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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2023

Auf Abstand gehalten

Henriette lächelt
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Klappentext:
„Henriette bleibt am liebsten zu Hause, während das Leben vor ihrem Fenster stattfindet. Ihre Mutter, die in der Wohnung über ihr lebt, möchte das Leben ihrer fünfzigjährigen Tochter kontrollieren, ...

Klappentext:
„Henriette bleibt am liebsten zu Hause, während das Leben vor ihrem Fenster stattfindet. Ihre Mutter, die in der Wohnung über ihr lebt, möchte das Leben ihrer fünfzigjährigen Tochter kontrollieren, sie lässt sie nicht in Ruhe, kommentiert jede Essensbestellung, jede Kleiderwahl, die Henriette trifft. Denn Henriette hat 190 Kilo und das dominiert ihre Existenz. Der einzige Lichtblick ist Martin: ihr Arbeitskollege, den sie nur vom Zoom-Bildschirm kennt und der so schöne Augen hat. Henriette verliebt sich in ihn, auch wenn sie sich das selbst nicht zugesteht.

Als sie eines Tages ihre schwangere junge Nachbarin kennenlernt, beginnt Henriette sich und ihre Welt zu öffnen. Gelingt es ihr, sich von ihrer Mutter zu lösen und einen Schritt in die Zukunft zu wagen?“


Fazit:
Anfangs mochte ich die knackigen, kurzen Sätze. Henriettes Leben, ihr Leidensweg mit 190 Kilo und die damit einhergehenden Probleme werden gnadenlos ehrlich und offen erzählt. Die Einblicke sind spannend aber auch erschütternd. Das Leben scheint wortwörtlich schwieriger zu sein. Ständig hat Henriette Stimmen im Kopf wie andere Leute sie sehen, was sie über ihren Einkauf auf dem Kassenlaufband denken. Man merkt auch auf Anhieb wie überlegt der Tagesablauf ist, denn spontane Bewegungen/Handlungen sind nicht wirklich möglich.

Im weiteren Verlauf störten mich jedoch die kurzen Kapitel. Ich hatte das Gefühl als würde mich das Gelesene auf Abstand halten. Kaum hatte ich mich an eine Situation gewöhnt, kam schon die nächste Handlung. Die Erzählung wirkte deshalb auch etwas sprunghaft.

Schwierig fand ich es zudem hinter Henriettes Gedankenkarussell hinterherzukommen. Sie schien mir oft verwirrt und labil zu sein. Ihre Denkweise konnte ich nicht immer von der Realität unterscheiden. Das machte es für mich nicht einfach.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Trauerbewältigung mal anders

Ende Juli, Anfang August
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Klappentext:

„Juli findet den namenlosen Jungen an einem rauen Sommertag, angespült an die Küste. Körperlich scheint ihm nichts zu fehlen, aber er hat sein Gedächtnis verloren, nicht einmal seinen Namen ...

Klappentext:

„Juli findet den namenlosen Jungen an einem rauen Sommertag, angespült an die Küste. Körperlich scheint ihm nichts zu fehlen, aber er hat sein Gedächtnis verloren, nicht einmal seinen Namen weiß er noch. Also tauft sie ihn August und beschließt, ihm bei seiner Suche nach der Erinnerung zu helfen. Dabei ist Juli selbst auf der Suche. Seit ihre Zwillingsschwester Mira vor drei Jahren im Meer verschwunden ist, gibt es Juli nur noch zur Hälfte. Wie soll sie einfach weitermachen, wenn Mira vielleicht doch noch leben könnte? Gemeinsam mit August haut Juli ab, sie fahren Richtung Süden. Dort wollen sie mehr über August herausfinden, denn ein portugiesisches Lied hat bei ihm etwas ausgelöst. Aber auf was werden sie in Portugal stoßen? Und kann auch Juli ihre Suche endlich abschließen?“





Fazit:

Seit Miras Verschwinden fühlt sich Juli leer und verloren. Sie hat das Gefühl, dass ihre Eltern sie nicht verstehen und einfach weiterleben als wäre nichts gewesen. Diese emotionalen Einblicke haben mir unheimlich gut gefallen, weil die Autorin auf diese Art ziemlich tief in Juli hineinblicken lässt. Zudem hatte ich das Gefühl als würde ich den Schmerz und die innere Zerrissenheit selbst nicht aushalten können. 

Als sie August findet, fängt ihr gemeinsamer Roadtrip an. Einerseits mochte ich die up and downs, andererseits wirkten manche Stellen ein wenig übertrieben und zu aufgesetzt. August selbst fand ich manchmal unsympathisch.

Nichtsdestotrotz hat mir dieser Jugendroman gefallen und ich kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Freundebuch mit Faktenwissen

Wieso? Weshalb? Warum? - Meine Schulfreunde
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Klappentext:

„Name, Geburtstag, Augenfarbe – aber auch Lieblingstier, größter Wunsch und leckerstes Essen: Hier kann jedes Kind eintragen, ankreuzen und aufmalen, was es am liebsten mag und macht. Außerdem ...

Klappentext:

„Name, Geburtstag, Augenfarbe – aber auch Lieblingstier, größter Wunsch und leckerstes Essen: Hier kann jedes Kind eintragen, ankreuzen und aufmalen, was es am liebsten mag und macht. Außerdem gibt es auf jeder Doppelseite spannende Infos zu entdecken zu jeweils einem von fünf Lieblingsthemen: Weltraum, Dinosaurier, Pferde, Tiere und Meer. Das Buch ist der perfekter Begleiter für neugierige Grundschulkinder, die alles über ihre Freundinnen und Freunde wissen wollen.“





Fazit:

Dieses Freundebuch ist die perfekte Möglichkeit neue Freundschaften zu knüpfen, Sachwissen zu sammeln, (neue) Infos über Klassenkameraden/Freunde zu bekommen und Gesprächsstoff zu haben. Der Inhalt ist bunt, nicht zu überladen, kindgerecht und interessant. Die handliche Größe passt in jede Kinderhand, Schultüte und/oder Schultasche. Der Inhalt lädt liebevoll dazu ein, dass sich die Kids verewigen, Spaß beim Ausfüllen haben und neues Wissen erhaschen. Super Kombi und eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 04.09.2023

Thriller-Fans aufgepasst!

ANGST
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Klappentext:

„Jede Nacht hat ihre Kinder. Geschöpfe wie ihn, die um die beleuchteten Häuser schlichen und nach Beute suchten. Mit dem Teleobjektiv, aus sicherer Entfernung. Einmal im Monat eroberte der ...

Klappentext:

„Jede Nacht hat ihre Kinder. Geschöpfe wie ihn, die um die beleuchteten Häuser schlichen und nach Beute suchten. Mit dem Teleobjektiv, aus sicherer Entfernung. Einmal im Monat eroberte der Schatten ein anderes Revier. Ein fremdes Viertel, eine neue Straße. Er wurde regelrecht süchtig danach. Bis er Mia sah. Und so blieb er für immer ...

Irgendetwas an Viktor stimmt nicht, das spürt Mia schon bei ihrem ersten Date im Edelrestaurant auf dem Dach des Kanzleramts. In den Tagen darauf geschehen merkwürdige Dinge, die sich irgendwann nicht mehr mit dem Zufall erklären lassen. Mias anfängliche Beunruhigung weicht einer lähmenden Angst. Doch dann beschließt sie, den Spieß umzudrehen. Ein tödliches Spiel beginnt …"





Fazit:

Was für ein geiles Ding! Nach „Als das Böse kam“ konnte mich der Autor auch mit seinem zweiten Thriller fesseln. Der Schreibstil ist unglaublich einprägsam, plastisch und mitreißend. Ich liebe es, dass Ivar Leon Menger oft Beschreibungen verwendet, die nicht 08/15 sind und sich ein wenig von der Maße hervorheben. Auch der „versteckte“ Wink an seine Kollegen:innen finde ich gelungen. Zum Bespiel, dass Mia den neuen Thriller von Romy Hausmann liest oder sich einredet, dass die Geschehnisse um sie herum, sich anfühlen wie im Psychothriller von Sebastian Fitzek. 



Ich muss sagen; ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass der Plot unsinnig oder unrealistisch sei. Ich liebte das Verworrene und Undurchsichtige. Mias Angstzustände waren definitiv berechtigt, die Situation spitzte sich immer weiter zu. Ja, im letzten Drittel ahnte ich schon worauf das Ganze hinauslaufen würde aber die coolen Kehrtwendungen ließen mich diesen Thriller trotzdem gebangt weiterlesen. Als Thriller-Fan kam ich hier voll und ganz auf meine Kosten! Ich fühlte mich verfolgt, unter Strom gesetzt und atemlos - so liebe ich es!

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Veröffentlicht am 01.09.2023

Leider voraussehbar

Eine glückliche Familie
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Klappentext:

„Als Beth zehn Jahre alt war, hat ihre schöne Mutter die Familie ohne ein Wort verlassen. Beths Vater versuchte mit allen Kräften den Verlust wettzumachen, aber natürlich gab es Probleme, ...

Klappentext:

„Als Beth zehn Jahre alt war, hat ihre schöne Mutter die Familie ohne ein Wort verlassen. Beths Vater versuchte mit allen Kräften den Verlust wettzumachen, aber natürlich gab es Probleme, und Beth trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum, von dem außer ihrem Vater niemand etwas weiß.

Inzwischen ist Beth erwachsen und rundum zufrieden. Sie hat zwei wohlgeratene Kinder, einen interessanten Job, gute Freundinnen, und sie kümmert sich liebevoll um ihren alten Vater. Und dann steht eines Tages plötzlich diese ältere Frau vor ihrer Tür und behauptet, ihre lang verschollene Mutter zu sein. Beth ist zunächst schockiert, aber dann scheint sich alles aufs Schönste zu fügen. Doch nach und nach passieren merkwürdige Dinge: Beth fühlt sich von einem Mann verfolgt, sie verliert ihre Schlüssel, das Handy ist weg, die Freundinnen wenden sich ab. Beth fürchtet den Verstand zu verlieren. Werden die Schatten der Vergangenheit sie schließlich doch einholen?“





Fazit:

Ich kann die Geschichte nicht schlecht reden, denn die Idee finde ich extrem gut. Doch die Umsetzung hat mir leider nicht wirklich gefallen. Warum? Weil mir Beths Einstellung ihr Leben ständig schön zu reden, die negativen Veränderungen einfach geschehen zu lassen und sich nicht zu hinterfragen wer oder was damit zu tun hat, nicht zugesagt haben. Was mir wiederum aber gut gefallen hat, ist die einseitige Perspektive. Beth kam mir unzuverlässig vor, deshalb konnte ich ihrer Wahrnehmung nicht immer trauen. Das führte zu manchen Irritationen.


Erfahrene Thrillerleser:innen werden wahrscheinlich schon recht früh erahnen was hier los ist. Deshalb verging mir auch irgendwann der Spaß mitzurätseln, da sich meine Befürchtung einfach von selbst bestätigten und der Überraschungseffekt somit nicht vorhanden war.

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