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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.01.2023

Achtsamkeit für die Kleinen unter uns

Wieso? Weshalb? Warum? Mutig, stark und selbstbewusst
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Wir sind schon lange große Fans der Sachbuch-Buchreihe ‚Wieso? Weshalb? Warum?‘ aus dem Hause Ravensburger. Wir haben mit den handlichen Juniorbüchern begonnen und nun sind etliche Bücher schon bei uns ...

Wir sind schon lange große Fans der Sachbuch-Buchreihe ‚Wieso? Weshalb? Warum?‘ aus dem Hause Ravensburger. Wir haben mit den handlichen Juniorbüchern begonnen und nun sind etliche Bücher schon bei uns eingezogen zu vielfältigen Themen. Umso mehr hat mich gefreut, dass nun auch das Themenfeld Achtsamkeit mit Band 51 in die Reihe eingezogen ist: „Mutig, stark und selbstbewusst“.
Ein Sachbuch, dass Kinder ab 4 Jahren anspricht, aber auch noch weit in die Grundschulzeit hinein relevant ist. Es geht lehrt spielerisch wie Situationen auf die eigenen Emotionen wirken und was daraus resultiert. Was passiert mit mir, wenn das Rollschuhlaufen erst einmal nicht so klappt? Was tut sich da in mir? Weitermachen oder aufgeben? Was kann ich besonders gut und worauf bin ich stolz?
Das Buch zeigt viele Beispiele, wie immer im klassischen Stil der ‚Wieso? Weshalb? Warum?‘-Bücher mit etlichen Klappen was gemeint ist, wenn man Mut haben sollte, was Stolz ist und Frust. Es lädt auf eine unkomplizierte Art ein in ein Gespräch zu kommen und sie zum ersten reflektieren anzuregen.
Mich hat es sehr begeistert! Vor allem finde ich es auch toll, dass es ein Buch für wirklich jedes Kind ist. Nicht nur die stillen und leisen schöpfen aus ihrer Kraft, auch die lauten und forschen Kinder können hier wirklich viel mitnehmen und reflektieren wie es anderen geht bei ihrem Verhalten.
Fazit: Empathie und Selbstliebe kann man gar nicht früh genug lernen!

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Veröffentlicht am 10.01.2023

Unschicklicher Müllsammler

Das glückliche Geheimnis
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Da zieht ein junger Mann von Container zu Container und sucht nach Büchern. Es kommen Schätze zum Vorschein wie achtlos entsorgte Erstausgaben, interessanter Lesestoff und private Tagebücher. Das eine ...

Da zieht ein junger Mann von Container zu Container und sucht nach Büchern. Es kommen Schätze zum Vorschein wie achtlos entsorgte Erstausgaben, interessanter Lesestoff und private Tagebücher. Das eine wird beim Antiquariat zu viel Geld gemacht und bietet ein Auskommen für den angehenden Schriftsteller und das andere wird aus Interesse gelesen. Und dann wirken die Tagebücher nach und beeinflussen das Schreiben des Autors enorm.
Arno Geiger, bekannter österreichischer Autor, der nach den ersten Jahren mit Durststrecken durchstartete und etliche Preise abgeräumt hat, wie den deutschen Buchpreis (2005), schrieb nun auch ein autofiktionales Buch. Ein Genre, dass mir momentan besonders en vogue zu sein scheint. Hier aber doch ein wenig spannender durch die unschickliche Müllsammlerkarriere und die daraus resultierenden Gedanken über das Schreiben und das Sinnieren über den Müll. Aus meiner Sicht ist auch der erste Teil des Romans der deutlich stärkere Text, denn die zweite Hälfte läd den Autor zum Abschweifen ein und bildet ab was ihm als dann als Autor widerfuhr, wenn er von der Selbstüberforderungen beim Schreiben berichtet oder den Blick auf seinen Verlag und den Literaturbetrieb richtet. Natürlich sind auch allerlei Informationen zu seinem Privatleben enthalten, wie der Tod der Eltern und die Beziehungen oder eben die Nicht-Beziehungen zu Frauen. Alles drin, auch wenn an vielen Stellen eher an der Oberfläche gekratzt wird, sein gutes Recht. Sein Leben, sein Text.
Aus meiner Sicht eher eine Lektüre für begeisterte Leser von Arno Geigers Romanen, die sich ein Bild vom Autor hinter den Texten machen möchten!

