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Veröffentlicht am 06.11.2018

Da steckt viel mehr hinter

Dark Prince
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Meinung:
Was genau habe ich erwartet?
Tja, ganz bestimmt nicht das.
Ihr alle kennt sie, die berühmten Klischees, die sich um royale Geschichten nur so ranken, ihr kennt die Stimmen zu dieser Art Bücher ...

Meinung:
Was genau habe ich erwartet?
Tja, ganz bestimmt nicht das.
Ihr alle kennt sie, die berühmten Klischees, die sich um royale Geschichten nur so ranken, ihr kennt die Stimmen zu dieser Art Bücher noch und nöcher.
Und auch ich habe diese Stimmen gelesen, sie erzählten mir von viel zu ordinärer Sprache, unnötiger Gewalt und Obszönitäten.
Warum ich das schreibe?
Weil ich dazu nein sagen will.
NEIN, NEIN, NEIN.
Dieses Buch ist vieles aber nicht das wovon ein paar Stimmen sprechen. Wobei ich anmerken möchte, dass ich nach diesen suchen musste, denn bei Dark Prince äußern sich so, so, so viele positiv und ich kann das verstehen.

Für mich begann der Einstieg gleich wie ein Abenteuer, es warf mich einfach direkt hinein ins Geschehen und ja es ging rau zu. Aber ich mag solche Geschichten und ich möchte euch erklären, warum gerade diese sich in meinen Augen von der Masse abhebt, mich begeistern konnte.

Wir haben zum einen die wirklich bösen Jungs, die richtig böse sind aber auch verdammt sexy - das sind sie meistens und das ist okay. Würde ich diese Art Klischee nicht wollen würde ich nicht lesen. Und beschrieben ist der Dark Prince einfach toll. Er herrscht über den Untergrund mit starker und angsteinflößender Hand, sie hören alle, was er sagt. Er ist einer der dicken Fiche, dealt mit Drogen und zieht die Fäden AUBER er ist nicht nur das. Er tut weit mehr und ob ihr ihn wirklich böse findet, ihn wirklich verachten werdet? Ich tat es nicht mehr.
Ich fing schlicht an ihn zu vergöttern.

''
TUNK MICH IN EINEN BRUNNEN
AUS PECH UND ICH TRAGE MEINE DUNKLE
SEELE MIT STOLZ.

Und Florence ist einfach so taff. Natürlich hat sie ihr Päckchen oder vielmehr das eines anderen zu tragen. Und daran hängt einfach alles, weswegen sie keine Angst vor gar nichts zu haben scheint.
Ich denke, dass sie von Anfang an wusste, dass sie sich in Gefahr befindet, aber nicht in solcher.
Ja es gab Gewalt aber diese hatte nicht wirklich mit dem Dark Prince zu tun. Und ja es sind Dinge passiert, von denen ich mir nicht wünsche, dass man sie mit mir macht oder das ich sie erleben muss. Aber das ist die Welt, in der Florence und auch der Dark Prince und seine Leute leben.

Außerdem ist es unglaublich süß, ja süß trotz allem, wie die beiden sich näher kommen. Wie sie sich weiter kennen lernen obwohl alles dagegen spricht, sie sich gegenseitig weg stoßen und dennoch wissen, sie wollen das eigentlich nicht, dennoch geht es nicht anders. Niemals.
Da ist irgendwo tief drinnen dieses verzweifelte wollen aber nicht können, es war nicht die ganze Zeit greifbar aber unterschwellig war es da. Ich finde so wurde sehr deutlich gezeigt und auch nachvollziehbar, dass der Dark Prince für ein höheres Zeil kämpft und ich denke, dass es mich deswegen auch sehr bewegt hat, denn ich fühlte mich nicht in Gefahr. Ihr kennt das sicher, wenn ihr wisst: ''Das geht nicht gut aus'', so habe ich mich nicht gefühlt, ich wusste zwar, dass es nicht sein darf aber ich habe nicht mit Florence leiden müssen, weil sie in Gefahr schwebte. In seiner Nähe war sie sicher und ich habe das gefühlt.
Manch einer hat es so vielleicht nicht wahrgenommen aber mich hat es auf dieser Gefühlsebene erreicht.

