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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2019

Eintauchen in vergangene Zeiten

Gut Greifenau - Nachtfeuer
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Nach Gut Greifenau – Abendglanz ist dies das zweite Buch der Familiensaga von Hanna Caspian, das nahtlos an den ersten Band anschließt.
Der erste Weltkrieg beginnt und die beiden ältesten Söhne Konstantin ...

Nach Gut Greifenau – Abendglanz ist dies das zweite Buch der Familiensaga von Hanna Caspian, das nahtlos an den ersten Band anschließt.
Der erste Weltkrieg beginnt und die beiden ältesten Söhne Konstantin und Nikolaus der Familie von Auwitz-Aarhayn werden eingezogen. Aber auch die jüngeren Männer aus den Reihen der Bediensteten müssen an die Front. So gestaltet sich das Leben auf dem Gut immer schwieriger. Der Gutsherr Adolphis von Auwitz-Aarhayn ist mit der Führung des Gutes überfordert, so dass sich immer höhere Schulden anhäufen. Um eine Misere abzuwenden, setzt die Familie große Hoffnung in eine Verbindung zwischen dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen und der Tochter Katharina. Doch Katharina hat andere Pläne und versucht sich den Eltern zu widersetzen. Aber nicht nur die Gutsfamilie hat ihre Probleme, sondern auch die Bediensteten.

Nach dem ich bereits mit Begeisterung den ersten Band dieser Reihe gelesen habe, kam ich wieder sehr schnell in das Geschehen hinein. Während der Vorgängerband noch sehr beschaulich begann, geht es in diesem Buch von Beginn an fast Schlag auf Schlag, das unerwartete Ereignisse eintreffen. Abwechselnd wird aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt, hierbei handelt es sich nicht nur um Mitglieder der Grafenfamilie, sondern auch die Bediensteten kommen zu Wort. Durch die wechselnden Perspektiven wird die Spannung ständig hoch gehalten, so dass man unbedingt weiterlesen möchte.

Nach und nach versinkt man als Leser in die temporeiche Geschichte, leidet mit, ist gefesselt vom Geschehen und entwickelt Verständnis für manche Handlungen. Die Seiten flogen nur so dahin. Sehr geschickt ist das Ende gewählt, denn es lässt mich und wohl jede andere Leserin ungeduldig auf die Fortsetzung warten.

Veröffentlicht am 19.01.2019

Der erste Fall von Sofia Perikles

Tod am Aphroditefelsen
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Die Elitestudentin und Tochter eines Diplomaten Sofia Perikles erwartet eine steile Karriere im zyprischen Innenministerium, doch aufgrund einer politischen Intrige landet sie in dem griechisch-zypriotischen ...

Die Elitestudentin und Tochter eines Diplomaten Sofia Perikles erwartet eine steile Karriere im zyprischen Innenministerium, doch aufgrund einer politischen Intrige landet sie in dem griechisch-zypriotischen Grenzdorf Kato Kontrafa als neue Dorfpolizistin. Ihr dortiger Chef Kostas Karamanlis hat um keine Hilfe gebeten. Er würde es am liebsten sehen, wenn sie sich im Polizei-Container nicht blicken lässt und sich in Nikosia amüsieren würde. Auf der Rückfahrt von Nikosia kommt Sofia an einer Unfallstelle vorbei. Ein Fahrzeug war durch die Leitplanken geschossen und lag halb im Wasser vor dem Aphroditefelsen. Sofia lässt es sich nicht nehmen den Unfallort zu besichtigen. Von den beiden Unfallopfern kann nur die Frau als Elena Kyriakou identifiziert werden. Sie stammte aus Kato Kontrafa. Sofia soll der Familie die Todesnachricht überbringen. Nun fühlt sie sich zum ersten Mal als Polizistin. Doch war es wirklich nur ein Unfall oder doch eine vorsätzliche Tötung?

