Cover-Bild Geiger
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller: Spionage
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 26.03.2021
  • ISBN: 9783785727379
  • Empfohlenes Alter: bis 99 Jahre
Gustaf Skördeman

Geiger

Thriller
Thorsten Alms (Übersetzer)

Das Festnetz-Telefon klingelt, als sie am Fenster steht und ihren Enkelkindern zum Abschied winkt. Agneta hebt den Hörer ab. "Geiger", sagt jemand und legt auf. Agneta weiß, was das bedeutet. Sie geht zu dem Versteck, entnimmt eine Waffe mit Schalldämpfer und tritt an ihren Mann heran, der im Wohnzimmer sitzt und Musik hört. Sie setzt den Lauf an seine Schläfe - und drückt ab.


Als Kommissarin Sara Nowak von diesem kaltblütigen Mord hört, ist sie alarmiert. Sie kennt die Familie seit ihrer Kindheit ...



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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.07.2021

Ich bin absolut beeindruckt, ein Auftakt der zu einem absoluten Pageturner avanciert

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Der Klappentext von “Geiger” hat mich sofort begeistert und das es keine Frage war, dass ich dieses Buch lesen muss.
Und dazu noch der tolle gelbe Buchschnitt ist quasi das Sahnetüpfelchen obendrauf.
Die ...

Der Klappentext von “Geiger” hat mich sofort begeistert und das es keine Frage war, dass ich dieses Buch lesen muss.
Und dazu noch der tolle gelbe Buchschnitt ist quasi das Sahnetüpfelchen obendrauf.
Die Schweden sind nie einfach, umso glücklicher war ich, dass mir der Schreibstil des Autors so gar keine Probleme bereitet hat.
Einnehmend, angenehm zu lesen und sehr bildhaft in seiner Ausarbeitung.
Dennoch war ich noch skeptisch, da es reichlich kritische Stimmen gibt, umso überraschter war ich, wie sehr mich dieses Buch doch begeistert hat.

Dank Jeff Abbott hab ich schon früh ein Faible für Spionagethriller entwickelt. Ein Genre, in das sich dieser Thriller perfekt einfügt.
Ich muss gestehen, man wird mit allerhand konfrontiert, was man so vielleicht nie erwarten würde und was im ersten Moment erstmal ziemlich verwirrend ist.
Nichtsdestotrotz hat der Autor sich ungemein viele Gedanken gemacht. Viele Handlungsstränge entworfen ,wodurch diese ganze Story sehr vielschichtig und auch facettenreich wird.
Im ersten Moment ist man völlig sprachlos, weil der wehrlose ,alte Mann hinterrücks von seiner eigenen Ehefrau niedergestreckt wird, während die Enkel gerade von dannen fahren.
Doch wie so oft, ist nichts wie es scheint und hier ist es sogar noch um einiges schlimmer ,als man vermuten würde.
Es reicht bis in die Zeit des kalten Krieges zurück.
Die Vergangenheit ist lebendig und es bedarf nur eines Telefonanrufes, damit sie wieder aufersteht.
Doch was steckt hinter allem und wer zum Teufel ist eigentlich Geiger?

Ganz besonders im Fokus stehen Agneta und Sara. Zwei Frauen ,die an vorderster Front agieren, aber unterschiedlicher kaum sein könnten.
Und doch auf die ein oder andere Art und Weise etwas gemeinsam haben.
Agneta hat mir unglaublich gut gefallen.
Stolz, unbeugsam und zudem sehr widerstandsfähig und mutig. Kein typischer Bösewicht. Denn gerade hier liegt dieser Aspekt immer im Auge des Betrachters. Trotz ihrer Unnahbarkeit und Kälte, mochte ich sie unwahrscheinlich gern. Denn ihr Hintergrund ist definitiv nicht ohne und bringt doch ins Grübeln.
Sara ist Ermittlerin und wirkt oft etwas gehetzt, getrieben und verloren.
Sara hat sich nie wirklich gefunden. Hält fast schon besessen an ihrer eigenen Vergangenheit fest und ist kaum in der Lage nach vorn zu sehen. Dabei bekommt man auch Einblicke in ihr Privat- und Berufsleben.
Ja, es ist harter Tobak womit sie sich befasst,weil man das Gefühl hat, sie zerstört sich damit auch ein bisschen selbst.
Es hat mich erschüttert, sprachlos und einfach so traurig gemacht, was ich hier erblicken musste.
Was ich in Sara sehen musste.