Auch gab es jede Menge spannende Momente, die das ganze in Action hielten und somit die totale Spannung gebracht haben, ich konnte nicht aufhören, schlafen fiel mir schwer und ich habe es deswegen am nächsten Tag bis spät Abends gelesen um nicht noch eine Nacht zu schlafen bevor es zu ende ist.

Die Erotikszenen fand ich persönlich total toll. Sie waren teilweise rauer als gewöhnlich, was in dem Moment vielleicht eher am Partner lag aber auch mit ihm waren sie nicht so, dass ich dachte es wäre zu viel. Es fühlte sich an als wäre alles super, als wäre es genau richtig und prickelnd schreiben kann Frau Wonda definitiv.
Es war niveauvoll selbst dann als es ''brutaler'' zu ging.
Oft habe ich Probleme mit der Sprache, die Autoren in solch derberen Szenen gebrauchen, damit hatte ich hier absolut keine Schwierigkeiten ich habe die Erotik in diesem Buch sehr gerne gelesen.

Ich habe mich hier absolut in alles verliebt. Die Charaktere fand ich toll, Florence ist taff und witzig und zeigt keine Angst, das habe ich geliebt und der Dark Prince ist sexy, geheimnisvoll und hinter seiner Fassade steckt mehr Gutes als man annimmt aber auch mehr Geheimnisse, als gelöst werden. Es gibt actionreich zu, spannend und mysteriös, es war komplex ohne zu verwirrend zu werden. Die Autorin hat eine tolle Idee umgesetzt, von der ich unbedingt mehr wissen möchte.

Es handelt sich nicht um ein Märchen, wahrscheinlich nicht mal um ein dunkles, aber wer die verdorbensten Prinzen mag, der wird dieses Buch so sehr lieben wie ich.



Schreibstil:
Die Autorin hat einen tollen wandelbaren Stil, sie konnte Gefühlvoll aber auch rau und dreckig, sie schuf niveauvolle Erotikszenen und spannende Action und man hat immer das Gefühl, dass sie weiß was sie tut, weiß wie sie den Leser erreicht oder ihn um den Finger wickeln kann. Oder besser gesagt, wie ihre Figuren die Leser um den Finger wickeln.


Cover:
Nicht nur das Cover ist schön. Wenn man es aufschlägt trifft man auf so viele wundervolle kleine Details, in die ich mich noch vor dem Lesen verliebte. Es ist mit wahnsinnig viel Feinschliff gemacht und gefällt mir von außen genauso gut, wie von innen.

Veröffentlicht am 13.02.2018

Angst einflößend

Die Welt, wie wir sie kannten (Die letzten Überlebenden 1)
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Darum geht es:
Ein Meteorit schlägt auf dem Mond ein, dieser gerät aus seiner Umlaufbahn und plötzlich hängt er viel zu nah über der Erde.
Klingt nach SciFi, ist es aber nicht.
Es verändert sich alles. ...

Darum geht es:
Ein Meteorit schlägt auf dem Mond ein, dieser gerät aus seiner Umlaufbahn und plötzlich hängt er viel zu nah über der Erde.
Klingt nach SciFi, ist es aber nicht.
Es verändert sich alles. Zuerst brechen die Menschen in Panik aus, Schulen werden geschlossen, Strom funktioniert irgendwann nur noch begrenzt, Lebensmittel kommen nicht mehr nach. Es gibt Frost im August und der Winter hat es in sich.
Und es geht um Miranda und ihre Familie, die während all dem versuchen zu überleben, während scheinbar alles um sie herum aus den Fugen gerät, genau wie der Mond es ist.