„Tod am Aphroditefelsen“ ist der erste Band einer Reihe, mit der sympathischen Polizistin Sofia Perikles, die auf Zypern spielt. Sofia macht in dem Buch eine erstaunliche Entwicklung durch. Je mehr sie sich in den Fall hinein kniet, spürt sie, dass dieser kleine Ort und die Dorfbewohner ihr Leben auf den Kopf stellen.

Die Geschichte lässt sich flüssig und leicht lesen, wobei die Spannung langsam aufgebaut wird, bis sie sich am Ende steigert. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und in den Überschriften findet man die griechischen Worte für die Wochentage sowie Zahlen. Gleichzeitig gibt es einige kurze Kapitel, die mehr über Zypern erzählen. Der Autor hat die Gabe die Landschaft und die Orte so lebendig zu beschreiben, dass man alles vor seinem inneren Auge sehen kann.

Ein angenehm zu lesender Krimi, der umrahmt wird vom Leben auf Zypern, mit sympathischen Charakteren und einer Prise Humor.

Veröffentlicht am 07.01.2019

Eine emotionale Familiengeschichte

Café Honeybee
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Greta ist mit ihrem Leben unzufrieden. Nach dem Tod der Mutter hat sie ihr Studium abgebrochen und kümmert sich um die Familie. Ganz besonders aber um ihre Zwillingsschwester Shawna, die sich innerlich ...

Greta ist mit ihrem Leben unzufrieden. Nach dem Tod der Mutter hat sie ihr Studium abgebrochen und kümmert sich um die Familie. Ganz besonders aber um ihre Zwillingsschwester Shawna, die sich innerlich zurückgezogen hat und am Leben nicht mehr teilnimmt und unterstützt ihre Großmutter Pru bei der Führung des Cafés Honeybee. Gleichzeitig meldet auch ihr Freund Fin Ansprüche an. Greta fühlt sich von allen unter Druck gesetzt. Nach einem Streit mit ihrer Großmutter hat Greta einen Autounfall. Sie erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern. Ist dies die Chance auf einen Neuanfang?

Die Autorin Claire Bonnett schickt den Leser auf eine sehr gefühlvolle Reise ins Café Honeybee nach Edinburgh. Als stiller Gast beobachtet man die Familie und stellt schnell fest, dass jeder mit der Trauer um den Tod der Mutter anders umgeht. Sie finden keine Worte und der Umgang miteinander ist nicht gerade liebevoll. Greta versucht es allen recht zu machen, doch dieses gelingt ihr nicht immer und gleichzeitig bleiben ihr Leben und ihre Träume auf der Strecke. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Greta und Shawna erzählt, so dass man sich gut in die Hauptprotagonisten hineinversetzen und ihre Entwicklung nachvollziehen konnte.

Mir hat die emotionale Familiengeschichte mit ihren Höhen und Tiefen gefallen.

Veröffentlicht am 30.12.2018

Die Erfüllung eines Traumes

Die Ärztin: Das Licht der Welt (MP3-CD)
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Das Hörbuch beginnt Weihnachten 1876 in Brandenburg. Die 13jährige Ricarda lebt mit ihren Eltern und ihren beiden Geschwistern auf Schloss Freystetten. Ihr Vater arbeitet dort als Gärtner und ihre Mutter ...

Das Hörbuch beginnt Weihnachten 1876 in Brandenburg. Die 13jährige Ricarda lebt mit ihren Eltern und ihren beiden Geschwistern auf Schloss Freystetten. Ihr Vater arbeitet dort als Gärtner und ihre Mutter im Haushalt der Grafen Familie, dadurch ist ihr späterer Weg vorgezeichnet. Doch dann tritt eine Wendung im Leben von Ricarda ein. Seit Tagen gibt es Minusgrade und der See hinter dem Schloss lädt zum Schlittschuhlaufen ein. Florentine, die Tochter, des Grafen probiert ihre neuen Schlittschuhe aus und bricht ein. Ricarda rettete ihr das Leben und durfte als Dank bei der unverheirateten Komtess Henriette von Freystetten in Berlin leben. Henriette führte dort ein selbstständiges Leben und unterhielt eine Arztpraxis für Frauen. Ricarda sah nicht nur die mondäne Seite von Berlin, sondern traf auch auf arme und kranke Menschen. Der größte Wunsch von Ricarda war auch Ärztin zu werden, doch dieses ließ sich im Kaiserreich nicht verwirklichen, da es Frauen nicht erlaubt war, Medizin zu studieren. So entschließt sie sich, an die Universität von Zürich zu gehen, um dort ihr Studium als Ärztin aufzunehmen. Eine entbehrungsreiche Zeit steht ihr bevor, doch wird ihre Liebe zu dem Militärarzt Siegfried Thomasius dieses verkraften?

Die Autoren haben den Zeitgeist gut vermittelt. Neben der beginnenden Frauenbewegung bekommt man gute Eindrücke in die Medizin zur Kaiserzeit, die man sich heute nicht mehr vorstellen mag. Die unterschiedlichen Charaktere haben Stärken und Schwächen, so dass sie sehr authentisch wirken. Man spürt die Leidenschaft von Ricarda, die für den Arztberuf brennt. Ich habe mit ihr mit gefiebert und war traurig, als das Hörbuch zu Ende war, denn gern möchte ich wissen wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Mir hat Beate Rhysopp als Hörbuchsprecherin sehr gut gefallen. Sie schafft es mit ihrer Stimme und durch die richtige Intonation der Geschichte und den einzelnen Charakteren Leben einzuhauchen, so dass ich gern zu gehört habe, ohne in Gedanken abzuschweifen.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für dieses ungekürzte Hörbuch.

Veröffentlicht am 30.12.2018

Stürme des Lebens

Die Ärztin: Stürme des Lebens (MP3-CD)
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Das zweite Hörbuch um die Ärztin Ricarda umfasst die Zeit von 1890 bis April 1914. Kurz bevor sie ihr Medizinstudium beenden kann, wird sie Opfer eines tragischen Vorfalls, der ihr Leben verändert. Nach ...

Das zweite Hörbuch um die Ärztin Ricarda umfasst die Zeit von 1890 bis April 1914. Kurz bevor sie ihr Medizinstudium beenden kann, wird sie Opfer eines tragischen Vorfalls, der ihr Leben verändert. Nach ihrer Approbation als Ärztin heiratet sie nicht ihre große Liebe Siegfried, sondern den Brauerei Besitzer Georg. Zwischen Ricarda und Georg entwickelt sich im Laufe der Zeit eine tiefe Zuneigung. Als sie nach der Geburt ihrer Tochter Henny in München als Ärztin arbeiten möchte, werden ihr viele Steine in den Weg gelegt und so sehnt sie sich immer wieder nach Berlin. Doch dann holt die Vergangenheit Ricarda ein und sie muss schwierige Entscheidungen treffen.

Die Hörbuchsprecherin Beate Rysopp hat mir ausgesprochen gut gefallen. Mir ihrer Stimme und der richtigen Intonation der Geschichte hat sie es geschafft, den einzelnen Charakteren Leben einzuhauchen, so dass ich gern zu gehört habe, ohne in Gedanken abzuschweifen.

Das Autorenduo hat den Zeitgeist gut eingefangen. Neben der gesellschaftlichen Stellung der Frauen, erfuhr man auch einiges über die Bekämpfung von Seuchen in der Medizin während der Kaiserzeit. Vieles davon ist heute kaum vorstellbar. Die unterschiedlichen Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen, so dass sie sehr authentisch wirkten. Während im ersten Hörbuch hauptsächlich Ricarda im Mittelpunkt stand, spielt in diesem Band auch ihre Tochter Henny, die sich ebenfalls zur Ärztin ausbilden lässt, eine Rolle. Ich habe mit beiden Frauen mit gefiebert und war traurig, als das Hörbuch mit einem großen Cliffhanger endete.

Dieses historische Hörbuch hat mir eine spannende Reise in die Kaiserzeit beschert.