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Veröffentlicht am 24.04.2017

Fesselnde Geschichte um den Bau der Festung

Die Festung am Rhein
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Vor dem historischen Hintergrund wird eine fesselnde Spionage- und Liebesgeschichte erzählt, passend zum 200-jährigen Jubiläum der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz.

1815 – ein Mann ist mit einem geheimen ...

Vor dem historischen Hintergrund wird eine fesselnde Spionage- und Liebesgeschichte erzählt, passend zum 200-jährigen Jubiläum der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz.

1815 – ein Mann ist mit einem geheimen Auftrag zwischen Waterloo und Belle-Alliance unterwegs. Die Autorin gibt in kurzen Einschüben bis zum Schluss immer kleine Details bekannt, so dass man sich die Frage stellt, welchen Zusammenhang gibt es mit der Hauptgeschichte?

1822 – Franziska und ihr Bruder Christian leben in Coblenz. Ihr Vater, ein französischer Offizier, ist 1815 ums Leben gekommen. Da ihre Mutter die beiden Kinder nicht allein aufziehen konnte, sind sie zu ihrem Onkel gezogen. Franziska hilft in der Familie im Haushalt und Christian arbeitet als Pionier bei der preußischen Armee. Über der Stadt Coblenz entsteht die Feste Ehrenbreitstein. Als dort geheime Baupläne verschwinden, wird Christian des Diebstahls und Geheimnisverrats bezichtigt. Er soll die geheimen Unterlagen an die Franzosen verkauft haben. Franziska ist von der Unschuld ihres Bruders überzeugt. Ihr Onkel lehnt es ab, sich für den Bruder zu verwenden, da er Angst um seine Aufträge hat. Franziska versucht durch eigene Nachforschungen Licht ins Dunkel zu bringen, dabei trifft sie immer wieder auf Premierlieutnant Rudolph Harten, einen preußischen Ingenieur. Auch Rudolph Harten will alles daran setzen, dass die Wahrheit heraus kommt, da er persönlich zur Verantwortung gezogen wurde.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, so dass die Seiten nur dahin flogen. Die historischen Tatsachen sind sehr genau recherchiert und ich lernte nebenbei ein Stück deutscher Geschichte kennen, speziell des Rheinlandes. Durch die detailreichen Beschreibungen fühlte ich mich in die Zeit sowie die Orte versetzt. Die Spannung zwischen den Rheinländern und den steifen Preußen war atmosphärisch greifbar. Es gab sehr unterschiedliche Charaktere, die nicht alle sympathisch waren, aber trotz dem sehr interessant.

Auch die letzten Seiten fand ich sehr informativ. Hier erläutert die Autorin in einem Nachwort die historischen Hintergründe, danach folgt ein Glossar der verwendeten Begriffe, anschließend werden die Figuren der Handlung vorgestellt sowie historische Persönlichkeiten samt Erläuterungen. Auch bei der Vielzahl der Danksagungen erkennt man die gute Recherche. Am Ende finden sich noch Reise- und Stöbertipps auf den Spuren von Franziska und Rudolph.

Nur wenige Autoren schaffen es Vergangenheit so lebendig werden zu lassen, wie die Autorin Maria W. Peter. Wer gern gut recherchierte historische Romane liest, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.

Veröffentlicht am 19.04.2017

Reise in die Vergangenheit

Aimées geheimer Wunsch
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Im Jahre 1891 lebt Aimée gemeinsam mit ihrem Vater in der Normandie. Mit ihren 27 Jahren ist sie schon fast eine alte Jungfer. Ihr Vater hat zwar einen guten Namen, aber kein Geld, so wird eine Hochzeit ...

Im Jahre 1891 lebt Aimée gemeinsam mit ihrem Vater in der Normandie. Mit ihren 27 Jahren ist sie schon fast eine alte Jungfer. Ihr Vater hat zwar einen guten Namen, aber kein Geld, so wird eine Hochzeit mit dem reichen Bernard arrangiert. Um das alte Hochzeitskleid ihrer Mutter zu verschönern, benäht sie einen Kragen in mühevoller Kleinarbeit mit wunderschönen Perlen. In der Innenseite versteckt, stickt sie geheimnisvolle Worte.

