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Nikola

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Veröffentlicht am 17.11.2018

Tragisch, aber trotzdem so lebensbejahend und optimistisch. / Das Leben besteht nun einmal nicht nur aus Luft und Liebe. Dies wäre doch auch zu einfach, oder?

The Light in you
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Brandon ist in Chicago erfolgreich. Nachdem er seine Probleme damals hinter sich ließ und unbefangen seine berufliche Karriere begann, muss er nun feststellen, unglücklich zu sein.
Irgendetwas fehlt und ...

Brandon ist in Chicago erfolgreich. Nachdem er seine Probleme damals hinter sich ließ und unbefangen seine berufliche Karriere begann, muss er nun feststellen, unglücklich zu sein.
Irgendetwas fehlt und er weiß nicht wirklich was, sodass er nun nach Aspen zurückkehrt, um herauszufinden, was er eigentlich wirklich will.
Doch in den ganzen Jahren, in denen er sich nicht blicken ließ, regelrecht abgeschieden von seiner Familie lebte, ist einiges passiert und so verläuft seine Rückkehr anders als geplant.
Nach und nach beginnen sich neue Wahrheiten zu offenbaren und auch er erkennt, dass aus dem kleinen Entlein ein äußerst attraktiver Schwan werden kann…
Brandon erlebt man von Anfang an verbittert, man merkt, dass er in diesem Zustand unmöglich glücklich sein kann. Zudem bevorzugt er feste Strukturen und ist von den Neuerungen und sich zufällig ergebenden Situationen alles andere als begeistert.
Betty hingegen strahlt förmlich vor Lebensfreude. Das ist ein starker Kontrast, der sich jedoch immer weiter abschwächt. Brandon lernt viel von Betty, was auch gut ist, da sie sich bald zusammenraufen müssen.
Ich muss zugeben, dass dieses Buch andere Richtungen einschlägt, als ich vermuten würde, dies der Geschichte aber überhaupt nicht schadet. Es verdeutlicht einem eher, wie wage doch der Klappentext ist und welches Potential die Geschichte doch hat.
Immer wieder kommt es zu unerwarteten Wendungen und der angebliche Feind, stellt sich manchmal sogar als Verbündeter heraus.
Man kann Brandon dabei erleben, wie er Stück für Stück zurück zu sich selbst findet und mit den alten Dingen abzuschließen beginnt. Andererseits kommen hier auch Thrillerelemente zum Tragen.
Generell steht hier nicht die Liebesgeschichte an sich, sondern die Figuren und ihre Schritte zur Heilung, gegenseitigen Unterstützung im Fokus.
Anfangs tat ich mich zwar etwas schwer damit, mit den Charakteren zu sympathisieren, veranstalteten sie mir teilweise etwas zu viel Drama, doch dies schlägt ab einem gewissen Punkt um, wahrscheinlich, da man die Charaktere dann besser kennt.
Auch Betty ist in meinen Augen manchmal etwas uneinsichtig, versucht nicht wirklich die Gründe der anderen Person zu verstehen, sondern blockt ab. Sie scheint anderen Personen nicht leicht zu vertrauen, nachtragend zu sein. Solche Einstellungen sagen mir nicht so ganz zu, diese Gegebenheiten könnten aber auch durch ihre tragischen Umstände gegeben sein.
Alles in allem hat mich diese Geschichte besonders zum Schluss zum Nachdenken angeregt und mich gerne weiter bei den Figuren verweilen lassen, obwohl der Abschluss eigentlich so in sich stimmig ist, dass man es nur schwer toppen kann.
Wer sich für eine Geschichte interessiert, in der auch einmal andersartige Umstände vorliegen, die eher selten in fiktiven Büchern betrachtet werden, dem wird dieses Buch hier wahrscheinlich zu sagen, vielleicht sogar neuen Mut geben, diese Personen besser verstehen lassen.
Ich bewerte es insgesamt mit 4 / 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.11.2018

Mal witzig, mal leidenschaftlich und dann auch mit ernsteren Tönen. Was will man mehr?