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Veröffentlicht am 09.01.2023

Personal tool kit der ehemaligen First Lady

Das Licht in uns
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Nach ‚Becoming‘ ist ‚Das Licht in uns‘ (O-Ton: The light we carry) das zweite Buch, dass die ehemalige First Lady Michelle Obama schrieb. ‚Becoming‘ war großartig und hat mich sehr bewegt. ‚Das Licht in ...

Nach ‚Becoming‘ ist ‚Das Licht in uns‘ (O-Ton: The light we carry) das zweite Buch, dass die ehemalige First Lady Michelle Obama schrieb. ‚Becoming‘ war großartig und hat mich sehr bewegt. ‚Das Licht in uns‘ kommt an die Brillanz des ersten Buches nicht ganz heran, aber kann für viele ein sehr lesenswertes Buch sein. Vor allem unterscheidet die beiden Bücher der Fokus. Ist ‚Becoming‘ die Erzählung ihres persönlichen Werdeganges und wie sie mit ihren Herausforderungen umging, ist das neue mehr eine Mischung aus Lebensratgeber mit persönlichen Anekdoten und Beispielen. Daher ist meine persönliche Überzeugung, dass sich von diesem Buch eher Frauen angesprochen fühlen als Männer und die Reichweite des Textes somit schon mal kleiner ausfällt.
Michelle Obama stellt in diesem Buch zehn Strategien vor, die sie persönlich nutzt. Hier gibt es Themen wie der positive Umgang mit dem eigenen Selbst, mehr Freundlichkeit gegenüber sich selbst zu entwickeln und den inneren Kritiker auf die Seitenlinie zu stellen. Oder ganz präsent auch der Umgang mit Angst, wenn es um die eigene Zukunft, die Kinder und unserer Welt geht. In dem Still werden noch weitere Themen erläutert. Hier sind natürlich auch Floskeln und vieles bekannte enthalten und das Rad wird sicherlich nicht neu erfunden. Daher wird kaum jemand der sich mit Selbstreflektion schon anderweitig beschäftig hat, hier viel neues finden. Inspirierend könnte sein, dass Michelle Obama uns einen Einblick in ihre persönlichen Strategien gibt.
Was essentiell ist und bleibt, ist die Perspektive aus der Michelle Obama schreibt: weiblich, US-Bürgerin, Afro-Amerikanerin. Daher sind viele Textstellen auch ein Empowerment für Randgruppen und für Menschen, die es nicht leicht haben als das akzeptiert zu werden was oder wer sie sind. Auch der US-Aspekt ist fundamental, denn die Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die reale Bedrohung der Demokratie bezieht sich in erster Linie auf die USA, auch wenn es in Europa zu ähnlichen Besorgnissen kommt.
Fazit: Raus aus der Negativspirale und eine neue Kompetenz im Umgang mit Krisen und Problemen sollte das Ziel sein. Eine Lektüre die sicher jungen Menschen mehr gibt, die sich noch finden und denen ein wenig Empowerment gut tut in Kombination dieser faszinierenden Persönlichkeit!

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Veröffentlicht am 07.01.2023

Wer stark ist, muss auch gut sein

Astrid Lindgren
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Wer kenne sie nicht, die Frau mit den grandiosesten Kinderbucheinfällen: Astrid Lindgren. Sie schrieb vieles und sie ist definitiv die Queen der Kinderbuchklassiker. Denke man nur mal an: Pippi, Michel, ...

