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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2023

Kinder, die zum Denken anregen!

Der Sinn von allem – oder zumindest fast
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Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich mit diesem interessanten Mann beschäftigen, denn Scott Hershovitz ist Jurist und Philosoph und hat nicht nur an diversen Universitäten gelernt wie Yale und Oxford, ...

Wer ihn noch nicht kennt, sollte sich mit diesem interessanten Mann beschäftigen, denn Scott Hershovitz ist Jurist und Philosoph und hat nicht nur an diversen Universitäten gelernt wie Yale und Oxford, sondern auch am US Supreme Court unter Ruth Bader Ginsburg gearbeitet. Geballte juristische Kompetenz trifft hier auf seine Leidenschaft der Philosophie. Beides passt aus meiner Sicht gut zusammen, denn viele Fragen des Rechts sind auch philosophische Betrachtungen. Heute ist er Philosophieprofessor an der Universität Michigan.
Nun hat Scott Hershovitz ein Sachbuch geschrieben, dass da heißt „Der Sinn von allem oder zumindest fast – Überraschende Einsichten eines Philosophen“. Spannend wie er sich im Grunde über drei große Blöcke dem Verstehen widmet und uns auf dieser Reise mitnimmt. Das Buch ist unterteilt in: 1) Moral verstehen, 2) Uns verstehen und 3) Die Welt verstehen. Wir begegnen Themen wie Gott, Wahrheit, Rache, Rechte, Geschlechterrollen und vielem mehr.
Die Reise ist leicht lesbar gestaltet, denn viele Fragen die er im Buch verhandelt, haben seinen Ursprung in Gesprächen mit seinen Kindern! Diese Gespräche sind hier enthalten und haben mich gleich eingenommen. Daraus entsteht eine sehr kurzweilige Lektüre und Lust am eigenen Philosophieren. Obwohl Scott Hershovitz geballte Kompetenz hat, nimmt er sich nicht zu wichtig und schreibt teilweise erfrischen flapsig. Natürlich gibt es etliche Referenzen und Quellen wo man sich weiter austoben könnte um mehr zu erfahren.
Mich hat dieses Sachbuch überzeugt und philosophisch unterhalten. Wer Kinder hat oder mit welchen arbeitet, kann dieses Buch als wertvolle Stütze und Inspiration betrachten im Umgang und diskutieren von vielen Themen, denn vieles ist philosophieren.
Ich finde übrigens den Originaltitel mit „Nasty, Brutish and Short“ ein wenig spannender, im Grunde ein Zitat von Thomas Hobbes. Aber, ja im Deutschen untauglich.
Fazit: Selber Denken macht schlau!

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Veröffentlicht am 20.06.2023

Das Ende einer Ära Mann

Der Sandkasten
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Ich erinnere mich noch gut an die Lektüre von Wolfgang Koeppens Treibhaus in der Oberstufe, auch wenn es aus heutiger Perspektive lange her ist. Spricht für das Geschriebene und nun hat Christoph Peters ...

Ich erinnere mich noch gut an die Lektüre von Wolfgang Koeppens Treibhaus in der Oberstufe, auch wenn es aus heutiger Perspektive lange her ist. Spricht für das Geschriebene und nun hat Christoph Peters ihn gleich auf der ersten Seite erwähnt und seinen Roman „Der Sandkasten“ ins Verhältnis gesetzt. Kühn, aber berechtigt.
Es ist auf knappen 250 Seiten zum einen eine Satire über den Typus erfolgreicher weißer Medienmann im besten Alter von 52 Jahren mit sehr viel jüngerer Frau und als Moderator einer Morgensendung im öffentlich rechtlichen Fernsehen erfolgreich. Er fragt sich zu Recht was kommt nun? Denn seine Art der medialen Weltbeschallung ist Schnee von gestern und er eckt an und weiß aber nicht so Recht warum und wie da raus!
Zum anderen ist der Roman eine Persiflage auf das politische Berlin. Der Roman spielt im November 2020 und wir sehen förmlich den ein und anderen Politiker vor dem Auge, auch wenn die Namen andere sind. Auch Corona wird hier ein Thema, wie es eben so war im Jahr 2020.
Geballte bitterböse Satire – mir hat die Lektüre Spaß gemacht und ich freue mich auf den bald erscheinenden zweiten Roman von Christoph Peters „Krähen im Park“.

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Veröffentlicht am 19.06.2023

Lebe lieber unperfekt!

Happy Place
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Emily Henry ist momentan DIE Autorin, wenn man leichte Strandlektüre will und es neben der Romantik schon ein bisschen witzig sein darf! Das macht aus meiner Sicht ihren großen Erfolg aus! Ich kannte diese ...

Emily Henry ist momentan DIE Autorin, wenn man leichte Strandlektüre will und es neben der Romantik schon ein bisschen witzig sein darf! Das macht aus meiner Sicht ihren großen Erfolg aus! Ich kannte diese Kategorie „RomCom“ vorher nicht, aber das trifft es genau.
Dieses Mal gibt der Untertitel schon ziemlich viel Hinweise darauf was passiert, lautet es da: Urlaub mit dem Ex. Harriet und Wyn galten immer als DAS TRAUMPAAR schlechthin und dann ist es doch in die Grütze gegangen… aber alle schon einweihen, lieber nicht! 6 Monate lang verheimlichen die beiden ihre Trennung, weil es einfach entspannter ist und dann kommt der alljährliche Besuch in einer Hütte in Main dazu wo einer ihrer Freunde heiratet. Nun allen die romantische Stimmung vergeigen – neeeee. Lieber so tun als ob die Liebe noch da ist und allen anderen Harmonie vorgaukeln. Geht gut?
Lest selbst und habt eine Menge Spaß diese leichte Lektüre ist herrlich entspannend und macht guten Laune!

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Veröffentlicht am 19.06.2023

Majestätische Berge mit rauen Verhältnissen

So weit der Fluss uns trägt
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Was eine sympathische Autorin! Die Amerikanerin Shelley Read hat eine tolle Geschichte geschrieben, die in ihrer Heimat den Rocky Mountains in Colorado spielt nahe des Gunnison Rivers! Man liest ihre Liebe ...

Was eine sympathische Autorin! Die Amerikanerin Shelley Read hat eine tolle Geschichte geschrieben, die in ihrer Heimat den Rocky Mountains in Colorado spielt nahe des Gunnison Rivers! Man liest ihre Liebe zu dieser Natur und vor allem den unverrückbaren und beständigen Bergen schier heraus.
Die Protagonistin des Romans ist Victoria, die in einem kleinen Ort am Gunnison Rover lebt und wir lernen sie im Jahr 1948 kennen. Wo das Leben noch einfach und rau in der Gegend ist. Auch die Rollenverständnisse und die Traditionen sind noch nicht so modern wie es in einer Stadt wie New York City zu diesem Zeitpunkt schon war. Victoria trifft auf einen Mann, der nicht aus dem Ort stammt und ist sofort Feuer und Flamme. Leider endet die Geschichte mit einer ungewollten Schwangerschaft, was in dieser Gegend zu dieser Zeit unmöglich war.
Das Buch ist geprägt vom eisernen Überlebenswillen der Protagonistin, der naturnahen Lebensweise und dem Umgang miteinander, der rau und unerbittlich ist.
Besonders überrascht hat mich an dem Roman, dass es in der Tat Pfirsiche aus diesem Tal gibt und diese nur ein kleines Reifefenster haben und dann aber wahrlich fantastisch schmecken müssen.
Shelley Read hat einen netten Debütroman geschrieben, den alle Fans von naturnahen Erzählungen und Bergen sind.

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Veröffentlicht am 19.06.2023

japanische Fankultur

Idol in Flammen
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Beeindruckend, dass die japanische Schriftstellerin Rin Usami für ihren Roman „Idol in Flammen“ bereits mit 21 Jahren den Akutagawa-Preis erhielt, eine japansiche Ehre. Daher genug Neugierde geweckt und ...

Beeindruckend, dass die japanische Schriftstellerin Rin Usami für ihren Roman „Idol in Flammen“ bereits mit 21 Jahren den Akutagawa-Preis erhielt, eine japansiche Ehre. Daher genug Neugierde geweckt und ich las den schmalen Band.
Leicht zu lesen und doch sehr schockierend erfahren wir wie sich die Fankultur in Japan abspielt. Natürlich ist es überspitzt und fiktionalisiert wie die 17jährige Schülerin Akari sich ihrem Idol Masaki widmet, ein Mitglied einer J-Popband, aber es scheint schon nah dran an den japanischen Verhältnissen zu sein.
Masaki soll einen Fan geschlagen haben und seine Popularität sinkt dadurch enorm. Akari will dies nicht hinnehmen und versucht nicht nur über ihren Blog ihren geliebten Star zu unterstützen sondern gibt auch horrend viel Geld aus um Merchandise zu kaufen. Denn das perfide System sieht es vor, dass die Fans ein Recht erwerben mit dem Kauf einer CD oder ähnlichem um über die Popularität abzustimmen. Mehr Käufe mehr Einfluss. Was ein wahnsinniges System dort erschaffen wurde, legt dieser schmale Roman frei und bestürzte mich.
Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Akari erzählt und wir erkennen schnell, dass die Verhältnisse zu Hause wenig Aufmerksamkeit für sie übrig hat, ihre schulischen Leistungen absacken und nur noch das Brennen für ihr Idol sie davon abhält in ein tiefes Loch zu fallen. In Kombination mit dem sachlichen Tonfall tun sich hier Abgründe auf.
Eine empfehlenswerte kurze Lektüre.

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