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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2025

Atmosphärischer Krimi mit viel Wendlandflair

Der Wolf im dunklen Wald
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„Der Wolf im dunklen Wald“ von Sia Piontek hat mich zwar überzeugt, aber nicht so sehr wie der Vorgänger. Der Kriminalfall war spannend und besonders die atmosphärisch dichte Erzählweise hat mir wieder ...

„Der Wolf im dunklen Wald“ von Sia Piontek hat mich zwar überzeugt, aber nicht so sehr wie der Vorgänger. Der Kriminalfall war spannend und besonders die atmosphärisch dichte Erzählweise hat mir wieder gut gefallen. Die Stimmung war düster und ich konnte der Ermittlungsarbeit gut folgen. Aber Clara hat sich im Gegensatz zu ihrer Tochter überhaupt nicht weiter entwickelt und bekommt weiterhin ihr Alkoholproblem nicht in den Griff. Während sich die Handlung dynamisch entwickelt und ich wieder mitfiebern konnte, tritt Clara persönlich auf der Stelle.

Fazit: Solide Unterhaltung mit authentischer Ermittlungsarbeit.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Pinguine fliegen ... bei mir leider nicht

Pinguine fliegen nur im Wasser
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„Pinguine fliegen nur im Wasser“ hat mich mit seinem wunderschönen Cover und dem vielversprechenden Klappentext direkt angesprochen – ich hatte richtig Lust auf die Geschichte. Leider hat sich meine Vorfreude ...

„Pinguine fliegen nur im Wasser“ hat mich mit seinem wunderschönen Cover und dem vielversprechenden Klappentext direkt angesprochen – ich hatte richtig Lust auf die Geschichte. Leider hat sich meine Vorfreude beim Lesen nicht ganz erfüllt.

Mit den beiden Hauptfiguren bin ich einfach nicht warm geworden. Greta ist schon sehr speziell, was grundsätzlich interessant sein kann, aber in diesem Fall war sie mir etwas zu überzeichnet. Und Vincent… na ja, der war mir von Anfang an unsympathisch – und das wurde im Laufe der Geschichte auch nicht besser. Insgesamt wirkte die Handlung auf mich stellenweise etwas überzogen und nicht ganz glaubwürdig.

Dabei ist der Schreibstil durchaus angenehm – flüssig und gut zu lesen. Ich kann auch nachvollziehen, warum viele das Buch mögen, schließlich hat es viele positive Bewertungen bekommen. Aber wie man so schön sagt: Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Für Fans ruhiger, gefühlvoller Romane mit einer Prise Skurrilität könnte es trotzdem passen. Ich persönlich würde es nicht weiterempfehlen, aber das heißt ja nicht, dass es anderen nicht gefallen kann.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Familiengeheimnisse

Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga, Bd. 1)
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Wie so oft, liegt in der Vergangenheit ein Geheimnis, das noch in die Gegenwart hineinragt. Hier fand ich das „Geheimnis“ aber sehr unspektakulär. Ulrika Lagerlöf entführt mich in die raue und faszinierende ...

Wie so oft, liegt in der Vergangenheit ein Geheimnis, das noch in die Gegenwart hineinragt. Hier fand ich das „Geheimnis“ aber sehr unspektakulär. Ulrika Lagerlöf entführt mich in die raue und faszinierende Landschaft Nordschwedens. Auf zwei Zeitebenen erzählt sie die Geschichten von Siv und Eva.

Die siebzehnjährige Siv, die eigentlich Lehrerin werden wollte, wird 1938 als Köchin in ein abgelegenes Waldarbeiterlager geschickt, um so zum Familieneinkommen beizutragen. Die Journalistin Eva kehrt 2022 als PR-Beraterin in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Schnell wird klar, dass Eva die Enkelin von Siv ist.

Die Autorin schildert eindrucksvoll die Härte und Entbehrungen des Lebens in der Wildnis, wobei besonders Sivs Suche nach Freiheit und ihre zarte Liebe zu Nila, einem jungen Sámi, im Vordergrund stehen. Die Zwänge der damaligen Zeit nach kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen.

Der Erzählstrang der Gegenwart ist auf Eva fokussiert, deren berufliche Aufgabe sie mit Umweltkonflikten und ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Hierbei werden aktuelle gesellschaftliche Themen wie Umweltschutz und die Rechte der samischen Bevölkerung aufgegriffen. Allerdings bleibt Eva als Figur etwas blass. Ulrika Lagerlöf erzählt abwechselnd in der Vergangenheit und in der Gegenwart und mir hat die Geschichte von Siv definitiv besser gefallen.

Stilistisch überzeugt mich die Autorin durch die konsequente Verwendung des Präsens und den Wechsel der Perspektiven. Am Ende fügt sich alles zusammen, aber dennoch ist das Ende offen. Was wie ein Widerspruch klingt, hat mich tatsächlich etwas unzufrieden zurückgelassen.

