Eine Frau, die nicht vergessen werden wollte
Die BriefträgerinDer Urgroßmutter Anna Allavena, der ersten Postbotin Italiens, widmet Francesca Giannone ihren Debütroman „Die Briefträgerin“. Die Protagonistin des Buches ist eine außergewöhnliche Frau, die in der von ...
Der Urgroßmutter Anna Allavena, der ersten Postbotin Italiens, widmet Francesca Giannone ihren Debütroman „Die Briefträgerin“. Die Protagonistin des Buches ist eine außergewöhnliche Frau, die in der von Männern bestimmten Welt ihren eigenen Weg gegangen ist, ihr selbstbestimmtes Leben führen wollte.
Mit ihren unkonventionellen Entscheidungen sorgte Anna, die 1934 in dem süditalienischen Lizzanello mit ihrem Mann und dem kleinen Baby in Arm ankam, für viel Aufsehen. Vom ersten Tag an wurde die schöne Norditalienerin von den Bewohnern des Dorfes kritisch beäugt. Auch nicht alle im Dorf haben sich über Carlos Rückkehr in seine alte Heimat gefreut.
Später, als Anna sich um die gerade freigewordene Briefträgerstelle beworben hat und aufgrund ihrer schulischen Ausbildung den Job bekam, könnte der Klatsch und Tratsch im Dorf nicht aufhören. Doch die selbstbewusste Anna kümmerte sich nicht um das Gerede, blieb ihren Prinzipien treu und wurde für viele Menschen eine willkommene Portalettere und in vielen Fällen, besonders für Frauen in Not, eine Unterstützerin und gute Freundin.
Annas interessante Lebensgeschichte empfinde ich gleichzeitig als eine wunderschöne Geschichte einer unerfüllten Liebe. Denn Anna und Carlos Bruder Antonio entwickeln füreinander Gefühle, die über die Freundschaft und die gemeinsamen Interessen spürbar hinausgehen. Amore, Verrat, komplizierte Beziehungen und Geheimnisse nehmen auch sonst viel Platz in der spannenden Geschichte, deren Verlauf sich über fast dreißig Jahre erstreckt.
Ich habe den spannenden Roman mit großem Interesse gelesen und die sympathische, engagierte Protagonistin, die „nicht vergessen werden wollte“, ins Herz geschlossen. Diese Lektüre war mir ein Genuss.
Grazie mille!