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Veröffentlicht am 29.12.2017

Die Lilie von Bela Vista

Die Lilie von Bela Vista
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Josie erbt von ihrer Großtante ein alles Collier. Dieses hat ihrer Vorfahrin Sophie gehört. Diese war im 19. Jahrhundert nach Brasilien ausgewandert, kehrte aber Jahre später als Witwe mit ihrem Sohn zurück ...

Josie erbt von ihrer Großtante ein alles Collier. Dieses hat ihrer Vorfahrin Sophie gehört. Diese war im 19. Jahrhundert nach Brasilien ausgewandert, kehrte aber Jahre später als Witwe mit ihrem Sohn zurück nach Idar-Oberstein. Josie hat noch nie von Sophie gehört und begibt sich auf eine Reise zu den Verwandten nach Idar-Oberstein, um mehr über Sophie zu erfahren.

Gemeinsam mit Josie entdeckt der Leser die faszinierende Welt der Edelsteine. Ihre Verwandten handeln in Idar-Oberstein mit diesen. Sie erzählen Josie von der Firmen- und Familiengeschichte, die untrennbar miteinander verbunden sind. Eine alte Freundin ihrer Großtante erzählt ihr von Sophie, zumindest das, was ihr erzählt wurde.

Autorin Sylvia Lott versteht es, Dinge, Landschaften und Menschen bildlich zu beschreiben. Mit viel Liebe zum Detail schildert sie die Ereignisse um Sophie und Josies Weg, auch das letzte Familiengeheimnis zu lösen.

„Die Lilie von Bela Vista“ bietet eine große Bandbreite an Gefühlen. In Rückblicken auf Sophies Leben begleitet der Leser ein junges Mädchen aus dem Hunsrück auf ihrem Weg von der Ausreise bis zur Firmengründung. Alles dreht sich um Edelsteine in ihrem Leben. Der Leser lernt viel über diese besonderen Steine und wie diese den Hunsrück und Brasilien miteinander verbinden.

Es ist eine wunderbare, wenn auch an einigen Stellen traurige, Geschichte. Sie ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Die Spannung ist immer vorhanden, allerdings geht es manchmal etwas langsam voran. Man möchte als Leser einfach wissen, ob die eigenen Vermutungen stimmen oder nicht.

Eine Familiengeschichte sollte genauso so sein. Dieses Buch kann ich weiterempfehlen. Es machte Spaß, Josie bei der Erforschung ihrer Familiengeschichte zu begleiten.

Weitere Rezensionen gibt es auf www.nicole-plath.de

Veröffentlicht am 29.12.2017

Schau mir in die Augen Audrey

Schau mir in die Augen, Audrey
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Seit Audrey ihre Angststörung hat, verlässt sie nicht mehr das Haus und trägt ihr Sonnenbrille fast ständig. Ihre Therapeutin gibt ihr die Aufgabe, einen Dokumentarfilm über ihre Familie zu drehen. Bald ...

Seit Audrey ihre Angststörung hat, verlässt sie nicht mehr das Haus und trägt ihr Sonnenbrille fast ständig. Ihre Therapeutin gibt ihr die Aufgabe, einen Dokumentarfilm über ihre Familie zu drehen. Bald bekommt Audrey neben ihrer Familie auch immer wieder Linus, der Freund ihres Bruders, vor die Linse. Kann dieser Audrey mit seiner Freundschaft genug Unterstützung geben, um ihre Angststörung zu besiegen?

Audreys Angststörung hat mit Erlebnissen in ihrer Schule zu tun, welche wohl gravierend waren. Der Leser ist nah an ihren Gefühlen dran, ohne jedoch genau zu erfahren, was in der Vergangenheit geschehen ist.

Im Buch begleitet der Leser Audrey durch ihre schwere Zeit, und Stück für Stück macht der Leser auch Bekanntschaft mit ihrer Familie. Ihr Bruder Frank hängt den ganzen Tag nur vor dem Computer ab. Dies missfällt der Mutter, die wiederum einen Gesundheitstick hat. Der Vater ist eher ein gemütlicher Typ, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt.

Diese bunte Ansammlung von Figuren sorgt für viel Trubel und Spaß, so dass sich Audreys Angststörung nicht in den Mittelpunkt der Geschichte stellt. Die Versuche der Mutter, ihren Bruder von seiner „Computersucht“ zu heilen, nehmen sehr merkwürdige Züge an.

Es war schön, diese Familie zu begleiten. Die Geschichte ist gut und flüssig geschrieben. Das „Filmskript“ – Audreys Blick durch die Kamera – ist gut dargestellt und hilft, die Familie noch genauer zu verstehen.

„Schau mir in die Augen Audrey“ ist ein witziger Jugendroman mit ernstem Hintergrund. Ein gut gelungenes Buch, welches auch bei Erwachsenen gut ankommen dürfte.

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Veröffentlicht am 29.12.2017

Der Trakt

Der Trakt
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Sibylle Aurich erwacht aus einem Koma, in dem sie nach einem Überfall gelegen hat. Körperlich scheint sie in Ordnung zu sein. Doch Sibylle wird nicht von ihrem Mann erkannt, und ihr Sohn Lukas existiert ...

