Platzhalter für Profilbild

Nilchen

Lesejury Star
offline

Nilchen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nilchen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2022

Fabel-hafte Lektüre

Der Rabe und der Fuchs – und 27 weitere beliebte Fabeln
0

Der mitteldeutsche verlag hat einen schmalen netten Band mit 28 Fabeln herausgebracht, zusammengetragen von Andreas Michael Werner. Nett ist an „Der Rabe und der Fuchs“, dass nach dem Vorwort erste einmal ...

Der mitteldeutsche verlag hat einen schmalen netten Band mit 28 Fabeln herausgebracht, zusammengetragen von Andreas Michael Werner. Nett ist an „Der Rabe und der Fuchs“, dass nach dem Vorwort erste einmal erklärt wird, kurz und bündig, was eine Fabel überhaupt ist. Dann geht es los mit den Fabeln und nach jeder Fabel steht noch mal die „Moral von der Geschicht“. Das macht es dann doch einfach noch mal die Quintessenz aus dem Text zu ziehen. Vieles kam mir bekannt vor, aber so hätte ich die meisten Fabeln nicht mehr zusammen bekommen.
Wer in die Welt der Fabeln einsteigt, hat hier ein kompaktes schmales Buch, dass einem die bekanntesten Fabeln von Äsop, Jean de la Fontaine, Florian Russi und Hans Sachs wiedergibt. Kurzportraits der Autoren ist auch im Buch zu finden.
Fazit: Kompakt, kurzweilig, bereichernd.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2022

Kein Mitleid – nur die ungeschminkte Wahrheit

Jans Weg
0

Dorota Danielewicz ist eine bekannte Journalistin des RBB, viele Jahre war sie dort als Rundfunkjournalistin tätig. Jans Weg ist nicht ihr erstes Buch, aber sicherlich das persönlichste. Die Autorin gibt ...

Dorota Danielewicz ist eine bekannte Journalistin des RBB, viele Jahre war sie dort als Rundfunkjournalistin tätig. Jans Weg ist nicht ihr erstes Buch, aber sicherlich das persönlichste. Die Autorin gibt uns einen sehr intimen Einblick in ihr Privatleben, was es heißt Mutter eines behinderten Kindes zu sein. Es immer zu bleiben. Denn Jan, ihr Sohn, der 1993 geboren wurde, leidet an einer seltenen Stoffwechselkrankheit, der Galaktosialidose (auch Goldberg-Syndrom genannt). Eine Krankheit, die das Nervensystem angreift und somit stark in die Motorik eingreift und vieles mehr. Jan spricht nicht mehr und ist so gut wie Bewegungsunfähig.
Das Buch ist intensiv, aber verdaubar. Doroa Danielewicz verabreicht uns ihren Alltag, ihre Lasten und Themen Häppchenweise in sehr kurzen Kapiteln auf knapp 200 Seiten. Sie zieht den Vorhang der zur Seite und lässt uns hinein um zu beobachten, um zu verstehen und zu reflektieren. Sie ist nicht auf Mitleid aus, ganz und gar nicht, aber sie möchte Transparenz schaffen was es heißt Elternteil eines Kindes zu sein, dass nie selbstständig sein wird, dass immer auf Hilfe angewiesen ist und um das sich all die Sorgen drehen. Sie transportiert all die Emotionen, die mit dem Leben einhergehen, die Herausforderungen, die sie an ihre Grenzen bringt.
Die Lektüre ist keine leichte und sie hallt nach. Ein wichtiger Text der uns demütig stimmen sollte, wie gut es einem geht, wenn der eigene Körper und der unsere Liebsten gesund ist. Ein gut geschriebener Text, der uns abholt, einlädt und mitnimmt. Ein Text, der würdigt wie viel Mut und Kraft es braucht sich so aufopfernd zum einen Menschen zu kümmern.
Fazit: Ein Buch das die eigenen Prioritäten in Frage stellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2022

Ein ironischer Abstieg der gehobenen Bürgerlichkeit

Taube und Wildente
0

Ein Roman der wahrlich sprachlich formvollendet ist. Ein Werk, dass Freude bereitet beim Lesen der Formulierung. Der Inhalt fast zweitrangig, wenn man Martin Mosebach zur Hand nimmt. Was er gut macht sind ...

Ein Roman der wahrlich sprachlich formvollendet ist. Ein Werk, dass Freude bereitet beim Lesen der Formulierung. Der Inhalt fast zweitrangig, wenn man Martin Mosebach zur Hand nimmt. Was er gut macht sind Charaktere zu formulieren, sie lebendig werden zu lassen und dann in einem gesellschaftlichen Rahmen zu drapieren. Das macht er exzellent. Nur das große Ganze des Romans ist an der ein und anderen Stelle verzogen Aber das ist zu vernachlässigen, denn es ist eine Freude hier der Oberschicht beim Fallen zuzuschauen. Das deutsche Wort Schadenfreude passt äußerst trefflich.
Wir lernen die Erbin Majorie kennen, deren Vater De Kesel noch aus Kolonialzeiten viel Geld mit einem kongolesischen Bergwerk verdiente. Daraus ergab sich für sie ein sehr komfortables Leben mit Sommerresidenz in der Provence und einer Winterwohnung in Frankfurt am Main. Ihr Ehemann Ruprecht Dalandt genießt auch das Leben, aber wie seine Frau eher außerhalb der Ehe. Das Personal, wird unsäglich behandelt. Eine Szenerie an der ich nicht teilhaben wollen würde. An allen Ecken und Enden kracht es im moralischen Gebälk dieses Romans.
Es sei nur so viel verraten, dass Geld und Wohlstand endlich sind für diese reiche Familie und das Gemälde von Otto Schloderer „Taube und Wildente“ hier eine Schlüsselrolle einnimmt. Ohnehin ist der Roman gefüllt mit Kunstverstand.
Fazit: Ein Abstieg der oberen 10,000 herrlich beschrieben und literarisch umgesetzt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2022

