter Tilda aufgezogen, während ...

Das Buch beginnt im Jahr 1922. Hier lernen wir die achtjährige Salome aus Frankfurt kennen. Ihre Mutter verstarb bei ihrer Geburt und so wird sie von der exzentrischen Großmutter Tilda aufgezogen, während sich ihr Vater um sein Reisebureau kümmert. Als Paola zur Untermiete bei ihnen einzieht, erfährt Salome zum ersten Mal vom Meer, ein Gewässer ohne Anfang und ohne Ende. Ihr Traum das Meer zu sehen, wird wahr als ihr Vater Arthur Pauschalreisen an die italienische Riviera anbieten will. In San Remo arbeitet er zusammen mit dem Hotelier Renzo Barbera. Dessen Tochter Ornella und Salome schließen Freundschaft miteinander. Das Einvernehmen zwischen den beiden Mädchen wird auf eine harte Probe gestellt, als Felix, der Sohn eines französischen Unternehmers, in ihr Leben tritt. Auch die politische Lage lässt dunkle Wolken am Himmel aufziehen.

Dieser historische Roman spielt in der Zeit von 1922 – 1936. So dass man Salome und Ornella in ihrer Entwicklung von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter begleiten kann. Es sind nicht immer nur schöne Zeiten, sondern die politische Lage ändert sich und der Faschismus breitet sich aus. Dieses wurde gekonnt mit der Geschichte verwoben.

Julia Kröhn hat einen angenehmen Schreibstil, so dass man dem Geschehen gut folgen konnte. Die Handlungsorte waren alle so beschrieben, dass beim Lesen vor dem inneren Auge ein Bild entstand. Die Figuren des Romans, egal ob Haupt- oder Nebenfiguren, waren alle sehr anschaulich beschrieben, so dass man auch hier für jede Person gleich ein passendes Bild vor Augen hatte. Ich muss aber gestehen, dass ich mit den Hauptpersonen nicht warm geworden bin. Sie wirkten auf mich sehr kühl und distanziert. Einige Handlungen konnte ich auch schwer nachvollziehen.

Die Handlung spielt überwiegend an der Riviera, wechselt dann im letzten Abschnitt nach Deutschland. Die bedrohlichen Veränderungen rütteln Salome auf, so dass die Neugier auf die Fortsetzung geweckt wird.

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Veröffentlicht am 11.05.2020

Ein Stück deutsch-deutsche Geschichte

Margos Töchter
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Dieses Buch ist die Fortsetzung des Romans „Ab heute heiße ich Margo“. Während im ersten Band Margo Seliger und Helene Pinkus die Hauptprotagonisten waren, übernehmen in der Fortsetzung die Töchter Leonore ...

Dieses Buch ist die Fortsetzung des Romans „Ab heute heiße ich Margo“. Während im ersten Band Margo Seliger und Helene Pinkus die Hauptprotagonisten waren, übernehmen in der Fortsetzung die Töchter Leonore Seliger und Clara Pinkus diesen Part.

Leonore Seliger wächst in den 60er Jahren in Norddeutschland auf. Sie ist rebellisch und hat sich zu einer Außenseiterin entwickelt. Trost bereiten ihr die Briefe, die sie an eine Brieffreundin in der DDR schreibt. Die beiden Mädchen hatten sich in einem Jugendcamp in der DDR kennengelernt.
Clara Pinkus ist eine aufrechte Genossin. Sie hat vom Ministerium für Staatssicherheit einen besonderen Auftrag erhalten und soll in den Westen gehen. Doch dann ist Clara schwanger und muss eine Entscheidung fällen.

Auch wer den ersten Band nicht gelesen hat, kann ohne Probleme die Fortsetzung lesen. Durch den flüssigen sowie bildhaften Erzählstil taucht der Leser in die Geschichte ein und beobachtet Jana, die Lücken in ihrer Familiengeschichte schließen möchte. Obwohl ich vom ersten Band begeistert war, konnte ich in der Fortsetzung nicht immer einen Zugang zu den Töchtern finden, die ich fast farblos empfand. Cora Stephan erzählt die Handlung auf unterschiedlichen Ebenen, so dass wir Leonora und Clara von den 60er bis in die 90er Jahre begleiten können. Hier hat die Autorin geschickt historische Hintergründe wie RAF-Terror, Studentenrevolten, Anti-Atomkraftdemos, Treuhand und Bespitzelungen durch die DDR mit einfließen lassen. Dieses Zeitgeschehen fand ich fast interessanter als die Familiengeschichte. Ein Buch, das man nicht einfach so nebenbei lesen kann.

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Veröffentlicht am 26.04.2020

Eine nostalgische Sommerreise nach Sylt

Die Strandvilla
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Sina Beerwald entführt die Leser zu einer nostalgischen Sommerreise nach Sylt ins Jahr 1913. Moiken lebt mit ihrer Tochter Emma und ihrem Mann Peter, der als Steuermann arbeitet, in Keitum. Als Peter von ...

Sina Beerwald entführt die Leser zu einer nostalgischen Sommerreise nach Sylt ins Jahr 1913. Moiken lebt mit ihrer Tochter Emma und ihrem Mann Peter, der als Steuermann arbeitet, in Keitum. Als Peter von einer Schiffsreise nicht mehr zurückgekehrt und das Geld immer knapper wird, will die Schwiegermutter auch noch das kleine Haus, in dem Moiken mit ihrer Tochter wohnt, verkaufen. Der Hotelier Theodor Lengenfeldt ist an dem Häuschen interessiert, gleichzeitig ist er von Moiken sehr angetan. Als in seinem Hotel der Strandvilla kurzfristig eine Konditorin gesucht wird, bietet er ihr die Stelle an. So zieht Moiken vom ruhigen Keitum in das aufstrebende Seebad Westerland. Hier trifft sie auch ihre Jugendliebe den Fotografen Boy und träumt von einem Café am Meer. Wie wird sich das Leben von Moiken entwickeln?

Die Autorin Sina Beerwald hat einen wunderbaren Schreibstil, so dass ich schnell in die Geschichte hineingezogen wurde und durch den bildhaften Schreibstil fühlte ich mich versetzt nach Sylt kurz vor dem Großen Krieg. Geschickt hat die Autorin fiktive und reale Elemente mit der Geschichte verwoben. Die Lektüre ist interessant aufgebaut, so dass auf den über 450 Seiten keine Langweile aufkommt und man überrascht am Ende ankommt und mit vielen unbeantworteten Fragen zurückbleibt, so dass man ungeduldig auf die Fortsetzung wartet. Abgerundet wird die Geschichte noch durch das Nachwort, in dem man mehr über historische Elemente und reale Personen erfährt.

Der erste Band ist ein gelungener Einstieg und ich bin gespannt auf die weiteren Geschehnisse rund um Moiken.

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