Doch gegen das, was ihre eigene Vergangenheit für sie bereithält, ist es nichts.
Denn das ist ein völlig anderes Kaliber.
Monströser, gefährlicher und korrupter.
Menschen ,die man einmal kannte, entpuppen sich als etwas völlig anderes.
Was sagt das über einen selbst aus?
Wer ist man wirklich?
Was ist mit all den Idealen die man einmal hatte.
In Trümmern, zerstört, in Nichts aufgelöst.
Der Autor hält die Spannungskurve extrem hoch, so das ich keine Minute zu Atem kommen konnte.
Es passiert so viel, so verwirrend, so komplex. Das man kaum den Faden im Auge behalten kann.
So zerstörerisch, so verstörend und brutal gleichermaßen.
Und dann entdeckt man Hintergründe die alles verändern. Die das eigene Weltbild wanken lassen.

Ich bin absolut begeistert und beeindruckt gleichermaßen, wie geschickt er Wendungen platziert, die man so niemals kommen sieht.
Er behält sowohl die psychologischen Aspekte, als auch die zwischenmenschliche Ebene sehr gut im Auge.
Wodurch das Ganze auch eine große Emotionalität erhält.
Mich hat dieser Thriller von Anfang bis Ende absolut in Atem gehalten und nicht eine Minute zur Ruhe kommen lassen.
Er scheut sich nicht davor kalte und harte Fakten ans Licht zu bringen. Ja, es geht extrem ans Gemüt, aber er setzt sich auf seine Art damit auseinander ,was ich einfach großartig fand.
Es ist verstörend und absolut beklemmend, wie viel hier in einer einzelnen Sekunde zerstört wird.
Wie perfide und empathielos gehandelt wird.
Aber es gehört dazu, am Ende fügt sich alles sehr gut zusammen und Wow, mir fehlen glatt die Worte.
Ich bin schon jetzt extrem gespannt auf Band zwei, den ich definitiv lesen werde.

Fazit:
“Geiger” bildet den Auftakt von Gustaf Skördemans Spionagethriller Trilogie.
Und ehrlich, dieses Buch hat mich absolut beeindruckt und auf ganzer Ebene begeistert.
Zwei großartige Protagonisten, die mich definitiv überrascht und in den Bann gezogen haben.
Eine Story die so verstörend, komplex und wendungsreich ist, dass mir quasi die Spucke weg blieb.
Seit Jeff Abbott liebe ich Spionagethriller und Gustaf Skördeman hat hier definitiv einen Thriller geschrieben, der zu einem absoluten Pageturner avanciert.
Aber Vorsicht, es werden Themen behandelt, die nicht leicht zu verdauen sind.
Ich bin schon jetzt mega gespannt auf Band 2, den ich definitiv lesen werde.

Veröffentlicht am 13.05.2021

Spannender, grandioser Thriller

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MEINUNG:

Meine Liebe zu skandinavischen Thrillern und Krimis ist bekannt und ich habe sie schon viele, viele Jahre. Im letzten Jahr ist sie nochmal richtig neu aufgeflammt. Geiger habe ich schon frühzeitig ...

MEINUNG:

Meine Liebe zu skandinavischen Thrillern und Krimis ist bekannt und ich habe sie schon viele, viele Jahre. Im letzten Jahr ist sie nochmal richtig neu aufgeflammt. Geiger habe ich schon frühzeitig in der Verlagsvorschau entdeckt und es war für mich klar, dass ich das Buch lesen möchte.

Zunächst verrät der Klappentext nicht viel. Agneta, die Mutter zweier Töchter und einer Reihe Enkelkinder ist, erhält einen Anruf und es meldet sich jemand mit "Geiger". Damit wird etwas in Gang gesetzt, was über Jahrzehnte geschlafen hat. Agneta nimmt eine geheim deponierte Waffe und erschießt ihren Mann. Der Mord bleibt nicht lange unentdeckt und die schwedische Mordkommission rückt an. Außerdem ist Sara Nowak dabei, die eigentlich bei der Sitte arbeitet, aber sie kennt die Familie von Agneta.