Was wäre wenn?
Halten wir uns nicht damit auf, dass ich euch erzähle, warum mir dieses Buch gefallen hat, denn das ergibt sich von selbst. Viel wichtiger ist, was wäre, wenn das wirklich passieren würde?
Was wäre wenn es meiner Familie dann so ergehen würde wie Mirandas, oder den Familien der anderen?
Diese Frage hab ich mir beim Lesen gefühlt 1000 Mal gestellt und die Antwort lautet: Ich weiß es nicht.
Jedes Mal.
Dieses Buch hat mich zu Tode geängstigt, weil es so wahr ist, es könnte so passieren und es könnte sein, dass es dann genauso kommt, wie Miranda in ihrem Tagebuch schreibt.
Ich weiß auch, dass es sicherlich erstmal nicht passieren wird, wahrscheinlich nie trotzdem hat mich dieses Buch extrem verängstigt, fasziniert und nachdenklich gemacht.

Die Faszination fürs Grausame ist ein komisches Phänomen aber hier ist es auch so. Man will all das Leid gar nicht erfahren, man möchte sch nicht so fühlen wie Miranda aber man tut es. Ich habe mich so gefühlt. Ich war es Miranda schuldig das alles zu empfinden. Für mich ging diese Geschichte, die so nah an der Realität ist, dass es mir Angst macht, tief unter die Haut. Sie wird mich nicht los lassen und ich werde mich noch ewig an sie erinnern.

Ich kann nicht mal sagen, dass ich sie gerne gelesen habe, denn das wäre nur die halbe Wahrheit. Natürlich schreibt die Autorin wahnsinnig gut und die Geschichte ist unsagbar spannend aber sie ging mir so nah, dass es schon zu nah war, zu emotional und grausam. Am liebsten hätte ich es abgebrochen, was natürlich nicht ging und ich bin froh das ich es nicht getan habe, dennoch es war ein mulmiges Gefühl von Anfang an dabei und es hat mich die ganze Zeit über in seinen Klauen gehalten.



Permanent musste ich mir vorstellen, wie es wäre, wenn der Mond plötzlich ganz nah wäre.
Wie viel Ahnung habe ich schon, dass ich sagen könnte:''Das wird nie passieren'' oder ''Das kann nicht passieren''. Keine.
Und das ist es was mir hier einen Schauer nach dem anderen über den Rücken gejagt hat.

Ich würde es nicht mal wirklich als Roman bezeichnen, sondern eher als Überlebensbericht oder etwas Derartiges und trotzdem hoffe ich, dass die ganze Idee in diesem Roman bleibt und niemals Wirklichkeit wird. Wer jetzt meint ''Ist doch nur ein Buch, übertreib es doch nicht'' der soll bitte schnellstmöglich dieses Buch lesen und sich danach noch mal melden.
Ich kann nur für mich sprechen aber ich sehe gerade alles mit anderen Augen.
Natürlich wird das wieder weg gehen, aber ich werde immer wissen, wenn ich dieses Buch ansehe, dass es etwas an sich hat, was ich nicht komplett abschütteln kann.

Natürlich möchte ich auch anmerken, dass Susan Beth Pfeffer hier etwas erschaffen hat, dass so ganz anders als alles ist, so beängstigend wie es ist, so genial ist es eben auch. Für mich ist sie gerade noch kurz vor Ende des Jahres zu einem Lebenshighlight geworden


Was bleibt?
Vieles. Ich nehme viel aus diesem Buch mit und werde es in meinem Kopf behalten und ich habe auf jeden Fall den Masterplan, falls genau dieser Fall einmal eintreffen sollte. Spaß beiseite.
Im Grunde ist es fiktiv. Es wurde erfunden. Aber während man es liest fühlt es sich nicht so an. Nicht eine Sekunde, eher fühlt es sich an, als würde man lesen, was einem gerade selbst passiert. Und aus dem Fenster gucken wollte ich auch nicht mehr.
Dieses Buch hat mir sehr viel gegeben, auch wenn ich es sehr schwer finde dafür angemessene Worte zu finden hoffe ich, dass ihr versteht, was es mit mir gemacht hat und warum es das geschafft hat. Ich würde mir wünschen, dass es ganz viele von euch lesen und ebenso empfinden wie ich.

