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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2021

Teilweise sehr langatmig

Die vierte Schwester
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Die vierte Schwester" der Autorin Kate Atkinson beschreibt in verschiedenen Handlungssträngen Familien die grausame Verluste hinnehmen mussten. Jede hat auf andere Art ein Kind verloren. Anwalt Theo Wyre, ...

Die vierte Schwester" der Autorin Kate Atkinson beschreibt in verschiedenen Handlungssträngen Familien die grausame Verluste hinnehmen mussten. Jede hat auf andere Art ein Kind verloren. Anwalt Theo Wyre, der seit Jahren versucht, den Mörder seiner Tochter Laura zu finden und Michelle, die wegen Mordes an ihrem Mann Keith verurteilt wurde.

Alle Fälle landen auf unterschiedliche Weise bei Jackson Brodie, ein ehemaliger Inspector. Der Einstieg in die Geschichte funktionierte gut und hat hat mich auch direkt abgeholt. Nachdem der Vater von Amalia, Julia und Sylvia finden sie in seinem Nachlass das Kuscheltier ihrer vor Jahrzehnten verschwundenen Schwester Olivia. Sie beauftragen Brodie in den Hintergründen zu recherchieren. Sie wollen endlich Klarheit über den Verbleib ihrer Schwester.
Gleichzeitig sucht er den Mörder von Laura, der vor 10 Jahren anscheinend völlig willkürlich zugeschlagen hat.

Im Verlauf des Buches waren einige Spünge, die es mir teilweise schwer machten den einzelnen Handlungen flüssig und schlüssig zu folgen. Die einzelnen Protagonisten waren sehr gut ausgearbeitet, die Nöte und Eigenarten wurden super transportiert. Das Auftreten der Personen war stimmig zum Ablauf der Geschichte.

Zum Ende hin löst sich einiges auf, wer aber wie ich einen Kriminalroman erwartet hat, wird sicherlich enttäuscht sein.

Veröffentlicht am 15.03.2021

Für mich leider nicht ganz rund

Als wir uns die Welt versprachen
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Das Buch " Als wir uns die Welt versprachen" von Romina Casagrande erzählt die Geschichte von Edna, die las Kind als ein sogenanntes "Schwabenkind" nach Schwaben "verkauft" wurde um dort bei Großbauern ...

Das Buch " Als wir uns die Welt versprachen" von Romina Casagrande erzählt die Geschichte von Edna, die las Kind als ein sogenanntes "Schwabenkind" nach Schwaben "verkauft" wurde um dort bei Großbauern Geld zu verdienen.

Die Geschichte von Edna steht für unzählige Kinder, deren Eltern keinen anderen Ausweg sahen, als ihre Kinder zu verkaufen um über die Runden zu kommen und zu überleben. Das Leben dieser Kinder war hart und unmenschlich, sie wurden ausgebeutet, wie Vieh behandelt, nicht selten geschlagen und missbraucht.

Ednas Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt: da ist die Gegenwart der 90-jährigen Edna, die mit Emil ihrem Papagei in einem kleinen Häuschen lebt und kurz vor dem Einzug in ein Altenheim steht. Auf der anderen Seite gibt es Rückblenden in ihre Kindheit als Schwabenkind, in der sie Jacob als treuen Freund und ihren Retter an ihrer Seite hatte bis zu dem schiksalhaften Fluchtversuch bei dem sie getrennt wurden. Nachdem Edna mit fast 90 Jahren durch eine Zeitungsartikel von einem Unfall Jacobs erfährt macht sie sich mit Emil auf den Weg ins Krankenhaus. Sie hat noch eine alte gezeichnete Karte von Jacob, genau diesen Weg will sie als eigenen "Jakobs-Weg gehen um ihre Schuld zu sühnen.

Mich konnte das Buch zu Anfang schnell fesseln, die Beschreibung von Edna und ihren Gedanken waren sehr ausgefeilt und berührend. Fast las es sich wie ein Abenteuerroman, ein allerdings trauriges Abenteuer am Ende eine langen und zurückgezogenen Lebens, in denen die Kindheitstraumata nie bearbeitet wurden.
Im Verlauf des Buches hat mich die Autorin leider verloren, da doch manche Begegnungen auf Ednas Reise für mich zu esoterisch und belehrend wirkten. Einiges wurde mir auch zu unglaubwürdig, die Frau ist fast 90 in der Geschichte und scheint in manchen Situatioinen fast schon übermenschlich.

Die Wichtigkeit dieses Buches ist für mich ein Stückweit unter Phrasen und gestellte Lebensweisheiten verloren gegangen, darum kann ich dem Buch insgesamt leider nur 2,5 Sterne geben.

Veröffentlicht am 11.03.2021

Stimmiger Abschluss

Der Käfig
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Der Käfig von Lilja Sigurðardóttir ist der gelungene Abschluss der Island Trilogie.

Sonja hatte sehr auf ein neues, freies Leben in London mit ihrem Sohn gehofft, doch wieder einmal macht ihr die Realität ...

Der Käfig von Lilja Sigurðardóttir ist der gelungene Abschluss der Island Trilogie.

