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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2025

Vermittelt einen guten Eindruck, wie ein Konklave abläuft

Konklave
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Der Papst ist tot, ein neuer muss gewählt werden. Kardinal Lomeli hatte eigentlich aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt eingereicht, doch den hatte der Papst nicht angenommen, und so muss er nun ...

Der Papst ist tot, ein neuer muss gewählt werden. Kardinal Lomeli hatte eigentlich aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt eingereicht, doch den hatte der Papst nicht angenommen, und so muss er nun als Dekan das Konklave organisieren und leiten. Das ist leichter gesagt als getan, nicht nur taucht plötzlich ein Kardinal auf, den bisher keiner kannte, den der Papst aber nachweislich, wenn auch im geheimen, ernannt hatte, es gibt auch einige Informationen, die die Papstwahl beeinflussen könnten, und Lomeli muss sehen, wie er damit umgeht. Naja, Hauptsache, er wird nicht selbst zum neuen Papst gewählt …

Erst neulich gab es wieder ein Konklave, und so habe ich mich entschlossen, den Roman, der bereits 2016 erschienen und letztes Jahr verfilmt wurde, und der schon länger auf meinem Stapel ungelesener Bücher ruht, endlich auf meinen Bookseat zu setzen. Ich hatte hohe Erwartungen, die leider nicht ganz erfüllt wurden.

Von den 118 Kardinälen, die hier am Konklave teilnehmen, lernt man, wie zu erwarten, nur eine Handvoll kennen, darunter natürlich Lomeli, aus dessen Sicht der Roman geschrieben ist, dazu die aussichtsreichsten Kandidaten, darunter Kardinal Adeyemi aus Afrika, der der erste Schwarze Papst wäre, und, natürlich, Vincent Benitez, der Kardinal, der erst in letzter Minute unerwartet auftaucht. Diese sind alle gut gezeichnet, im wesentlichen aber aus Lomelis Sicht subjektiv gefärbt. Man kann sie sich gut vorstellen, zum Glück habe ich den Film noch nicht gesehen, so dass ich mir eine eigene Vorstellung machen konnte.

Über den Ablauf eines Konklaves hatte ich bisher wenig gewusst, wenig mehr, als dass nach jedem Wahlgang entweder schwarzer oder weißer Rauch erscheint, letzterer wenn die Wahl abgeschlossen ist. Hier nun habe ich eine gute Vorstellung davon bekommen. Da der Autor, wie er im Nachwort schreibt, auch mit Personen aus dem Vatikan gesprochen hat, darunter auch jemandem, der an einem Konklave teilgenommen hat, denke ich, dass er das Ganze recht authentisch dargestellt hat.

Lomeli wurde mir relativ schnell sympathisch, so dass ich mich gut in den Roman einfühlen konnte. Leider empfand ich die Geschichte nicht sehr spannend. Am interessantesten waren noch die Fragen rund um Benitez, jedoch hatte ich hier recht schnell eine Ahnung, die sich am Ende auch als richtig erwies, mir hat aber gefallen, wie damit umgegangen wurde.

Der Roman hat mir eine gute Vorstellung davon vermittelt, wie ein Konklave abläuft, und hat ein paar mehr oder weniger erwartbare Überraschungen auf Lager. Dennoch empfand ich ihn als nicht sehr spannend, so dass er meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat.

Veröffentlicht am 02.07.2025

Vierter Band der Cosy Crime-Reihe

Patricia Peacock-Reihe / Patricia Peacock und das Phantom in der Oper
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Ägypten, 1920er Jahre: Patricia Peacock und ihr Ehemann John werden von einer Horde Fans belagert, denn sie sind seit neuestem Hauptfiguren in einem Roman. Nach und nach wird die Situation regelrecht gefährlich, ...

Ägypten, 1920er Jahre: Patricia Peacock und ihr Ehemann John werden von einer Horde Fans belagert, denn sie sind seit neuestem Hauptfiguren in einem Roman. Nach und nach wird die Situation regelrecht gefährlich, und so sind die beiden damit einverstanden, incognito in der Kairoer Oper zu ermitteln, denn anscheinend ist die dort gerade auftretende Diva Brunella Carvalotti in Lebensgefahr.

Der vierte Band der Reihe ist leider der bislang letzte. Nachdem schon früher die Autorin selbst aufgetreten ist, hat sie jetzt die damaligen Ereignisse zu einem Roman verarbeitet, der nun von der Kairoer Damenwelt verschlungen wird. Zum Glück gefällt mir dieser Band auch wieder besser als der Vorgänger, der dann wohl doch nur ein Ausreißer war.

