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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2023

Ein Kinderfachbuch, das auch Erwachsenen gefällt!

Das geheime Leben der Bücher vor dem Erscheinen
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„Das geheime Leben der Bücher vor dem Erscheinen“ ist ein so, so, soooooo großartiges Buch! Vom Cover über den Buchrücken bis zu seinem Inhalt einfach grandios gemacht! Die Autorin, der Illustrator, der ...

„Das geheime Leben der Bücher vor dem Erscheinen“ ist ein so, so, soooooo großartiges Buch! Vom Cover über den Buchrücken bis zu seinem Inhalt einfach grandios gemacht! Die Autorin, der Illustrator, der Typograf, der Drucker, die Herstellerin und der Buchbinder erzählen von ihren Aufgaben, die bei der Entstehung eines Buches anfallen. Währenddessen wechselt sogar die Papierart, um anhand von gestrichenen Papieren und Naturpapieren die Wirkung der darauf verwendeten Farbe zu verdeutlichen.
Das Cover ist mit Thermofarbe bearbeitet, die Silhouetten der Figuren im Buch sind außerhalb nur mit warmen Händen zu sehen. Im Buchrücken befindet sich ein Fenster, um die Fadenheftung und Klebebindung des Buches ganz nah zu zeigen.
Die Verantwortlichen haben sich richtig viel Mühe für ein großartiges Ergebnis gemacht. Wer sich für Buchherstellung interessiert, sollte sich dieses Juwel unter den Druckerzeugnissen zulegen! Ich liebe dieses Buch!

Veröffentlicht am 29.03.2023

Likeable creepy dude

YOU - Du wirst mich lieben
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YOU is the story of Joe Goldberg and his obsession for this woman one day coming into the bookstore he manages. The story is written from his perspective, cynical, misantropic and bibliophile. Joe Goldberg ...

YOU is the story of Joe Goldberg and his obsession for this woman one day coming into the bookstore he manages. The story is written from his perspective, cynical, misantropic and bibliophile. Joe Goldberg ranks somewhere between admirable for his love of books (at least to me since I like to think as a bibliophile of myself) and an asshole for being so anti all the time about the people around him (well I can identify with that too). But he's kinda right in his view that people these days are rather pretendic than authentic.
Joe values literary people of which he is one but since nobody really seems to read anymore he glorifies himself in a nonmattering way to the rest of the society.
Maybe that is why he sets his eyes onto Guinevere Beck, called Beck. In his view she is beautiful, smart and literary. She embodies what men want. He's obsessed with her right from the beginning. And an obsession he mistakes for love it is indeed which is best described in a sentence of his:"How does my anger with you always softens into love?"

She lies and often she annoys him by being illoyal and a real hypocrite. But he goes on defending her, setting her in a position of being a victim and tries to set things right, even if it means correcting the world around her by killing people close to her that do her no good. She though is a real bitch with boundary and daddy issues and uses men up like toilet paper. When finally Joe and her come together she cheats on him and his anger blows into one final explosion.

I had a fun reading time with this creepy dude Joe and his bitchy object of desire Beck. The characters are so ambivalently written, highlighting their good traits one minute and their bad the other so you are torn between liking and detesting all the time.
One might be annoyed by Caroline Kepnes fondness of many conjunctions. She puts a lot of „and“s into her story but since it's from Joe's perspective I think it is a way of stating his excitement and I think it fits well to him.
The Netflix show differs in some ways from the book, Joe and Beck are much more likeable than they are in the book in my opinion. Also the egoism of wanting Beck all for himself is more clear in the books than it is in the show where Joe mostly tries to keep Beck out of trouble than simply getting rid of the people standing in his way.

Veröffentlicht am 29.03.2023

Zynisch, aktuell, voll ins Schwarze

Das Licht ist hier viel heller
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Wir werden in die Geschichte eingelassen am absoluten Tiefpunkt von Maximilian Wenger. Abgeladen in einer neuen Wohnung, umgeben von unausgepackten Umzugskartons, weil die Frau den Verbrauchten nicht mehr ...

Wir werden in die Geschichte eingelassen am absoluten Tiefpunkt von Maximilian Wenger. Abgeladen in einer neuen Wohnung, umgeben von unausgepackten Umzugskartons, weil die Frau den Verbrauchten nicht mehr wollte und sich einen Jüngeren genommen hat, den Kindern mittlerweile genauso entfremdet wie seinem einstigen Erfolg. Wenger ist Schriftsteller, der sich für einen unverstandenen Avantgardisten hält und doch ein Ewiggestriger ist, seinen früheren Glanzzeiten nachtrauernd. In seinem persönlichen Chaos hält allein seine Schwester Ordnung, die ab und zu vorbeikommt und ihn mit vorgekochtem Essen versorgt sowie die Wohnung putzt.
Wengers vergangener Erfolg beruht auf Stimmen von mit ihm bekannten Frauen, die seine Geschichten antreiben. Er selbst offenbart sich im Laufe des Buches als jemand, der die Frauen so wenig kennt wie seine eigenen Kinder. Parallel eröffnet sich uns nämlich ein Zugang zu seiner Tochter Zoey, die aus der momentanen und früheren Familiensituation erzählt. In ihrem jungen Leben hadert sie mit vielem; dem abwesenden Vater, der selbstzentrierten Mutter, die aus Zoey gerne ein socialmediales Ebenbild schaffen würde, einer unerfüllten Liebe.
Zum Leben erwacht Wenger erst wieder, als ein Brief, adressiert an den Vormieter, bei ihm eintrifft. Seiner Neugier folgend öffnet er das Kuvert und labt sich an den leiderfüllten Worten einer enttäuschten Frau, die an ihre frühere Liebe schreibt. Im Laufe der nächsten Wochen erreichen ihn weitere Briefe, die er ebenfalls gierig öffnet. Durch sie inspiriert fängt er wieder an zu schreiben und beutet ihren Gram auf eine perfide Weise aus auf seinem Weg zurück an die literarische Spitze.
Zoey wird eines Abends in eine furchtbare Situation gezwungen. Als sie dann auch noch erfährt, dass ihr Vater die Briefe der fremden Frau gnadenlos ausnutzt, bricht aus ihr eine Stimme hervor, die das Verhalten der Männer verurteilt sich zu nehmen, was immer sie auch wollen, für die andere und deren Schicksal nur etwas ist, aus das man Gewinn schlagen muss. Man fragt sich bis zuletzt, ob wenigstens anhand der eigenen Tochter eine Veränderung im Wenger vorgeht.