College Princess
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Zoe Davis ist ein normales Mädchen, wie du und ich, dass nun das Alter erreicht hat, um studieren zu können.
Doch sie besucht nicht irgendeine Universität, sondern DIE Privatuni Englands, das Dawson-Elite-College. ...

Zoe Davis ist ein normales Mädchen, wie du und ich, dass nun das Alter erreicht hat, um studieren zu können.
Doch sie besucht nicht irgendeine Universität, sondern DIE Privatuni Englands, das Dawson-Elite-College. Normalerweise braucht es schon etwas mehr als nur gute Noten, um ein Stipendium zu erhalten, wenn man sich die enorm hohen Studiengebühren nicht leisten kann. Zoe erhält auf unerklärliche Weise vom Bruder des Unibesitzers ein Stipendium und wird sogar Mitglied des prestigeträchtigen D-Clubs, dessen Präsident niemand geringeres als der Neffe des Schulrektors ist und dieser zeigt ihr deutlich, dass sie hier nicht hergehört.
Sie versucht das Beste daraus zu machen, doch irgendwie hat sie immer wieder das Talent dazu, in Schwierigkeiten zu geraten.
So gilt es den Kulturschock zu verkraften, ist hier im Vergleich zu einer staatlichen Universität längst nicht alles so anders wie man vielleicht vermuten könnte, abgesehen vom Gestank des Geldes an jeder Ecke...
Zoe ist eine taffe Protagonistin, die definitiv nicht auf den Mund gefallen ist, sich aber manchmal auch schnell einschüchtern lässt, etwas naiv an Dinge herangeht. Vor allem zwischen ihr und Dorian sprühen die Funken aber so richtig.
Dorian ist der typische arrogante Mistkerl, der jedoch leider das Glück hat mir sehr guten Genen gesegnet zu sein und sich dieser Sache auch bewusst zu sein. Nach und nach lernt man Dorian aber immer näher kennen und lieben.
Auch sein Cousin und seine Cousine sind sehr liebenswert. Jamie drängt sich doch Zoe immer wieder auf amüsante Art, sodass man ihn irgendwann einfach nicht mehr missen möchte. Amy ist eine engagierte, klug und empathische Person, die versucht, Zoe immer wieder den Rücke zu stärken. Wer wünscht sich nicht solche Freunde?
Natürlich ist absehbar, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln wird, doch hat sie auch ihren ganz eigenen Charme, was das Gefühl des Déjà-vus eigentlich nie aufkommen lässt.
Es wird gekonnt mit Klischees gespielt. Die Figuren nehmen sich oft selbst nicht so ernst, was der Geschichte auch einen skurrilen Charakter gibt.
Doch auch das Drama kommt nicht zu kurz und ist in meinen Augen auch nicht an den Haaren herbeigezogen.
Hinzu kommen immer wieder ein paar, oftmals unerwartete Wendungen, die der Geschichte vor allem zum Ende hin eine gewisse Spannung verleihen.

Auch der Schreibstil kann sich sehen lassen. Man fliegt förmlich durch die Seiten und erlebt es alles wie im Rausch. Teilweise habe ich das Lesen auch kurzzeitig unterbrochen, um noch etwas länger in der von Miranda J. Fox geschaffenen Atmosphäre zu verharren. <3
Solch etwas ist selten der Fall und so bin ich nun wirklich etwas traurig, diese Welt wieder verlassen zu müssen. :´(

