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Veröffentlicht am 17.10.2022

Drachenbanner – ein Kampf für die Liebe und die Freiheit

Drachenbanner
2

Was soll ich über ein Buch erzählen, dass mehr als 900 Seiten hat? Lest es – unbedingt – es lohnt sich in jedem Fall!
Waringham im Jahr 1238. Die junge Adela of Waringham teilt das Schicksal vieler Frauen ...

Was soll ich über ein Buch erzählen, dass mehr als 900 Seiten hat? Lest es – unbedingt – es lohnt sich in jedem Fall!
Waringham im Jahr 1238. Die junge Adela of Waringham teilt das Schicksal vieler Frauen ihres Standes, sie soll „gut“ verheiratet werden. Aber dafür fehlt ihr das nötige Rüstzeug: „höfische Manieren“. Und diese Manieren soll sie als Hofdame von Eleanor Plantagenet, Tochter des grausamen Königs John von England und Schwester des derzeitigen Königs Henry III., erwerben. Eleanor ist nicht nur die Schwester des Königs Henry, sondern auch die Ehefrau des charismatischen Simon de Montfort. Henry der III. ist ein schwacher König, der sein Volk trotz Seuchen und Hungersnöte ausquetscht, um seine spektakulären Bauwerke, oder eine Krone für seinen zweitgeborenen Sohn zu finanzieren.

„Jeder König kann ein Tyrann werden, wenn seine Macht unbegrenzt ist, ganz gleich, mit welch guten Vorsätzen er seine Herrschaft beginnt. Denn Macht vergiftet die Seele“

Simon dagegen ein Ehrenmann, Reformer und die Stimme des Volkes, sieht nur eine Möglichkeit diesen Wahnsinn zu stoppen: eine Rebellion gegen die Krone, was schließlich in einem Krieg und einem Zwist, der sich quer durch viele Familien zieht, mündet.
Zwischenzeitlich wurde Adela mit einem Ritter von Simon de Montfort verheiratet, aber leidenschaftliche Gefühle hegt sie nicht für ihren Gatten, sondern für Bedric, ihrem Milchbruder, der als Leibeigener auf den Feldern von Waringham schuftet. Gibt es eine Hoffnung für diese verbotene Liebe und kann Bedric sich aus dem Joch der Leibeigenschaft befreien? Welche Bedeutung kommt dabei Simon de Montfort zu, gelingt es ihm die Rebellion gegen Henry erfolgreich zu beenden und was hat es mit dem legendären Drachenbanner auf sich?
„Drachenbanner“ ist der siebte Teil der Waringham-Saga, und knüpft nahtlos an die „Teufelskrone“ an, die zeitlich dem Zwist von Richard Löwenherz und dem grausamen König John, dem Vater von Eleanor und Henry III., zuzuordnen ist. Wobei jeder Band der Waringham-Saga eine abgeschlossene Geschichte für sich ist und deswegen auch einzeln zu lesen ist.
Im Mittelpunkt vom „Drachenbanner“ stehen sowohl Adela of Waringham und Bedric, als auch Prinzessin Eleanor und ihr Gatte Simon de Montfort, dem Anführer der revolutionären Bewegung in England. Adela und auch Eleanor leben in einer Zeit, in der Frauen für das, was ihnen wichtig ist, kämpfen müssen: Für die Liebe aber auch für die Freiheit, denn ohne Freiheit gibt es keine Liebe! Beide sind starke Frauenfiguren, mit denen sich der Leser gerne identifiziert, mit denen er hofft, liebt und „kämpft“ oder für sie für die eine oder andere geschickte Intrige bewundert, die für ihre Sache nötig ist. Diesen zwei starken Frauenfiguren stehen zwei ebenbürtige Männerfiguren gegenüber: der charismatische Simon de Montfort aber noch mehr Bedric, ein wahrer aber unscheinbarer Held! Rebecca Gable hat auch die übrigen Charaktere, die sie hilfreich in einem dem Roman vorangestellten Personenregister erklärt, wunderbar authentisch entwickelt.
Rebecca Gable ist eine Meisterin in der historischen Fiktion. Es gelingt ihr perfekt, historische Personen (Prinzessin Eleanor und Simon de Montfort) und Ereignisse mit Fiktion zu vermischen, so dass der Leser sich in seiner Phantasie durchaus vorstellen kann, dass sich die Geschichte um Adela und Bedric tatsächlich so abgespielt hat. Die Autorin schreibt spannend und lässt den Leser in dem Roman aus verschiedenen Perspektiven auf das Geschehen blicken, so dass er sich mitten im Geschehen fühlt.
Fazit: Rebecca Gable gelingt es überzeugend, den Leser zu fesseln und auf eine emotionale Reise mitzunehmen. „Drachenbanner“ ist ein abwechslungsreicher, gut ausgefeilter historischer Roman und bietet einige Überraschungen. Er hat alles, was der Leser erwartet: Eine epische Geschichte voller politischer Verstrickungen in Zeiten des Umschwungs, dramatische Schicksale und leidenschaftliche Gefühle inclusive einer verbotenen Liebe. „Drachenbanner“ macht deutlich Lust auf mehr und ich kann es kaum erwarten, eine Fortsetzung der Waringham-Saga in meinen Händen zu halten.

