Profilbild von Newspaper

Newspaper

Lesejury Star
offline

Newspaper ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Newspaper über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2024

Zwei Frauen - verbunden durch ein tragisches Unglück

Zwei Leben
0

Klappentext:

„1971 in einem Dorf in Süddeutschland. Nach einer Schneiderlehre in der Stadt kehrt die 20-jährige Roberta auf den Hof ihrer Eltern zurück. Sie ist das einzige Kind und wird irgendwann einmal ...

Klappentext:

„1971 in einem Dorf in Süddeutschland. Nach einer Schneiderlehre in der Stadt kehrt die 20-jährige Roberta auf den Hof ihrer Eltern zurück. Sie ist das einzige Kind und wird irgendwann einmal die Bäuerin sein. Hier auf dem Land sind Vergangenheitsbewältigung, Kriegsdienstverweigerung, Feminismus, Popkultur und Miniröcke nichts, womit man sich beschäftigt. Hier zählen Arbeit, Gehorsam und moralisches Verhalten. Roberta träumt davon, eigene Kleider zu entwerfen, aber sie weiß genau, dass das Träume bleiben werden. Zugleich liebt sie ihren Hof und die körperliche Arbeit in der Natur, wo sie sich ganz und gar spürt. Und sie liebt Wilhelm, den Pfarrerssohn.

Wilhelm ist nicht nur für Roberta der Grund, im Dorf zu bleiben. Auch seine Mutter Gertrud bleibt wegen ihres Sohnes. Im Gegensatz zu Roberta hasst sie das Landleben und wünscht sich nichts mehr, als weggehen zu können, hinaus in die Welt.
Beide Frauen werden schwanger und müssen eine Entscheidung treffen. Doch ein tragisches Unglück gibt ihrer beider Leben eine komplett neue Richtung.“





Fazit:

Die Atmosphäre und den Puls der Zeit Anfang der 70er Jahre fühlt man auf Anhieb. Auch, weil sich Ewald Arenz der Sprache bzw. Ausdrucksweise angepasst hat. Das Dorfleben ist unverfälscht und unfassbar bildhaft beschrieben. Ich genoss die Ausführungen, die Arbeit, das Feeling. 



Die Handlung ist zunächst unaufgeregt und relativ ruhig. Beide Frauen kommen zu Wort und offenbaren ihre Wünsche, Sehnsüchte und Gedanken. Jede auf ihre eigene Art und Weise. 



Ab dem letzten Drittel wendet sich alles - die Stimmung, die Handlung, mein Gefühlschaos. Das tragische Unglück sah ich zwar (wegen dem Klappentext) kommen, war jedoch nicht darauf gefasst. Die Lebenswege die Roberta und Gertrud einschlagen, sind vom Autor gut gelöst. 
Einzig die Sprache machte es mir an einigen Stellen nicht einfach. Das kann jedoch einfach an meinem Alter liegen und der Tatsache, dass ich (historische) Bücher aus diesem Jahrzehnt oder älter nicht so häufig lese.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2024

Konnte nicht in das Buch abtauchen

9 Grad
0

Klappentext:

„Über die Kraft der Kälte, das Zurückfinden zu sich selbst, echte und sprengbare Grenzen im Leben und Freundschaften, die bereichern

Neun Grad hat das Wasser, als Josie sich zum ersten Mal ...

Klappentext:

„Über die Kraft der Kälte, das Zurückfinden zu sich selbst, echte und sprengbare Grenzen im Leben und Freundschaften, die bereichern

Neun Grad hat das Wasser, als Josie sich zum ersten Mal in den Fluss wagt, um ihrer schwer kranken Freundin Rena einen Wunsch zu erfüllen. Vielleicht betäubt der Kälteschmerz ja auch die Angst, sie zu verlieren. Doch was Josie dann erlebt, übersteigt alles, was sie sich erhofft hat. Beim Eisbaden spürt sie sich zum ersten Mal selbst, erlebt ihren Körper, mit dem sie immer gehadert hat, ganz neu . Und noch etwas ist neu: ihre Beziehung zu Lee, den sie über Tinder kennengelernt hat. Doch Lee kämpft mit seinen eigenen Dämonen, ist depressiv. Was bedeutet das für ihre Liebe - und was machen Grenzerfahrungen mit einem? Elli Kolb erzählt es in ihrem bewegenden Roman.“





Fazit:

Dieser Roman ist stellenweise wirklich sehr intensiv und stimmt den Leser nachdenklich, lenkt aber gelegentlich völlig ab und beschäftigt sich mit Themen, die meiner Meinung nach (für den weiteren Verlauf) total uninteressant sind. Auch das eigentliche Eisbaden kommt viel zu kurz.
Zwar liest es sich insgesamt sehr gut und authentisch aber mehr Fokus auf den wirklich relevanten Momenten hätte ich schöner gefunden. 



