Der Wunsch nach Zugehörigkeit
Real AmericansMit dem Thema Identität und Zugehörigkeit beschäftigt sich Rachel Khong in ihrem neuesten Roman „Real Americans“. Genauer gesagt geht es in dem umfangreichen Werk vor allem um die Amerikaner chinesischer ...
Mit dem Thema Identität und Zugehörigkeit beschäftigt sich Rachel Khong in ihrem neuesten Roman „Real Americans“. Genauer gesagt geht es in dem umfangreichen Werk vor allem um die Amerikaner chinesischer Abstammung.
Zu den wichtigsten Personen des Romans gehört die 22-jährige Lily, Tochter der chinesischen Einwanderer, die nach ihrem Studium ein unbezahltes Praktikum bei einem Mediaunternehmen macht. Dort lernt sie den wohlhabenden Matthew kennen, sie heiraten und bekommen ein Baby. Doch diese ungleiche Beziehung scheint nicht zu funktionieren, und Lily erzieht ihren Sohn Nick allein. Mutter und Sohn leben in bescheidenen Verhältnissen auf einer abgelegenen Insel; Nick kennt seinen Vater nicht. Doch Nick will studieren und angestiftet von seinem besten Freund Timothy, beginnt nach seinem Vater zu suchen.
Der Roman setzt sich aus drei Teilen zusammen, in denen zuerst Lily, dann Nick und zum Schluss Lilys Mutter Mai ihre Geschichten erzählen.
In diesem vielschichtigen Roman geht es unter anderem um Herkunft und Identität, Zugehörigkeit, Wissenschaft und Genforschung; alles sehr wichtige Themen, die authentisch dargestellt wurden. Mich hat jedoch die Geschichte von Mai am meisten berührt. Die Wissenschaftlerin erzählt über ihr hartes Leben in China, ihre Auswanderung und die Herausforderungen des Neuanfangs in Amerika. Mai und ihr Mann wollten um jeden Preis „amerikanisch werden“, und den haben sie m.E. bezahlt.
Etwas abenteuerlich und sehr spannend fand ich Nicks Suche nach seinem unbekannten Vater, und auch seine Freundschaft mit Timothy, welche, nach dem Tim sich geoutet hat, tiefe Risse bekam.
„Real Americans“ ist eine umfangreiche Familiengeschichte, zwar mit einigen Längen, doch insgesamt sehr interessant und nachdenklich stimmend.