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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2017

Schicksalhafte Fügung

Morgen ist es Liebe
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Eigentlich bin ich kein großer Fan von Liebesromanen, doch der Debütroman von Monika Maifeld hat mich schnell in den Bann gezogen.

Der Rechtsanwalt Martin Hallberg ist vor einer Schuld geflohen. Das ...

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Liebesromanen, doch der Debütroman von Monika Maifeld hat mich schnell in den Bann gezogen.

Der Rechtsanwalt Martin Hallberg ist vor einer Schuld geflohen. Das Leben als Bettler hat ihn nicht geholfen, sich davon zu befreien. Nun sitzt er hoch über der Mosel in den Weinbergen auf der Bank nahe einer kleinen Kapelle und will sein Leben beenden. Er schreibt noch einen Abschiedsbrief an seine Geschwister und steckt den Brief in seine Manteltasche.

Die Ärztin Alexandra Novak will nach einer Weihnachtsfeier mit Kollegen zu ihrer Mutter fahren, wo sie die Weihnachtstage gemeinsam mit ihr verbringen will. Sie nimmt eine Abkürzung durch die schneebedeckten Weinberge, gerät mit ihrem Wagen ins Schleudern und überschlägt sich. Martin Hallberg, der den Unfall beobachtet hat, versucht sie aus dem Wagen zu ziehen, doch das Gurtschloss klemmt und so beschließt er mit Gott ein Bündnis einzugehen, wenn er die junge Frau retten kann, wird er auf seinen Freitod verzichten. Durch sein Gezerre sprang das Schloss auf und er konnte die Frau in letzter Sekunde aus dem Wagenfenster ziehen, bevor es zu brennen anfing. Als Hilfe naht, verschwindet Martin schnell und lässt seinen Mantel, den er Alexandra wegen der Kälte umgelegt hat, mit dem Brief zurück. Die Sorgen um die junge Frau und um den Abschiedsbrief lassen ihn nicht los.

Der Debütroman von Monika Maifeld ist sehr berührend mit viel Fingerspitzengefühl geschrieben, denn nichts wirkt kitschig. Die Geschichte umfasst einen Zeitraum vom 21. Dezember bis zum 8. Januar. Durch die wechselnden Perspektiven kann man sich gut in Martin, Alexandra und Martha hinein versetzen. Sie waren sehr gut beschrieben und ihre Handlungen waren nachvollziehbar. Alle hatten ihr Päckchen zu tragen und wirkten daher nicht realitätsfremd. Zu Beginn war mir natürlich klar, dass es ein Happy End geben wird, doch bis dahin gab es noch einige Verwicklungen.

Mit dem Roman habe ich angenehme Lesestunden verbracht und denke, dass es der ideale Roman für kalte Wintertage ist, der das Herz erwärmen lässt.

Veröffentlicht am 22.08.2017

Die Kraft der Freundschaft

Der Sommer der Inselschwestern
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Was soll man machen, wenn nach zehnjähriger Beziehung der Bräutigam seine Braut allein vor dem Traualtar stehenlässt und verschwindet. Die Kinderärztin Andi entschließt sich zu einem Neuanfang. Kurzentschlossen ...

Was soll man machen, wenn nach zehnjähriger Beziehung der Bräutigam seine Braut allein vor dem Traualtar stehenlässt und verschwindet. Die Kinderärztin Andi entschließt sich zu einem Neuanfang. Kurzentschlossen kauft sie ein stark vernachlässigtes Haus auf Blackberry Island. Es gehört zu einem Ensembles von drei Häusern, die auf der Insel die „Drei Schwestern“ genannt werden. Andi sieht sich selbst in diesem Haus und glaubt, wenn sie das Haus in Ordnung bringt, würde ihr Leben auch wieder in Ordnung sein.

Bald lernt sie ihre beiden Nachbarinnen kennen. Die Künstlerin Boston, die voller Verzweiflung um ihren verstorbenen kleinen Sohn trauert und für sich noch keinen Weg gefunden hat, von ihm Abschied zu nehmen. Und Deanna, die alles perfekt machen will, um die Schatten ihrer Vergangenheit zu vertreiben.