Wohlfühl-Krimi rund um Chania

Kretische Feindschaft
0

Auf einer herrlichen Insel braucht es auch passende Lektüre. Daher habe ich für unseren Kurztrip nach Kreta ‚Kretische Feindschaft: Ein Fall für Michalis Charisteas‘ mitgenommen. Es ist der Auftaktband ...

Auf einer herrlichen Insel braucht es auch passende Lektüre. Daher habe ich für unseren Kurztrip nach Kreta ‚Kretische Feindschaft: Ein Fall für Michalis Charisteas‘ mitgenommen. Es ist der Auftaktband der Michalis Charisteas Serie.
Ein klassischer Wohlfühl-Krimi für den Urlaub. Ich hatte großen Spaß ihn zu lesen, denn wir waren genau in der Gegend wo Michalis Charisteas und seine Familie lebt: Chania. Traumhaftes Städtchen und das wird auch genauso im Krimi transportiert. Klar, ein Krimi und es gibt einen Toten mit einer rasanten Suche nach dem Mörder, aber das Privatleben ist genauso wichtig wie die Ermittlung.
Michalis Charisteas ist Kommissar in Chania und untersucht mit seinem Partner den Tod des Bürgermeisters eines Ortes westlich von Chania. Er ist mit dem Auto die Klippen hinabgestürzt. Mord oder Unfall? Viele sind involviert und das man auf einer Insel anders ermitteln muss als in einer Großstadt wird auch schnell deutlich.
Michalis Familie besitzen ein Restaurant in Chania, wo er immer noch wohnt nachdem er seinen Dienst in Athen quittiert hatte. Er hat eine deutsche Freundin Hannah, die anreist und einige Wochen in Chania sein wird. Sehr gut ausgearbeitet sind die traditionellen Ansichten der kretischen Familie, aber auf liebevolle Weise.
Nikos Milonás ist ein Pseydonym eines Deutschen, Frank D. Müller. Er liebt Kreta heiß und innig und begann diese Reihe um Michalis Charisteas zu schreiben. Spannend geschrieben, Personen sind gelungen und die Landschaft und Orte sind sehr genau getroffen.
Fazit: Wer nach Kreta fliegt sollte diesen Krimi im Gepäck haben, erhöht die Entspannung ungemein!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.12.2022

Die Jahreslosung 2023

Du bist ein Gott, der mich sieht
0

Wenn der Alltag vorbei rauscht und wenig Zeit bleibt um sich zu zentrieren, dann hilft auch schon mal der Griff zu Texten, die einen ruhen lassen, zur Ruhe kommen lassen und in denen man neue Kraft schöpft. ...

Wenn der Alltag vorbei rauscht und wenig Zeit bleibt um sich zu zentrieren, dann hilft auch schon mal der Griff zu Texten, die einen ruhen lassen, zur Ruhe kommen lassen und in denen man neue Kraft schöpft. Genau dafür konnte ich mit das schmale Bändchen ‚Du bist ein Gott, der mich sieht‘ aus dem edition chrismon Verlag nutzen. Es ist die Jahreslosung 2023, die drei sehr unterschiedliche Auto:innen in verschiedensten Texten erörtert und erspürt haben. Nicht ohne Grund steht als zweite Überschrift: Worte und Gedanken für ein ganzes Jahr.
Zum Auftakt ist die Bibelpassage von Hagar und Ismael (Genesis 16) abgedruckt in dem die Jahreslosung enthalten ist. Dann folgen kurze Texte, wie Briefe, Gedichte, Anekdoten, Gedanken und vieles andere von den drei Autor:innen: Ulrike Greim, Tobias Petzoldt und Andrea Schneider. Wirklich sehr kurzweilig und immer wieder zur Hand nehmbar, kein Band den man von Anfang bis Ende liest, das geht kreuz und quer, oft oder selten. Alles geht, nichts muss. Die Themenfelder erstrecken sich über eine bunte Auswahl die mit der Jahreslosung verbunden sind, wie „Sehnsüchte spüren“, das Herz öffnen, Nicht aufgeben, Unmögliches wagen, Du bist wertvoll, Auswege finden und verschiedene mehr.
Mich spricht dieses Buch auch noch an, weil es so wunderbar gut gestaltet und illustriert ist von Franziska Marielle Schatz. Wirklich eine wahre Freude hier in den Bildern zu versinken.
Fazit: Traut euch hier mal einen Blick hineinzuwerfen – es lohnt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere