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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2024

Alle Bände sind der Knaller

Detektiv Parzival Po (6) – Detektivbüro in Gefahr
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Wie kommt man nur auf die Idee einer Comicfigur das Gesicht eines Pos zu verpassen? Das muss doch als Idee bei einem spaßigen Umtrunk passiert sein…Aber ein riesen Hit in Japan seit es erstmals dort 2015 ...

Wie kommt man nur auf die Idee einer Comicfigur das Gesicht eines Pos zu verpassen? Das muss doch als Idee bei einem spaßigen Umtrunk passiert sein…Aber ein riesen Hit in Japan seit es erstmals dort 2015 erschien. Es gibt mittlerweile auch mehr Bände, die auch bei uns erscheinen werden. Der erste Band ist ‚Detektiv Parzival Po – Das Geheimnis der Frau Purpur‘.
Mein Sohn fand es unheimlich lustig und siehe da, er hat das Buch auch gleich gelesen und verrätselt. Denn es ist nicht nur ein witziges Buch für Erstleser durch die vielen Illustrationen und dem wenigen großen Text, es beinhaltet auch ein paar Stellen zum Miträtseln. Keine Sorge, die Lösungen finden sich hinten. ;0)
Der Süßkartoffelkuchen-liebende Detektiv Parzival Po ist natürlich nicht alleine unterwegs, stets an seiner Seite weiß er den Hamster Brown bei sich, der ihn unterstützt die vielen Ungereimtheiten zu lösen.
Troll ist ein Duo aus der Autorin Yoko Tanaka und dem Zeichner Masahide Fukasawa. Passend übersetzt aus dem Japanischen ist das Ganze von Nana Umino.
Wirklich sehr gut geeignet für Erstleser, die kurioses schätzen und die meist etwas unter 100 Seiten sind auch schnell gelesen und liefern ein Erfolgserlebnis!

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Sooooo gut!

Nur nachts ist es hell
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Judith W. Taschler beweist erneut ihr außergewöhnliches literarisches Können in ihrem Roman Nur nachts ist es hell. Diese feinfühlig erzählte Geschichte über Verlust, Vergangenheitsbewältigung und die ...

Judith W. Taschler beweist erneut ihr außergewöhnliches literarisches Können in ihrem Roman Nur nachts ist es hell. Diese feinfühlig erzählte Geschichte über Verlust, Vergangenheitsbewältigung und die Suche nach Vergebung zog mich, vor allem durch die komplexen Emotionen der Figuren, war ich hautnah dran. Taschler schafft es, mit ihrer poetischen und gleichzeitig präzisen Sprache tiefe Einblicke in menschliche Abgründe und Hoffnungen zu geben, die lange nachwirken.
Das einzige andere Werk, dass ich bisher von ihr kenne ist Über Karl reden wir morgen , im Vergleich wirkt Nur nachts ist es hell noch introspektiver und reifer. Während Über Karl reden wir morgen mit einem spannungsgeladenen Familiengeheimnis überzeugt, legt Nur nachts ist es hell den Fokus stärker auf innere Konflikte und das Ringen der Protagonisten mit ihren eigenen Schwächen. Hier spüre ich eine enorme Entwicklung, die Taschlers Stil und erzählerische Tiefe genommen haben. Die Themen Schuld und Vergebung, die auch in Über Karl reden wir morgen eine Rolle spielen, werden in diesem Roman auf eine Weise behandelt, die komplexer und reflektierter wirkt. Taschler dringt tief in die Seelenwelt ihrer Charaktere ein und kreiert damit eine emotional dichte Atmosphäre, die sie meisterhaft über die gesamte Erzählung hinweg aufrechterhält.
Taschlers Erzählstil ist präzise, klar und zugleich poetisch – eine Kombination, die sie für mich zu einer der markantesten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur macht. Die literarische Qualität von Nur nachts ist es hell zeigt sich besonders in den nuancierten Dialogen und den subtilen, aber eindringlichen Beschreibungen der Szenerien. Taschlers Gabe, Landschaften und Räume als Spiegel der inneren Zustände ihrer Figuren einzusetzen, lässt diesen Roman zu einem intensiven, atmosphärisch dichten Werk werden.
Ein großes Lob gilt der Autorin für die kunstvolle Balance zwischen Spannung und Tiefe. Nur nachts ist es hell ist ein Roman, der nicht nur unterhält, sondern zum Nachdenken anregt und Fragen über Moral, Entscheidungen und die Bedeutung von Beziehungen aufwirft. Judith W. Taschler gelingt es, mit einer sanften, aber kraftvollen Sprache Emotionen zu wecken, die beim Lesen unter die Haut gehen.
Und nun muss ich endlich mal die Deutschlehrerin lesen!

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Zwischen den Kriegen ein britischer Blick aus der High Society

Die Mitford Schwestern
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Marie Benedict ist für ihre guten Frauenportraits bekannt. Es gibt schon einige Romane von ihr über sehr bekannten Frauen und nun kommen gleich mehrere im Paket dazu: Die Mitfordschwestern.
Es sind immerhin ...