Keiner kann sich erklären, was passiert ist, denn Agnetas Mann, war in den 1970er Jahren ein sehr beliebter TV-Moderator und wurde von allen nur Onkel Stellan genannt. Das Wissen von Sara und dem Leser weicht relativ lange voneinander ab, denn dem Leser ist klar, dass Agneta auf keinen Fall, die ist, die sie all die Jahre vorgegeben hat zu sein. Mit dem Telefonat wird ein langes, geheimes Protokoll in Gang gesetzt und führt uns in die Vergangenheit Deutschland und zwar in die DDR und damit auch die Zeit des Kalten Krieges. Auch wenn dies nicht im Klappentext steht, ist das kein großes Geheimnis und man sollte das ruhig wissen, denn es entsteht sehr schnell ein politisch-hochkomplexe Story. Auch wenn ich selbst in der DDR geboren bin, hatten ich von diesen ganzen Sachen, die zu großen Teilen auf Tatsachen beruhen absolut keine Ahnung.

Sara Nowak, die eigentlich keine aktive Ermittlerin ist, lässt die Geschichte auch keine Ruhe und sie verschafft sich Ahnung. Sie ist die Einzige, die den richtigen Riecher hat. Man steigt mit ihr zusammen tief in die Geheimdienstarbeit ein. Mir selbst war die Verbundenheit zwischen Schweden und der DDR auch nicht bekannt. Es war für mich spannend ein Stück DDR-Geschichte neu zu erleben. Gustaf Skördeman muss hier sehr lange und gründlich recherchiert haben. Es breitet alle Zusammenhänge auch gut aus, was die Geschichte anspruchsvoll macht. Es empfiehlt sich nebenbei dazu noch weiter Informationen zu lesen. Ich hatte an der ein oder anderen Stelle, auch mal Mühe den ganzen Verstrickungen zu folgen, zu mal auch eine ganze Menge Namen hochrangiger schwedischer Prominenter als auch Politiker genannte werden, die z.T. aber auch fiktiv sind. Ansonsten ist der Schreibstil leicht zu lesen.

Sara Nowak ist eine Ermittlerin mit sehr vielen Ecken und Kanten. Sie ist verheiratet, hat zwei pubertierende Kinder und reagiert gerne mal ziemlich impulsiv. In Schweden ist das Bezahlen für Sex verboten und so spürt sie Nacht für Nacht Freier auf und wird da auch gerne mal handgreiflich, was ihr Ärger mit ihrer Chefin einbringt. Die ist übrigens die furchtbarste Chefin, die ich je in einem Thriller kennen gelernt habe. Sie denkt nur an ihren eigenen Vorteil. Saras Methoden sind definitiv fragwürdig, aber ihre Wut ist nachvollziehbar. Ihre persönliche Geschichte spielt natürlich hier auch immer wieder mit rein. Ihre Mutter war Putzkraft im Hause Agneta und Stellan. Sie wuchst also mit deren beider Töchter auf, was immer wieder zu Diskrepanzen führt, da sie aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammen. Sara kann das zunächst nur schwer ablegen, aber ich hatte den Eindruck, dass sie im Laufe der Geschichte ein bisschen was von ihren Selbstzweifeln ablegen kann.

FAZIT:

Geiger ist ein skandinavischer Thriller der extra Klasse, der mich thematisch wirklich überrascht hat, da ich anhand des Klappentextes nicht geahnt habe, in welche politische Richtung die Geschichte geht. Seit Stieg Larsson war nicht mehr so restlos begeistert und einen Vergleich ist hier durchaus angebracht. Die Geschichte ist hochkomplex und nichts ist so, wie es scheint. Ich freue mich sehr auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 12.05.2021

Ein komplexer Krimi

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Ich liebe skandinavische Krimis und so war ich sehr gespannt auf "Geiger" von Gustaf Skörderman.
Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn es mir schwer fällt, das Buch einzuordnen.
Ist es ein Krimi? Sicher, ...