In der Oper geht es, wie zu erwarten, drunter und drüber, zum einen, weil die Diva alles andere als einfach ist, zum anderen, weil Patricia und John auch Sir Tiny mitgebracht haben, der beinahe von Fans entführt wurde. Wer die Reihe bisher noch nicht kennt, sei gesagt, dass sich hinter Sir Tiny eine riesige Dogge mit kindlichem Gemüt verbirgt, die eine wesentliche Rolle in der Reihe spielt. Man sieht, auch Humor spielt hier eine Rolle.

Am Ende ist der Fall natürlich zufriedenstellend geklärt, und Patricia, John und Tiny können wieder nach Hause, wo sie schon eine Überraschung erwartet. Eigentlich stände einem fünften Band nichts im Wege.

Band 4 hat mir wieder besser gefallen, ich musste schmunzeln und wurde gut unterhalten.

Veröffentlicht am 01.07.2025

Hat mir sehr gut gefallen

Käthe Kruse und die Träume der Kinder
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Katharina Simon wird 1883 unehelich geboren. Die Mutter bringt sich und ihre Tochter mühsam mit Näharbeiten durch, dem Vater ist seine legitime Familie wichtiger. Katharina wird Schauspielerin, kann nun ...

Katharina Simon wird 1883 unehelich geboren. Die Mutter bringt sich und ihre Tochter mühsam mit Näharbeiten durch, dem Vater ist seine legitime Familie wichtiger. Katharina wird Schauspielerin, kann nun auch für ihre Mutter aufkommen. Dann lernt sie den Bildhauer Max Kruse kennen und lieben. Der allerdings will kein weiteres Mal heiraten, und so wird auch Katharina eine ledige Mutter, die zudem nicht weiter am Theater arbeiten kann. Der Weg zur berühmten Puppenmacherin, als die wir sie heute kennen, ist für Katharina, die von Max Käthe genannt wird, noch weit.

Käthe Kruse, ein Name, den wahrscheinlich viele kennen, mit ihren Puppen wurde sie berühmt. Viel mehr, als dass sie Puppen machte, wusste ich von ihr bisher nicht, und war sehr erstaunt, was für ein interessantes, wenn auch oft nicht einfaches, Leben sie führte. Der Roman endet 1911 es gibt noch eine Fortsetzung, auf die ich schon gespannt bin.

Julie Peters gelingt es sehr gut, die Charaktere lebendig zu machen, ich fühlte mich schnell in sie ein. Der Roman beginnt bereits damit, dass Christiane Simon, Katharinas Mutter schwanger ist, und von ihrem Geliebten bis zur Geburt aufs Land geschickt wird, So llernt man auch sie schon gut kennen und erlebt mit ihr Höhen und Tiefen. Nach Katharinas Geburt tut sie alles dafür, dass ihre Tochter ein besseres Leben bekommt, man kann sich vorstellen, wie entsetzt sie ist, als diese anscheinend in ihre Fußstapfen tritt. Katharina, die erst Max erlaubt, sie Käthe zu nennen, ich verwende daher in dieser Rezension ihren ungekürzten Namen, ist klug und weiß, was sie will, doch die Liebe schlägt ihr ein Schnippchen. Max Kruse ist Künstler und setzt auf ein freies Leben, doch Katharina und seine Kinder sind ihm auch wichtig. Alle drei haben letztlich ihr Päckchen zu tragen, wenn auch die Frauen ein doch schwereres.

Erzählt wird sehr anschaulich, größtenteils aus Katharinas Perspektive, hin und wieder aber auch aus der Christianes oder Max‘. Sehr gut dargestellt finde ich auch Katharinas Bemühungen eine besonders kindgerechte Puppe zu entwerfen.

Ich empfand den Roman als sehr gut lesbar, und dabei berührend, interessant und auf gewisse Weise auch spannend, für mich ist er eine angenehme Überraschung gewesen, da ich über die Künstlerin so gut wie nichts wusste, hatte ich auch nur normale Erwartungen, auch wegen des doch etwas kitschigen Titels, die schnell übertroffen wurden.

