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Pantoffeltier

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2021

romantisch

Dein Herz in tausend Worten.
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Millie arbeitet als Assistentin in einem Verlag und schmökert gern in abgelehnten Manuskripten. Eins dieser Manuskripte hat es ihr ganz besonders angetan, sie fühlt sich sofort vom Autor verstanden. Als ...

Millie arbeitet als Assistentin in einem Verlag und schmökert gern in abgelehnten Manuskripten. Eins dieser Manuskripte hat es ihr ganz besonders angetan, sie fühlt sich sofort vom Autor verstanden. Als sich plötzlich die Gelegenheit ergibt, mit dem Autoren in Kontakt zu treten, muss Millie ihre Schüchternheit überwinden.

Eine sehr romantische Liebesgeschichte entspinnt sich. Millie ist extrem schüchtern, erinnert gerade am Anfang an eine romantisierte Amélie Poulain. Ihr Bruder und ihre ArbeitskollegInnen bringen ein wenig Erdung rein, das tut der Geschichte gut. Will, der Autor wiederum ist erfolgreich, wohlhabend und berühmt, aber in Trauer gefangen. Also zwei etwas dysfunktionale Menschen, die zusammenfinden können, wenn sie sich aufeinander einstellen und Hindernisse überwinden. Und natürlich gibt es auch noch ein paar Zufälle und wohlmeinende Freunde, die den ein oder anderen Schubs verteilen.
Das ist ganz nett, auch wenn es mit der Logik ab und an knirscht. Am Anfang verteilt Millie beispielsweise Zitate aus Manuskripten und es wird lange drüber diskutiert, dass das ohne Einverständnis des Autors nicht legal ist. Am Ende scheint es dann völlig in Ordnung ganze Manuskripte rauszugeben. Und für meinen Geschmack wird auch etwas zu ausführlich unter den Nebenfiguren verkuppelt. Aber es ist eben auch kein realistisches Buch, sondern ein netter romantischer Liebesroman, der zum Träumen einlädt. Und dieses Ziel wird erreicht.

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Veröffentlicht am 04.08.2021

Reisen vor der Haustür

Deutschlands schrägste Orte
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Üblicherweise reist Pia Volk gern durch die Welt. Die Einschränkungen der Coronazeit nimmt sie zum Anlass, um sich auch einmal in Deutschland umzusehen. Sie hat 50 schräge Orte zusammengesammelt, von denen ...

Üblicherweise reist Pia Volk gern durch die Welt. Die Einschränkungen der Coronazeit nimmt sie zum Anlass, um sich auch einmal in Deutschland umzusehen. Sie hat 50 schräge Orte zusammengesammelt, von denen viele auch Einheimischen unbekannt sein dürften. Dabei führt es sie nicht nur zu Bäumen mit eigener Postadresse und in die Kanalisation sondern auch zu Orten, die es gar nicht (mehr) gibt.

Die Einleitung fand ich sehr spannend und interessant, da sehr persönlich und auch witzig. Von den folgenden Ortsbeschreibungen war ich dann etwas enttäuscht. Hier werden in kurzen Abschnitten eher Fakten aufgezählt und mal ein paar Anekdoten erzählt. Ich fand es sehr schade, dass die persönlichen Erlebnisse, die es laut Einleitung beim Entdecken der Orte auch gab, so ausgeblendet wurden. Bestimmt war auch die Suche nach diesen schrägen Orten erzählenswert.

Wenn man das Buch nämlich als eine Art Reiseführer nimmt, bei dem so eine eher faktenbasierte Beschreibung völlig in Ordnung wäre, fand ich es auch wieder nicht so praktisch. Es gibt keine Bilder (außer mal Zeichnungen am Anfang der Abschnitte) und auch die Ortsangaben über GPS sind für mich persönlich eher nicht hilfreich. Eine Karte hätte ich auch schön gefunden, um mal eine Vorstellung zu haben, wo sich die Orte ungefähr befinden.

Insofern war für mich das Buch nicht so hilfreich wie erwartet und ich kann nicht genau erkennen, wozu es jetzt dienen soll. Eine schöne, teilweise überraschende Lektüre ist es allemal. Und eine Einladung, die kleinen Geschichten/Sehenswürdigkeiten vor der Haustür zu erforschen. Also trotzdem eine Empfehlung, auch wenn ich persönlich nicht zu hundert Prozent überzeugt bin.

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Veröffentlicht am 07.06.2021

Grenzgänger

An den Ufern des Amur
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Sören Urbansky reist entlang des Amur vom Baikalsee bis zum Japanischen Meer und erforscht dabei die Besonderheiten der Grenzregion zwischen Russland und China. Er erkundet nicht nur Städte, sondern vor ...

Sören Urbansky reist entlang des Amur vom Baikalsee bis zum Japanischen Meer und erforscht dabei die Besonderheiten der Grenzregion zwischen Russland und China. Er erkundet nicht nur Städte, sondern vor allem fast vergessene Dörfer, spricht mit Menschen, die er trifft, recherchiert geschichtliche und politische Hintergründe.

Die Grenzregion zwischen bzw. in China und Russland ist immer wieder ein Zankapfel zwischen verschiedenen Imperien. Die dort lebenden Menschen waren immer wieder in Gefahr von der einen oder anderen Seite als Volksfeinde und Spione verfolgt zu werden. Es werden sehr verschiedene Orte beschrieben, die sich manchmal nicht nur an unterschiedlichen gorgraphischen Punkten, sondern auch Zeiten zu befinden scheinen.

