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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2020

Psychogramm statt Thriller

Sieben Lügen
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Sieben Lügen von Elizabeth Kay hat mich durch die bereitgestellte Leseprobe angesprochen und neugierig auf das Buc gemacht.

Jane und Marnie, Freundinnen seit der Schulzeit, jung und unzertrennlich, haben ...

Sieben Lügen von Elizabeth Kay hat mich durch die bereitgestellte Leseprobe angesprochen und neugierig auf das Buc gemacht.

Jane und Marnie, Freundinnen seit der Schulzeit, jung und unzertrennlich, haben eine wunderbae gemeinsame Zeit gehabt. Solange bis sich Marnie verliebt und aus der gemeinsamen WG auszieht. Jane mag Charlie, Marnies Partner nicht. Jane, die ihren eigenen Mann verloren hat sich von diesem Verlust nie wirklich erholt und ist ein ganzes Stück emotional abhängig von Marnie, die dies allerdings nicht bemerkt.
Es folgt die erste Lüge, in dem sie Marnie bestätigt, dass sie und Charles gut zusammen passen. Es sollen unweigerlich noch weitere Lügen folgen.

Gefreut hatte ich mich auf einen spannenden Thriller, bekommen habe ich ein Psychogramm, über eine Frau, die es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, die quasi besessen ist von ihrer Freundschaft zu Marnie. Sie basstet sich ein Märchen -und Lügenkonstrukt, welches mir sehr fremd war.
Die Autorin wählte die Ich-Form, in der Jane dem Leser in für mich Tagebuchform, ihre sehr subjektive Sicht auf das Geschehen schildert. Als Leser wusste ich nun auch nie, was ist gelogen und was entspricht der Realität.

Nach einem wirklich starken Start und dem interessanten Plot, war der weitere Verlauf dann leider sehr ausschweifend und entfernte sich immer weiter vom angepriesenen Thriller. Viele Gedanken und Gefühle wurden sehr ausschweifend erzählt, so dass es auf mich dann häufig zäh wirkte.
Das Buch und auch der Plot hatten ein viel höheres Potential, als hier erreicht wurde und wird dadurch zu einem Buch, welches man zwar gut mal eben lesen kann, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.
Wer ein gutes Psychogramm lesen mag, dem kann ich "Sieben Lügen" empfehlen.

Veröffentlicht am 28.02.2020

aktuelle Thematik

Das Haus der Frauen
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Das Haus der Frauen von Laetitia Colombani behandelt wie auch der Vorgänger Roman die Geschichte zweier starker Frauen.

Die anerkannte Anwältin Solène erleidet nach dem Selbstmord eines Mandanten ...

Das Haus der Frauen von Laetitia Colombani behandelt wie auch der Vorgänger Roman die Geschichte zweier starker Frauen.

Die anerkannte Anwältin Solène erleidet nach dem Selbstmord eines Mandanten einen Zusammenbruch und landet in der Psychiatrie. Nach ihrer Entlassung ist sie psychisch immer noch sehr angeschlagen und hat keinen Boden mehr unter den Füßen, ohne Tabletten kann sie ihren Alltag nicht mehr bewerkstelligen. Ihr Therapeut rät ihr eine ehrenamtliche Tätigkeit auszuüben um wieder Struktur in ihren Tag zu bekommen.

Dieses Ehrenamt bringt sie als "Schreiberin" in den Palast der Frauen. Die Autorin hat in einer zweiten Erzählebene das Leben von Blanche Peyron (1867 – 1933) eine historische Person eingewoben, die ihr Leben der Heilsarmee gewidmet hat. Mir war diese Frau nicht bekannt, durch dieses Buch wird sie verdient einiges an Popularität gewinnen. Gerne hätte ich mehr von dieser starken Frau gelesen.

Solène trifft anfangs auf zurückhaltende Frauen, Frauen die eins vereint: alle sind sie vor irgend etwas geflüchtet, vor Missbrauch, Beschneidung und Gewalt. Nach und nach öffnet sich Solène den Frauen und umgekehrt.

Die Autorin hat ein auch heute hoch aktuelles Thema beschrieben, welches mit Sicherheit eine große Leserschaft erreichen wird. Mir persönlich war zu wenig Tiefgang in dem Buch. Die Beschreibung einer tiefen Depression war mir zu verherrlichend, da eher die weitverbreitete Meinung: " Man muss nur was machen, dann wird das schon" dargestellt wird. Schade, damit ist Potential zur Aufklärung verschenkt worden.

Alles in allem ein Buch welches sich schnell weglesen lässt und von mir eine Leseempfehlung erhält.



Veröffentlicht am 24.02.2020

Realistisch berührend

Nach Mattias
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Nach Mattias von Peter Zantingh schildert die Zeit einzelner Charaktere nach dem Verlust eines Menschen.

Mattias ein junger Mann um die 30, mit vielen Zielen, Wünschen und Hoffnungen ist nicht ...

Nach Mattias von Peter Zantingh schildert die Zeit einzelner Charaktere nach dem Verlust eines Menschen.