Marie Benedict ist für ihre guten Frauenportraits bekannt. Es gibt schon einige Romane von ihr über sehr bekannten Frauen und nun kommen gleich mehrere im Paket dazu: Die Mitfordschwestern.
Es sind immerhin 6 Schwestern, die hier zwischen den Weltkriegen in England hoch aktiv sind. Geboren in die upper class und somit gut ausgebildet, vornehm und auch Meinungs- und Willensstark. Eine lässt sich scheiden, was zur damaligen Zeit ungeheuerlich ist. Noch schlimmer ist aber eine Affären mit einem deutschen Faschisten.
Der Roman lässt uns an dem innerfamiliären Konflikt über sehr unterschiedliche politische Ansichten teilhaben. Diese politische Komponente entzweit und führt zu einer Spaltung.
Diesen Aspekt hat Marie Benedict sehr gut herausgearbeitet. Spannend ist auch die sehr britische Perspektive auf das aufkeimende Nazi-Deutschland.
Gelungen und gut lesbar!

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Etwas zu dystopisch

Nach uns der Himmel
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In Nach uns der Himmel entwirft Simone Buchholz eine düstere, karge Zukunftsvision, die stark von Isolation und einer tiefen Sehnsucht nach Orientierung geprägt ist. Die Geschichte erzählt von einer Welt ...

In Nach uns der Himmel entwirft Simone Buchholz eine düstere, karge Zukunftsvision, die stark von Isolation und einer tiefen Sehnsucht nach Orientierung geprägt ist. Die Geschichte erzählt von einer Welt am Rand des Zusammenbruchs – menschenleer und trostlos, geprägt von der ständigen Frage, wie das Überleben unter diesen Umständen überhaupt noch möglich ist. Buchholz’ Sprache ist dabei gewohnt präzise und poetisch, die Atmosphäre dicht und bedrückend. Sie schafft es, das Szenario einer menschenfernen Endzeitwelt in einen melancholischen, fast hypnotischen Ton zu tauchen, der die Einsamkeit und Orientierungslosigkeit der Figuren in eindrucksvollen Bildern spürbar macht.
Dennoch muss ich sagen, dass mich Nach uns der Himmel emotional nicht erreicht hat. Wo ich sonst von Buchholz’ Geschichten mitgerissen werde, blieb ich hier distanziert. Die Handlung wirkt eher fragmentarisch, was sicher als bewusster Stil für diese dystopische Welt funktioniert, aber mir persönlich fiel es schwer, mich mit der Geschichte zu verbinden. Die Spannung, die ich aus Buchholz’ anderen Werken kenne, ließ sich in dieser langsamen Erzählweise für mich nicht finden. Das Buch bleibt für mich dadurch eher eine Stimmungsstudie als eine fesselnde Geschichte, was sicherlich Geschmackssache ist – wer gerne dystopische Szenarien mag und Freude an der Beschäftigung mit existenziellen Fragen hat, könnte in diesem Buch jedoch einen besonderen Reiz finden.
Abschließend möchte ich betonen, dass Simone Buchholz für mich eine der stärksten Stimmen im deutschen Krimi-Genre bleibt. Ihre Chastity-Riley-Krimis sind einzigartig: voller kluger Dialoge, scharfem Humor und einer unverwechselbaren, atmosphärischen Dichte. Mit Nach uns der Himmel zeigt sie eine andere, experimentellere Seite, die mir persönlich jedoch weniger zusagt. Dystopiefans könnten hier eine neue Facette ihrer Schreibkunst entdecken – für mich bleibt sie dennoch vor allem die Meisterin spannungsgeladener, intensiver Kriminalromane.

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Veröffentlicht am 03.11.2024

13jähriger musste sterben

Tode, die wir sterben
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Ich fand diesen Thriller reizvoll, weil wir schon in Malmö waren und ich mir die Stadt so gut wieder präsent machen kann.
In diesem ersten Band der neuen Reihe ermitteln die Kommissare Svea Karhu und Jon ...

Ich fand diesen Thriller reizvoll, weil wir schon in Malmö waren und ich mir die Stadt so gut wieder präsent machen kann.
In diesem ersten Band der neuen Reihe ermitteln die Kommissare Svea Karhu und Jon Nordh, die beide komplexe Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten sind. Svea Karhu, neu ist in Malmö, bringt durch ihre beharrliche, oft unkonventionelle Art Tiefe und Spannung in die Ermittlungen, während Jon Nordh, soeben Witwer geworden, mit seiner analytischen und zurückhaltenden Herangehensweise einen interessanten Kontrast bildet. Die Chemie zwischen den beiden ist spannend und verspricht interessante Entwicklungen für die Serie.
Der Krimi spielt in Malmö (Schweden) und Voosen & Danielsson verstehen es hervorragend, die düstere und oft bedrückende Atmosphäre der Schauplätze einzufangen. Vor allem der beklemmende Mord an dem Jungen und wie es auf die Bevölkerung wirkt, ist gut beschrieben. Auch der weitere Verlauf der viel Dynamik enthält ist mächtig spannend.
Was mir besonders gefällt, ist, dass das Buch nicht auf brutale Details setzt. Der Fall selbst ist komplex und düster, aber die Spannung entsteht vor allem durch die psychologischen Zusammenhänge und die detaillierte Charakterzeichnung, ohne auf explizite Gewalt angewiesen zu sein. Leser:innen, die blutrünstige Thriller meiden, dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.
Das schwedische Autorenduo schafft eine beklemmende, atmosphärische Welt, die mich als Leserin gleich gefesselt hat. Ohne die beliebte Nyström-Serie zu kennen, hat mich Tode, die wir sterben überzeugt. Der Folgeband ist bereits angekündigt, und ich freue mich darauf, Svea und Jon weiter durch ihre Fälle zu begleiten.
Für mich ist Tode, die wir sterben ein gelungener Auftakt, und ich bin gespannt, welche neuen Wege das Autorenduo in dieser Reihe noch beschreiten wird.

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