Dies war mein erstes Buch von Susan Mallery und ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist frisch und lebendig ohne kitschig zu sein. Einige Passagen regten zum Nachdenken an und gleichzeitig kam auch eine Prise Humor nicht zu kurz. Die Figuren haben Persönlichkeit, wobei nicht alle am Anfang meine Sympathie hatten. Es war unterhaltsam, dass Miteinander der drei Frauen zu beobachten. Langsam zu sehen wie sie sich einander öffnen und sich gegenseitig Unterstützung geben. Ein wunderschönes Buch über die Kraft von Frauenfreundschaften und das Leben. Ein herrlicher Roman, den man am Schluss ungern aus der Hand legt.

Veröffentlicht am 16.08.2017

Den Frauen eine Stimme geben

Der Frauenchor von Chilbury
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1940 - zu Beginn des Weltkriegs werden immer mehr Männer eingezogen. Aufgrund der fehlenden männlichen Stimmen gibt der Vikar des kleinen Dorfes Chilbury durch einen Anschlag bekannt, dass der Kirchenchor ...

1940 - zu Beginn des Weltkriegs werden immer mehr Männer eingezogen. Aufgrund der fehlenden männlichen Stimmen gibt der Vikar des kleinen Dorfes Chilbury durch einen Anschlag bekannt, dass der Kirchenchor aufgelöst wird. Die Frauen sind enttäuscht. Als die charismatische Musiklehrerin Primrose Trent in den Ort kommt, will sie den Chor wieder aufleben lassen. Die Skepsis ist zu Beginn groß, denn wie soll ein Chor ohne Bässe und Tenöre funktionieren. Doch Primrose will den Frauen eine Stimme geben und ihre Leidenschaft überträgt sich auf die anderen Mitglieder, denn wo steht geschrieben, dass das Singen ohne Männer verboten ist. Im Krieg sind die Regeln außer Kraft gesetzt und mit ihrem Chor wollen die Frauen den Menschen Zuversicht schenken.

Jennifer Ryan lässt diese wunderbare Geschichte anhand von Tagebucheinträgen, Journalen und Briefen von fünf unterschiedlichen Frauen erzählen. Margaret Tilling, die ihren Mann verloren hat und nun ihren Sohn David in den Krieg ziehen lassen muss. Die fast vierzehnjährige Kitty Winthrop, die wunderschön singen kann und für einen Verehrer ihrer Schwester Venetia schwärmt. Venetia, die Verehrer sammelt und entschlossen ist, den Künstler Alaistair Slater einzufangen, ob wohl er sich nicht für sie interessiert. Silvie, ein zehnjähriges jüdisches Flüchtlingskind, die bei der Familie Winthrop wohnt. Die Hebamme Edwina Paltry, die ihr Glück wenden möchte und ein unmoralisches Angebot annimmt. Alle von ihnen werden Veränderungen in ihrem Leben erfahren, gemeinsam wachsen und stärker werden.

Durch die besondere Art der Erzählung erhält man einen interessanten Blick auf den Alltag im Dorf während der Kriegszeit und erfährt einige Begebenheiten aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Charaktere wirken sehr lebendig, wobei mir Mrs. Tilling und Kitty besonders ans Herz gewachsen sind. Die Autorin hat auch darauf geachtet, dass der Sprachstil der schreibenden Personen, dem Alter und dem Charakter entspricht.

Für mich war dieses fabelhafte Buch ein regelrechter Pageturner und zeigt den Zusammenhalt von Frauen auch in schwierigen Zeiten, die trotz der Umstände ihre Zuversicht behalten haben. Für mich ein wirklich empfehlenswertes Lesehighlight 2017.

Veröffentlicht am 11.08.2017

Spannender Action-Thriller

Projekt Orphan
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Nach Orphan X ist Projekt Orphan der zweite Band um Evan Smoak. Obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe, kam ich ohne Probleme in dieses Buch.

Evan Smoak wurde bereits als zwölfjähriger für das ...

Nach Orphan X ist Projekt Orphan der zweite Band um Evan Smoak. Obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe, kam ich ohne Probleme in dieses Buch.