Dieses Buch beende ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge und möchte sehr gute 4,5 / 5 Sternen vergeben. Auch wenn ich vorhin meinte, dass die Geschichte gekonnt mit Klischees umzugehen weiß, sind mir Zoes Naivität einer Person gegenüber und die eigentlichen Beweggründe, das Auftreten von Dorians Vater Zoe gegenüber doch etwas zu viel, fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, gibt der Geschichte eben ihren typischen Charakter, mit dem ja immer wieder gespielt wird.
Ich hoffe doch sehr, dass dies nur der Auftakt der Dawson-College-Reihe war und nicht ein Einzelband. Man könnte definitiv noch so einiges über Zoe und Dorians Beziehung, aber auch Amy und Jamie erzählen. Auch über Calvins und Rose‘ Geschichte würde ich gerne noch mehr erfahren. Machbar wäre es also, fehlt nur noch die Autorin, die es verfasst. ;)

Veröffentlicht am 03.11.2018

Egal wie hoch deine Erwartungen sind, sie werden nicht einmal annähernd an das Buch heranreichen! ;)

Verdammt nah am Himmel
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Ende September 2018 veröffentlicht Linda Schipp mit „Verdammt nah am Himmel“ ihr zweites Buch über den Drachenmond-Verlag.
Die Thematik lässt sich am Cover ableiten und falls dies nicht reicht, weist einen ...

Ende September 2018 veröffentlicht Linda Schipp mit „Verdammt nah am Himmel“ ihr zweites Buch über den Drachenmond-Verlag.
Die Thematik lässt sich am Cover ableiten und falls dies nicht reicht, weist einen das kurze Zitat unter dem Autorennamen daraufhin. ;)
Die Brücke steht direkt für die Verbindung zwischen dem Leben und dem Tod, handelt es sich ja schließlich um eine Nahtoderfahrung, weshalb auch wieder der Titel verdeutlicht wird, ist man doch mit diesem kurzen Todeszustand "verdammt nah am Himmel", manche sprechen ja sogar vom weißen Licht und Stimmen, die sie gehört haben. Teilweise wird auch gesagt, dass sie noch nicht sterben wollen und demnach nicht die andere Seite der Brücke erreicht haben, umgekehrt oder niemals losgelaufen sind. Die Stimmen hätten dann von der anderen Seite rufen können. Weißes Licht könnte für die Wahl stehen. Die Person kann völlig frei wählen.
Durch die Wolken muss ich auch irgendwie an Schwerelosigkeit denken, man schwebt ja während dieser Erfahrung zwischen dem Leben auf der Erde und dem Himmel. Man könnte die Wolken also symbolisch für den Menschen deuten.
Rose ist eigentlich nur mit dem Auto auf dem Weg nach Hause, doch auf der Pearly Gates Bridge findet ihre Fahrt ein jähes Ende und sie erlebt etwas, womit sie nicht gerechnet hätte.
Jack wiederum vervollständigt auf der falschen Brückenseite gerade seine „Top-Ten-Liste der Orte zum Sterben“ als beide sich begegnen.
Sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie, die vor Leben nur so sprüht, sich von ihrem Glauben, ihrem Bauchgefühl leiten lässt, begegnet ihm, der dem allen einfach nur noch ein Ende setzen möchte, Dinge stets rational betrachtet.
Obwohl sich beide auf Anhieb nicht ausstehen können, treten sie aus der Situation heraus zusammen eine Reise an, die das Potential besitzt, alles über den Haufen zu werfen, was sie zu wissen gedachten…
Auch wenn ich erst dachte, dass mir Jack als Kopfmensch deutlich besser gefällt, haben sie doch beide einen unglaublichen Charme, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.
Immer wieder stellen sie sich selbst seltene und tiefgründige Fragen, die den Leser neue Erkenntnisse gewinnen lassen. Gleichzeitig sind sie so authentisch, dass man absolut nachempfinden kann, warum sie fühlen wie sie fühlen und akzeptiert damit nicht nur Jacks Wunsch nach dem Tod, sondern kann ihn nachvollziehen.
Dabei sind dem Leser aber noch lange nicht viele Hintergründe der Figuren gegeben! Ich möchte dazu nur sagen, dass sich vieles völlig anders entwickelt als gedacht.
Beide mussten schon so unglaublich viel Leid erfahren und gerade, wenn man denkt, es geht doch eigentlich nicht weiter, kommen neue Erkenntnisse.
Auch ein besonderer Humor lässt sich hier wiederfinden. Mal ist es Sarkasmus und mal ist Jack auch unfassbar selbstironisch, verdeutlicht damit irgendwie auch, wie unfassbar er doch gebrochen ist.
Beide Figuren machen mit Hilfe des anderen unfassbare Entwicklungen durch, die der Leser ebenso mitmacht, was ich so selten erlebe. Man lernt über und mit den Figuren einfach so viel fundiert und wird dadurch zum Nachdenken angeregt.
Gerade der Schreibstil der Autorin ermöglicht es, nahezu sofort, Empathie für völlig fremde Figuren zu empfinden. Er ist so besonders, dass man ihn so schnell nicht vergisst. Hier erlebt man, dass auch Autoren Künstler sind, weiß Linda Schipp es doch gekonnt und klischeefrei, poetisches, wie Metaphern, mit bitterernsten Themen zu kombinieren und den Leser damit enorm zu berühren. Man wechselt zwischen Philosophie und Pragmatismus und ist dadurch so unfassbar an die Geschichte gefesselt, dass man sie definitiv nicht missen möchte.
Wie nicht anders zu erwarten, vergebe ich 5 / 5 Sternen, auch wenn ich liebend gerne mehr vergeben würde. Dieses Buch gibt einem einfach so viel und wird mich so schnell nicht wieder loslassen. Es wird unfassbar genial zwischen dem nötigen Ernst, Hoffnung und jeder Menge Emotionen jongliert, sodass man unabhängig davon, ob man es wollte oder nicht, einfach in den Sog dieses Buch gezogen wird. <3