Mattias ein junger Mann um die 30, mit vielen Zielen, Wünschen und Hoffnungen ist nicht mehr da. Zurück bleiben Freundin, Eltern und Weggefährten. Alle kommen sie zu Wort. Wie haben sie Mattias erlebt und empfunden? Was bleibt von einem Menschen? Was hat Mattias bei dem Einzelnen bewirkt, wie durch sein Sein Einfluss genommen auf den weiteren Verlauf des Lebens dieser Protagonisten?

Peter Zantingh hat mit "Nach Mattias" ein realistisches und doch berührendes Buch geschrieben, über plötzlichen Verlust, die Trauer und die Gefühlswelt der "Zurückgebliebenen".
Im Verlauf des Buchs lernt der Leser Mattias aus verschiedenen Blickwinkeln kennen, nach und nach bietet sich dadurch ein Gesamt Bild über die gestorbene Person.
Es gelingt dem Autor durch die wandelbare Sprache und deren Änderung von Person zu Person die Charakterzüge und die Empfindungen hervorragend zum Leser zu transportieren ohne dabei jemals ins kitschige abzdriften.

Mich hat das Buch berührt und die unterschiedlichen Seiten der Trauer noch einmal klar vor Auge geführt. Ein wirklich überzeugendes Buch jenseits des Mainstreams.

Veröffentlicht am 24.02.2020

Stilistisch aussergewöhnlich

Milchmann
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Milchmann von Anna Burns hat den MAN-Booker Preis gewonnen und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.

Die Leseprobe entsprach auch meinen Erwartungen an ein gutes Buch. Besonders der aussergewöhnliche ...

Milchmann von Anna Burns hat den MAN-Booker Preis gewonnen und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.

Die Leseprobe entsprach auch meinen Erwartungen an ein gutes Buch. Besonders der aussergewöhnliche Stil hat mich begeistert. So habe ich die ersten Seiten flott und auch mit Spannung gelesen. Auch wenn in dem Buch keine Namen, Orte und Zeiten genannt werden, wird klar, dieses Buch spielt in Nordirland, wahrscheinlich in Belfast. Vom Rollenbild könnte es auch im letzen Jahrhundert spielen, Frauen sind weniger Wert als Männer, sollen so früh wie möglich heiraten und eine eigene Meinung ist regelrecht untersagt. Die 18-jährige Protagonist sieht dies allerdings anders und der Leser nimmt an ihren Gedanken und Gefühlen teil.
Teilweise ist dies sehr mühsam, da sich die Gedanken häufig wiederholen.
Sie hat eine große Familie, die ich nicht sofort auseinander halten konnte, ob der fehlenden Namen, jjedoch gelingt es der Autorin die Charaktere des Einzelnen gut zu beschreiben, so dass ich im Verlauf des Buches besser damit klar kam.

Dieses Buch lässt mich gespalten zurück, auf der einen Seiten die tollen stilistischen Mittel der Autorin, auf der anderen, dass dadurch doch etwas mühsame Leseerlebnis. Dies ist kein Buch um es mal eben nebenher zu lesen, sondern es erfordert ein hohes Mass an Konzentration.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2020

Spannendes Abenteuer

Silberflut (1). Das Geheimnis von Ray's Rock
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Mit Silberflut hat Alex Falkner ein spannendes Survival- und Abenteuerbuch für Kinder ab 10 Jahren geschrieben.

Alles beginnt ganz harmlos mit einer Klassenfahrt einer 7. Klasse auf die Insel ...

Mit Silberflut hat Alex Falkner ein spannendes Survival- und Abenteuerbuch für Kinder ab 10 Jahren geschrieben.

Alles beginnt ganz harmlos mit einer Klassenfahrt einer 7. Klasse auf die Insel Ray's Rock. Diese Klassenfahrt wird von zwei Lehrkräften begleitet. Auf dem Programm für die geplanten zwei Wochen stehen Survival und Abenteuer, also back to the roots. Bei einer Wanderung sehen die Kinder einen silbernen Nebel über die Insel wabern. Sie suchen Zuflucht in der Burg, als sie diese wieder verlassen ist daas Leben auf der Insel ein anderes. Alle Mitschüler und Lehrer sind verschwunden. Die Handys funktionieren nicht mehr. Als ob dies nicht reicht, verändert sich die Insel auch noch. Die Pflanzen und Tiere wachsen rasant.
Theo, Milla, Lucy, Jesper, Nick, Laurens und Eddie sind die Hauptprotagonisten des Buches. Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Eddie und Milla erzählt, was dem Leser einen guten Einblick und die Eigenheiten der einzelnen Kinder gibt.

Das Buch ist spannend und unheimlich. Für 10 jährige evtl an manchen Stellen zu unheimlich. Mein Enkel mit seinen 11 Jahren kam gut damit klar, es beschäftigte ihn jedoch eine ganze Weile.
Wir freuen uns auf die Fortsetzung, da viele Fragen wohl im zweiten Band aufgelöst werden.