Käthe Kruse war nicht nur eine bekannte Puppenmacherin, sondern führte auch ein interessantes, nicht immer einfaches Leben. Julie Peters Roman hat mir sehr gut gefallen und mir die Frau und ihre Familie sehr nahe gebracht.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Sehr empfehlenswert

Der VorsorgePlaner
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Wer kümmert sich um meine Angelegenheiten, wenn ich es wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr selbst kann? Kann ich für solche Zeiten oder sogar für nach meinem Tod vorsorgen? Solche Fragen sollten wir ...

Wer kümmert sich um meine Angelegenheiten, wenn ich es wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr selbst kann? Kann ich für solche Zeiten oder sogar für nach meinem Tod vorsorgen? Solche Fragen sollten wir uns alle stellen, denn keiner weiß, wie die Zukunft aussieht, und auch in jüngeren Jahren ist man nicht davor gefeit in eine solche Lage zu geraten. Bevor andere sich nicht in meinem Sinn kümmern, lege ich lieber vorher fest, was mir wichtig ist.

Der hier vorliegende Ratgeber gibt dabei umfangreiche Hilfestellungen und Ratschläge für alle Möglichkeiten, und bietet auch jeweils passende Formulare an, die direkt im Buch vorhanden sind oder über einen angegebenen Link heruntergeladen werden können. Auch zu diesen Formularen gibt es zusätzliche Hilfen. Hier findet man alles zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament und vielem mehr, außerdem Tipps, wie man es seinen Angehörigen, Vertrauenspersonen oder Betreuer:innen leicht machen kann, alles wichtige zu finden. Am Ende bleibt meiner Meinung nach keine Frage offen.

Vorsorgen für den Fall, dass man selbst seine Angelegenheiten nicht mehr regeln kann, geht, wie ich finde, uns alle an. So hat man die Möglichkeit noch rechtzeitig selbst zu entscheiden, bevor andere es für einen tun (müssen). In diesem Buch findet man alles, was man darüber wissen sollte und dafür braucht.

Veröffentlicht am 26.06.2025

Amüsant, spannend und manchmal tragisch - ein Highlight

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Kaijū-Monster
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Eigentlich hatte sich Jamie Gray viel von dem Mitarbeitergespräch erhofft, doch am Ende ist er arbeitslos und kann, mitten in der Corona-Zeit, seinen Lebensunterhalt nur noch als Essenslieferant sicher ...

Eigentlich hatte sich Jamie Gray viel von dem Mitarbeitergespräch erhofft, doch am Ende ist er arbeitslos und kann, mitten in der Corona-Zeit, seinen Lebensunterhalt nur noch als Essenslieferant sicher stellen. Glück im Unglück, dabei trifft er einen alten Bekannten, der ihm einen gut bezahlten Job anbietet. Allerdings verrät er nicht, um was genau es geht, nur, dass sein Arbeitgeber, die GEK, eine Tierrechtsorganisation für große Tiere ist. Wie groß diese Tiere tatsächlich sind, und wo diese sich befinden, erfährt Jamie also erst, als er vor Ort ist.

Dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten, selten habe ich mich beim Lesen so amüsiert, allerdings hat die Geschichte auch sehr spannende, tragische und traurige Momente, eine perfekte Mischung also. Dazu punktet John Scalzi, von dem ich unbedingt noch mehr lesen möchte, mit viel Fantasie. Alleine die Tiere, auf die Jamie hier trifft, sind sehr fantasievoll, aber auch sehr durchdacht gestaltet. Gut gefallen haben mir auch die verschiedenen Charaktere, auch die nicht so guten. Viele von ihnen sind aber mit einem sehr gesunden Galgenhumor gesegnet, was in der Situation, in der sie stecken, recht schlau ist, und zu meinem Amüsement beigetragen hat. Außerdem ist nicht nur Jamie ein Nerd, so dass es manche passende Anspielung gibt.

Die Geschichte spielt zudem in einer besonderen, schwer zugänglichen Umwelt, die ebenfalls sehr fantasievoll und durchdacht gestaltet ist. Scalzi bietet hier einiges an Hintergrund, so dass alles lebendig und glaubhaft wirkt.

Da der Autor Jamie selbst in Ich-Form erzählen lässt, hat man als Leser:in die Möglichkeit, mit diesem alles zu erkunden und zu entdecken, und ist schnell mittendrin, die bildhafte Erzählweise wirft sofort das Kopfkino an.

Der Roman hat mich sehr gut unterhalten, er ist humorvoll, spannend, aber auch tragisch und traurig, punktet mit einer gut durchdachten Welt und interessanten Charakteren, und hat mir große Lust auf weitere Romane des Autors gemacht.

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