Josie selbst mochte ich sehr. Ihre Art ist zwar nicht immer einfach zu verstehen, jedoch ziemlich transparent und glaubwürdig. Am liebsten war mir ja der Lee. Sein Humor kam bei mir gut an. Hier hätte ich mir mehr Background Wissen zu seinen Depressionen gewünscht.

Ich finde, dass sich zum Ende hin einiges verloren hat. Dass so manches einfach für den Leser offen/unerzählt bleibt stört mich teilsteils. Mehr Klarheit hätte mein persönliches Empfinden möglicherweise mehr befriedigt und zufrieden zurückgelassen, andererseits wirkt es so ziemlich realistisch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2024

Leider nicht mein Ding

Kein Land in Sicht
0

Klappentext:

„Eine Frau erwacht auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher See – ohne jede Erinnerung, aber mit der Gewissheit, dass sich etwas Schreckliches ereignet hat, bei dem sie selbst eine zentrale Rolle ...

Klappentext:

„Eine Frau erwacht auf einem Kreuzfahrtschiff auf hoher See – ohne jede Erinnerung, aber mit der Gewissheit, dass sich etwas Schreckliches ereignet hat, bei dem sie selbst eine zentrale Rolle spielt. 

Ein Kreuzfahrtschiff auf hoher See. Eine Frau in ihrer Kabine. Sie weiß weder ihren Namen, noch, wie und warum sie auf dem Luxusdampfer gelandet ist. Nur dass sie Kreuzfahrten hasst und Angst vor dem Wasser hat, ist sicher. Widerwillig, aber mit ungebremsten Ermittlerdrang lässt sie sich ein auf das Abenteuer Kreuzfahrt in der Hoffnung, ihre Identität auf hoher See wiederzufinden. Nur bruchstückhaft kehren die Erinnerungen zurück: Sarah Peters ist ihr Name. Sie ist Kriminalkommissarin. Sie wurde undercover eingeschleust, um einer brutalen Schlepperbande auf die Spur zu kommen. Und Sarah weiß bald auch: sie kann auf diesem Schiff niemandem trauen. Und sie hat rasend wenig Zeit, um ein großes Verbrechen zu verhindern.“





Fazit:

Bei diesem Krimi handelt es sich um den ersten Band für Sarah Peters. Ich werde sie leider nicht fortsetzen, dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen passierte ziemlich lange nichts, außer der Tatsache, dass es sich bei der Frau ohne jegliche Erinnerungen (dafür einem dauerhaft mulmigen Gefühl) um Sarah Peters handelt, sie in Wahrheit eine Kriminalkommissarin ist und auf einem Schiff undercover arbeitet. Mich fesselte der Anfang deshalb schon mal nicht.



Zum anderen entsprach der Schreibstil nicht meinem Geschmack. Die Sätze wirkten abgehakt und die Dialoge oft sehr vage. Die Ereignisse fand ich ziemlich verwirrend, die Spannung ging dadurch verloren bzw. kam gar nicht erst auf. Außerdem mochte ich die Protagonistin leider überhaupt nicht.

Die Perspektive eines Gefangenen interessierte mich leider nicht wirklich.


Im Großen und Ganzen habe ich mir irgendwie etwas anderes vorgestellt bzw. einen krasseren Spannungsbogen gewünscht. Ein paar Szenen sind ganz solide aber nichts weltbewegendes. Es tut mir leid für die Autorin aber ich kann das Buch leider nicht wirklich weiterempfehlen.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.09.2024

Gefangen in ausweglosen Situationen

Der Steg
1

Klappentext:

„Bis vor einer halben Stunde dachte Priska, ihr Leben sei perfekt. Toller Job, toller Ehemann, tolles Haus am Plöner See, Vorfreude auf ein langes Wochenende mit ihrem Halbbruder Moritz und ...