Sibylle Aurich erwacht aus einem Koma, in dem sie nach einem Überfall gelegen hat. Körperlich scheint sie in Ordnung zu sein. Doch Sibylle wird nicht von ihrem Mann erkannt, und ihr Sohn Lukas existiert angeblich nicht. Als auch andere Personen sie nicht erkennen, stellt Sibylle fest, dass irgendetwas nicht stimmen kann. Dadurch gerät sie in einen Strudel aus Lügen und weiß schon bald nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann.

„Der Trakt“ ist ein spannender Psychothriller, den man am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte. Sibylles Suche nach sich selbst besteht aus vielen Irrungen und Wirrungen. Geschickt lotst Arno Strobel den Leser in verschiedene Richtungen, bis endlich die Auflösung kommt.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und erreichen den Leser auch emotional. Besonders Sibylles verzweifelte Suche nach einem Sohn, den es nie gegeben zu haben scheint, geht nahe. Der gute Schreibstil sorgt mit dafür, dass die Geschichte als Kopfkino abläuft. Gemeinsam mit Sibylle sucht der Leser die Wahrheit, doch kann es diese überhaupt geben?

Je näher die Auflösung kommt, desto schneller fliegt der Leser durch das Buch, man muss einfach erfahren, was und wer hinter all den Geschehnissen steckt. Es ist ein Buch, welches die volle Punktzahl verdient hat. Genau so sollte ein Psychothriller sein.

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Veröffentlicht am 29.12.2017

Ein ganz neues Leben

Ein ganz neues Leben
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Achtzehn Monate ist es her, dass Louisa Clark sich von ihrem Freund Will Traynor verabschieden musste. Sechs Monate, ein ganzes halbes Jahr, mehr hatten beide nicht füreinander, und doch veränderte diese ...

Achtzehn Monate ist es her, dass Louisa Clark sich von ihrem Freund Will Traynor verabschieden musste. Sechs Monate, ein ganzes halbes Jahr, mehr hatten beide nicht füreinander, und doch veränderte diese Zeit alles. Ohne Will erscheint Lou das Leben freudlos und kalt. Doch dann begegnet ihr eine Person, der es gelingt, dass Lou wieder Hoffnung auf eine Zukunft hat.

„Ein ganz neues Leben“ ist die Fortsetzung von „Ein ganzes halbes Jahr“. Es empfiehlt sich, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen, man kommt durch das Buch aber auch ohne diese Vorkenntnisse.

Der Leser begleitet Lou bei ihrer Trauerarbeit. Ihre Gedanken und Gefühle sind sehr gut ausgearbeitet. Aber Lou hat nicht nur mit ihrer Trauer zu kämpfen, auch die Menschen in ihrer Umgebung durchlaufen Veränderungen.

Es ist schön zu lesen, wie es mit Lou weitergeht, nachdem sie Will hatte gehen lassen müssen. Die gut ausgearbeiteten Nebencharaktere entwickeln noch einige kleine Nebenschauplätze, ohne von der Geschichte um Lou abzulenken.

„Ein ganz neues Leben“ ist gut geschrieben und liest sich flüssig. Man begleitet Lou aus ihrer Trauer und ihrem trostlosen Leben heraus in eine Zukunft, die viele Überraschungen für sie bereit hält.

Wer „Ein ganzes halbes Jahr“ gelesen hat, wird an der ein oder anderen Stelle vielleicht ein kleines Tränchen verdrücken, die aktuelle Geschichte ist ansonsten weniger tränenreich. Die Emotionen kommen beim Lesen an, der Taschentuchverbrauch war – zumindest bei mir – um einiges geringer als beim ersten Buch.

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Veröffentlicht am 29.12.2017

Der Federmann

Der Federmann
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In Berlin bekommt es Kommissar Nils Trojan mit einem merkwürdigen Fall zu tun. Einer ermordeten jungen Frau fehlen die Haare, und auf ihrem Körper liegt ein zerfetzter Vogel. Die Ermittlungen haben gerade ...

In Berlin bekommt es Kommissar Nils Trojan mit einem merkwürdigen Fall zu tun. Einer ermordeten jungen Frau fehlen die Haare, und auf ihrem Körper liegt ein zerfetzter Vogel. Die Ermittlungen haben gerade erst begonnen, da gibt es einen weiteren Mord. Auch an diesem Tatort hinterlässt der Täter einen toten Vogel.

Max Bentow hat mit Kommissar Nils Trojan eine gute Figur geschaffen. All seine verschiedenen Emotionen kommen beim Leser an. Auf der einen Seite ist er der Kommissar, der einen Fall zu lösen hat. Andererseits hat Trojan auch viel mit sich selbst zu tun und ist in psychotherapeutischer Behandlung.

Der Roman startet langsam und steigert sich von Seite zu Seite. Genau so steigt Stück für Stück die Spannung. Der Leser freut sich mit Trojan über jeden Ermittlungsfortschritt und durchlebt Misserfolge und falsche Spuren mit. Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen.

Ein guter Schreibstil sorgt für ein flüssiges Leseerlebnis. Die Geschichte hat für ein spannendes Kopfkino gesorgt. Hinter dem Charakter Trojan stehen fast alle Figuren etwas zurück und können mit ihm nicht richtig mithalten. Doch auch diese haben ihre Probleme, die sowohl Trojan als auch der Leser meist nur angedeutet mitbekommen.

„Der Federmann“ läuft zu Recht unter „Psychothriller“. Das Buch nimmt den Leser mit, kommt aber ohne zu brutale Beschreibungen der Taten aus. Für Einsteiger in dieses Genre ist es zu empfehlen, Liebhabern erst recht.

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