Profilbild von PMelittaM

PMelittaM

Lesejury Star
offline

PMelittaM ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PMelittaM über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2025

Wunderschön

Das letzte Einhorn
0

Ich glaube, die Geschichte um das vermeintlich letzte Einhorn und den Roten Stier kennt jede:r, oder? Ich verzichte also dieses Mal auf eine Kurzzusammenfassung.

Bisher kannte ich selbst nur den Film, ...

Ich glaube, die Geschichte um das vermeintlich letzte Einhorn und den Roten Stier kennt jede:r, oder? Ich verzichte also dieses Mal auf eine Kurzzusammenfassung.

Bisher kannte ich selbst nur den Film, mehrfach gesehen, immer sehr gemocht, auch wenn er manchmal bedrückend ist, aber auch einfach schön. Auch die Animation an sich mochte ich immer sehr. Den Roman habe ich bisher noch nicht gelesen, wird aber sicher nicht mehr lange dauern, denn nun bin ich wieder einmal sehr neugierig auf ihn.

Auch diese Graphic Novel ist wirklich wunderschön, die Zeichnungen erinnern an den Film, haben aber auch ihren eigenen Charme. Schnell haben sie mich gefangen genommen, und viele Panele würde ich mir so direkt an die Wand hängen. Die Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark, und vor allem das Einhorn, in seinen zwei Formen, wunderschön. Auch wenn man die Geschichte ja schon kennt, liest und schaut man hier sehr gerne.

Über die Geschichte muss man wohl nichts mehr sagen, sie ist einfach schön und geht ans Herz, das wird hier auch noch einmal deutlich.

Am Ende gibt es ein paar Extras: Zeichnungen und Interviews mit Peter S. Beagle und Peter Gilis.

Die Graphic Novel zu Peter S. Beagles Geschichte um das letzte Einhorn ist wunderbar gelungen, schöne, ausdrucksstarke Zeichnungen machen sie zu einem wahren Schmuckstück.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 12.02.2025

Es gibt bessere Anthologien zum Thema

Alle Morde wieder
0

Die Anthologie enthält dreizehn Geschichten mit kriminellem Touch, die mehr oder weniger mit Weihnachten oder zumindest Winter zu tun haben.

Die Autor:innen sind zum großen Teil deutschsprachig, zum Beispiel ...

Die Anthologie enthält dreizehn Geschichten mit kriminellem Touch, die mehr oder weniger mit Weihnachten oder zumindest Winter zu tun haben.

Die Autor:innen sind zum großen Teil deutschsprachig, zum Beispiel finden sich hier Sandra Lüpkes, Inge Löhnig und Ursula Poznanski, es sind aber auch ein paar nichtdeutschsprachige dabei, wie Ann Cleeves oder Leena Lehtolainen. Als einziger Mann ist Wulf Dorn vertreten. Nicht alle kannte ich vorher, manche zumindest namentlich, nur von relativ wenigen kannte ich bereits andere Werke.

Zunächst hat mich die Anthologie ziemlich enttäuscht, keine Erzählung wollte mir so recht gefallen, bis ich zur sechsten kam, Leena Lehtolainens „Die drei Josefs“ wendeten das Blatt, und auch danach gab es ein paar, die mir wirklich gut gefallen haben.

Als Anhang gibt es die Viten der Autor:innen.

Die Weihnachtsanthologie bietet Geschichten mit kriminellem Touch, die zur Weihnachtszeit spielen. Leider ist die Anzahl guter Erzählungen eher gering, dafür sind diese richtig gut. Kann man, muss man aber nicht lesen, es gibt bessere Anthologien zum Thema.

Veröffentlicht am 12.02.2025

Lesenswerte Anthologie

Sternenglut - Überleben auf dem schwarzen Planeten
0

Die vierte Sternenglut-Anthologie enthält acht Geschichten bereits aus den Vorgängern bekannter Autor:innen. Dieses Mal ist das Thema „Überleben auf dem schwarzen Planeten“, welches auf vielfältige und ...

Die vierte Sternenglut-Anthologie enthält acht Geschichten bereits aus den Vorgängern bekannter Autor:innen. Dieses Mal ist das Thema „Überleben auf dem schwarzen Planeten“, welches auf vielfältige und interessante Weise verarbeitet wurde.

Wie meist bei Anthologien, hat mir nicht jede Geschichte gut gefallen, die meisten aber schon.

Besonders gut fand ich zum einen „Sturmreiter“ von R. M. Amerein, in der die Menschheit nur noch in einer einzigen Stadt wohnen kann, der Rest der Welt ist verbrannt. Aber auch diese Stadt ist in Gefahr, denn immer wieder gibt es neue Feuerstürme, die bekämpft werden müssen, und obendrein feurige Monster mit sich bringen. Der Protagonist erzählt seine bedrückende Geschichte in Ich-Form, so dass man als Leser:in nicht nur dicht dabei ist, sondern auch sehr berührt wird.

Auch sehr gut gefallen hat mir „Freiheit heißt Licht! von Aybiline I. Dahlson, deren Protagonistin sich als Mensch auf einem Planeten ohne Licht als Diebin durchschlagen muss. Als sie einen besonders reichen Besucher des Planeten bestiehlt, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt.

Besonders originell ist Alexander Lenz‘ „Das letzte Level“, der das Thema mit einem Computerspiel verbindet, das aus den Fugen gerät. Eine weitere Geschichte hat mir gut gefallen, das Ende aber gar nicht, da es mir ein großes Fragezeichen bescherte, hier fragte ich mich, ob es sich womöglich um den Beginn einer längeren Geschichte handeln könnte, was ich ohne verständliches Ende nicht gutheißen würde.

Nur eine Geschichte hat mir gar nicht gefallen.

Auch die vierte Anthologie der Autor:innen-Gruppe ist wieder lesenswert, auch wenn mir nicht jede Geschichte gut gefallen hat, unterm Strich haben mich die meisten aber gut unterhalten.

Veröffentlicht am 12.02.2025

Ein eigenwilliger Protagonist

Der Tote im Pool
0

Aurel Timescu ist derzeit stellvertretender französischer Konsul in Mosambik, und tut alles, seiner Arbeit aus dem Weg zu gehen. Leider ist sein derzeitiger Vorgesetzter davon überzeugt, dass er Aurel ...

Aurel Timescu ist derzeit stellvertretender französischer Konsul in Mosambik, und tut alles, seiner Arbeit aus dem Weg zu gehen. Leider ist sein derzeitiger Vorgesetzter davon überzeugt, dass er Aurel motivieren kann. Als ein Hotelier tot in seinem Pool gefunden wird, fordert er ihn deshalb auf, zusammen herauszufinden, was passiert ist. Aurel würde eigentlich viel lieber alleine ermitteln, immerhin hat er damit schon Erfahrung, und versucht nun, um seinen Vorgesetzten herum die Hintergründe zu erforschen.

Aurel ist ein sehr eigenwilliger Protagonist, der mir aber schon im Vorgängerband nahe gekommen ist. Ursprünglich aus Rumänien stammend, hat er in Frankreich zunächst als Barpianist gearbeitet. Klavierspielen hat immer noch eine große Bedeutung für ihn, und hilft ihm auch dabei, seine Fälle zu lösen. Im Umgang mit seinen Mitmenschen hat er dagegen so seine Probleme, muss sich ihnen aber immer wieder stellen.

Im aktuellen Todesfall wird schnell klar, dass es sich um Mord handelt, die Behörden machen auch direkt eine Tatverdächtige aus, die Exfrau des Toten war aus Frankreich angereist und daher vor Ort. Aurel ist allerdings nicht von ihrer Schuld überzeugt, und kann am Ende den Fall natürlich nachvollziehbar lösen.

Auch der zweite Band mit dem eigenwilligen Protagonisten hat mich wieder gut unterhalten, ich habe mitgerätselt und Aurel gerne begleitet. Ich hoffe, es wird noch weitere Bände der Reihe geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 05.02.2025

Ein wichtiges Buch

Den Bach rauf
0

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Kanzlerkandidat und Buchautor, hat ein neues Buch geschrieben. Schon am Titel erkennt man den Optimismus, den Robert Habeck hier vermitteln ...

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Kanzlerkandidat und Buchautor, hat ein neues Buch geschrieben. Schon am Titel erkennt man den Optimismus, den Robert Habeck hier vermitteln möchte. Die Zeiten, ich schreibe dies Anfang Februar 2025, sind düster, Neuwahlen stehen an, man weiß nicht, was kommen wird, da braucht es einen Silberstreifen am Horizont.

Robert Habeck ist für mich nicht nur sympathisch, sondern auch klug, kompromissbereit, kompetent und integer, er hat Visionen, die mich ansprechen, er weiß komplexe Sachverhalte gut zu vermitteln und er verfällt nicht dem Populismus, der leider derzeit umgeht. Er gibt viele Fakenews um ihn und seine Politik, er muss Hass und Hetze aushalten, und gibt dennoch nicht auf, im Gegenteil, für ihn zählt offenbar jetzt erst recht.

Dies kann man auch diesem Buch entnehmen. Er zieht nicht nur Bilanz, sondern gibt auch Fehler zu, benennt, wie man es hätte besser machen können, sieht aber auch, dass man nicht immer alles vorausahnen kann, man auch Kompromisse eingehen muss. Zeigt auf, wo gute Dingen gelungen sind, und wie man, vielleicht noch besser, in die Zukunft starten könnte. Denn die Zukunft ist etwas, was man immer im Blick haben muss, nicht nur für spätere Generationen, sondern auch für uns selbst, denn wir leben ja nicht nur heute.

Mir gefällt auch gut, dass er, auch negative, Beispiele bringt und Geschichten erzählt, die ihm selbst passiert sind. Und dass er Lösungen sucht, die gemeinsam angegangen werden können, denn auch die Probleme betreffen ja alle. Man muss es nur wollen, miteinander sprechen und eben auch mal Kompromisse finden. Das kann anstrengend sein, aber auch befriedigend. Und manchmal eben auch etwas erzeugen, was nur halbgut ist, aber besser, als gar nichts gemacht zu haben.

Ich finde, dieses Buch sollte jeder lesen, auch, wenn man kein Fan Robert Habecks ist. Einfach mal den Mann selbst sprechen lassen, statt nur die anzuhören, die über ihn sprechen, wäre doch eine Option, oder? Vielleicht wandelt sich die Einstellung ja, zumindest etwas? Wer Robert Habeck sowieso schon mag, erhält vielleicht ein paar neue Argumente, auch gegen Populisten und Demokratiefeinde.