Eine innovative und radikale Splittergruppe
connectInhalt:
„Ava ist 28 und arbeitet als Designerin in einer Werbeagentur. Das Arbeitsumfeld erscheint ihr zunehmend ausbeuterisch und oberflächlich, ihr Leben sinnlos. Erst die Begegnung mit Lina reißt Ava ...
Inhalt:
„Ava ist 28 und arbeitet als Designerin in einer Werbeagentur. Das Arbeitsumfeld erscheint ihr zunehmend ausbeuterisch und oberflächlich, ihr Leben sinnlos. Erst die Begegnung mit Lina reißt Ava aus ihrer Lethargie. Sie nimmt Ava mit zu connect, einer Gemeinschaft, die von dem charismatischen Dev gegründet wurde. Deren Vision: eine post-digitale Gesellschaft, in der Menschen eng miteinander verbunden sind. Je mehr Zeit Ava bei dieser Gemeinschaft verbringt, desto mehr vernachlässigt sie ihre Arbeit und distanziert sich von Familie und Freund:innen, die in connect eine gefährliche Sekte sehen. Eines Tages trifft Ava eine radikale Lebensentscheidung: Sie will ihr Leben ausschließlich der Gemeinschaft widmen.
In ihrem Debütroman wirft uns Thea Mengeler in die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen und verhandelt die aktuellsten Themen unserer Zeit. Wie wollen wir unser Leben gestalten? Wie drängend wird die Sehnsucht nach Gemeinschaft in einer digitalisierten Welt?“
Schreibstil/Art:
Ava spiegelt mit ihrer Art den derzeitigen Work-and Lifestyle perfekt wider. Den Stress auf der Arbeit und der ständige Druck alles zu geben, ist nachvollziehbar und kennt vermutlich jeder. Man fühlt sich mit ihr verbunden und kann ihre Gedankengänge daher gut nachempfinden. Die parallele Schnelllebigkeit, die Ava erlebt, passt daher perfekt als Kontrast. Das Tempo ermüdet nicht und der Prolog kitzelt ein wenig an der Spannung.
Die Message, die connect zu vermitteln versucht, konnte ich anfangs noch verstehen. Doch je weiter man liest, desto tiefer rutscht nicht nur Ava mit rein. Hier hat man es mit ausgeklügelten Taktiken, Gehirnwäsche und Manipulation zutun.
Erstaunlich echt und real finde ich deren Abläufe; denn egal ob es die Treffen, internen Prozesse, Erzählungen, Strukturen, Auftritte, ... sind - die Beschreibungen haben mich eingenommen. Es ist so als würde ich mit ihnen Einswerden obwohl ich ihre Ansichten natürlich nicht toleriere. Aber die Wirkung und Stimmung kommt gut rüber. Perfekt umgesetzt!
Fazit:
Mich ließ das tragische Ende dieser Geschichte etwas nachdenklich zurück. Ich hab mich seit einem ausschlaggebenden Schlüsselmoment mit der Frage beschäftigt wie man jemanden in und aus solcher Situation wieder raushelfen könnte. Nicht einfach zu beantworten!
Die Thematik hat mir richtig gut gefallen. Es ist hochaktuell und gar nicht so undenkbar. Für mich hat die junge Debütantin eine kleine Welt erschaffen, die extrem gut beschrieben worden ist. Ein nachdenklicher und gesellschaftskritischer Spannungsroman.