Klappentext:

„Bis vor einer halben Stunde dachte Priska, ihr Leben sei perfekt. Toller Job, toller Ehemann, tolles Haus am Plöner See, Vorfreude auf ein langes Wochenende mit ihrem Halbbruder Moritz und dessen neuer Freundin Anna. Doch jetzt steht Priska auf dem Bootssteg, der zu ihrem Haus gehört, und blickt ins klare Wasser. Auf dem Seegrund liegt ein Mann, er ist tot, und es ist ihre Schuld. Da klingeln auch schon die Gäste …

Ein tiefgründiger, virtuos komponierter Psychothriller über zwei Frauen: Die eine will mit allen Mitteln ein Geheimnis bewahren, die andere möchte nur die Schwester ihres Freundes kennenlernen – bis ihr der Verdacht kommt, diese könnte eine Mörderin sein.“





Fazit:

Priska gerät bereits auf den ersten Seiten in die Bredouille, ab da kommt eine ausweglose Situation nach der anderen. Die Ereignisse spielen in einem straffen Handlungszeitraum von nur wenigen Tagen. Die spannende Geschichte beginnt mit einer Fülle von losen Puzzleteilen und Fragen, die sich langsam zusammenfügen, um dann durch überraschende Wendungen wieder neu gemischt zu werden. Der Wechsel der Erzählperspektiven ist ein weiteres interessantes Detail. Positiv hervorheben möchte ich den Fakt, dass die Autorin zwar auch aus Sicht der Ermittler schreibt, diese aber zu keiner Zeit im Vordergrund stehen.
 Zumal diese relativ spät zum Einsatz kommen.
Lebhafte Schilderungen des Umfeldes und erklärende Rückblicke begleiten die Handlung, ohne jedoch den Spannungsbogen zu unterbrechen.



Ich fieberte mit, war gespannt wie sich Priska immer häufiger herausgeredet musste und wollte unbedingt wissen wer der Tote ist. Diese Tatsache bleibt ziemlich lange verborgen, denn mit der Auflösung offenbarte sich ein schreckliches Geheimnis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.09.2024

An all die kleinen Drama Queens und Kings

Aua!
0

Klappentext:

„Der Löwe ist empört: die Maus hat ihn getreten und das tut sooo weeeeh! Schnell kommen die anderen Tiere angerannt und versuchen, dem Löwen, zu helfen. Der Elefant pustet, das Lama versucht's ...

Klappentext:

„Der Löwe ist empört: die Maus hat ihn getreten und das tut sooo weeeeh! Schnell kommen die anderen Tiere angerannt und versuchen, dem Löwen, zu helfen. Der Elefant pustet, das Lama versucht's mit Spucke und die Qualle bietet eine tröstende Umarmung an. Aber nichts hilft, der Löwe brüllt noch immer vor Schmerz. Da kehrt die kleine Maus zum Tatort zurück und löst die Situation überraschend auf. 

Vom untröstlichen Löwen 

Wer kennt das nicht? In manchen Situationen ist man einfach untröstlich und muss sein Leid lauthals mit der Welt teilen. So wie der Löwe in diesem Buch, der nach einem vermeintlichen Tritt wütend seinen Schmerz herausbrüllt. Alle Versuche zu trösten scheitern, bis der vermeintliche Verursacher des Unglücks zurückkehrt und dem Löwen sein Lächeln wieder aufs Gesicht zaubert. Ein wunderbar witziges Trostbuch für alle kleine Löwen und Löwinnen ab 24 Monaten.“





Fazit:

Wer kennt sie nicht, die Wehwehchen die ja vermeintlich sooo weh tun und einfach untröstlich sind?! Egal ob man pustet, streichelt oder knuddelt - es hilft einfach nichts. Dieses Buch führt mit viel Situationskomik die Kleinen Zuhörer und/oder Leser durch die vielen Trostversuche. Die Bilder sind anschaulich, die Texte kurz und der dramatische Löwe steht wunderbar im Mittelpunkt. Die Szenarien geben Gesprächsstoff über die man wunderbar diskutieren kann. Die Assoziationen mit Tieren ist ansprechend und holt die Kids ab.



Das Trostbuch ist das perfekte Paradebeispiel für all die kleinen Drama Queens und Kings, die bei schon bei leichten Beschwerden ein biiiischen übertreiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere