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Veröffentlicht am 03.02.2026

Erster Band des Science Fiction Epos

Leviathan erwacht
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James Holden hat als Executive Officer des Versorgungsschiffes Canterbury ein recht entspanntes Leben, bis eines Tages ein Notsignal aufgefangen wird. Die Canterbury ist in der Nähe und eilen zur Hilfe. ...

James Holden hat als Executive Officer des Versorgungsschiffes Canterbury ein recht entspanntes Leben, bis eines Tages ein Notsignal aufgefangen wird. Die Canterbury ist in der Nähe und eilen zur Hilfe. Holden und vier weitere Mannschaftsangehörige machen sich mit einem Shuttle auf zur offenbar havarierten Scopuli, treffen dort aber niemanden an. Noch bevor sie zurück an Bord der Canterbury sind, wird diese angegriffen und pulverisiert. Für Holden und die Shuttlecrew beginnt ein aufreibendes Abenteuer.

Auf Ceres erhält Detective Miller den Auftrag, Julie Mao, die Tochter reicher Eltern, zu ihrer Familie zu bringen, auch, wenn er sie dafür entführen müsste.

Vor einiger Zeit sah ich die Serie, die auf der Buchreihe basiert, und fand diese großartig, endlich habe ich nun die Buchreihe begonnen, und war schon nach wenigen Seiten auch von diesem ersten Band überzeugt, habe mich auch sehr gefreut, Bekannte wiederzutreffen. Auch wenn ich die Serie schon kenne, habe ich gespannt gelesen und mich kaum vom Buch lösen können.

Holden und seine Shuttlecrew, Naomi Nagata, Alex Kamal, Amos Burton und Shed Garvey, wie auch Miller sind mir schnell nahegekommen, nicht nur, weil ich sie bereits aus der Serie kenne, sondern auch, weil James Corey sie schnell greifbar charakterisiert.

Erzählt wird abwechselnd aus Holdens und Millers Perspektive, zunächst haben die beiden Handlungsstränge scheinbar nichts miteinander zu tun, doch im Laufe der Geschichte kommen sie sich näher, und schließlich treffen sich die beiden, so dass sich ihre Perspektiven sogar überlappen. Ich mag diese Erzählweise sehr, so kann das selbe Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden.

James Corey, hinter dem Pseudonym verbirgt sich ein Autorenduo, erzählt zudem sehr atmosphärisch und bildhaft, man fühlt sich oft mittendrin, das Kopfkino bekommt viel zu tun. Auch die Emotionen werden angesprochen. Der Roman ist mit über 650 Seiten lang, für mich hatte er aber keine Längen.

Wow, der erste Band verspricht eine spannende, epische Story mit einprägsamen Charakteren. Wer die Serie kennt, kann genauso zugreifen, wie Fans spannender Science Fiction Epen. Ich freue mich aufs Weiterlesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2026

Ließ mich zwiegespalten zurück

Die Mäusekönigin
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Während des Vietnamkrieges, der 1975 beendet wurde, haben die USA das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt, das mit dem Dioxin TCDD verunreinigt war. Noch heute leidet die vietnamesische Bevölkerung ...

Während des Vietnamkrieges, der 1975 beendet wurde, haben die USA das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt, das mit dem Dioxin TCDD verunreinigt war. Noch heute leidet die vietnamesische Bevölkerung darunter, neben auftretenden Spätfolgen werden immer noch missgebildete Kinder geboren. Viele dieser Kinder werden in speziellen Heimen betreut.

Nhi ist eine von ihnen, sie wurde ohne Beine geboren. Wie alle muss auch sie mit 18 Jahren das Heim verlassen und zu ihrer Familie zurückkehren.

Bao ist eine kleine Maus, die ihre Familie verloren hat, und von Nhi aufgenommen wurde. Nhi hat nämlich ein spezielles Talent, sie kann mit Tieren sprechen. Natürlich begleitet Bao sie in das Dorf ihrer Familie. Wie sich herausstellt, lebt nur noch Hien, Nhis Großtante, außerdem hat sich das Dorf auf Schlangenzucht spezialisiert. Für Nhi wird eine Arbeit gefunden, die sie leisten kann, wirklich akzeptiert wird sie aber nicht.

Eigentlich hatte ich anhand von Titel und Cover etwas ganz anderes erwartet, eine Art Märchen, nicht aber einen Roman mit so viel Realitätsbezug, so hatte ich zunächst ein bisschen Probleme im Roman anzukommen, konnte aber relativ schnell umswitchen. Märchenhaft ist an dem Roman wenig, obwohl es ein, zwei Versatzstücke gibt, die zu Märchen passen, wie zum Beispiel Nhis spezielles Talent. Alles andere ist sehr realistisch, ein gut Teil gesellschaftskritisch und auch nicht ohne Grausamkeiten.

