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Veröffentlicht am 17.09.2019

Die Charité Anfang des 20.Jahrhunderts

Die Charité. Aufbruch und Entscheidung
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Inhalt:
Berlin, 1903: Rahel Hirsch ist die erste weibliche Ärztin an der Charité. Doch sie hat es alles andere als einfach in ihrem von Männern dominierten Job in einer Zeit, in der Frauenrechte noch kleingeschrieben ...

Inhalt:
Berlin, 1903: Rahel Hirsch ist die erste weibliche Ärztin an der Charité. Doch sie hat es alles andere als einfach in ihrem von Männern dominierten Job in einer Zeit, in der Frauenrechte noch kleingeschrieben werden. Als sie Opfer eines Überfalls wird, kommt ihr die als Wäscherin in der Charité arbeitende Barbara zur Hilfe. Die beiden ungleichen Frauen freunden sich an, Rahel verliebt sich, während Barbara sich der Frauenbewegung anschließt. Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus, der das Leben aller grundlegend verändert...

Meine Meinung:
"Die Charité - Aufbruch und Entscheidung" ist der zweite Band der Reihe um die Geschichte der Berliner Charité - das älteste und wohl auch bekannteste Krankenhaus Berlins. Doch nicht nur der Alltag im Krankenhaus, d.h. die zu der Zeit gängigen Operationen, Behandlungen etc, sondern auch die Personen und das Thema Frauenrechte stehen im Zentrum der Geschichte.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Der Autorin ist es gut gelungen, die damaligen Umstände realistisch darzustellen. Dieses Mal spielt die Handlung Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Kampf der Frauen um mehr Rechte, wie beispielsweise das Wahlrecht, spielt genauso eine Rolle wie der erste Weltkrieg und seine Folgen. Natürlich ist die Geschichte wie auch im ersten Teil über die Charité gespickt mit einer Menge interessanter historischer Fakten und medizinischem Fachwissen. Dennoch bleibt die Handlung dabei nicht auf der Strecke, auch wenn an der einen oder anderen Stelle weniger vielleicht mehr gewesen wäre.

Besonders gefallen haben mit die handelnden Personen, allen voran die beiden Protagonistinnen Rahel Hirsch, die auf eine historische Persönlichkeit zurückgeht, und Barbara Schubert. Rahel ist eine starke, intelligente und zielstrebige Frau, die sich tagtäglich gegen ihre männlichen Kollegen behaupten muss und allen Widersachern zum Trotz an ihrem Traum als Ärztin festhält. Barbara kommt aus ärmlichen Verhältnisses und muss auch im familiären Umfeld immer wieder mit ansehen, dass Frauen zu der damaligen Zeit oftmals nicht viel mehr als Eigentum sind. Sie hat ebenso wie Rahel zu kämpfen und ist eine sehr mutige und bewundernswerte junge Frau.

Fazit:
Ein gelungener zweiter Teil der Reihe, der so viel mehr erzählt als nur die Geschichte der Charité. Sehr interessant und fesselnd, wenn auch mit ein paar kleinen Längen. Trotzdem für jeden Medizin- und Geschichtsbegeisterten eine Lektüre wert!

Veröffentlicht am 02.09.2019

Wunderschöne, berührende Geschichte

Die Antwort auf Vielleicht
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Inhalt:
Adam ist Taxifahrer und fährt täglich Patienten zur Chemotherapie. Eine von ihnen ist die junge hübsche Jessi. Die beiden freunden sich an und Adam verliebt sich in sie. Doch Jessi ist todkrank ...

Inhalt:
Adam ist Taxifahrer und fährt täglich Patienten zur Chemotherapie. Eine von ihnen ist die junge hübsche Jessi. Die beiden freunden sich an und Adam verliebt sich in sie. Doch Jessi ist todkrank und hat vielleicht nur noch wenige Wochen zu leben. Adam möchte ihr die Zeit, die ihr noch bleibt, unvergesslich machen. Und versucht, Jessie ihren wohl größten Traum zu erfüllen.

Meine Meinung:
Mit "Die Antwort auf Vielleicht" ist Henrik Winter, hinter dem sich kein geringerer als Krimiautor Andreas Winkelmann verbirgt, eine wunderschöne, unglaublich berührende Geschichte gelungen, die den Leser sowohl zum Weinen als auch zum Lachen bringt. Mit viel Charme und Witz und vorallem ohne zu viel Kitsch erzählt er die Geschichte von Adam und der an Krebs erkrankten Jessi. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund was Jessis Krankheit betrifft. So einige Szenen haben mich schlucken lassen oder Tränen in die Augen getrieben. Doch neben Krankheit und Trauer gibt es auch schöne Momente, die die düstere Stimmung für einige Zeit vertreiben können, Hoffnung schenken und einem vor Augen führen, wie kostbar jede Sekunde ist...

Die Charaktere, allen voran die Protagonisten Adam, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, und Jessi, haben mir besonders gefallen. Jessi ist eine bewundernswerte Frau. Sie ist eine Kämpferin, die sich von ihrer Krebsdiagnose nicht unterkriegen lässt, sondern stattdessen jeden Tag lebt, als könnte es ihr letzter sein. Ganz anders auf Adam, der zwar auch Träume hat, aber sie - anstatt sie in die Tat umzusetzen - lieber auf später verschiebt. Doch das ändert sich, als er Jessi kennen und lieben lernt. Er ist ein sehr sensibler und fürsorglicher Mensch, der oftmals zu viel an andere und zu wenig an sich selbst denkt.

Fazit:
Eine wunderschöne, berührende Geschichte, die einem wieder einmal vor Augen führt, wie kostbar das Leben ist! Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 02.09.2019

Gruseliger sechster Teil der David-Hunter-Reihe

Die ewigen Toten
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Inhalt:
Auf dem Dachboden eines verlassenen, abrissreifen Krankenhauses werden die Überreste einer schwangeren Frau gefunden. Der forensische Anthropologe Dr. David Hunter wird hinzugerufen. Beim Versuch ...

Inhalt:
Auf dem Dachboden eines verlassenen, abrissreifen Krankenhauses werden die Überreste einer schwangeren Frau gefunden. Der forensische Anthropologe Dr. David Hunter wird hinzugerufen. Beim Versuch die Leiche zu Bergen, verunglückt jemand und stürzt durch die einbruchgefährdete Decke - direkt in ein geheimes Krankenzimmer, dessen Tür zugemauert ist. Und in dessen Betten zwei weitere Leichen liegen..

Meine Meinung:
"Die ewigen Toten" ist der sechste Teil um den charismatischen und sympathischen forensischen Anthropologen Dr. David Hunter, aus dessen Sicht due Handlung erzählt wird.
Erneut spielt die Forensik aufgrund Hunters Beruf eine sehr große Rolle und es ist unglaublich interessant (und für den einen oder anderen vielleicht auch etwas eklig) ihm bei seiner Arbeit am Fundort und im Labor über die Schulter zu schauen.

Das Buch beginnt spannend und vielversprechend. Und vorallem gruselig. Eine mumifizierte Leiche auf dem Dachboden eines stillgelegten und verfallenen Krankenhauses, die zu Lebzeiten schwanger war. Und als wäre das nicht genug, werden dann auch noch zwei weitere Leichen in einem versteckten Krankenzimmer entdeckt. Leider ebbt die Spannung dann aber zwischenzeitlich etwas ab (beispielsweise dauert es gefühlte Ewigkeiten, bis der Rest des Krankenhauses durchkämmt ist), bevor es gegen Ende dank einiger ungeahnter Wendungen und Ereignissen wieder richtig spannend und auch actionreich wird. Mir persönlich haben der Schluss und die schockierende Auflösung sehr gut gefallen. Sicherlich ein Ende, das man nicht so schnell vergisst...

Fazit:
Trotz zwischenzeitlicher Längen eine gelungene Fortsetzung mit interessantem, gruseligem Plot. Besonders das Ende des Buches hat es in sich und konnte mich begeistern.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Okulter Wahnsinn

Racheherbst
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Inhalt:
Leipzig: unter einer Brücke wird die Leiche der jungen Nathalie gefunden. Walter Pulaski vom Kriminaldauerdienst ist der erste vor Ort. Der Toten wurden sämtliche Knochen gebrochen und zudem Blut ...

Inhalt:
Leipzig: unter einer Brücke wird die Leiche der jungen Nathalie gefunden. Walter Pulaski vom Kriminaldauerdienst ist der erste vor Ort. Der Toten wurden sämtliche Knochen gebrochen und zudem Blut abgezapft. Da es sich jedoch um eine aus Tschechien stammende Prostituierte handelt, messen Pulaskis Kollegen der Aufklärung des Falls keine hohe Priorität zu. Kurzerhand macht er sich selbst mit Nathalies Mutter auf die Suche nach dem Täter. Und nach der vermissten Schwester der Toten...
Wien: Die junge Anwältin Evelyn Meyers hat gerade einen neuen Fall übernommen, durch ihr Mandant, der des Mordes an einer jungen Frau beschuldigt wird, gibt sich undurchsichtig. Während Evelyn noch zweifelt, ob sie ihm trauen kann, überschlagen sich die Ereignisse...