Veröffentlicht am 22.10.2017

Noch nie hat ein Buch so weh getan

Forbidden
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-Forbidden-

Warum? Frau Tabitha Suzuma, why?
Wie kann man sowas nur schreiben?
Soll ich ernsthaft über das Thema, welches ich nicht benennen möchte nachdenken?
Ist das der Sinn?

Ich weiß es nicht.

Ich ...

-Forbidden-

Warum? Frau Tabitha Suzuma, why?
Wie kann man sowas nur schreiben?
Soll ich ernsthaft über das Thema, welches ich nicht benennen möchte nachdenken?
Ist das der Sinn?

Ich weiß es nicht.

Ich dachte ich habe schon alles gelesen. Böse, traurig, schrecklich, schön, herzergreifend, romantisch, grausam, zerstörend... usw.

Das hier? VERNICHTEND. Fuck - kann man danach überhaupt noch an gut und böse glauben, oder an irgendwas?

Bin ich jetzt kaputt, weil ich denke, wie kann man das den beiden nur verbieten, wie kann man die beiden, die in ihre Rollen hinein gezwungen wurden so auseinander reißen?

Die ehrlich Antwort, nein. Ich glaube nicht. Nicht in diesem Fall, den Frau Ich-Zerbreche-Dein-Herz-In-Mehr-Als-Tausend-Teile hier beschreibt, nein.
Wie die Kernaussage, ''Wie kann etwas so falsches, sich so richtig anfühlen'' bereits sagt, denkt darüber nach.

Ich habe lange, lange gebraucht um über dieses Buch soweit hinweg zu kommen, dass ich überhaupt darüber schreiben konnte. Und ich suche auch jetzt noch nach den richtigen Worten...

Ich könnte nie, niemals so meine Geschwister lieben und ich kann es mir immer noch nicht vorstellen...nicht bei mir. Aber Maya und Lochan...? Wie wäre das im echten Leben? Wären sie da so mutig gewesen? Denn das ist es doch, mutig. Etwas zu tun, das sie nicht dürfen und niemals dürfen werden. Etwas das so verboten ist wie nur irgendwas. Etwas das einfach tabu ist.

Trotzdem. Nennt mich pervers oder trotzig oder abartig. Aber es hat mein Herz so gebrochen, dass ich jetzt denke: ''Wieso habt ihr sie sich nicht einfach lieben lassen?''

Ich weiß nicht ob ich forbidden mit einem Messer durchbohren will oder es fest an mich drücken möchte...ich weiß es einfach nicht. Und trotzdem...es ist DAS Buch, dass mich bisher am meisten berührt hat. Von allen die mich bisher am meisten berührt haben ist es das hier, das so weh tut, dass ich es nie nie nie wieder lesen will und werde. Nie wieder.

Es schmerzt höllisch. Abstieg ganz weit nach unten. Hassliebe. Irgendwas.

Veröffentlicht am 22.10.2017

Gemalte Worte und Sonne

Ich gebe dir die Sonne
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Inhalt:
Noahundjude. JudeundNoah. Sie sind Zwillinge und niemand kann die beiden trennen. Dann aber verliebt sich Noah in den neuen Nachbarsjungen. Jude hingegen entdeckt roten Lippenstift für sich. Noah ...

