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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Ausführlicher Ratgeber

Geldanlage für Einsteigerinnen
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Der Ratgeber wendet sich, wie schon der Titel sagt, speziell an Frauen. Diese scheinen sich nicht so sehr mit Geldanlagen zu beschäftigen wie Männer, was, laut Autorin, bereits durch ihre Sozialisation ...

Der Ratgeber wendet sich, wie schon der Titel sagt, speziell an Frauen. Diese scheinen sich nicht so sehr mit Geldanlagen zu beschäftigen wie Männer, was, laut Autorin, bereits durch ihre Sozialisation bedingt ist. Dazu werden auch Quellen geliefert. Frauen haben aber mindestens genauso viele Gründe wie Männer vorzusorgen, sie dabei zu unterstützen und zu ermutigen ist Intention dieses Buches.

Wer investieren möchte, benötigt im besten Fall eine gute Finanzbildung, auch hier hilft der Ratgeber weiter. So gibt es zunächst eine Einführung in das Thema, bevor ins Detail gegangen wird. Der Ratgeber informiert umfassend über alles, was man zum Thema wissen muss. Je nach Intention zum Sparen, zum Beispiel als Altersvorsorge, für eine teuere Anschaffung, oder als Notgroschen, bieten Geldanlagen unterschiedliche Möglichkeiten.

Jede Art Geldanlage wird angesprochen, Sparkonten verschiedener Art, Aktien und ETF, Anleihen, Gold, Kryptowährungen, Immobilien, jeweils mit Vor- und Nachteilen, aber auch, wie man daran kommt, was man dabei beachten muss und so weiter.

Die Autorin spricht auch explizit Frauen an, die in der Familienphase stecken, und dadurch womöglich nur wenig investieren können. Gerade, aber nicht nur, für sie ist auch das Thema Altersvorsorge interessant.

Angesprochen werden auch die Steuern von Geldanlagen und was man darüber wissen muss. All das sehr detailliert, so dass jede bei ihrem Wissensstand abgeholt wird. Enthalten sind auch mehrere Checklisten und ein Glossar.

Der Ratgeber vermittelt umfassend, was Geldanlagenneulinge zum Thema wissen sollten, und kann sicher auch unabhängig vom Geschlecht interessant sein.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Zwei Geschichten aus der Vergangenheit des unsterblichen Protagonisten

BRZRKR 5
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Dieser Band erzählt zwei weitere Geschichten über den unsterblichen Protagonisten der BRZRKR-Reihe. In der ersten Geschichte schließt er sich Dschingis Khans Eroberungsarmee an, während er in der zweiten ...

Dieser Band erzählt zwei weitere Geschichten über den unsterblichen Protagonisten der BRZRKR-Reihe. In der ersten Geschichte schließt er sich Dschingis Khans Eroberungsarmee an, während er in der zweiten durch das Amerika des 19. Jahrhunderts streift.

Auch in seiner Vergangenheit waren seine Erlebnisse vor allem eins, sehr blutig, was vor allem in der ersten Geschichte stark zum Tragen kommt, aber auch gut zum Thema passt. In der zweiten erlebt man einen etwas anderen Charakter, hier geht es nicht nur ums Töten, der Protagonist scheint gesättigter und gibt seinen Handlungen einen gewissen Sinn. Man merkt, dass die beiden Geschichten von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden. Mir gefällt das gut, man erhält so unterschiedliche Blickwinkel auf den Protagonisten. Interessant sind auch die Einblicke auf die, die sich mit diesem Wesen offenbar schon seit langer Zeit beschäftigen und es erforschen.

Auch optisch unterscheiden sich die Geschichten stark, auch hier waren unterschiedliche Künstler am Werk, sowohl zeichnend als auch kolorierend. Am Ende gibt es zudem wieder eine Covergalerie.

Der Comicband erhält zwei sehr unterschiedliche Geschichten, die Erlebnisse aus der Vergangenheit des unsterblichen Protagonisten erzählen. Mir hat vor allem die zweite sehr gut gefallen. Der Band ist eine interessante Erweiterung zur Trilogie, und bereits der zweite Band mit Geschichten, die unabhängig von den Ereignissen der Trilogie sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 27.03.2026

Fünf beeindruckende Kurzgeschichten

Der Fluss der Zeit
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Pascal Mercier taucht in den fünf bisher unveröffentlichten, aus seinem Nachlass stammenden Kurzgeschichten, die in diesem Band vertreten sind, tief in die Psyche von Menschen ein. Die Gedanken und Handlungen ...

Pascal Mercier taucht in den fünf bisher unveröffentlichten, aus seinem Nachlass stammenden Kurzgeschichten, die in diesem Band vertreten sind, tief in die Psyche von Menschen ein. Die Gedanken und Handlungen der Protagonist:innen konnte ich durchgehend nachvollziehen.

Vier der Geschichten werden von einem Ich-Erzähler erzählt, wobei manchmal auch die Gedanken und Emotionen eines anderen Charakters miteinbezogen werden, so dass man das Geschehen aus beiden Blickwinkeln erfährt. So zum Beispiel in „Die Übergabe“, hier trifft man auf einen alten Mann, der sein Haus, das 99 Jahre im Besitz seiner Familie war, an die neuen Besitzer übergibt, bevor er sein neues Leben in einem Seniorenheim beginnt. Man kann sich vorstellen, wie schwer das für ihn ist. Der Ich-Erzähler ist dabei der neue Besitzer: In „Die Wohnung“ geht es um ein wertvolles Geschenk, das sowohl den Schenkenden als auch den Beschenkten letztlich belastet.

Wie im Grunde alle anderen Geschichten ist „Der Befund“ sehr eindringlich, es ist außerdem die einzige Geschichte, die in der dritten Person erzählt wird. Jan Winter muss einige Tage auf das Ergebnis einer Gewebeprobenuntersuchung, die vielleicht eine tödliche Krankheit aufdeckt, warten. Als Leser:in begleitet man ihn durch diese Zeit. Sehr gut hat mir auch „Noch einmal die Mansarde“ gefallen, wo ein älterer Mann einen Kongress schwänzt, um noch einmal den Ort zu besuchen, an dem er als Student gewohnt hat. Leider ist das Erlebnis nicht so wie erhofft.

In „Tödlicher Lärm“ schließlich ergründen wir zusammen mit dem Ich-Erzähler einen Freitod. Diese Geschichte empfand ich als am schwierigsten nachzuvollziehen, dennoch ist auch sie lesenswert.

Kurzgeschichten haben eine ganz andere Dimension als Romane, auf wenigen Seiten eine Geschichte zu erzählen, die fesseln und lesenswert ist, ist eine besondere Kunst. Pascal Mercier ist das in diesen fünf Geschichten beeindruckend gelungen, und ich habe nun Lust, einen seiner Romane zu lesen, die ich bisher leider alle noch nicht kenne.

Veröffentlicht am 24.03.2026

Ich hatte zu viele Déjà-vu

The Crane and the Nightjar
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Eigentlich wollte Zara Nightjar nur benötigtes Geld bei dem nicht ganz legalen Kartenspiel gewinnen, doch dann findet sie sich in einem der schlimmsten Gefängnisse wieder und muss in den Minen schuften. ...

Eigentlich wollte Zara Nightjar nur benötigtes Geld bei dem nicht ganz legalen Kartenspiel gewinnen, doch dann findet sie sich in einem der schlimmsten Gefängnisse wieder und muss in den Minen schuften. Als man sie aus der Zelle holt, wähnt sie sich schon auf dem Weg zur Hinrichtung, doch dann wird sie mit anderen Häftlingen in ein Spiel des Königs eingebunden. Wer seine Aufgaben löst, dem winkt die Begnadigung.

Von der Welt, in der Zara lebt, lernt man zunächst nur ihre Heimat, das Königreich Raspa kennen, ein düsterer Ort voller Nebel. So werden auch die Magier dort Nebler genannt. Deren Magie ist endlich, jedes Mal, wenn sie eingesetzt wird, verliert der Magier einen Teil seiner Seele, und, ist sie ganz aufgebraucht, wird er zu einem menschenfressenden Monster, einer sogenannten Krähle. Magie kann auch weiterverkauft werden, so dass es Magier verschiedener Ordnungen gibt, je nach Herkunft ihrer Magie. Ob Zara eine Neblerin ist, erfährt man lange nicht.

Der Roman wird vorwiegend aus Zaras Perspektive, und der eines anderen Gefangenen, Crane, erzählt, jeweils in Ich-Form. Auch Crane wurde für das Spiel des Königs ausgewählt, er ist von Anfang an undurchschaubar, und sprach Zara schon vor ihrer Verhaftung an. Zwischen ihnen entsteht eine Art Hassliebe, gleichzeitig knistert es gewaltig.

Auch einige der anderen Häftlinge, die am Spiel des Königs teilnehmen müssen, lernt man näher kennen, nicht alles sind sympathisch, doch einige schon. Gleichzeitig muss man ständig gewahr sein, dass nicht alle überleben werden.

Es gibt einige Überraschungen, nicht nur für die Charaktere. Da es noch einen weiteren Band geben wird, ist die Geschichte am Ende des Romans noch nicht zu Ende erzählt. Ob ich den nächsten Band lesen möchte, weiß ich allerdings noch nicht sicher.

Denn ich hatte so meine Probleme mit dem Roman. Zum einen gibt es einige inhaltliche Fehler, so ist die Figur Flutter zur selben Zeit an verschiedenen Orten, und nein, das ist nicht ihre magische Fähigkeit, sondern ganz eindeutig ein Fehler, der eigentlich nicht passieren sollte. Noch gravierender für mich war allerdings, dass ich viel zu oft ein Déjà-vu-Gefühl hatte, vieles habe ich schon einmal gelesen, ich hatte fast das Gefühl als wären Versatzstücke aus anderen Romanen genommen worden und zu einem neuen Roman zusammengeworfen worden. Und dadurch war für mich auch vieles vorhersehbar, zum Beispiel auch der Plottwist gegen Ende.

Für mich wirkte zudem die Liebesgeschichte nicht authentisch. Ich bin generell kein großer Fan von Liebesgeschichten, doch wenn sie stimmig ist und zur Geschichte passt, ist es für mich okay. Hier wirkte es für mich sehr aufgesetzt, die Gefühle kamen bei mir nicht an.

Dennoch habe ich die Geschichte nicht ungern gelesen, die Welt und das Magiesystem sind interessant, es gibt Charakteren, denen ich gerne wieder begegnen würde, und ja, ein bisschen bin ich auch gespannt, wie es weitergehen wird. Ich werde also den zweiten Band vielleicht doch lesen.

Leider konnte mich der Roman, trotz interessanter Welt, Magiesystem und Charakteren, nicht richtig überzeugen, dafür hatte ich zu oft ein Déjà-vu-Gefühl, auch die Inhaltlichen Fehler störten mich, sowie die nicht überzeugende Liebesgeschichte. Wahrscheinlich werde ich den zweiten Band trotzdem lesen, denn ich bin neugierig, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Hier regiert zu sehr der Zufall

Mord in der Wiener Werkstätte
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Wien, 1906: Lili Feigl lebt in armen Verhältnissen, der Vater ist zwar Künstler, trinkt und spielt aber, so dass er sich mit Fälschungen und schmuddeligen Bilder mehr schlecht als recht durchschlägt. Lili ...

Wien, 1906: Lili Feigl lebt in armen Verhältnissen, der Vater ist zwar Künstler, trinkt und spielt aber, so dass er sich mit Fälschungen und schmuddeligen Bilder mehr schlecht als recht durchschlägt. Lili hat das Glück durch Zufall eine Stelle als Putzfrau bei den Frauen der Wiener Werkstätte zu erhalten. Dort findet sie eines Tages eine Leiche.

Max von Krause stammt aus verarmtem Adel und arbeitet bei der Wiener Polizei. Er muss nicht nur einen Fälscher finden, auch ein verschwundener Ring und eine Leiche in der Wiener Werkstätte fordern seine Aufmerksamkeit.

Der Roman ist der Beginn einer neuen Reihe um Lili Feigl und Max von Krause. Die beiden haben mir gut gefallen, sie versuchen das beste aus ihrer Situation zu machen, haben aber auch Hindernisse zu überwinden. Gut gefallen hat mir auch das Setting, über die Wiener Werkstätte wusste ich bisher so gut wie nichts, jetzt habe mich über den Roman hinaus damit beschäftigt. Auch der weitere historische Hintergrund ist passend, vor allem das Leben der Frauen wird thematisiert.

Leider hat mir der Kriminalfall nicht gefallen. Am Anfang habe ich mich noch gespannt gefragt, was dahinter stecken könnte, miträtseln ist aber kaum möglich, da es so gut wie keine echten Ermittlungsergebnisse gibt. Hier spielt vor allem der Zufall eine Rolle, und das ist gar nicht meins, vor allem, wenn sich die Zufälle häufen. Auch die Auflösung selbst kann mich nicht überzeugen.

Leider basiert die Auflösung des Kriminalfalls für mich zu sehr auf Zufällen, nur das Setting und die Protagonist:innen konnten mir gefallen. Für einen Kriminalroman ist mir das persönlich zu wenig, da gibt es deutlich bessere, diesen hier kann ich daher nur eingeschränkt empfehlen