Maggie lebt in London, arbeitet in einem Auktionshaus und muss mit den Schuldgefühlen einer berufstätigen Mutter kämpfen. In einer Ramschkiste entdeckt die Auktionatorin diesen besonderen Kragen, der nach Reinigung in seinem vollen Licht erstrahlt. Bei einem Fernsehinterview zeigt Maggie das wundervolle Stück. Francesca meldet sich bei ihr, da der Kragen verborgene Erinnerungen in ihr weckt. Sie wurde adoptiert und kennt ihre Eltern nicht. Maggie berührt die Geschichte und stellt Nachforschungen nach der Herkunft des Kragens an.

Im Laufe der Geschichte werden unterschiedliche Frauen und ihre Schicksale vorgestellt. Der Kragen ist der rote Faden bei der Reise in die Vergangenheit. Der Schreibstil ist flüssig und ich kam gut in das Geschehen hinein. Das Buch wechselt immer von der Vergangenheit in die Gegenwart, wo wir mehr über Maggie erfahren, die immer mehr aufgerieben wird zwischen Familie und Job. Sie schafft es nicht beiden Seiten gerecht zu werden bis sie eine Entscheidung fällt.
Die Geschichte ist abwechslungsreich geschrieben, aber es mangelt etwas an Tiefe. Durch die vielen Personen und unterschiedlichen Zeiten wurde vieles nur angerissen. Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten.

Veröffentlicht am 14.04.2017

Ein fesselndes Buch voller Poesie

Demnächst in Tokio
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Ein Buch voller Poesie und Spannung, welches mich von der ersten bis zur letzten Seiten in seinen Bann gezogen hat.

Elisabeth von Traunstein, nun über 90 Jahre alt, fand nie die richtigen Worte um ihrer ...

Ein Buch voller Poesie und Spannung, welches mich von der ersten bis zur letzten Seiten in seinen Bann gezogen hat.

Elisabeth von Traunstein, nun über 90 Jahre alt, fand nie die richtigen Worte um ihrer Tochter Karoline von ihrem Leben zu erzählen. Nun hat sie sich durchgerungen einen Brief zu schreiben, von Dingen, die ihr auf den Nägeln brennen.

Als Elisabeth gerade 18 Jahre alt ist, wird sie von heute auf morgen von ihrem Vater gezwungen, Ernst Wilhelm, den Sohn seines Chefs zu heiraten, obwohl sie den zwanzig Jahre älteren Mann kaum kannte. Gleich nach der Hochzeit reist Ernst Wilhelm als Diplomat nach Tokio an die Deutsche Botschaft. Er soll aus der Schusslinie gebracht werden, denn in Deutschland zu bleiben, hätte ihm das Leben gekostet. Zwei Monate später reist Elisabeth hinter her. Ihre Ängste gegenüber ihren Ehemann weichen, denn Ernst Wilhelm geht freundlich auf Distanz. Sie muss sich in einem fremden Land zu Recht finden und bekommt zu spüren, welche Vorzüge aber auch Nachteile mit dem Status einer Diplomatengattin verbunden sind. Mit Hilfe ihres Mannes entwickelt sie langsam Selbstvertrauen und lernt eigene Entscheidungen zu treffen. Als der Journalist Alexander und Freund von Ernst Wilhelm nach Tokio kommt, verändert sich ihr Leben. Die Drei unternehmen viel gemeinsam und immer mehr fühlt sich Elisabeth zu Alexander hingezogen. Doch dann wird Alexander als Spion verhaftet und soll hingerichtet werden.

Der Roman ist sehr unaufgeregt geschrieben und trotzdem fesselnd. Katharina Seefeld gelingt es mühelos viele Details in wunderschöne Worte zu verpacken, so dass beim Lesen herrliche Bilder vor dem inneren Auge entstehen. Die beschriebenen Charaktere waren sehr vielschichtig, einige sympathisch, andere unsympathisch. Die besonderen geschichtlichen Verstrickungen zwischen Japan und Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus werden fabelhaft eingefangen. Gekonnt hat die Autorin historische Ereignisse mit fiktiven Personen verwoben. Ich habe wieder Details über die deutsche Geschichte erfahren, die mir bisher nicht bekannt waren. Am Ende des Buches wurden die letzten Geheimnisse aufgeklärt, die ich teilweise geahnt hatte.

Für mich war es ein berührender und fesselnder Roman vor historischem Hintergrund, den ich unbedingt empfehlen kann.

Veröffentlicht am 12.04.2017

Der Weg der Montez-Juwelen

Die Montez-Juwelen
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Der Düsseldorfer Hauptkommissar Tom Perlinger wird in einem Einsatz schwer verletzt und legt ein Sabbatjahr ein. Seinen neuen Beginn will er nicht in Düsseldorf starten, sondern in seiner Heimatstadt München. ...