Wer kenne sie nicht, die Frau mit den grandiosesten Kinderbucheinfällen: Astrid Lindgren. Sie schrieb vieles und sie ist definitiv die Queen der Kinderbuchklassiker. Denke man nur mal an: Pippi, Michel, Kalle Blomquist, Karlsson vom Dach und viele andere. Aber wie kam die Schwedin zum Schreiben?
Nun hat Susanne Lieder einen Roman über die biografischen Fakten ihres Lebens geschrieben. Nicht von Anfang bis Ende sondern besonders prägende Lebensabschnitte herausgegriffen. Es beleuchtet die Kombination aus Privatem, all die Herausforderungen, die sie meisterte sowie ihren Weg zur Schriftstellerin.
Nett geschrieben gibt es einen Einblick in das Leben der Astrid Lindgren und ist auch unterhaltsam, aber natürlich mit großen Lücken und viel Phantasie erdacht. Das sollte bei der Lektüre nicht vergessen werden.
Mir fehlte an der ein oder anderen Stelle die Tiefe, da es eher so dahin plätscherte, auch wenn die einschneidenden Momente genauso Teil der Geschichte wie die fröhlichen. Sie war eine große Verfechterin von Kinderrechten, was immerzu wieder Erwähnung findet, aber nur als Randnotiz. Schade, denn das hätte mich mehr interessiert als ihre vielfältigen Frauenfreundschaften.

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Veröffentlicht am 30.12.2022

Busy oder Boring?

Alle_Zeit
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Eines der wichtigsten Sachbücher aus dem Jahr 2022, denn es beleuchtet etwas was wir alle haben und brauchen: Zeit. Eine Schrift über die Ungleichverteilung der Zeit über unsere Gesellschaft hinweg. Ein ...

Eines der wichtigsten Sachbücher aus dem Jahr 2022, denn es beleuchtet etwas was wir alle haben und brauchen: Zeit. Eine Schrift über die Ungleichverteilung der Zeit über unsere Gesellschaft hinweg. Ein Buch, dass uns das Zeitdruck-Paradoxon erklärt und uns vor Augen führt wer warum Zeitmangel hat oder etwas zu viel Zeit.
Teresa Bücker, ihres Zeichens eine Zeitsouveräne Person, da freischaffende Journalistin und in einer gleichberechtigten Partnerschaft lebend, schreibt ungemein fein über das Thema Zeit. Natürlich ist es die gesellschaftliche Einbettung um die es geht. Denn neben den zeitsouveränen Personen gibt es auch zeitarme Menschen, die durch stark strukturierte Erwerbsarbeit nicht viel Freizeit haben. Auch gibt es die uns nur allzugut bekannten Menschen im Freizeitstress. Wer viel und hart arbeitet, möchte auch viel und hart konsumieren und chillen.
Was bedeutet uns unsere Zeit, wo wir doch im Vergleich zu vorangegangenen Generationen doch im Mittel schon weniger arbeiten und auch ein längeres Leben mit längerer Rentenzeit genießen können? Was mach ich mit meiner Zeit?
Auch spannend der Zeitpolitik, die Teresa Bücker aufwirft, denn wer macht den die Basisarbeit der Parteine? Genau, die Ehrenamtlichen, die leider immer weniger werden. Und hier braucht es neue Wege.
Zum Glück sind nachkommende Generationen etwas schlauer und scheinen sich nicht mehr mit Haut und Haaren ihrer Arbeit zu verschreiben und gewinnen dafür Luft für das Sein und das Miteinander.
Ob Teresa Bückers radikaler Vorschlag Gehör findet, dass alle nur noch 20-30 Stunden arbeiten sollten? Wie passt das mit dem Fachkräftemangel zusammen?
Fazit: Eine spannende Lektüre, die ich jedem und jeder Person ans Herz legen kann.

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