Ich liebe skandinavische Krimis und so war ich sehr gespannt auf "Geiger" von Gustaf Skörderman.
Ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn es mir schwer fällt, das Buch einzuordnen.
Ist es ein Krimi? Sicher, irgendwie. Schließlich wurde Onkel Stellan, ein schwedischer Fernsehstar erschossen. Doch wer es war, ist zumindest den LeserInnen von Anfang an klar. Außerdem ist die Protagonistin Sara Nowak Polizistin. Trotzdem sind wahre Krimifans vielleicht enttäuscht von dem Buch.
Ist es ein ein Politthriller? Sicherlich irgendwie - und ich war sehr gespannt, wie ein Schwedischer Autor sich mit der Deutsch-Deutschen Geschichte auseinandersetzt. Aber für einen Politthriller ist das Buch doch zu privat, spielt ein anderer Handlungsstrang eine viel zu große Rolle.
Gustaf Skörderman hat in seinem Buch mindestens vier verschiedene Handlungsstränge und manchmal habe ich mich schon gefragt: Welcher ist für ihn nun eigentlich der wichtigste? Deshalb bin ich auch schon sehr gespannt auf die angekündigte Fortsetzung. Laut Verlagsankündigung handelt es sich um eine Triologie und ich frage mich, welche Geschichte nun weitererzählt wird. Das Ende lässt einiges offen.
Fazit: Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und freue mich auf die Fortsetzung, in welche Richtung sie auch immer gehen mag. Ich kann aber auch die negativen Rezensionen verstehen, die ich inzwischen gelesen habe, denn so richtig passt das Buch in kein Genre.

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Veröffentlicht am 10.06.2021

Spannender Spionagethriller

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Inhalt:

Gerade erst haben sich die Kinder und Enkelkinder verabschiedet, da klingelt das Telefon. Der Anrufer sagt nur ein einziges Wort: "Geiger". Doch für Agneta, die den Anruf entgegen genommen hat, ...

Inhalt:

Gerade erst haben sich die Kinder und Enkelkinder verabschiedet, da klingelt das Telefon. Der Anrufer sagt nur ein einziges Wort: "Geiger". Doch für Agneta, die den Anruf entgegen genommen hat, ist dies Nachricht genug. Kurz darauf erschießt sie ihren Ehemann, einen bekannten, aber inzwischen in die Jahre gekommenen Fernsehmoderator, und macht sich auf dem Weg zu ihrem Versteck. Denn ihr Mann war nur der erste Name auf ihrer Liste...

Als Kommissarin Sara Nowak von dem Mord erfährt, ist sie schockiert. Sie kennt die Familie, ist als Kind bei ihnen ein und ausgegangen. Obwohl sie mit den Ermittlungen offiziell nicht betraut ist, begibt sie sich dennoch auf Spurensuche und stößt dabei auf eine Verbindung zur ehemaligen DDR/Stasi und dem Kalten Krieg...

Meine Meinung:

"Geiger" ist der Auftakt zur gleichnamigen Thriller-Trilogie des schwedischen Autors Gustaf Skördeman.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, schon nach wenigen Seiten ist man als Leser mitten drin im Geschehen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, insbesondere aus Sicht der Protagonistin Sara Nowak, die der Leser bei ihren Nachforschungen begleitet, aber auch aus Sicht von Agneta, wodurch der Leser auch deren weiteres Handeln hautnah miterlebt.

Der Aufbau des Buches ist unkonventionell, denn dem Leser ist die Täterin - im Gegensatz zu den Ermittlern - von Anfang an bekannt. Doch die Frage nach dem Motiv, nach dem Grund für den ominösen Anruf und das weitere Geschehen bleibt. Dadurch und nicht zuletzt dank einiger ungeahnter Wendungen und Ereignisse bleibt das Buch durchgängig spannend.

Protagonistin des Buches ist die Ermittlerin Sara Nowak, die eigentlich bei der Sitte und mit den Ermittlung zum Mord an "Onkel Stellan", wie der Fernsehmoderator von allen genannt wurde, überhaupt nicht betraut ist. Trotzdem beginnt sie aus persönlichen Gründen nachzuforschen und verbeißt sich in den Fall. Ich fand Sara nicht unsympathisch, allerdings waren mir ihre Reaktionen in machen Situationen zu extrem. Mehr als einmal wird sie handgreiflich, setzt sich über Vorschriften und Regeln hinweg und benimmt sich insbesondere ihrer Familie gegenüber nicht immer fair. Ich empfand sie daher zwischenzeitlich als anstrengend und hätte mir eine "unkompliziertere" Protagonistin gewünscht, auch wenn ihre persönlichen/familiären Probleme zum Teil mit dem Fall zu tun haben.

Besonders fasziniert hat mich der geschichtliche Hintergrund. Die Verbindung der aktuellen Mordserie zur DDR/Stasi und dem Kalten Krieg ist dem Autor gut gelungen und man merkt, dass er sich intensiv mit den Themen beschäftigt hat. Es ist gleichermaßen spannend wie erschreckend, wie wenig es während des Kalten Krieges gebraucht hätte, um einen dritten Weltkrieg ausbrechen zu lassen, welche Vorbereitungen von den Westmächten und der Sowjetunion bereits getroffen wurden und welche fatalen Folgen ein solcher Krieg insbesondere für Deutschland gehabt hätte....

Fazit:

Spannender Spionagethriller mit interessantem geschichtlichen Bezug. Nur die Protagonistin empfand ich stellenweise als anstrengend. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und freu mich auf den nächsten Teil der Trilogie.

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Veröffentlicht am 31.05.2021

Komplexer, tiefgehender Auftakt einer Trilogie!

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Nichts ist wie es scheint. Hinter einer schönen Fassade kann das Grauen lauern. Keiner weiß, was der andere hinter seiner Stirn denkt, tut oder fühlt. Alles wird verschleiert, alles ist geheim. Geheim ...

Nichts ist wie es scheint. Hinter einer schönen Fassade kann das Grauen lauern. Keiner weiß, was der andere hinter seiner Stirn denkt, tut oder fühlt. Alles wird verschleiert, alles ist geheim. Geheim und gefährlich. Daher ist es auch überaus überraschend und verwunderlich, als der über 80-jährige Stellen Broman, ein ehemals sehr beliebter schwedischer Fernsehmoderator kurz nach dem Besuch seiner beiden Töchter Lotta und Malin und deren Ehemännern und Enkelkindern erschossen aufgefunden wird. Wer konnte das Onkel Stellan, so wurde er von allen liebevoll genannt, antun? Die ermittelnde Polizeikommisssarin Anna ruft Kommissarin Sara Nowak an, die zwar bei der Sitte arbeitet, aber in ihren Kindertagen bei den Bromans aufgewachsen war. Stellans Ehefrau Agneta ist verschwunden. Wurde sie entführt? Wer steckt dahinter?

Der Leser weiß gleich zu Beginn, dass Agneta ihren Mann erschossen hat. Aufgrund eines kurzen Anrufs, in dem der Anrufende lediglich „Geiger?“ fragte. Das war für Agneta das Stichwort. Sie holt aus einem Versteck eine Waffe und erschießt ihren Mann Stellan und begibt sich auf eine lange Zeit vorbereitete Flucht mit einem Ziel, ihren Auftrag auszuführen. Die Polizei tappt im Dunklen. Doch nach und nach entwickelt sich eine sehr umfangreiche und verwickelte Story, die seines gleichen sucht. Stichworte sind hier einerseits Spionagetätigkeiten, DDR, IM, KGB, Säpo, BND. Zum anderen mir bislang unbekannte Begriffe wie Fulda Gap und Stay put. Vergrabene Bomben, Atombomben, Kalter Krieg, Zerstörung Deutschlands in einem Szenario 3.Weltkrieg. Des weiteren sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen, Erpressungen etc. . Daneben aber auch sehr tief gehende und überraschende Informationen rund um Sara, ihre Vergangenheit, ihren Job, in dem sie oft die gesetzlich gesteckten Grenzen überschreitet und ihrer Familie.

Die verschiedenen Handlungsstränge werden sehr gut aufgelöst. Mir hat sehr gut gefallen, mit welcher Akribie und Genauigkeit der Autor uns Leser hier in diese verschiedenen Ebenen und Geschehnisse eintauchen lässt. Dem ein oder anderen ist das vielleicht zu viel. Mit hat das aber sehr gut gefallen. Dann dadurch konnte ich die Geschehnisse, Ereignisse und die Charaktere der Protagonisten viel besser einschätzen. Der Schreibstil ist angenehm. Für das Buch sollte man sich aber schon Zeit lassen. Die Geschichte wird zum Schluss hin immer spannender.

Geiger ist das Debüt dieses Autors und der Auftakt einer Trilogie. Ich freue mich sehr auf die Folgebände.

Dem Buch gebe ich 4,5 Sterne.

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