Urbansky besucht vergessene Orte, die einst als Metropolen geplant waren, während gar nicht weit weg auf der anderen Seite einst bedeutungslose Orte prosperieren. Er spricht mit Menschen, die hart ums Überleben kämpfen mussten und nun als Touristenattration bestaunt werden. Mit Menschen, die geübte Grenzgänger sind und für die es eine Abwägung von Vor- und Nachteilen ist, wo sie sich zugehörig angeben.

Die beiden Seiten beäugen sich misstrauisch und sind doch durch wirtschaftliche Vertrickungen und das Verhältnis der Menschen zueinander aneinander gebunden.

Urbansky flicht immer wieder sein politisches und geschichtliches Wissen ein, bemüt sich aber um Neutralität und Nähe zu den Menschen, die er auf seiner Reise trifft.

Es ist daher viel Persönliches ausgespart und es gibt auch keine beeindruckenden Bilder, die sonst einen Reisebericht schmackhaft machen würden. Trotzdem für die Fülle an dargestelten Informationen gut zu lesen und interessant.

Eine Empfehlung für alle, die sich für die Region und die Geschichte der Beziehungen zwischen China und Russland interessieren.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Erinnerung an eine Freundschaft

Die Geschichte von Kat und Easy
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1973 waren Kat und Easy beste Freundinnen, hingen gemeinsam im Jugendzentrum in einer deutschen Kleinstadt ab, doch sie haben sich schon lange aus den Augen verloren. Nach gut 40 Jahren findet Kat plötzlich ...

1973 waren Kat und Easy beste Freundinnen, hingen gemeinsam im Jugendzentrum in einer deutschen Kleinstadt ab, doch sie haben sich schon lange aus den Augen verloren. Nach gut 40 Jahren findet Kat plötzlich eine Nachricht ihrer Freundin auf ihrem Blog. Die beiden Frauen treffen sich in Kreta zum gemeinsamen Urlaub. Sie erinnern sich zurück an die schönen Zeiten, aber auch den Schmerz, der sie auseinander trieb.

Mir persönlich haben die Abschnitte in der Vergangenheit besser gefallen. Vielleicht, weil ich altersmäßig näher an den Jugendlichen dran bin als an den älteren Frauen. Die Abschnitte in Kreta waren mir etwas zu ruhig. Es gibt viele Gespräche und besonders E-Mails, die aber die Handlung nicht so richtig voranbringen. Vieles bleibt ungesagt.
Schön fand ich die Darstellung der Freundschaft. Das Nachsinnen darüber, was sich geändert hat, aber auch was gleich geblieben ist. Trotzdem kam ich gefühlt nicht so nah die Protagonistinnen ran. Da blieb immer ein Abstand, der mich vom Mitfiebern abgehalten hat. Die beiden sind sehr unterschiedlich und fühlten sich doch in einer kurzen aber intensiven Jugendfreundschaft sehr verbunden.
Ein schönes Buch, stellenweise auch mit poetischen Stellen, was mich jedoch nicht so recht abholen und begeistern konnte.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte erzählt in einer rundum gelungenen Biographie

Jeanne d'Arc
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Gerd Krumeichs Werk über die Lebensgeschichte der französischen Ikone
Jeanne d'Arc ist durchweg lesenswert und besticht durch seine akribische
Recherche. Krumeich orientiert sich dabei streng an historischen
Fakten ...

Gerd Krumeichs Werk über die Lebensgeschichte der französischen Ikone
Jeanne d'Arc ist durchweg lesenswert und besticht durch seine akribische
Recherche. Krumeich orientiert sich dabei streng an historischen
Fakten und bemüht sich mit Mythen und Gerüchten aufzuräumen. Dies macht er auch in der Einleitung deutlich, wenn er gegen Kollegen
austeilt, die es mit den Fakten nicht so genau genommen haben.
Krumeichs Schreibstil ist flüssig und somit gut lesbar. Einziger
Kritikpunkt sind die teils sehr verwirrenden Nennungen der verschiedenen
historischen Persönlichkeiten, bei deren Einordnung in den historischen
Kontext man gerade zu Anfang Probleme hat. Herausragend sind die vielen
Zitate von Zeitzeugen, die der Autor geschickt in seine Geschichte
einbaut. Der Leser erfährt von einem von Krieg und Plünderungen
zerrissenem Land, in dem die Herrschaftsverhältnisse in stetigem Umbruch
sind. Auch sind die Menschen im 15.Jahrhundert sehr gläubig und das
Angebot an christlichen Glaubensgemeinschaften sehr groß. So ist es kein
Zufall, das die junge Jeanne Stimmen hört, die ihr befehlen zum König zu
ziehen und Orleans zu befreien. Bekanntermaßen werden ihre Erfolge mit Misstrauen und Angst beäugt und Jeanne D'Arc wird schließlich angeklagt. Es ist sehr beeindruckend, wie stark der Glaube und der Wille dieser jungen Frau war, der sie ihre Prozesse mit Anmut und Stärke ertragen lies. Ein empfehlenswertes Buch für alle, die mehr über diese historische Persönlichkeit erfahren möchten und sich dafür interessieren, was hinter den Mythen steckt, die sich um sie ranken.

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