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Veröffentlicht am 27.02.2023

Kummer, Trauer und die Rettung?

Blautöne
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Inhalt:
„Was wird aus dem Schmerz über einen großen Verlust, wenn wir ein Heilmittel dafür erfinden?

Als Elizabeth ihren Sohn verliert, wendet sie all ihre Energie auf, um ein Medikament gegen die Trauer ...

Inhalt:
„Was wird aus dem Schmerz über einen großen Verlust, wenn wir ein Heilmittel dafür erfinden?

Als Elizabeth ihren Sohn verliert, wendet sie all ihre Energie auf, um ein Medikament gegen die Trauer zu entwickeln. Doch kurz vor der Zulassung stellt sich heraus, dass dieses Medikament unheimliche Nebenwirkungen hat: Es lindert nicht nur Trauer, sondern lässt auch alle anderen Gefühle verkümmern.

Wie bereits in „Agathe“ erzählt Anne Cathrine Bomann von der Wichtigkeit, die tiefe Gefühle und menschliche Nähe für unsere Seele haben. Und dass unser Glück nur dann in allen Facetten schillern kann, wenn wir auch der Trauer ihren Raum geben.“


Schreibstil/Art:
In diesem Roman habe ich damit gerechnet, dass die trauende Mutter Elizabeth dem Leser/der Leserin ihr Leid offenlegt. Dass sie ihre Sorgen, ihre Gedanken und ihre Art mit der Trauer umzugehen, mit dem Leser teilt. Aber leider war mir genau dieser Einblick zu wenig gewährt, denn größtenteils kommen einige der Wissenschaftler:innen über den Entstehungsprozess dieses Medikamentes und die Nebenwirkungen zu Wort. Dies fand ich ein wenig enttäuschend, denn ich hatte gehofft, dass mich Elizabeths Gefühle berühren, mein Herz ergreifen und das Medikament, ich sag mal, die zweite Rolle spielt. Hier waren die Rollen eher vertauscht. Schade.


Fazit:
Die Idee finde ich faszinierend und einzigartig. Wie hilfreich und problemlösend wäre es denn, wenn es wirklich dieses eine Medikament gäbe? Wie „einfach“ man die Trauer bewältigen könnte. Ich stellte mir also einen tiefsinnigen Roman vor und weniger die Beschreibungen rund um das Thema Medikamentenzulassung. Deshalb hält sich meine Begeisterung leider in Grenzen und ich kann das Buch nur beschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 27.02.2023

Fehlt mehr Leichtigkeit

Gut genug!
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Inhalt:
„Du wolltest eigentlich so viel mehr vom Leben, wolltest glücklicher, gesünder, reicher sein - bist es aber nicht. Und dieses Gefühl wird noch verstärkt durch das, was die sozialen Medien, deine ...

Inhalt:
„Du wolltest eigentlich so viel mehr vom Leben, wolltest glücklicher, gesünder, reicher sein - bist es aber nicht. Und dieses Gefühl wird noch verstärkt durch das, was die sozialen Medien, deine Gemeinde oder auch deine Familie und Freunde zu dir sagen: "Streng dich doch mehr an." "Mach es besser." "Holst du wirklich alles, was möglich ist, aus deinem Leben und deinem Glauben raus?" Wir leben unter der Bürde, es vermeintlich immer noch besser machen zu müssen. Dieses Buch hilft dir mit seinen 40 Andachten dabei, inmitten der Herausforderungen des Alltags nach Schönheit, Sinn und Wahrheit Ausschau zu halten. Denn: Wir können lernen zu glauben, dass wir gesegnet und beschenkt sind. Wir können anfangen, uns weniger allein, weniger beurteilt und dafür geliebter zu fühlen. Nämlich dann, wenn gut ... gut genug ist.“


Fazit:
Die Idee hat mir äußerst gut gefallen, die Umsetzung eher weniger. Es läuft darauf hinaus, dass die beiden Autorinnen viele ihrer persönlichen Erfahrungen geteilt, kleine Geschichten eingebaut und die Ratschläge an sich sehr kurz gehalten haben. Ich hätte mir mehr Leichtigkeit und Kompaktheit gewünscht, weniger Text, weniger die ausschweifende Meinung der beiden Autorinnen, einfach eine bessere Übersicht, einen allgemeineren Inhalt und das Konzept eher offen gehalten. Mir ist es zu persönlich und hat daher nicht meinen Lesegeschmack getroffen. Einiges konnte ich trotzdem für mich mitnehmen aber vom Hocker konnte es mich leider nicht umhauen.

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Veröffentlicht am 18.02.2023

Passiert zu wenig

Die Drohung
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Inhalt:
„Es ist 192 Tage, 7 Stunden und 15 Minuten her seit ihrem letzten Drink. Astrid ist entschlossen, eine neue Seite aufzuschlagen. Sie zieht zurück zu ihrer Mutter in das kleine Küstenstädtchen Flinstead, ...

Inhalt:
„Es ist 192 Tage, 7 Stunden und 15 Minuten her seit ihrem letzten Drink. Astrid ist entschlossen, eine neue Seite aufzuschlagen. Sie zieht zurück zu ihrer Mutter in das kleine Küstenstädtchen Flinstead, weit weg von den Versuchungen der Großstadt und den schmerzlichen Erinnerungen an ihr früheres Leben. Sie will sich ganz darauf konzentrieren, wieder sie selbst zu sein und von der Sucht loszukommen. Doch dann kommen die unheimlichen Briefe – ein Foto ihres Exfreundes, der vor einigen Monaten tragisch umkam, und auf der Rückseite ein blutiger Handabdruck. Sie ahnt: Jemand weiß genau, wovor sie davonläuft. Und wird sie teuer dafür bezahlen lassen.“


Schreibstil/Art:
Lesley Karas Schreibstil ist mir nicht unbekannt, ich hab wie gewohnt recht schnell in die Geschichte reingefunden und Astrids Neuanfang gebangt mitverfolgt. Der Ansatz und der Blick in das Innerste eines (kaputten) Menschen, fesselten mich zunächst extrem.

