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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2021

Doch mehr Grau als Schwarzweiß

Wo auch immer ihr seid
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Khuê Pham ist von Hause aus bisher eher journalistisch geprägt, sie hat bereits ein Sachbuch publiziert mit 2 weiteren Autoren: „Wir neuen Deutschen“. Nun folgt der erste literarische Coup, an dem sie ...

Khuê Pham ist von Hause aus bisher eher journalistisch geprägt, sie hat bereits ein Sachbuch publiziert mit 2 weiteren Autoren: „Wir neuen Deutschen“. Nun folgt der erste literarische Coup, an dem sie 4 Jahre lang gefeilt hat! Ich finde, dass sich die Mühe gelohnt hat, ist doch dieser Roman als Endprodukt sehr überzeugend gut geworden!
„Wo auch immer ihr seid“ ist eine dicht erzählte Geschichte, natürlich von Khuê Phams eigener Familie und ihr selbst inspiriert und auch das ein und andere Bruchstück entstammt dem familiären Anekdotenpool, aber trotz allem ist es eine fiktive Geschichte. In der Summe eine Autofiktion.
Im Mittelpunkt steht die 30jährige Kiều, Kind vietnamesischer Flüchtlinge des Vietnamkrieges. Eine Familie, die emotional viel im Gepäck hat, bis dato aber ihre Vergangenheit ruhen ließ. Nun stirbt Kiều Großmutter und ihr Testament wirbelt viel Vergessenes auf und Kiều begibt sich auf Spuren- und Identitätssuche.
Mir hat an dem Roman das vielfältige Narrativ gefallen wie hier der Vietnamkrieg im Kontext von Einzelschicksalen in seiner Komplexität präsentiert wird. Die Umbrüche, die situativen Reaktionen vor verschiedenen kulturellen Hintergründen. Auch die Gegenüberstellung des Vietnamkrieges mit der Flucht mit der Identitätssuche der nächsten Generation im Ausland.
Spannend, super geschrieben – ich kann dieses Buch nur wärmsten empfehlen und wünsche dem Roman viele viele Leser!

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Veröffentlicht am 13.11.2021

Mit Respekt geht vieles besser!

Darius Dreizack - Ritterspiele auf Burg Waghalsig
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Ein überzeugend schönes Vorlesebuch ab 5 Jahren ist „Darius Dreizack - Ritterspiele auf Burg Waghalsig“ von einer unserer liebsten Autorinnen: Antje Szillat. Um es dann noch zu toppen hat Susanne Göhlich ...

Ein überzeugend schönes Vorlesebuch ab 5 Jahren ist „Darius Dreizack - Ritterspiele auf Burg Waghalsig“ von einer unserer liebsten Autorinnen: Antje Szillat. Um es dann noch zu toppen hat Susanne Göhlich die Geschichte mit bezaubernden Illustrationen garniert. Ein Dream-Team der Kinderbuchszene!
Darius ist ein kleiner Drache, der nun soweit ist ein Ritter zu werden. Dazu muss er auf die Burg Waghalsig und sich vielen Herausforderungen stellen, die meist (aus der Sicht vieler) mit Kraft und Schnelligkeit zu tun haben. Aber Darius ist anders, er liebt den Wald und die Natur. Ist einfühlsam, ein wenig schüchtern und überzeugt eher mit Grips als mit Muskeln! Er kommt erst widerwillig auf die Burg und kann dann durch den respektvollen Umgang und einer Prise Mut überzeugen!
Eine wirklich sehr gelungene Geschichte, die den Kleinen zeigt, dass Respekt und verbale Auseinandersetzung mit dem Gegenüber viel eher zum Ziel führt als wild zu werden. Auch zeigt es auf seine eigene Art, dass es sich lohnt trotz Vorlieben auch mal aus seiner Komfortzone auszubrechen und sich auf neue Abenteuer einzulassen. Es gibt immer etwas dazuzugewinnen, seien es Freunde oder Erkenntnisse, die ein Leben lang begleiten.
Vom pädagogischen Mehrwert mal abgesehen ist dieses Buch auch einfach sehr nett geschrieben und man fiebert förmlich mit dem kleinen Darius mit und hat auch als Vorleser:in einen Heidenspaß beim Lesen.
Das Buch enthält viele wunderschöne Illustrationen die perfekt auf den Text abgestimmt sind und die Geschichte unterstreichen. Da kann man sich den kleinen Darius und seine Mitstreiter gleich ein wenig besser vorstellen.
Altersempfehlung ist gut getroffen mit 5 Jahren, aber auch ältere Kinder haben an der Lektüre noch ihren Spaß, sei es beim Vorlesen oder Selbstlesen.
Fazit: Ein Ritteranwärter der mit Respekt auf Augenhöhe begegnet und auch so manchem alten Ritter noch was lehren kann! Und natürlich sehr spaßig!

