Reise in die Vergangenheit
Die Jahre der SchwalbenDer zweite Teil der Ostpreußen-Saga „Die Jahre der Schwalben“ von Ulrike Renk konnte mich wieder begeistern. Er umfasst die Jahre 1930 – 1944 und beruht auf wahren Begebenheiten.
Frederike erwartet eine ...
Der zweite Teil der Ostpreußen-Saga „Die Jahre der Schwalben“ von Ulrike Renk konnte mich wieder begeistern. Er umfasst die Jahre 1930 – 1944 und beruht auf wahren Begebenheiten.
Frederike erwartet eine ungewisse Zukunft, da sie als Stiefkind keine Mitgift bekommen wird. Ihre Mutter setzt alles daran, sie standesgemäß zu verheiraten. Auf Wunsch ihrer Mutter heiratet Frederike Ax von Stieglitz, den sie bereits als Kind kennengelernt und sympathisch gefunden hat. Ihre Mutter und auch Ax haben ihr aber verschwiegen, dass er an Tuberkulose erkrankt ist. Gleich nach der Hochzeit reist Ax ins Sanatorium nach Davos und Frederike muss das Gut Sobotka mit der Pferdezucht bewirtschaften. Ihr Stiefvater Erik unterstützt sie, soweit es ihm möglich ist. Doch dann stirbt Ax. Nach und nach wächst Frederike in ihre Aufgaben hinein, aber sie ist einsam und verzweifelt, da sie nicht weiß wie es weitergehen soll. Dann lernt sie Gebhard von Mansfeld kennen. Wird sie bei Gebhard ihr Glück finden?
Nach dem ich bereits mit Begeisterung Anfang des Jahres den ersten Band „Das Lied der Störche“ gelesen habe, kam ich wieder sehr schnell in die Geschichte hinein. Ulrike Renk hat einen sehr anschaulichen und bildhaften Schreibstil, dass es mir schwer fiel das Buch aus der Hand zu legen. Es ist eine Mischung aus Wahrheit und Fiktion. Sie beschränkt sich dabei aber nicht nur auf das Leben von Frederike, sondern man erfährt als Leserin auch viel über die Aufgaben auf einem Gutshof und die täglichen Abläufe. Auch die gesellschaftlichen Hintergründe sind klar herausgearbeitet. Den Gutshof, die Gutsbewohner und die Bediensteten hat die Autorin so gut beschrieben, dass ich mir alles bildhaft vorstellen konnte. Das Aufkommen des Nationalsozialismus und seine Folgen wurden sehr ausdruckvoll und mitreißend geschildert. Obwohl man den Verlauf des Zeitgeschehens kennt, habe ich mit den Protagonisten gehofft und gebangt. Hierzu haben die intensiven Recherchen der damaligen Zeit und die Liebe zum Detail beigetragen.
Die fesselnde und authentische Familiensaga hat mich wieder begeistert und ich fiebere schon dem dritten Teil entgegen.