Bis zum Showdown selbst haben mir die paar Drohungen dann aber doch nicht gereicht. Ich hätte mir mehr Nervenkitzel gewünscht. So hatte ich das Gefühl, dass die Autorin zwar versucht falsche Fährten zu legen aber so richtig gelungen ist es ihr meiner Meinung nach dann doch nicht.
Zudem kam ich leider mit der Übersetzung stellenweise nicht zurecht, das sorgte dafür, dass ich manche Sätze nochmal lesen musste.


Fazit:
Die ständigen Versuchungen und das Verlangen nach Alkohol haben mir unheimlich gut gefallen. Ich habe mit Astrid gelitten und gehofft, dass sie weiterhin trocken bleibt. Die Beschreibungen zu der Sucht waren total authentisch. Leider bin ich von der Autorin mehr Spannung, mehr Dramatik und mehr Thrill gewohnt. Deshalb leider eher nur Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Langsam steigende und bedrohliche Spannung

Der finstere Pfad
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Inhalt:
„Lauras beschauliches Leben endet jäh, als die Nachricht von einem Skelettfund in Kanada schreckliche Erinnerungen wachruft: Vor 15 Jahren wollte die damals Zwanzigjährige gemeinsam mit einer Wandergruppe ...

Inhalt:
„Lauras beschauliches Leben endet jäh, als die Nachricht von einem Skelettfund in Kanada schreckliche Erinnerungen wachruft: Vor 15 Jahren wollte die damals Zwanzigjährige gemeinsam mit einer Wandergruppe den legendären West Coast Trail bezwingen. Doch der Jugendtraum wird zum Albtraum, als sie eines Nachts mitansehen muss, wie ihre Freundin Seraphine brutal ermordet wird. Beweisen kann sie die Tat nicht, denn die Leiche verschwindet anschließend spurlos. Wurde sie nun Jahre später endlich gefunden? Während die Polizei die Ermittlungen wiederaufnimmt, erhält Laura plötzlich rätselhafte Geschenke - Dinge, die einst Seraphine gehörten. Hat der Mörder von damals es nun auf sie abgesehen?“


Schreibstil/Art:
Die zwei Zeitebenen (Gegenwart und das Jahr 1999) ergänzen sich einfach perfekt, fließen nahtlos ineinander über, steigern die Dramaturgie und überraschen mit vielen fiesen Wendungen. Diese Taktik ist voll aufgegangen, da ich relativ lange im Dunkeln tappte und vergeblich nach Hinweisen suchte.

Nicht jeder Charakter ist ausführlich und bis ins kleinste Detail beschrieben, einige von ihnen bleiben/wirken eher blass und unauffällig. Dafür liegt der Fokus klar in den eher wichtigeren Protagonisten. Die Autorin hält oder beschäftigt sich also nicht unnötig mit Einzelheiten auf, das führte zu einem klaren Aufbau der Struktur, der mich völlig begeistert hat.


Fazit:
Ein Psychothriller der mich mit seiner langsam steigenden, bedrohlichen und düsteren Spannung total begeistern konnte. Ein Versteckspiel, in dem man vergeblich nach Fluchtmöglichkeiten sucht. Super inszenierter, finsterer „Pfad“, der den Leser lange ahnungslos lässt.

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Veröffentlicht am 14.02.2023

Leise Töne, großes Kino

Das dritte Licht
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Inhalt:
„Irland, zu Beginn der 1980er Jahre: An einem heißen Sommertag liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ab. Seine Frau ist schon wieder ...

Inhalt:
„Irland, zu Beginn der 1980er Jahre: An einem heißen Sommertag liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ab. Seine Frau ist schon wieder schwanger, noch ein Maul wird zu stopfen sein.

So findet sich das Mädchen bei dem kinderlosen Ehepaar John und Edna Kinsella wieder. An einem ungewohnt schönen und behaglichen Ort, wo es Milch und Rhabarber und Zuwendung im Überfluss gibt. Aber auch ein trauriges Geheimnis, das einen Schatten auf die leuchtend leichten Tage wirft, in denen das Mädchen lernt, was Familie bedeuten kann.“


Schreibstil/Art:
Eine ergreifende Novelle über ein namenloses Mädchen das bei sich „Zuhause“ unerwünscht ist und weitergereicht wird. Ihre Art die Dinge zu sehen ist sehr rührend, denn einen liebevollen Umgang ist sie nicht gewohnt und das Zulassen muss erst gelernt werden.
Die kleine Erzählerin ist zwar zuverlässig aber die Autorin lässt auch vieles Unausgesprochen. Dieser minimalistische Stil lässt zu, dass der Leser Gedankengänge, Emotionen, etc. selbst auswerten und beurteilen kann. Das hat mir äußerst gut gefallen, denn so ist nichts im Überfluss und/oder zu ausschweifend.


Fazit:
Eine Kurzgeschichte mit viel Herz und Zuwendung in Zeiten des Hungerstreiks und Armut. Diese Erzählung beinhaltet viele kleine Botschaften, die klarmachen, dass es auch anders geht – und zwar mit Liebe und Zuneigung. Leise Töne, großes Kino!

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