Meine Meinung:
"Racheherbst" ist der zweite Teil der Reihe um den Leipziger Kommissar Walter Pulaski und die Wiener Anwältin Evelyn Meyers.
Die Protagonisten sind mir nicht zuletzt aufgrund ihrer sehr authentischen, menschlichen Art inzwischen ans Herz gewachsen. Evelyn ist eine aufstrebende Anwältin, die sich nun endlich dem Strafrecht zugewandt hat. Sie ist eine intelligente, gebildete junge Frau, mit der man als Leser im Laufe der Handlung mitleidet und -fühlt. Walter Pulaski ist ein sehr spezieller Charakter. Er ist ein scharfsinniger Ermittler, kann aber durchaus unbequem werden. Trotz seiner raubeinigen Art hat es das Herz am rechten Fleck.

Der Schreibstil ist temporeich und gewohnt angenehm zu lesen. Es gibt zwei Handlungsstränge, die parallel verlaufen und zu Beginn nicht zusammenzuhängen scheinen: zum einen begleitet der Leser Pulaski bei seinen eigenmächtigen Ermittlungen und zum anderen Evelyn Meyers, die einen neuen Fall übernommen hat. Doch dann zeigt sich nach und nach, dass die Fälle der beiden doch irgendwie zusammenhängen und sie es mit einer viel zu lange unentdeckt gebliebenen Mordserie zu tun haben...
Darüber hinaus gibt es einige Abschnitte aus Sicht des Täters. Dies lässt einen als Leser seine Motive bzw. Beweggründe besser verstehen, bei denen Okkultismus eine Rolle spielt. Ich fand den Einblick in die Psyche des Täters sehr interessant, zumal es trotzdem bis zum (nervenaufreibenden) Ende spannend bleibt, um wen es sich dabei handelt...

Fazit:
Ein sehr spannender und fesselnder Thriller, meiner Meinung nach noch besser als der erste Teil der Reihe! Pulaski und Evelyn werden mir immer sympathischer.

Veröffentlicht am 25.08.2019

Jagd auf Leben und Tod

Im Wald der Wölfe
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Inhalt:
Um sich endlich ein paar Tage Auszeit zu gönnen, mietet sich Journalist Jan Römer eine abgelegene Waldhü tte im Thüringer Wald. Doch dann steht eines Abends eine verletzte Frau vor seiner Tür und ...

Inhalt:
Um sich endlich ein paar Tage Auszeit zu gönnen, mietet sich Journalist Jan Römer eine abgelegene Waldhü tte im Thüringer Wald. Doch dann steht eines Abends eine verletzte Frau vor seiner Tür und erzählt ihm von der Mordserie, die sich in einem Waldstück nur wenige Kilometer entfernt ereignet hat. 4 Leichen, deren Ermordungen teils Jahrzehnte auseinander liegt. Und doch haben sie etwas gemeinsam, das dem Waldstück die Bezeichnung "Wald der Wölfe" eingebracht hat: ein eingebrantes Wolfsmal auf der Stirn.

Meine Meinung:
"Im Wald der Wölfe" ist der vierte Teil der Reihe um den sympathischen Journalisten Jan Römer. Auch wenn es sich empfiehlt, die vorherigen Teile der Reihe gelesen zu haben, ist das Buch auch ohne Vorwissen verständlich.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, schon nach wenigen Seiten ist man als Leser mitten drin im Geschehen. Größtenteils wird die Geschichte aus Sicht des Protagonisten Jan Römer erzählt, aber es gibt auch einige Kapitel aus Sicht seiner Freunde, die im bei den Nachforschungen unterstützen. Zudem gibt es auch Abschnitte aus Tätersicht, die zum Teil bis in DDR-Zeiten zurückreichen und einen als Leser einen tiefergehende Einblick in die Taten und Täter ermöglicht.

Der Plot ist fesselnd und spannend. Hängen die mehrere Jahrzehnte auseinanderliegenden Morde wirklich zusammen? Wie immer macht es Spaß, Jan bei seinen Nachforschungen zu begleiten. Nach und nach kommen immer mehr Fakten ans Licht, die die Morde teils in neuem Licht erscheinen lassen. Aber Jans Aktivitäten bleiben nicht unbemerkt und er gerät schneller in Gefahr als ihm lieb ist... Dadurch geht es im Laufe des Buches mehr als einmal sehr actionreich zu. Insbesondere das Ende hat es in sich...!

Auch dieses Mal haben die Taten einen geschichtlichen Hintergrund. Die Morde stehen (zumindest zum Teil) mit der damaligen DDR und dem Staatssicherheitsdienst, kurz Stasi, in Verbindung. Linus Geschke gelingt es wieder einmal viele informative, reale Fakten in seine Geschichte einzuflechten ohne den Leser zu langweilen sondern die Geschichte stattdessen noch interessanter werden zu lassen.

Fazit:
Wieder einmal ein spannender, stellenweise actionreicher Fall mit interessantem Background. Eine absolut empfehlenswerte Krimireihe!