Der Düsseldorfer Hauptkommissar Tom Perlinger wird in einem Einsatz schwer verletzt und legt ein Sabbatjahr ein. Seinen neuen Beginn will er nicht in Düsseldorf starten, sondern in seiner Heimatstadt München. Kurz bevor er seinen Dienst antritt, besucht er gemeinsam mit seiner Schwägerin Hedi eine Vernissage in der neuen Hofstatt, bei der die Lola-Montez-Juwelen vorgestellt werden. Nach der Veranstaltung wird auf dem Marienplatz am Fischbrunnen ein unbekannter Toter entdeckt. In seinen Taschen wird ein freizügiges Foto von Tina gefunden, der Tochter von Toms Halbbruder Max. Als dann auch noch Max verdächtigt wird, den Toten ermordet zu haben, will Tom seine Unschuld beweisen, obwohl er noch nicht im Dienst ist.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Es lässt sich leicht und flüssig lesen, wobei das Personenregister zu Beginn recht hilfreich war. Die handelnden Personen, in diesem Fall Familienangehörige, Freunde und Kollegen sind detailliert beschrieben und wirken sehr authentisch. Als Leser entwickelt man Sympathien und Antipathien, speziell gegenüber einem zukünftigen Kollegen. Verbrechen und Privatleben halten sich auf angenehme Art die Waage. Durch viele offene Fragen, die sich bei mir zu Beginn eingestellt haben, wurde die Spannung bis zur Lösung am Ende hochgehalten.

Man bekommt einen Blick auf die Altstadt von München geboten, so dass man über einen Besuch nach denkt. Die kurzen eingestreuten bayrischen Sätze verleihen dem Ganzen Authentizität, selbst ich, als Norddeutsche, konnte sie verstehen.

Ein empfehlenswerter Regionalkrimi von München mit Lokalkolorit, geschichtlichen Bezügen und einer spannenden Handlung.

Veröffentlicht am 12.04.2017

Spannender Gartenkrimi

Nimmergrün
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Im Landkreis Darmstadt-Dieburg steht ein Tourismus-Projekt kurz vor der Vollendung. Die Teilstrecke des Odenwälder Hugenotten- und Waldenserpfades soll bald eingeweiht werden. Doch dann tauchen auf Blättern ...

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg steht ein Tourismus-Projekt kurz vor der Vollendung. Die Teilstrecke des Odenwälder Hugenotten- und Waldenserpfades soll bald eingeweiht werden. Doch dann tauchen auf Blättern und auf Blüten braune Flecken auf, die sich epidemieartig ausbreiten. Seltsam nur, dass die Schäden hauptsächlich entlang des Pfades verlaufen. Das Projekt des Pfades scheint gefährdet. Kommissar Roland Otto und sein Kollege Brenneisen versuchen zu ermitteln. Es stellt sich heraus, dass es sich wahrscheinlich um einen im Labor gezüchteten Erreger handelt. Als auch noch zwei Kinder ums Leben kommen, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Unterschiedliche Hinweise gehen ein. Die Ermittlungen erstecken sich auf Gegner des Hugenotten- und Waldenserpfades, korrupte Politiker und einen alten Fluch. Auch die kräuterkundige Lore Kukuk gibt Hinweise und forscht in der Vergangenheit.

Dies ist der dritte Band einer Reihe von Gartenkrimis von Elinor Bicks. Bisher habe ich die Vorgängerbücher nicht gelesen, trotzdem kam ich gut ins Buch hinein, aber einige Anmerkungen haben mich neugierig auf die ersten Bände gemacht.

Die Charaktere sind klar gezeichnet. Lore war mir von Beginn an sympathisch, wirkt aber auch etwas geheimnisvoll. Von ihrer Oma hat sie ein altes Kräuterbuch geerbt. In kursiver Schrift findet man das eine oder andere Rezept im Buch. Von Kommissar Roland Otto und seinen Kollegen Brenneisen erhält man auch Einblicke in das private Leben, so dass es eine zusätzliche Charakterisierung bietet.

Dieser Gartenkrimi hebt sich vom gängigen Einheitskrimi ab. Er bietet neben der spannenden Geschichte auch Einblicke in die Vergangenheit als Hugenotten und Waldenser in den Odenwald einwanderten, Informationen zu Heil- und Giftpflanzen und bietet authentische Landschaftsbeschreibungen.

Mir hat dieser besondere Gartenkrimi gut gefallen, genauso wie das schöne Format und der Einband mit dem Lesebändchen.