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Wo ist meine Stulle?

Sauerteig. Gutes Brot backen
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Ich bin ja der Meinung, dass ein richtig gutes Brot nicht mehr braucht als Butter oder eine vegane Alternative. Frisch gebackenes Brot ohne Zusätze ist einfach eine Offenbarung und die Krönung ist – natürlich: ...

Ich bin ja der Meinung, dass ein richtig gutes Brot nicht mehr braucht als Butter oder eine vegane Alternative. Frisch gebackenes Brot ohne Zusätze ist einfach eine Offenbarung und die Krönung ist – natürlich: ein Sauerteigbrot!
Und hier in diesem Buch mit dem einfachen, aber treffenden Titel ‚Sauerteig – Gutes Brot backen‘ geht es genau darum :Sauerteig. Nicht viel Schnickschnack, nicht erschlagend mit zu viel links und rechts.
Und wenn man so will, das Auge isst ja immer mit, ich fand dieses Buch gehalten im minimalistischen clean chic zum Anbeißen. Keine Sorge, mein Brot war dann doch verführerischer. Wirklich tolle atmosphärischen Bilder und das bei einem Brotbackbuch!
Hier lernt man das Grundprinzip von der Pike auf, wie setzt man einen Sauerteig an, was brauch ich, welche Zutaten in welcher Qualität sollte ich nutzen (hierzu fand ich die Mehlproduzentenliste hinten um Buch hilfreich). Einfach, mit überzeugender Qualität und Zeit, dass braucht man zum guten Sauerteigbrot backen. Auch die Tipps beim Nicht-Gelingen - die Pannenhilfe – habe ich zu Rate ziehen können und siehe da, wieder was gelernt!
Natürlich sind noch mehrere Rezepte drin und was ich ganz charmant fand, auch Rezepte mit nicht alltäglichen Getreidesorten, wie Emmer, Einkorn oder Kamut. Unser Favorit ist das Brot mit dem gerösteten Hafer….einfach lecker!
Die beiden Autoren, Casper André Lugg und Martin Ivar Hveem Fjeld, sind zwei engagierte Bio-Bäcker aus Norwegen, die sich dem traditionellen Brothandwerk verschrieben haben.
So, nun muss ich aber mal nach unserem Anstellgut schauen, bei uns heißt er Berthold und ist mittlerweile voll ins Familienleben integriert!

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Veröffentlicht am 09.11.2021

Eine emotional stark hoffnungsvolle Geschichte

Die Sonnenwächterin
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Dieses Jahr ist alles anders, denn wer im vergangenen Jahr ‚Die Schneeschwestern – Eine Weihnachtsgeschichte‘ von Maja Lund noch nicht entdeckt hat, sollte dies schleunigst tun! Danach muss man nun gar ...

