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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2025

wortlose Familie

Heute kein Abschied
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Mit "Heute kein Abschied" von Daan Heerma van Voss habe ich einen Familienroman gelesen, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat.

Oskar J. R. van Bohemen ist auf dem Weg in den Urlaub, als er im Flughafenterminal ...

Mit "Heute kein Abschied" von Daan Heerma van Voss habe ich einen Familienroman gelesen, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat.

Oskar J. R. van Bohemen ist auf dem Weg in den Urlaub, als er im Flughafenterminal durch einen Herzinfarkt aus dem Leben gerissen wird. Die Beschreibung und die letzten Gedanken von Oscar sind beeindruckend gewählt.
Nun ist seine Familie, die aus seinen 3 erwachsenen Kindern und seiner Ex-Frau besteht, gefordert-sie müssen seine Beerdigung organisieren. Die drei Geschwister Tessel, Moor und Cat sind vom plötzlichen Tod überrascht und in der ersten Zeit einfach nur wortlos, wenn es um ihren Vater geht. Inwieweit haben sie den Menschen außerhalb seiner Vaterrolle überhaupt gekannt?
Erst beim Sortieren seiner Hinterlassenschaft, die in erster Linie aus Bildern und Fotos besteht, kann sich ihnen ein Bild öffnen, welches sie vorher nicht hatten. Ihre Gedanken und Gefühle zu Oscar und zu sich selber, ändern sich im Laufe des Buches gleichermaßen, je mehr sie sich auf Oscars Leben einlassen und ihre Rolle darin besser verstehen.

Der Autor hat die Personen sehr authentisch und die Familienstrukturen realistisch gezeichnet, sodass ich während des Lesens immer in der Lage mich in den jeweiligen Gefühlszustand hineinzuversetzen. Dies ist ein wahrer Lesegenuss gewesen. Die unausgesprochenen Familienkonflikte, die sich nach und nach einen Weg nach oben aus der Seele suchen, wurden hervorragend dargestellt.

Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 19.06.2025

erschütternd

Das Echo der Sommer
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"Das Echo der Sommer" ist der beeindruckende Debütroman der schwedischen Autorin Elin Anna Labba. Beschrieben wird in dem Roman die Situation der Samen, deren Zwangsumsiedlungen zwischen 1940 und den 70-iger ...

"Das Echo der Sommer" ist der beeindruckende Debütroman der schwedischen Autorin Elin Anna Labba. Beschrieben wird in dem Roman die Situation der Samen, deren Zwangsumsiedlungen zwischen 1940 und den 70-iger Jahren ein trauriger und menschenverachtender Teil der Politik war.

Begonnen wird die Geschichte von Inga, ihrer Mutter Ravdna und ihrer Tante Anne. Während sie im Sommer in ihrer Kote am See leben, begeben sie sich im Winter mit den Rentierherden ins Winterquartier. Als sie im Sommer wieder zurück an ihren See kommen, finden sie ihr Dorf geflutet vor und sie versuchen zu retten, was zu retten geht. Viel bleibt nicht übrig und es ist auch nicht das erste Mal, dass die Regierung Schwedens ihr Land flutet.

Mir war nicht gänzlich bewusst, wie diskriminierend Schweden mit dem naturverbundenen Volk der Samen umgegangen ist. Sesshaftigkeit wurde erschwert bzw. unterbunden, da sie keine Genehmigung für festen Wohnsitz erteilt bekamen.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir erst einmal nicht leichtgefallen, zumal die Personen für mich immer ein ganzes Stück distanziert, zu mir als Leserin bleiben, doch nach einer Weile hat mich das Buch aufgrund der Thematik dann doch gepackt. Die Autorin versteht es gekonnt, die traurige Geschichte ihres Volkes mit atemberaubender Natur zu verbinden.

Ein Buch, welches lange nachhallt, nachdenklich macht und dadurch äußerst lesenswert ist.

Veröffentlicht am 08.06.2025

gelungener Auftakt

Das Teufelshorn
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"Das Teufelshorn" ist der gelungene Einstiegsband um die Ermittlerin Isabel Flores der Autorin Anna Nicholas. Die Handlung spielt auf Mallorca rund um die Westküste der Insel.

Die Entführung von Miranda, ...

"Das Teufelshorn" ist der gelungene Einstiegsband um die Ermittlerin Isabel Flores der Autorin Anna Nicholas. Die Handlung spielt auf Mallorca rund um die Westküste der Insel.

Die Entführung von Miranda, die am helllichten Tag am Strand entführt wird, verspricht einen spannenden Kriminalfall. Isabell, die in ihrem Dorf sehr beliebt zu sein scheint, wird von ihrem ehemaligen Chef Tolo Cabot mit den Ermittlungen betraut. Eigentlich hatte Isabel mit diesem Bereich der Polizeiarbeit abgeschlossen und fühlt sich als Verwalterin von Ferienwohnungen, die sie von der Mutter übernommen hat, mehr als wohl. Sie arbeitet dort gemeinsam mit Pep, dem Sohn ihrer Freundin. Ihr Haustier, ein Frettchen
Während dieser Ermittlungen wird sie gleichzeitig zu einem Leichenfund gerufen und für Isabel beginnt ein Puzzlespiel um das kleine Mädchen zu finden und den Hintergrund des ermordeten Mannes zu finden. Hatte er etwas mit der Entführung von Miranda zu tun?

Isabel wird sehr sympathisch dargestellt und die Umgebung detailliert beschrieben, sodass ich beim Lesen das Gefühl hatte, mich am gleichen Ort zu befinden. Besonders gefällt mir die Liebe von Isabel zu ihrem kleinen Fiat Panda.
Es gibt im Verlauf der Handlung einige Verdächtige, es gab für mich einiges zu rätseln und die Auflösung ist lässt keine Wünsche offen. Persönlich hätte ich die Liebesentwicklung nicht gebraucht, sie passt allerdings zum Gesamtfeeling der Geschichte.

Valentine Romanski ist als hervorragende Sprecherin für diesen Kriminalfall ausgewählt worden.

Von mir eine klare Hörempfehlung.

Veröffentlicht am 08.06.2025

guter Abschluss

Ein mörderisches Paar - Der Sturz
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Mit "Ein mörderisches Paar-Der Sturz" wurde der finale Band der Trilogie um Dr. Bernhard Sommerfeldt.

Anstatt in die Flitterwochen geht es für Dr. Sommerfeldt und seine Frau Frauke auf die Flucht. Diesmal ...

Mit "Ein mörderisches Paar-Der Sturz" wurde der finale Band der Trilogie um Dr. Bernhard Sommerfeldt.

Anstatt in die Flitterwochen geht es für Dr. Sommerfeldt und seine Frau Frauke auf die Flucht. Diesmal ist es allerdings nicht nur die Polizei, sondern auch Profikiller, Amateure auf der Jagd nach ihm. Der Grund ist die Auslosung von 10 Millionen Euro, die auf seinen Kopf ausgesetzt wurden. Dies auch noch von einem alten bekannten Gangsterboss.

Wie immer fiel mir der Einstieg in die Geschichte mehr als leicht. Grund dafür sind die vertrauten Protagonisten und Orte (besonders Café ten Cate), an denen die Story stattfindet.
Es gibt diesmal wieder einiges an Querelen, die auf die Einmischung des BKA zurückzuführen sind, nisten sie sich doch einfach bei Ann-Kathrin Klaasen und Kollegen ein. Dies führt natürlich in Wolf Manier zu einigen kuriosen Begebenheiten, die passend auf die einzelnen Charaktere zugeschnitten sind. Insbesondere Rupert sticht dabei extrem hervor. Leider dauerte es einiges an Lesezeit, bis Sommerfeldt und Frauke richtig in den Mittelpunkt rücken. Bis dahin gibt es doch so einige Nebenschauplätze, die ich persönlich nicht in diesem Maße gebraucht hätte.

Insgesamt für Fans der Reihe mit Sicherheit ein Lesegenuss. Für mich ein guter Abschluss der Trilogie und durch die Leseprobe Vorfreude auf den 20 Band um Ann-Kathrin Klaasen.

Veröffentlicht am 04.06.2025

seichter Krimi

Vergessen
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"Vergessen" war für mich das erste Buch der Autorin Elke Pistor.

Ein kleines Mädchen verschwindet, es geschehen kurz hintereinander in Zweifel zu stellende Selbstmorde und Verenas Kollegin verunfallt ...

"Vergessen" war für mich das erste Buch der Autorin Elke Pistor.

Ein kleines Mädchen verschwindet, es geschehen kurz hintereinander in Zweifel zu stellende Selbstmorde und Verenas Kollegin verunfallt auf dem Weg zum Einsatzort. Deshalb muss sie nun mit Christoph Todt zusammen arbeiten, ein nicht leichter Charakter und wirkt auf Verena sehr machohaft und dominant.

Der Titel ist Programm. In unterschiedlichen Varianten wird das Thema Vergessen in diesem Kriminalroman beleuchtet. Da ist Ruth, die Großmutter von Verena Irlenbusch, die durch Demenz ins Vergessen verschwindet. Da ist der Fall mit den vermeintlichen Selbstmorden, der Mensch, der vielleicht etwas zur Auflösung des Falls beitragen könnte, hat vergessen, andere wiederum wollten vergessen.

Der Einstieg in die Geschichte war spannend, diese ließ leider im Verlauf der Geschichte doch stark nach. Die Figuren waren interessant gezeichnet, verloren sich jedoch teilweise in Banalitäten. Relativ früh war klar, wer der Täter ist und es kamen dann auch keine überraschenden Wendungen mehr ins Spiel, was mir als leidenschaftliche Krimileserin sehr fehlte. Ruths Erkrankung, deren Konsequenzen und Auswirkungen, die diese auf Verena haben werden gekonnt vermittelt.

Insgesamt ein Krimi, den man schnell weglesen, den ich allerdings unter seichte Unterhaltung verorten würde.