Inhalt:
Noahundjude. JudeundNoah. Sie sind Zwillinge und niemand kann die beiden trennen. Dann aber verliebt sich Noah in den neuen Nachbarsjungen. Jude hingegen entdeckt roten Lippenstift für sich. Noah malt und macht Kunst. Jude ist die Draufgängerin, trifft sich mit Jungs und ist waghalsig.
Es passiert etwas, was Jude und Noah auf verschiedene Arten zerstört und verändert und die beiden reden Jahre später kaum mehr ein Wort miteinander.
Doch dann trifft Jude einen unwiderstehlichen Engländer und einen charismatischen Künstler...

Meine Meinung:
UND DANN KAM: ICH GEBE DIR DIE SONNE
Die Story ist eine völlig aus dem Leben gegriffene, gut nachvollziehbare und toll abgestimmte, durchdachte.
Die Orte, Charaktere usw. passen in die Geschichte, sind fabelhaft umgesetzt und beschrieben.

Klingt nach einem guten Buch, ist es aber nicht.
Es ist so groß wie das Universum.
Jandy Nelson schreibt nicht, sie malt mit Worten. Sie bringt Kunstwerke in dieses Buch, Seite um Seite.
Sie malt das graue, schwarzverwaschene Seelenleben von zwei Teenagern, die schlimmes erlebt haben. Kleckst Pink und Orange hinein während sie vom Verliebtsein schreibt, sprenkelt blau und Ozeangrün und leuchtendes Gelb für all die Emotionen rein, die sie nicht vermitteln will sondern MUSS. Und sie kann. Sie kann es so gut.
JEDER, der eine gute Geschichte lesen will, kann viele. dutzende Bücher lesen, aber eine gemalte Geschichte, die mehr bedeutet als alle gibt es nicht oft.

Es überrollt.
Reißt mit.
Überschwemmt.
Verschmiert klare Linien zu schwammigen Wellen.
Dieses Buch ist atemberaubend in vielerlei Hinsicht.

Wenn ihr Fakten wollt ala ''Lohnt es sich dieses Buch zu lesen?'' oder ''Ist es sein Geld wert?'' - Findet selbst heraus was euch dieses Buch bedeutet. Vielleicht seht ihr Orangen nach dem lesen mit anderen Augen, vielleicht ist eine Zwiebel nicht mehr bloß eine Zwiebel und vielleicht braucht einer von euch ganz dringend eine Herzmuschel. Vielleicht.
Ich hoffe es.

Ich weiß nicht was ich sagen soll. Es gibt einfach viele Bücher die so richtig gut sind. Aber wenn ihr auf der Suche nach etwas seid, das euch atemlos zurücklässt, das euch berührt und lachen und schluchzen lässt, euch über den Rand dieser Welt schubst und euch dann auf einer wattigen Wolke wieder auffängt, eure Tränen wieder trocknet und euch im nächsten Moment in ein Gewitter aus Farben schleudert, dann lest ''Ich gebe dir die Sonne''. Lest es, oder vielleicht lebt ihr es auch.

Verpasst es nicht.

In Sternen kann man dieses Buch nicht bewerten aber vielleicht in Wolken oder Regenschirmen oder Wellen. Es ist so viel mehr.

Noch ein paar weniger malerische Worte zu diesem Buch (ich versuche es). Hier wurde das Schicksal herausgefordert und zusammengeführt, weswegen ich es nur als eine Geschichte über das große Schicksal beschrieben kann. Natürlich geht es um Jude und Noah und den Engländer und den Nachbarn, aber das was viel höher liegt als mit dem Auge sichtbar ist das Schicksal. Das besondere, die Verstrickungen, die in jedem Ereignis stecken und alles dorthin führen, wo es endet. Es passt einfach in jedem Detail ohne zu durchdacht zu wirken. Es ist perfekt unperfekt.

Cover:
Möglicherweise habt ihr es im Buchhandel nicht wahrgenommen. Denn es glänzt in seiner Schlichtheit. Es ist bunt aber nicht sehr. Es lässt kaum was vermuten von dem, was drinnen steckt. Und das gefällt mir. Es ist wunderschön und die Überraschung, die unter dem Umschlag in jeder Zeile steckt ist noch schöner.