Ich gestehe, dass ich bisher nichts darüber wusste, dass Agent Orange sich auch heute noch so gravierend auswirkt. Sicher bin ich da nicht die einzige, weswegen ich das Thema wichtig finde, das man auch in einem Roman verarbeiten kann, wobei ich finde, dass es hier manchmal ein bisschen untergeht.

Ich habe schon andere Werke des Autors gelesen, der Roman passt schon dazu, allerdings hat er mir, im Gegensatz zu den anderen Werken weniger gut gefallen. Das lag vor allem daran, dass er für mich nicht spannend war, und ich ein bisschen die Lust verlor, ihn zu lesen.

Erzählt wird aus Baos Perspektive, was ich recht ansprechend finde. Dazwischengestreut sind immer wieder einmal verschiedene Dokumente, wie Briefe oder Medienberichte. Letzteres macht den Roman interessanter, und wirft auch die eine oder andere Frage auf. Leider sind mir die Protagonist:innen nicht wirklich nahe gekommen, vielleicht wäre Nhis Perspektive zwischendurch günstiger gewesen, um ihr näher zu kommen.

Etwas schockiert hat mich das Ende, ich bin immer noch nicht sicher, ob ich es gutheißen kann. Ich kann aber verstehen, wie es dazu gekommen ist.

Der Roman ist kein Märchen, wie ich es eigentlich erwartet hatte, sondern hat einen starken Realitätsbezug, das Thema, das hier berührt wird, halte ich für wichtig, der Roman konnte mich aber leider nicht packen, und auch die Charaktere kamen mir wenig nahe. So ließ er mich letztlich zwiegespalten zurück, daher vergebe ich durchschnittliche 3 Sterne.

Veröffentlicht am 01.02.2026

Empfehlenswerter Ratgeber

Das Erbe rechtlich und steuerlich optimal gestalten
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Wer Vermögen hat, wird sich Gedanken machen, was damit nach seinem Ableben passieren soll, vor allem auch, wenn keine Familie da ist oder es innerhalb der Familie Probleme gibt. Wer nicht die gesetzliche ...

Wer Vermögen hat, wird sich Gedanken machen, was damit nach seinem Ableben passieren soll, vor allem auch, wenn keine Familie da ist oder es innerhalb der Familie Probleme gibt. Wer nicht die gesetzliche Erbfolge möchte, vielleicht auch, weil er jemanden besonders bedenken möchte, wird daher über ein Testament und eventuelle andere Möglichkeiten nachdenken.

Dr. Otto N. Bretzinger hat einen Ratgeber zum Thema geschrieben, in dem er über die gesetzliche Erbfolge informiert, genauso wie über Möglichkeiten, Teile des Vermögens vielleicht schon vor dem eigenen Ableben zu übereignen, sowie über die verschiedenen Möglichkeiten, die man hat, festzulegen, was nach dem Ableben mit dem Vermögen passieren soll. Dabei werden nicht nur die Vor- und Nachteile benannt und Begrifflichkeiten erklärt, es finden sich auch Beispiele, Checklisten und Mustertexte.

Am Ende ist man wirklich umfassend informiert, und kann so zu dem jeweils für einen selbst passenden Weg greifen. Checklisten und Mustertexte, die man nur noch individuell ergänzen muss, werten das Buch zusätzlich auf.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Lest dieses Buch!

Das Gewicht unserer Körper
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Mehrgewichtige werden mit Spott und Häme überzogen, beleidigt, nicht ernst genommen, sowie, und das ist fast das schlimmste, sogar von der Medizin diskriminiert. Die Autorinnen, Adipositasspezialistinnen, ...

Mehrgewichtige werden mit Spott und Häme überzogen, beleidigt, nicht ernst genommen, sowie, und das ist fast das schlimmste, sogar von der Medizin diskriminiert. Die Autorinnen, Adipositasspezialistinnen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem entgegenzusteuern, so soll auch dieses Buch aufzeigen, einordnen und sichtbarmachen, vor allem auch medizinisches Personal jedweder Art und Entscheidungsträger:innen zum Umdenken anregen.

Die Autorinnen sind aus Österreich und sprechen hier für das österreichische Gesundheitswesen, aber, soweit ich das sehe und recherchiert habe, kann man das im wesentlichen auch auf Deutschland übertragen. Alles andere ist sowieso leider nicht auf ein Land begrenzt.

Sehr gut hat mir der Einstieg gefallen, hier geht es unter anderem um die Venus von Willendorf und die Deutungen ihrer Darstellung. Jede:r von uns hat sicher zumindest einmal ein Bild von ihr gesehen, und vielleicht auch über sie nachgedacht. Für ein Buch dieses Themas ist das ein würdiger Einstieg, der direkt die Richtung vorgibt.

