„OK BOOMER“ – oder „…die Ferse ist das Dekolleté des Mannes“
Von wegen BoomerWir sind viele und entsprechend haben „Wir“ immer recht! „Wir“ das sind die Baby-Boomer-Generation oder die, die sich so benehmen. „Wir“ sind engstirnig, bequem, negativ abwertend und Neuem gegenüber absolut ...
Wir sind viele und entsprechend haben „Wir“ immer recht! „Wir“ das sind die Baby-Boomer-Generation oder die, die sich so benehmen. „Wir“ sind engstirnig, bequem, negativ abwertend und Neuem gegenüber absolut nicht aufgeschlossen. Auf jeden Fall werden „Wir“ von der Generation Z so wahrgenommen. Genau in dieses Raster wird auch Ferdinand, Abteilungsleiter bei einer Bank, von seiner Familie gepresst. Aber ist er wirklich so, oder gibt es eine Chance, dass er diesen Altersstarrsinn ablegt? Auf jeden Fall hat sich Ferdis Familie - allen voran seine Kinder - viel vorgenommen, um ihn zu ändern. Schließlich ist es fünf vor zwölf, droht doch Vera, Ferdis Frau, ihn zu verlassen. Entsprechend bekommt Ferdi von seinen Kindern jeden Tag eine neue Aufgabe, mal soll er mit seiner Familie ein Escape Game gewinnen, was zu einem Desaster führt, mal soll er in einer Abteilungskonferenz fünf Jugendwörter einstreuen und so geht es weiter. Aber nicht nur die Aufgaben werden anspruchsvoller, sondern auch im Job steht Ferdi vor ganz neuen, teilweise bedrohlichen Anforderungen. Wird Ferdi auf neuen Wegen wandeln und kann er die Challenge gewinnen?
Auch wenn Ferdi im ersten Moment als echter „Boomer“ rüberkommt, wird er schnell zu einem guten Freund, mit dem der Leser mitleidet, mitfühlt und in dem er sich ganz schnell wiedererkennt. Auch seine Mitarbeiterin Eva, die ihn so freundschaftlich unterstützt, ist absolut sympathisch. Und Julius, der Werkstudent, der bewusst Hochwasser trägt, schließlich ist „…die Ferse ist das Dekolleté des Mannes“ bringt den Leser damit nicht nur zum Lachen, sondern zeigt, dass es manchmal sehr klug sein kann, wenn man neuen Technologien nicht nur abweisend gegenübersteht.
Tanja Samson schreibt humorvoll und so lebendig, dass sich der Leser mitten in den Challenges wiederfindet. Mit ihrem Erstlingswerk ist ihr ein „Coachingroman für Glückssucher“ gelungen, der den Leser ein und das andere Mal dazu anregt, selber etwas zu ändern.
Fazit: „Von wegen Boomer“ von Tanja Samson ist ein echter Wohlfühlroman. Spannend und humorvoll geschrieben und nicht für die betroffenen Generationen „Boomer“ und „Z“ ein Roman mit Tiefgang und ganz viel Herz. Ich empfehle ihn gerne weiter!