Veröffentlicht am 20.05.2019

Super Strange und doch gut

So schöne Lügen
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Meinung:
Ein Buch, welches mich in einem ziemlichen Zwiespalt zurück lässt.
Einerseits ist all das was geschieht sehr verstörend und surreal und auf der anderen Seite auch sehr emotional, so das ich es ...

Meinung:
Ein Buch, welches mich in einem ziemlichen Zwiespalt zurück lässt.
Einerseits ist all das was geschieht sehr verstörend und surreal und auf der anderen Seite auch sehr emotional, so das ich es kaum beschreiben kann.

Die toxische Freundschaft, die ist definitiv vorhanden und man weiß sofort, dass das nicht gut enden kann und doch habe ich mich des öfteren gefragt, wer von beiden eigentlich die schlimmere Giftschlange von beiden ist.

Sympathie? Fehlanzeige. Ich glaube dieses ist das einzige Buch, dass ich jemals gelesen habe, bei dem keiner, wirklich keiner der Charaktere mir auch nur ein wenig sympathisch waren. Vielleicht sollte das auch genau so sein?

Diese Geschichte war voller lügen und abstrakten Partys, Situationen und Dialogen. Es war verrückt und es fühlte sich während des Lesens an wie allmählich den Verstand zu verlieren und das ist es was mich so geflasht hat. In diesem Buch kommt man tatsächlich ohne Bezugsperson aus, man schafft es sich darin zu verlieren in dieser rauschenden, betrunkenen Welt aus Partys und Fotos auf Facebook und Kleider und Leben, dass man es erst schleichend bemerkt. Oder vielleicht auch erst als es schon zu spät war.

Das Louise eiskalt ist, abgeklärt und sich tatsächlich nur für sich interessiert merkte ich irgendwie erst zum Schluss. Und mehr noch sie war regelrecht emotionslos und berechnend. Und irgendwie dabei so faszinierend auf eine Art und Weise, die mir Gänsehaut bescherte.

Teilweise war es Lavinia die mir leid tat, sie schien mir zwar total drüber zu sein mit ihrem krassen Lebensstil, ihren verrückten Ideen und den furchtbaren ausufernden Partys und doch war sie krank. Ob das eine Form des Depressiv seins war oder eine andere Psychische Störung konnte ich nicht wirklich aus dem Buch heraus lesen aber Fakt ist, dass etwas mit ihr war und sie Hilfe gebraucht hätte. Dessen bin ich absolut sicher und doch waren beide, Louise und Lavinia in einem so abstrusen Strudel gefangen, es schien als ob es einfach für beide zu spät war.



Die anderen Charaktere waren auch ziemlich daneben. Rex war vermutlich noch der normalste von allen und auch mit ihm ging irgendwas vor, ich konnte es nur nicht greifen. Er schien emotional wahnsinnig von Lavinia abhängig zu sein und somit beleuchtet dieses Buch auf eine ganz eigene Weise sehr unbequeme Thematiken des Lebens was mich ziemlich begeistern konnte trotz oder gerade aus dem Grund, dass ich die Figuren allesamt nicht leiden konnte.

Es war ein ganz besonderes Leseerlebnis und es gab zu viel, was ich nicht habe kommen sehen und die Kälte mit der Louise letztlich handelte war für mich schon fast zu viel, weil es mich unvorbereitet getroffen und zu Tode erschrocken hat. Auch sind für mich einige Fragen offen geblieben, was mich etwas stört, doch ich vermute auch das ist so gewollt.

Ein wirklich abgründiges Buch über Wesenszüge, die so unbequem sind, dass wir sie vielleicht häufiger verschweigen oder kleiner reden als sie sind. Doch in dieser Geschichte war all das alles andere als klein oder kaum der Rede wert. Es war eine Monstrosität an menschlichen Abgründen.