Fazit: Ich fand es interessant, etwas über das Schicksal der samischen Bevölkerung zu erfahren, aber wirklich gefesselt hat mich der Roman nicht.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Verschickungskinder

Der Sommer am Ende der Welt
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Eva Völler rückt mit ihrem bewegenden Roman „Der Sommer am Ende der Welt“ ein bislang wenig beachtetes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte in den Fokus. Damals gab es in Westdeutschland ca. 870 ...

Eva Völler rückt mit ihrem bewegenden Roman „Der Sommer am Ende der Welt“ ein bislang wenig beachtetes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte in den Fokus. Damals gab es in Westdeutschland ca. 870 Kinderkurheime, in denen die Kinder Gewalt und Missbrauch erdulden mussten. Eva Völler erzählt auf 2 Zeitebenen. In der Vergangenheit berichtet eine Betroffene der Journalistin Hanna von ihren Erlebnissen. Das ist teilweise sehr schwer auszuhalten. In der Gegenwart begleite ich Hanna bei ihren Recherchen auf Borkum.

Aber Hanna deckt nicht nur Ungeheuerliches aus der Vergangenheit auf, sondern verliebt sich in den Inselarzt Ole. Neben all dem Leid der Verschickungskinder ist es anfangs schön und erholsam, Hanna und Ole bei ihrem Kennenlernen zu begleiten und dabei gleichzeitig auch die Insel ein bisschen zu erkunden. Das ist der Gegenpol zu den Grausamkeiten aus der Vergangenheit, aber mir war die Sprache zu flapsig. Zunächst empfand ich die Liebesgeschichte als wohltuenden Gegenpol zu den dunklen Geheimnissen, die Hanna nach und nach aufdeckt, aber dann war es mir zu kitschig und zu überladen.

Eva Völler erzählt abwechselnd aus der Sicht von Hanna und Ole, was mir gut gefällt. Es gelingt ihr, die dunkle Vergangenheit der Kurheime und auch die erschreckend rechte Geschichte Borkums kritisch einzubinden. Ich wusste beispielsweise nicht, dass Borkum bereits zur Jahrhundertwende eine Hochburg der Antisemiten war. Ganz grausam finde ich das Borkumlied, welches ich bisher auch nicht kannte. Eva Völler hat einiges in ihren Roman gepackt, was mir manchmal etwa viel wurde.

Trotz einiger Kritikpunkte ist „Der Sommer am Ende der Welt“ ein wichtiges und authentisches Buch, das zum Nachdenken anregt und ein weiteres dunkles Kapitel unserer Vergangenheit thematisiert.

Mein Lieblingssatz: Heimat, das war immer da, wo man bleiben und nicht mehr wegwollte.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Faszinierende und eindrucksvolle Hommage

In uns der Ozean
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„In uns der Ozean“ von Theresia Graw ist ein bewegender Roman, der die Lebensgeschichte der berühmten Umweltaktivistin Rachel Carson nachzeichnet. Das Buch entführt mich in die Zeit der 1920er und 30er ...

„In uns der Ozean“ von Theresia Graw ist ein bewegender Roman, der die Lebensgeschichte der berühmten Umweltaktivistin Rachel Carson nachzeichnet. Das Buch entführt mich in die Zeit der 1920er und 30er Jahre und vermittelt eindrucksvoll, wie schwierig es für Frauen damals war, wissenschaftlich zu arbeiten und gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Besonders berührend ist, wie Rachel trotz aller Rückschläge und Herausforderungen ihrer Leidenschaft für die Natur treu bleibt und unermüdlich für deren Schutz kämpft. Ihre unerschrockene Recherche zur Gefährlichkeit von DDT und der Mut, Missstände öffentlich zu machen, machen sie zu einer inspirierenden Figur.

Der Roman ist stilistisch klar und atmosphärisch dicht geschrieben. Die bildhafte Sprache lässt mich die Leidenschaft von Rachel Carson für das Meer und die Umwelt unmittelbar nachempfinden.

Der Roman ist nicht nur eine Hommage an eine starke Frau, sondern auch eine Mahnung an uns alle, wie wichtig es ist, sich für die Natur einzusetzen. Theresia Graw gelingt es, die gesellschaftlichen und politischen Zwänge jener Zeit sensibel darzustellen und gleichzeitig die Hoffnung und den Kampfgeist ihrer Protagonistin hervorzuheben. „In uns der Ozean“ ist daher ein sehr wichtiges Buch nicht nur für Menschen, die sich sowieso schon für die Umwelt einsetzen. Es regt dazu an, über die eigene Verantwortung nachzudenken und gibt Mut, für das Richtige einzustehen.

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