Die beiden Autorinnen sprechen aus ihrer eigenen Erfahrung, bringen Beispiele an, aber zitieren auch Quellen. Sie berichten von Therapien und Medikamenten, aber auch von Hindernissen, die Mehrgewichtigen immer wieder in den Weg gelegt werden. Sie stellen klar, dass man immer auch die Hintergründe der einzelnen Person sehen muss, und dass Beleidigungen und Nichternstnehmen schwerwiegende negative Konsequenzen haben können.

Wenn zum Beispiel nicht auf das Problem eingegangen wird, weswegen jemand in die ärztliche Sprechstunde kommt, sondern als allererstes das Gewicht angesprochen wird, egal, ob es überhaupt der Auslöser des Problems sein könnte, ist das für den:die Patient:in unter Umständen lebensgefährlich, denn es fehlt an adäquater Behandlung und es kann dazu führen, dass keine Praxis mehr aufgesucht wird.

Und selbst, wenn auf das Problem eingegangen wird, kann es sein, dass die Therapie nicht auf eine:n mehrgewichtige:n Patient:in angepasst ist. Oder, dass diese gar von der Krankenkasse als Lifestyle-Therapie angesehen und nicht übernommen wird. Was das mit Menschen macht, die solche Kosten nicht übernehmen können, kann man sich denken.

Übrigens ist lange nicht jeder übergewichtige Mensch krank oder unsportlich, und nicht jeder nichtmehrgewichtige Mensch gesund oder sportlich. Das ist ein rein gesellschaftliches Konstrukt, dass zum Beispiel Gesundheit am Gewicht abzulesen ist, leider scheinen darauf auch nicht wenige aus dem medizinischen Bereich hereinzufallen.

Ich würde mir wünschen, dass viele dieses Buch in die Hand nehmen und ihre eigene Einstellung zum Thema überdenken. Vielleicht bringt ja sogar meine Rezension schon manche:n zum Nachdenken. Für alle mehrgewichtigen Menschen wünsche ich mir, dass sie ernst genommen werden, egal in welchem Zusammenhang, und dass sie die Hilfe erhalten, die sie brauchen. Also: Lest dieses Buch!

Veröffentlicht am 26.01.2026

Ein wunderschöner Roman, wunderbar erzählt

Mr. Saitos reisendes Kino
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Mit „Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt“ (Pos. 44) beginnt der Roman, und dieser erste Satz hat mich direkt gepackt und in den Roman gezogen. Dann berichtet die Ich-Erzählerin ...

Mit „Ich wurde 1927 auf einer Tanzfläche in Buenos Aires gezeugt“ (Pos. 44) beginnt der Roman, und dieser erste Satz hat mich direkt gepackt und in den Roman gezogen. Dann berichtet die Ich-Erzählerin Carmelita, Lita genannt, allerdings zunächst über ihre Mutter Fabiola, die 1910 neugeboren vor dem Kloster Santa Magdalena ausgesetzt und von den Nonnen groß gezogen wurde. Fabiola ist bald nicht mehr zu halten, sie liebt Schuhe und das Tangotanzen, und wird jung Mutter. 1937 ist Fabiola gezwungen aus Argentinien zu flüchten und landet mit Lita auf der kleinen kanadischen Insel Upper Puffin Island im Seemannsheim der Familie McGregor.

Lita freundet sich mit Oona, der tauben Tochter der Familie, an, die beiden gehen bald zusammen durch dick und dünn, müssen aber lange fürchten, dass Fabiola die Insel verlassen will. Und dann tritt Mr. Saito mit seinem Wanderkino in Litas Leben.

Die Autorin malt regelrecht Bilder mit einer wunderbaren, poetischen, manchmal auch sehr humorvollen Sprache, die das Lesen zu einem Fest macht. Dazu liefert sie einzigartige Charaktere, die man, zumindest zum größten Teil, schnell liebgewinnt. Bei mir wurden wieder einmal sehr viele Emotionen geweckt, ich habe gelacht, gekichert, geweint, mich geärgert, gestaunt, gehofft – man findet hier Tragisches und Dramatisches, aber auch Lustiges und Skurriles, Hoffnung, Freude und Trauer, sowie ziemlich viel Humor.

Das Meer kommt auf Upper Puffin Island in sieben Wellen, „sechs mittlere und die siebte mit einem gewaltigen Tosen“ (Pos. 951), und so wird auch diese Geschichte erzählt, als Liebesgeschichte in sieben Wellen (so das vorangestellte Motto des Romans). Liebesgeschichte sollte man hier nicht zu eng sehen, Liebe gibt es hier auf vielfältige Weise.

Für mich war dieser Roman mit seiner mal poetischen, mal humorvollen Sprache, und den liebenswerten Charakteren eine wunderschöne und emotionale Lektüre, die ich unbedingt weiterempfehlen kann.

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