Sonja hatte sehr auf ein neues, freies Leben in London mit ihrem Sohn gehofft, doch wieder einmal macht ihr die Realität einen Strich durch die Rechnung. Tómas lebt im Internet und der Bodygard muss immer noch veschlungene Wege fahren um ihn nach Hause zu holen.
Agla, ihre Exfreundin hat ihre Strafe abgesessen und wird gebeten, in der Aluminium Branche zu recherchieren um ungehörige Machenschaften aufzudecken. Dies versucht sie mit Hilfe ihrer Erzefeindin der investigativen Journalistin María zu bewerkstelligen. Nach der Zusage von Maria und deren ersten Kontakte zu den Mächtigen gerät sie in höchste Gefahr. Sie hat in ein Wespennest gestochen. Der alte bekannte Ingimar hat auch wieder seine Finger im Spiel, wie hängen seine einflussreichen Freunde mit in der Geschichte.
Sonja muss zurück nach Island um ihr Imperium aufrecht zu erhalten. Agla und Sonja treffen aufeinander und ahnen noch nicht, in wieweit sie beide in denn gleichen Fall verwickelt sind.

Der Käfig ist ein guter Abschluss um Sonja und Agla. Deren Leben wird konsequent weiter erzählt. Die Charaktere sind weiterhin mit allen Ecken und Kanten ausgestattet. Anfangs haben die vielen Namen wieder verwirrt, ich war jedoch schnell wieder in der Geschichte drin.
Die Spannung wurde im Verkauf der Geschichte gesteigert und fand zum Ende hin ihren Höhepunkt.

Veröffentlicht am 11.03.2021

Faszinierender Blick auf die Geschichte

Sie haben mich nicht gekriegt
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"Sie haben mich nicht gekriegt" von Felix Kucher zeichnet die Geschichte zweier starker Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch unheimlich viel gemeinsam haben.

Da ist Tina, ...

"Sie haben mich nicht gekriegt" von Felix Kucher zeichnet die Geschichte zweier starker Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch unheimlich viel gemeinsam haben.

Da ist Tina, die in ärmlichen Verhältnissen in Italien geboren wird. Schon sehr fürh muss sie ums überleben von sich und ihrer Familie kämpfen. Als der Vater nach Amerika emigriert, ist sie mit 8 Jahren die Hauptverdienerin der Familie.
Ab da sitzt sie unter unmenschlichen Bedingungen am Webstuhl. Immer hat sie im Hintergrund im Kopf, einmal was gegen die ungerechte Verteilung der Güter und der Macht auf dieser Welt zu ändern. Ihr Weg führt sie über AMrika nach Mexiko, bis sie der Partei betritt und schließlich in der ganzen Welt für den Kommunismus kämpft.

Auf der anderen Seite ist Marie, das dritte Kind einer jüdischen Familie in Bayern. Marie hat große Träume, Ärztin möchte sie werden. Studieren und weit weg aus dem konservativen Fürth. Sie bekommt keine Chance, ihr Vater bestimmt, dass sie den Buchladen übernehmen muss. Bald hält der Faschismus Einzug in Deutschland und auch Marie muss kämpfen um nicht alles, besonders ihr Leben zu verlieren.

Mich hat der Schreibstil des Autors schnell gepackt. Die Geschichte der beiden unterschiedlichen Frauen wird in schneller Abwechslung erzählt. Dies machte das Buch für mich sehr kurzweilig, und nahm mich mit in eine Welt des Kommunismus, die mir nicht so bekannt war. Die ganzen bekannten Leute, die Tina kannte( Frida Kalo etc) waren ein tolles eingebautes extra.
Die Protagonisten sind sehr lebendig und mit vielen Charaktereigenschaften gezeichnet worden.

Mich hat das Buch sehr begeistert.


Veröffentlicht am 07.03.2021

Tolle Fortsetzung

Rattenkönig
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Mit„Rattenkönig“ hat der schwedische Autor Pascal Engman das zweite Buch um die Kriminalkommissarin Vanessa Frank und den ehemaligen Elitesoldaten Nicolas Paredes veröffentlicht.

Nachdem sich Emelie ...

Mit„Rattenkönig“ hat der schwedische Autor Pascal Engman das zweite Buch um die Kriminalkommissarin Vanessa Frank und den ehemaligen Elitesoldaten Nicolas Paredes veröffentlicht.

Nachdem sich Emelie von Karim, ihrem Freund Karim, der in der JVA einsitzt getrennt hat, wird sie kurz darauf ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Schnell ist der Schuldige klar, schließlich hatte Karim an diesem Abend Freigang. Vanessa Frank, die hinzu gezogen wurde denkt erst genauso, aber nachdem sie eine geheime Information erhält weiß sie, dass der Verdächtige nicht der Schuldige sein kann.
Bald gibt es die nächste Tote. Niemand ausser Vanessa sieht einen Zusammenhang, alledrdings erschließt sich ihr der wirkliche Zusammenhang auch nicht.

Der Thriller ist in acht Teile gegliedert, welche immer ein heftiges Zitat zu Anfang stehen haben. Schnell wird dem Leser klar, hier geht es um mehr als um simple Frauenmorde. Doch worum geht es? Pascal Engman hat es auch mit dem zweiten Fall von Vanessa, den sie mit Hilfe von Nicolas zu lösen versucht, geschafft ein gesellschaftliche Thema in den Mittelpunkt zu stellen, welches nicht unbedingt jedem bekannt ist. Es geht um Incel. da möchte ich jetzt auch nicht spoilern.

Die Protagonisten sind super charakterisiert, das Privatleben von Vanessa, Nicolas und den anderen wird konsequent, allerdings nicht zu ausufernd weiter erzählt. Die einzelnen Erzählstränge sind spannend von Anfang an und Celine, eine der Neben-Protagonisten hat mich total begeistert.
Ich freue mich schon auf den dritten Band.