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Veröffentlicht am 17.09.2022

Jane Austen trifft Sherlock Homes

Die Kunstschätzerin
2


Eine junge Frau im 19.ten Jahrhundert, die nicht nur berufstätig ist, sondern der auch eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe übertragen wird. Sie soll einschätzen, ob der der junge Baron Harry Lydney ...


Eine junge Frau im 19.ten Jahrhundert, die nicht nur berufstätig ist, sondern der auch eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe übertragen wird. Sie soll einschätzen, ob der der junge Baron Harry Lydney würdig ist das Erbe seines Vaters anzutreten, oder ob die gesamten Kunstschätze einem Museum übertragen werden, um sie in ihrer Gesamtheit und Gesamtwirkung zu erhalten. Dass sie dafür detektivisches Gespür benötigt, bleibt ohne Frage. Und dass es sich bei dem Baron Lydney um ihre Jugendliebe handelt, der sie sitzen ließ, macht die Aufgabe nicht leichter. Fest steht: übergibt sie die Sammlung dem Museum, so wird das ihrem Familienunternehmen sehr zuträglich sein, im anderen Fall wird sie vielleicht die Liebe des Barons zurückgewinnen, für den sie immer noch etwas empfindet. Und dann ergeben sich ja auch noch einige Unwägbarkeiten, mit denen eine junge berufstätige Frau im viktorianischen England zu kämpfen hat. Wird sie ihren Weg gehen und wie wird Eleanor sich bezüglich der Kunstsammlung entscheiden?
„Die Kunstschätzerin“ ist der neueste von 50 Romanen der Bestsellerautorin Sandra Byrd und der ist ihr sehr gut gelungen! Während das Cover und der Titel eher langweilig daherkommen, ist der Roman ein echter Pageturner. Unerwartete Wendungen laden den Leser immer wieder zum Staunen ein, wobei die Geschichte absolut logisch aufgebaut ist. Es ist Byrds angenehmer Schreibstil, der dieses Buch ehrlich, vertraut und absolut lesenswert macht. „Die Kunstschätzerin“ ist der erste Roman dieser Autorin, den ich gelesen habe und ich hoffe nicht der Letzte!
In diesem Roman lernen wir die charmante Eleonar (Elly) kennen, die die Sorge um ihren Onkel, die Hausangestellten und dem kleinen Familienunternehmen vor ihr eigenes Glück stellt. Und egal welcher Abgrund sich gerade vor ihr öffnet, oder in welches Schlamassel sie gerade wieder hineinstolpert, sie findet eine Lösung für das Problem. Eleanor ist herzensgut, sympathisch und absolut taff. Gerade in der heutigen Zeit kann sich niemand vorstellen vor welchen Herausforderungen alleinstehende berufstätige Frauen in der viktorianischen Zeit gestellt wurden, Elly meistert diese mit Bravour! Mit Elly, die schnell zu einer lieben Freundin wird, geht der Leser durch dick und dünn. Manches Mal wollte ich sie schütteln, um ihr zu erklären, dass sie nicht allein für die Sorgen der Welt verantwortlich sei und dass sie verdammt noch einmal auch an sich denken soll!
Aber nicht nur Elly ist mir zu einer lieben Freundin geworden, auch die anderen Figuren wurden von Sandra Byrd sehr authentisch gezeichnet. Aber das Highlight – natürlich neben Elly– ist Baron Harry, der durch seine Teilnahme an den Kriegen um Italien mehr als ein Geheimnis mit sich herumträgt und dennoch unheimlich sympathisch und begehrenswert wirkt.
„Die Kunstschätzerin“ steckt von Anfang bis Ende voller unerwarteter Überraschungen, Entwicklungen und Emotionen. Bis zum Schluss bangt der Leser mit Elly, ob sie ihre Mission erfüllen kann. Dadurch hält dieser Roman auf jeder Seite einen eigenen Spannungsbogen bereit, der das Buch absolut lesenswert macht.
Fazit:
„Die Kunstschätzerin“ von Sandra Byrd ist ein echtes Wohlfühlbuch mit Tiefgang sowie liebenswerten Charakteren. Sandra Byrd schreibt so authentisch und lebensnah, dass sich der Leser mitten in der Geschichte fühlt, Herzklopfen eingeschlossen. Für dieses Buch gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.


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Veröffentlicht am 23.08.2022

Die „Mutmacherin“: Eine starke Frau kämpft für die Freiheit und die Liebe

Die Wagemutige
2


Lisa, hat sich bereits im Nazi-Deutschland dem Widerstand angeschlossen. Als es für sie dort immer gefährlicher wird, immigriert sie nach Frankreich und landet schließlich in Marseille, einem Sammelbecken ...


Lisa, hat sich bereits im Nazi-Deutschland dem Widerstand angeschlossen. Als es für sie dort immer gefährlicher wird, immigriert sie nach Frankreich und landet schließlich in Marseille, einem Sammelbecken für Juden oder politisch Verfolgte. Ihnen bleibt nur eine Möglichkeit, um zu überleben: die Flucht aus Europa. Aber ohne die nötigen Ausreisepapiere ist das ein schwieriges Unterfangen. Lisa lebt in einer Zeit, in der Frauen für das, was ihnen wichtig ist, kämpfen mussten. für die Liebe aber auch für die Freiheit, denn ohne Freiheit gibt es keine Liebe! Bei ihrer Suche nach Papieren oder einem Fluchtweg aus dem bereits von den Nazis besetzten Frankreich, trifft Lisa auf den Amerikaner Louis, der Liebe ihres Lebens. Durch Louis bietet sich Lisa die Möglichkeit legal in die USA zu immigrieren, allerdings würde sie dann ihre Sache und all diejenigen im Stich lassen, die auf Lisas Hilfe angewiesen sind. Wie wird sie sich entscheiden?
Lisa Fittko, die Hauptperson in diesem Buch, ist eine reale Person. Caroline Bernard hat um die Biografie von Lisa Fittko einen Roman entwickelt. Das bedeutet wichtige Stationen im Leben von Lisa Fittko sind in diesem Roman integriert, allerdings hat Caroline Bernard ihrer Romanfigur Leben eingehaucht. Der Leser leidet mit ihr, bangt mit ihr in gefährlichen Situationen, weint mit ihr und versteht ihr Lebensziel immer weiter zu gehen: „… einen Schritt nach dem anderen, ein Schritt dann der nächste…“
Caroline Bernard alias Tania Schlie ist für ihre Romane über starke Frauen bekannt. Einerseits behandelt sie politisch wichtige Themen, andererseits kommt in ihren Romanen die Liebe auch nicht zu kurz. Sie gibt vielen Frauen dadurch Mut sich nicht zu verstecken und gleichzeitig unterhält sie den Leser, indem sie die Story so angenehm schreibt, dass der Leser das Buch gar nicht aus der Hand legen mag.
Fazit: Wer einen spannenden Roman über den Widerstand gegen die Nazis lesen möchte, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt und gleichzeitig einiges über die jüngste deutsche Geschichte erfahren möchte, ist bei Caroline Bernard und „Die Wagemutige“ goldrichtig!

Veröffentlicht am 21.07.2022

Zwei Frauen .... zwei Schicksale

Die Frau im veilchenblauen Mantel
1

Die Französin Jo ist jung, mutig, einfühlsam und immer für alle da – eben eine Frau, mit der man Pferde stehlen kann. Nur die große Liebe hat sie bisher noch nicht gefunden, oder doch? Bahnt sich da vielleicht ...

Die Französin Jo ist jung, mutig, einfühlsam und immer für alle da – eben eine Frau, mit der man Pferde stehlen kann. Nur die große Liebe hat sie bisher noch nicht gefunden, oder doch? Bahnt sich da vielleicht etwas mit ihrem besten Freund Adrien an? Doch bevor sie auf diese Frage eine Antwort findet, erleidet sie einen Unfall, bei dem festgestellt wird, dass sie sterbenskrank ist und nur eine gewagte Operation ihr Leben retten kann. Um ihr die trüben Gedanken zu nehmen, zeigt ihr Opa Pepe ihr ein geheimnisvolles Medaillon, welches Jo nicht nur jetzt auf eine Reise nach England, sondern auch in die Vergangenheit in das Leben von Charlotte ins Amerika in die Zeiten der Weltwirtschaftskrise entführt. Was verbindet diese beiden Frauen und kann Jo das Geheimnis des Medaillons lüften?
Mit „Die Frau im veilchen-blauen Mantel“ erscheint schon der achte Roman von Clarisse Sabbard, allerdings der erste, der aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt wurde. Clarisse Sabbard wurde 1984 geboren. Leider erlitt sie bereits in jungen Jahren einen Schlaganfall. Dieser Schicksalsschlag war ursächlich dafür, dass sie sich dem Schreiben verschrieb und das sogar sehr erfolgreich. Ihr erster Roman gewann 2016 den du Livre Romantique. Mit ihren Liebesromanen trifft sie die Leser mitten ins Herz. Es ist Sabbards einfühlsamer Schreibstil, der dieses Buch lesenswert macht. Als besonderen Kniff spielt diese Geschichte auf zwei Zeitebenen, die aber immer wieder mit einander verwoben sind.
In diesem Roman lernen wir die liebenswürdige Thanatopraktikerin Jo kennen, die in Montaigu in einem kleinen Familienunternehmen arbeitet. Jo ist herzensgut, sympathisch und nichts ist ihr wichtiger, als dass es ihrer Familie gut geht, insbesondere ihrem Großvater Pepe, der für sie immer ein Fels in der Brandung ist. Mit Jo, die mir schnell zu einer lieben Freundin geworden ist, geht der Leser durch dick und dünn. Aber nicht nur Jo ist mir zu einer Freundin geworden, auch die anderen Figuren wurden von Clarisse Sabbard wunderbar authentisch gezeichnet und haben mir mein Herz gestohlen. Adeline mit ihrer direkten Art, mit der sie ohne Rücksicht auf den guten Ton genau den Nagel auf den Kopf trifft, ist die Art beste Freundin, die sich jeder gerne wünscht.
Die Geschichte um „Die Frau im veilchenblauen Mantel steckt von Anfang bis Ende voller unerwarteter Überraschungen, Entwicklungen und Emotionen, wie sie auch im wahren Leben geschehen können. Insbesondere die Beschreibung der Zeit während der Weltwirtschaftskrise macht deutlich, wie gut es uns doch heute geht – trotz vieler Schreckensmeldungen. Obwohl das Ende vielleicht erwartet wird, hält dieser Roman auf jeder Seite einen eigenen Spannungsbogen bereit, der das Buch absolut lesenswert macht.
Fazit:
„Die Frau im veilchen-blauen Mantel ist ein echtes Herzensbuch nicht nur spannend, sondern auch warmherzig und mit liebenswerten Charakteren ausgestattet. Clarisse Sabbard schreibt so authentisch und lebensnah bewegend, dass sich der Leser mitten in der Geschichte fühlt. Für Freunde von romantischen Liebesromanen gebe ich eine ganz klare Leseempfehlung.



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Veröffentlicht am 19.06.2022

Heiratsvermittlung der speziellen Art

Wie man sich einen Lord angelt
1


„…Es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen der feinen Gesellschaft und den oberen Zehntausend. Zu dieser Schicht – zur Welt der Lords und Ladys mit Land und Reichtum – kann ich dir leider keinen ...


„…Es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen der feinen Gesellschaft und den oberen Zehntausend. Zu dieser Schicht – zur Welt der Lords und Ladys mit Land und Reichtum – kann ich dir leider keinen Zutritt verschaffen…“ Eigentlich würde Kitty Talbot dieser Welt angehören, wäre da nicht dieser kleine skandalöse Makel in ihrer Ahnenreihe. Aber das ist nicht ihr größtes Problem. Dieses verbirgt sich in dem Erbe ihres verstorbenen Vaters, der ihr nichts als immense Spielschulden und die Sorge für ihre vier jüngeren Schwestern hinterlassen hat. Im Jahr 1818 besteht für eine junge Frau nur eine Möglichkeit die in 3 Monaten fällig werdenden Schulden zu tilgen: Eine reiche Heirat. Also wagt sich Kitty zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Cecily nach London auf das gefährliche Parkett der Bälle der feinen Gesellschaft, um sich hier einen geeigneten Kandidaten zu angeln. Es könnte alles so einfach sein, würden sich nicht immer wieder Stolpersteine durch ihre Herkunft und Verwicklungen der speziellen Art auftun. Und dann gibt es da auch noch Lord Radcliffe – den Bruder eines ihrer Kandidaten – der Kittys Pläne schnell durchschaut und diese zu verhindern sucht. Schafft sie es trotzdem sich im Haifischbecken der Lords und Ladys zu behaupten und rechtzeitig einen Ehemann zu finden? Und was ist eigentlich mit der Liebe? Hier trifft Jane Austen auf „Bridgerton“, entsprechend erwartet den Leser ein turbulenter Roman mit vielen Überraschungen.
„Wie man sich einen Lord angelt“ ist der Debütroman von Sophie Irwin und der ist ihr sehr gut gelungen! Mit diesem humorvollen Regencyroman trifft sie die Leser mitten ins Herz. Es ist Irwins angenehmer Schreibstil, der dieses Buch ehrlich, vertraut und absolut lesenswert macht. Ich hoffe, wir werden in der nächsten Zeit noch viel mehr von ihr zu lesen bekommen, denn sie reiht sich ebenbürtig in die Reihe der Autoren der historischen Romance ein. „Wie man sich einen Lord angelt“ ist ein echter Pageturner, es war der erste Roman dieser Autorin, den ich gelesen habe und ich hoffe nicht der Letzte!
In diesem Roman lernen wir die charmante Kitty kennen, die die Sorge um ihre vier jüngeren Schwestern vor ihr eigenes großes Glück stellt. Kennt ihr das Problem in einer Konfrontation nicht schlagfertig genug zu sein und dass euch die Antwort oder richtige Lösung erst deutlich später einfällt? Nun Kitty hat damit keine Schwierigkeiten. Egal welcher Abgrund sich gerade vor ihr öffnet, oder in welches Schlamassel sie gerade wieder hineinstolpert, sie weiß genau in dem Moment, was zu tun ist. Und auch wenn ihr manches Mal dabei das Herz in die Hose rutscht, nach außen darf sie keine Schwäche zeigen. Dadurch wirkt sie das ein oder andere Mal ein wenig hart, dabei ist sie in Wirklichkeit herzensgut, sympathisch und absolut taff. Mit Kitty, die schnell zu einer lieben Freundin wird, geht der Leser durch dick und dünn. Manches Mal wollte ich sie schütteln, um ihr zu erklären, dass sie nicht allein für alle Fehler ihrer Eltern verantwortlich sei und dass sie verdammt noch einmal auch an sich denken soll!
Aber nicht nur Kitty ist mir zu einer lieben Freundin geworden, auch die anderen Figuren wurden von Sophie Irwin wunderbar authentisch gezeichnet und haben mir mein Herz gestohlen. Insbesondere Tante Dorothy, die treu an der Seite der beiden Schwestern steht, auch wenn sie davon überzeugt ist, dass das Parkett, auf dem Kitty sich bewegt, für ihre Verhältnisse etwas zu glatt ist. Und Cecily, die durch ihren besonderen Intellekt auf Außenstehende teilweise etwas seltsam wirkt, sich aber gerade dadurch zum Türöffner für sonst für Kitty verschlossene Türen entwickelt. Aber das Highlight – natürlich neben Kitty – ist Lord Radcliffe , der durch seine Teilnahme an der Schlacht um Waterloo mehr als ein Geheimnis mit sich herumträgt und dennoch unheimlich sympathisch und begehrenswert wirkt.
„Wie man sich einen Lord angelt“ steckt von Anfang bis Ende voller unerwarteter Überraschungen, Entwicklungen und Emotionen. Bis zum Schluss bangt der Leser mit Kitty, ob sie ihre Mission erfüllen kann. Dadurch hält dieser Roman auf jeder Seite einen eigenen Spannungsbogen bereit, der das Buch absolut lesenswert macht.
Fazit:
„Wie man sich einen Lord angelt“ von Sophie Irwin ist ein echtes Wohlfühlbuch nicht nur mit Humor, sondern auch mit Tiefgang sowie liebenswerten Charakteren. Sophie Irwin schreibt so authentisch und lebensnah, dass sich der Leser mitten in der Geschichte fühlt, Herzklopfen eingeschlossen. Ein Buch, bei dem ich traurig bin, dass es zu Ende ist und ich hoffe bald einen Fortsetzungsroman lesen zu dürfen, bei dem wir erfahren wie es mit den anderen vier Schwestern von Kitty weitergeht. Für dieses "Lieblingsbuch" gibt es von mir eine klare Leseempfehlung





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