Dieses Jahr ist alles anders, denn wer im vergangenen Jahr ‚Die Schneeschwestern – Eine Weihnachtsgeschichte‘ von Maja Lund noch nicht entdeckt hat, sollte dies schleunigst tun! Danach muss man nun gar nicht mehr traurig sein, weil bereits ‚Die Sonnenwächterin - Eine Frühlingsgeschichte‘ wartet!
Im Mittelpunkt steht Lilja, ein Mädchen, dass in einer dunklen, kalten Welt lebt mit ihrem Großvater. Kein Sonnenstrahl erhellt ihr Leben und dann entdeckt dieses furchtlose Mädchen einen Pfad, den Kinder nicht betreten dürfen. Was wird sie wohl entdecken?
Wieder ein großartig stimmungsvolles Buch mit unendlich schönen Zeichnungen mit äußerst viel Liebe zum Detail. Illustriert ist das Ganze von Lisa Aisato. In diesem Buch verschmelzen Text und Illustrationen miteinander, beides bildet eine Melange die zu einem ganz tollen sinnlichen Erlebnis führt.
Das quadratische Format, könnte zu der Annahme führen, dass es sich um ein Kinderbilderbuch handelt. Der Verlag hält sich bedeckt dieses Werk in irgendeine Schublade zu stecken und ich finde das gut so! Denn dieses Buch ist eine alterslose Lektüre und wenn, dann sogar eher nach unten zu begrenzen. Es kann ab dem Grundschulalter erfassen werden, ist aber definitiv eher an ältere Kinder und Erwachsene gerichtet. Aus meiner Sicht haben hier jedermann/frau Freude dran. Sicherlich kann man mit dem Buch auch mal einem muffeligen Teenager beglücken oder die Großmutter.
Und warum glaube ich nun, dass dieses Buch so viele anspricht? Das Buch ist eine märchenhafte Erzählung und birgt auf sehr emotionale Art eine Hoffnung, die wir alle im Leben gut brauchen können. Zu Beginn eher düster und kalt, aber wer Mut beweist wird mit Chancen und Entdeckungen beglückt. Hier sogar wörtlich: Nach jeder dunklen Nacht bringt die Morgendämmerung durch und ein neuer Tag erwacht. Je jünger die Leserschaft desto wörtlicher wird hier die Geschichte gelesen und verstanden. Je älter man ist, desto mehr interpretationsspielraum entdeckt man. Jede:r Leser:in nimmt den Text & die Illustrationen anders wahr und das macht es so bereichernd.

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Veröffentlicht am 02.11.2021

Wie die Côte d'Azur zum Sehnsuchtsort wurde anhand des Mythos des Hotel Provencal

Hôtel Provençal
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Die Sonne auf der Haut und ein Drink in der Hand mit Blick auf die Yachten vor dem Strand im türkisblauen Meer. Sehen und gesehen werden – die Reichen und Schönen aalen sich gerne in den Sommermonaten ...

Die Sonne auf der Haut und ein Drink in der Hand mit Blick auf die Yachten vor dem Strand im türkisblauen Meer. Sehen und gesehen werden – die Reichen und Schönen aalen sich gerne in den Sommermonaten an der berühmten südfranzösischen Küste. Das verbinden wir heute mit der Côte d'Azur.
Lutz Hachmeister ist Filmemacher und Sachbuchautor. Er hat nun den Stoff des Hotel Provencal, dass er einst um die Jahrtausendwende für das ZDF als Dokumentarfilm in Szene gesetzt hat nun als Buch aufgearbeitet. Beides hat seinen Reiz – Film wie Buch. Lutz Hachmeisters Liebe zur Côte d'Azur merkt man dem Buch an, verliert er sich manches Mal, aber auf sehr charmante Art in seinem präferierten Sujet, wenn er beispielsweise tolle Umschreibungen findet wie "Montparnasse-sur-Mer".
Das Buch umfasst eine Kombination aus historischer Aufarbeitung wie die Côte d'Azur zu dem wurde, was es symbolisiert und zugleich die Geschichte dieses wahnsinnig spannenden Hotels Provencal in Juan-les-Pins. Fast krimiartig konnte ich mich darin versinken lassen. Einst eines DER Grand Hotels der Welt was die Menschen anzog und nun seit 44 Jahren eine verlassene Ruine ist! Es wurde bereits 1927 mit 280 Zimmern eröffnet und viele Berühmtheiten seiner Zeit residierten dort! Das Buch enthält auch einige Fotos um den Text zu unterstreichen.
Wirklich lesenswert für Fans der südfranzösischen Küste. Na dann: amusez-vous à lire!

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