Veröffentlicht am 21.10.2018

Wofür wirst du dich in Zeiten des Umbruchs entscheiden, wenn er das Ende und du der Neuanfang bist?

Die Vereinten
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Nach dem grandiosen Vorgänger „Die Perfekten“ findet diese Geschichte und die dabei erzeugte Welt nun in „Die Vereinten“ ihren Abschluss.

Nichts ist mehr, wie es war. Rain wird von einer Ghost zu einer ...

Nach dem grandiosen Vorgänger „Die Perfekten“ findet diese Geschichte und die dabei erzeugte Welt nun in „Die Vereinten“ ihren Abschluss.

Nichts ist mehr, wie es war. Rain wird von einer Ghost zu einer Gesegneten, erfährt, was denn so alles in diesem System schief läuft. Die Konflikte zwischen den Privilegierten der Genstufe 1, den Gesegneten gegen die Rebellen spitzen sich zu, es ist schon lange nicht mehr sicher, wem man eigentlich wirklich noch vertrauen kann.
So soll Rain also Werte vertreten und ein Leben teilen, die sie nicht einmal wirklich teilt, muss mit dem Verlust ihrer vielleicht einzigen Verbündeten Storm, bei der sie aufgewachsen ist, während Larks Beine wahrscheinlich nie wieder richtig funktionstüchtig sein werden.
Doch Zeit bleibt ihnen nicht wirklich viel, denn die Spines agieren immer noch stark im Untergrund und zusätzlich scheint auch noch etwas anderes, außerhalb Hopes in die Stadt vordringen zu wollen…

Allein das Cover gefällt mir erneut sehr, ist es doch eigentlich auch das gleiche. Beim ersten Band war ihr Gesicht dadurch, dass sie als Ghost in Grey lebte von einer Kapuze verdeckt, wohingegen ihre Haare hier regelrecht leuchten und ihre Augen richtig zur Geltung bringen, geht es doch bei den Auftritten der Gesegneten stets darum, sie fast schon als übernatürlich, eben auch äußerlich perfekt darzustellen.
Nun aber zu den Figuren:
Rain begegnet uns am Anfang voller Trauer und braucht einige Zeit, um wieder zu ihrer alten Stärke zurückzufinden. Da sie als Gesegnete auch wenig Kontakt gesellschaftlich abgestuften Rose und Lark hat, kommt sie sich ziemlich allein und verlassen vor, in der doch sehr oberflächlichen „Welt“ der Gesegneten. Ich konnte sie verstehen, war dann aber zum Ende hin doch froh als sie langsam wieder zu sich selbst zurückfand. Die Geschichte drehte sich dann doch etwas im Kreis und ließ natürlich erst einmal der fantastischen Spannung des ersten Bandes keinen Platz. Danach entdeckt man in ihr aber wieder die taffe Rain, die ich doch so in Band eins geliebt habe.
Am Anfang erlebt man dann zuerst nur in den Kapiteln aus Larks Perspektive neue Geheimnisse, sodass sich die Spannung langsam aufbaut. Trotz seiner veränderten Lebensumstände, die ihn so sehr einschränken und er sich oftmals nur als Last empfindet, bedeutet ihm Rose weiterhin alles und tut dementsprechend alles, um sie zu beschützen. Auch Rain dringt immer weiter in sein Herz vor. Die Autorin schafft es in dieser sehr düsteren Welt mit einzelnen Szenen weiterhin eine sehr glaubhafte Liebe zwischen Rain und Lark zu vermitteln, was mir unglaublich gefällt. Es braucht nicht immer einen Wechsel zwischen den eigenen Gefühlen und den Entwicklungen in der fiktiven Welt, wenn doch auch einzelne Kapitel diesen Fakt authentisch übermitteln können und das ist für mich eine Kunst der Autorin! <3
Egal, wem man begegnet, erlebt man doch immer wieder authentische Charaktere, die dadurch, dass fast alle manchmal etwas überspitzt wirken, nicht übertrieben dargestellt sind. Des Weiteren begegnen uns zu Beginn der Abschnitte die Wächter Mur und Cem, die mir sympathisch geworden sind. Mit Cassian und Rains Umgang ihm gegenüber konnte ich mich nicht immer anfreunden. Er hatte es aber auch schwer, da Storm, etc. in Band eins einfach legendär waren und wenig Platz für vergleichbare Charaktere boten.
Dafür gefiel mir aber Morpheus umso mehr, der des Öfteren, die Stimmung zu entspannen wusste.
Ja und natürlich last but not least Rose. Sie ist und bleibt einfach eine meiner Lieblingscharaktere, da sie oft so gefasst, sogar teilweise stärker als Rain und Lark ist, aber mit ihrer immer noch kindlichen Art oft so optimistisch und mutig ist, die anderen damit aufzuheitern weiß.

Wie bereits erwähnt, kommen auch hier wieder immer neue Informationen dazu, die sich dann irgendwie zu neuen Wendungen in der Geschichte verbinden und den Fortgang schwer erahnen lassen.
Was mir auch wieder super gefällt, ist der dystopische Aspekt mit der Gesellschaft. Viele haben nur sich im Blick, ohne zu versuchen, die Situation anderer nachzuvollziehen und zu erkennen, was denn wirklich ein Problem und nicht nur Luxus ist. Auch die Angst vor Veränderung wird hier vor allem zum Schluss sehr deutlich, da viele etwas, das nicht unbedingt von Nachteil sein muss, bekämpfen.

Generell gefällt mir der Schreibstil und die ganzen Ideen dieses Buches wieder sehr und möchte es nicht missen. Gerade das Ende ist irgendwie anders als erwartet und vielleicht auch gehofft, deswegen aber nicht schlecht, sondern einfach nur ein sehr schöner Abschluss, der einen dazu auffordert, sich selbst ein Bild zur Zukunft der Figuren zu machen.

Demnach möchte ich diesem gelungenen Abschluss der Dilogie von Herzen 4 / 5 Sternen geben und neue Bücher der Autorin voller Freude erwarten. ;)

  • Einzelne Kategorien
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  • Geschichte
Veröffentlicht am 30.09.2018

Ein erneuter Beweis, dass Liebe in Jugendbüchern nicht automatisch mit Klischees verbunden sein muss.

The way to find love
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Mareike ist mir sehr sympathisch geworden. Sie hat bedingt durch die Tabletten nicht unbedingt die schlankste Gestalt, aber trotzdem ein gutes Selbstbewusstsein, ohne sich selbst zu überschätzen.
Des Weiteren ...

Mareike ist mir sehr sympathisch geworden. Sie hat bedingt durch die Tabletten nicht unbedingt die schlankste Gestalt, aber trotzdem ein gutes Selbstbewusstsein, ohne sich selbst zu überschätzen.
Des Weiteren ist sie sehr sarkastisch und ihrer Fehlbarkeit, die ja jeder irgendwie besitzt, durchaus bewusst. Das gefällt mir. Oft teilen uns Figuren nicht von vorneherein mit, dass sie auch durchaus falsch liegen können, reflektieren also nicht unbedingt die unterschiedlichen Sichtweisen.
Auch Sebastian hat so eine sarkastische Ader, weshalb sie sich dann wahrscheinlich auch auf Anhieb so gut verstehen und versucht immer wieder sich von seinen Betreuern, das Leben nicht zu sehr vorschreiben zu lassen. ER raucht und bleibt auch gern über die Ausgangssperre hinaus weg. Er meidet diese ganze Gefühlsduselei, ist fest davon überzeugt, dies nicht zu mögen.
In Mareike sowie Basti kann ich mich sehr gut hineinversetzen, was zu einem schönen Leseerlebnis führt.
Die Nebencharaktere gefallen mir ebenfalls sehr. Alina, Mareikes Freundin, besitzt am Anfang so diese typische jugendliche Naivität, was die Gefühle des anderen Geschlechts angeht und Lara ist eine Nervensäge, die fast als Bastis Schwester durchgehen könnte.
Die Freundschaften an sich sind in meinen Augen realistisch. Natürlich gilt da auch einmal "Bros before Hoes“ und man verzeiht sich relativ schnell, nichts von den Entwicklungen in Sachen Beziehung erwähnt zu haben, wenn die andere gerade Liebeskummer hatte.

Auch in der Handlung ist es weiterhin relativ stereotyparm, kann ein Mädchen in gewissen Gebieten überzeugend und in anderen gleichzeitig schüchtern wirken.
Der männliche Part leugnet auch nicht immer Gefühle zu haben, sondern gibt dies gerne frei und offen zu und schämt sich nicht mit anderen über Liebeskummer zu sprechen.
Hat man sich in größerer Weise belogen, kann sich dies auch kippen lassen, ohne dass man die Beziehung zerstört.
Die Liebe kommt nicht unbedingt mit dem ersten Blick, sondern kann sich mit der Zeit unbemerkt entwickeln.
Und zu guter Letzt bedeutet ein Tumor nicht immer gleich Krebs und den Tod, es kann sich auch um entfernbares Material handeln.
(Achtung SPOILER!)
Oftmals stirbt der „Träger“ in Büchern am Ende, doch im normalen Leben gibt es Menschen wie Mareike, die daran nicht krepieren müssen. Auch Jay musste in dem absolut fantastischen Buch „Liebe ist was für Idioten. Wie mich“ und dessen Fortsetzung von Sabine Schoder nicht sterben. (Ende des SPOILERs!)

Der Schreibstil lässt einen nur so durch die Geschichte rennen. Er lässt einen diese Geschichte entspannt genießen, teilweise auch über die Figuren und ihre Gründe schmunzeln. Carolin Emrich kann einfach super Geschichten erzählen. :)

Diese ganzen Aspekte lassen die Geschichte in meinen Augen so unglaublich real wirken und machen sie damit authentisch!!
Deshalb kann ich dieses auf seine Art erfrischende Buch nur empfehlen und verbleibe mit 5 / 5 Sternen gespannt auf Alinas und Lars Geschichte. <3