Evan Smoak wurde bereits als zwölfjähriger für das Orphan-Programm ausgewählt und von der US-Regierung zu einem hocheffizienten Killer ausgebildet. Nach Jahren des Mordens im Regierungsauftrag ist er ausgestiegen, denn er möchte sich einen Rest an Menschlichkeit erhalten. Unter einer Telefonnummer, die zu dem „Nowhere Man“ führt, hilft er wie ein moderner Robin Hood Menschen, die sich in einer ausweglosen Situation befinden. Als er Anna aus den Fängen eines Mädchenhändlerrings befreit, wird er selbst gefangen genommen und entführt. Doch wer steckt in der Entführung, ist es sein früherer Auftraggeber oder steckt jemand anderes dahinter?

Das Buch lebt von der Hauptperson Evan Smoak. Er ist intelligent, charmant und trotz seiner Killertätigkeit sowie der Selbstjustiz, die er ausübt, kommt er sehr sympathisch herüber. Die Charakterzeichnung einzelner Personen oder die Beschreibungen von Szenen zeigen auf, dass der Autor einen besonderen Blick aufs Detail hat. Beim Lesen der tollen Actionszenen musste ich oft an James Bond denken und Evan Smoak braucht sich vor einem Vergleich nicht scheuen.

Die Handlung ist spannend und vielfältig. In der deutlich gekennzeichneten Nebenhandlung weisen kurze Flashbacks von Evan auf seine Vergangenheit, so dass einiges für den Leser nachvollziehbar wird. Sie sind nicht einfach dazwischen geschrieben, sondern wirken gut platziert.

Projekt Orphan ist für mich ein hochintelligenter Action-Thriller. Wer Spannung und Nervenkitzel liebt, sollte an diesem Buch nicht vorbei gehen, denn er kommt voll auf seine Kosten.

Veröffentlicht am 07.08.2017

Unterhaltsame Familiengeschichte

Ein Haus voller Träume
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In dem Haus voller Träume, in den andalusischen Bergen, wartet Lucy auf die Ankunft ihrer Geschwister Tom und Jo. Hier hatten sie ihre Kindheit verbracht und ihre Mutter Hope hat bis kurz vor ihrem Tod ...

In dem Haus voller Träume, in den andalusischen Bergen, wartet Lucy auf die Ankunft ihrer Geschwister Tom und Jo. Hier hatten sie ihre Kindheit verbracht und ihre Mutter Hope hat bis kurz vor ihrem Tod hier gelebt. Nun wollen die Geschwister, die Wünsche ihrer Mutter erfüllen. Es sollte noch eine Party mit all ihren Freunden gefeiert werden, anschließend sollte ihre Asche an ihrem Lieblingsplatz in Andalusien verstreut werden. Damit es keinen Streit unter den Geschwistern um das Haus gibt, war geplant, dieses zu verkaufen.

Tom und seine Frau Belle treffen mit ihren Söhnen ein. Nur Jo und ihre Tochter Ivy kommen nicht pünktlich, denn Jo wartet auf ihren Koffer im Flughafen von Malaga. Der Koffer bleibt verschwunden. Jo mag sich nicht das Entsetzen ihrer Geschwister vorstellen, denn in dem Koffer war die Asche ihrer Mutter.

Es werden Tage voller Erinnerungen und Überraschungen, denn ihre Mutter hat den Geschwistern etwas Besonderes hinterlassen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist flüssig und leicht, so dass ich schnell in die Familiengeschichte eintauchen konnte. Geschickt hat die Autorin Gegenwart und Vergangenheit verwoben. Die Personen waren wunderbar beschrieben, so dass ich sie mir gut vorstellen konnte. Im Laufe der Geschichte lernte ich sie immer besser kennen. Sie waren mir nicht alle sympathisch, wirkten aber alle sehr realistisch. Wobei ich bei den Gästen ein wenig Probleme hatte, sie richtig einzuordnen.

Durch die bildhaften Beschreibungen und das wunderschöne Cover fühlte ich mich im Haus voller Träume heimisch.

Eine unterhaltsame Lektüre, das richtige zum Entspannen und Träumen.