Mareike Fallwickl platziert unterschiedliche Frauen in ihrem Buch, von denen mein Eindruck ist, dass sie allesamt wie ein Kaleidoskop von Wenger verzerrt werden, denn sie richtig zu erfassen und verstehen bleibt ihm durch gepflegte Vorurteile und seinem männlichen Narzissmus völlig verwehrt. Er ist ein blinder Spiegel, der die ihm begegnenden Frauen nicht darzustellen vermag, und der doch meint, dass er alles durchschaut.
Mit ihrem Protagonisten hat sie eine Figur in ihren Roman gesetzt, der ohne die Frauen, die ihn in seinem Leben berührt haben, nicht Geltung kommt und völlig von ihnen abhängig ist.

Veröffentlicht am 29.03.2023

Handlung ohne wirklich nennenswerte Höhen

Tote Seelen
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Tja, was kann ich sagen? Ich habe Nikolaj Gogols "Die toten Seelen" seit Urzeiten ungelesen in meinem Regal stehen gehabt. Es war an der Zeit, dem Buch mal einen Versuch zu geben. Ist leider nicht geglückt, ...

Tja, was kann ich sagen? Ich habe Nikolaj Gogols "Die toten Seelen" seit Urzeiten ungelesen in meinem Regal stehen gehabt. Es war an der Zeit, dem Buch mal einen Versuch zu geben. Ist leider nicht geglückt, ich habe es abgebrochen. Auch wenn mir der antiquierte Schreibstil zugesagt hat, hat dieser nicht ausgereicht mich über die flache Handlung zu trösten. Ich weiß, dass es Gogol in seinem Buch eher um eine Gesellschaftskritik ging, aber dem Protagonisten Tschitschikow von einem zum anderen Hof zu folgen, um ihn dabei zu beobachten wie er ermüdende Gespräche mit den Gutsbesitzern führt, denen er für kleines Geld die nicht mehr lebenden und nur noch auf Listen geführten Menschen abkauft, war dann doch zu ermüdend. Ich bewundere jeden, der die Geduld hat sich durch die über 500 Seiten zu lesen, meine Liebe für das geschriebene Wort konnte den (für mich) fehlenden Handlungsbogen leider nicht überwinden.

Veröffentlicht am 29.03.2023

Welcome to Nevermoor

Nevermoor 1. Fluch und Wunder
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Morrigan Crow muss sterben. Das weiß sie, seit sie denken kann, denn alle Kinder, die am letzten Tage der Abendzeit geboren wurden, sind verflucht und sterben, bevor die neue Ära anbricht.
Ihr bisheriges, ...

Morrigan Crow muss sterben. Das weiß sie, seit sie denken kann, denn alle Kinder, die am letzten Tage der Abendzeit geboren wurden, sind verflucht und sterben, bevor die neue Ära anbricht.
Ihr bisheriges, zehnjähriges Leben verbringt Morrigan zumeist damit sich zu entschuldigen und sich bedeckt zu halten. Ständig muss sie sich entschuldigen, weil verfluchte Kinder angeblich Unglücke auslösen; Dinge zerbrechen, Erdbeben auslösen und Menschen sterben lassen. Für ihren Vater ist sie daher ein Ärgernis, ein Schandfleck auf seiner Karriere, und er lebt so distanziert von seiner Tochter, als wäre sie bereits gestorben.

Als am Abend von Abendzeit beim Familienessen die Stunde von Morrigans Ableben näherrückt, ist die Stimmung bedrückt. Plötzlich jedoch erscheint ein Mann in der Tür, der Morrigan in einem merkwürdigen Gefährt mitnimmt und in eine andere Welt mitnimmt, wo sie wundersamerweise ihren Tod überlebt.
Vor Morrigan liegt ein Jahr voller Wunder, Heimgefühl und Freundschaft. Der Mann, der sie gerettet hat, ist Jupiter North, ein Gönner der Wundersamen Gesellschaft, der Morrigan als erste Person überhaupt unter seine Fittiche genommen hat und sie ebenfalls in die Gesellschaft einführen möchte. Dazu müssen Morrigan und die Kandidaten anderer Gönner jedoch drei Prüfungen erfolgreich bestehen. Jupiter offenbart dem Mädchen, dass jeder Gönner seinen Schützling nach dessen besonderen Fähigkeiten auswählt, lässt sie über ihre eigene Besonderheit jedoch im Dunkeln.
Bei einer der Prüfungen lernt sie Hawthorne kennen, der ihr erster wirklicher Freund in ihrem jungen Leben wird. Sie lernt aber auch Missgunst und Niedertracht bei den Prüfungen kennen.
Ihre Besonderheit offenbart sich in der letzten Prüfung, jedoch nicht so wie Morrigan sich das vorgestellt hätte, und nicht nur sie selbst ist geschockt über das, was Jupiter ihr verschwiegen hat...

Morrigans Geschichte, Nevermoor und die Freundschaft zu Hawthorne gefielen mir sehr gut. Allerdings muss ich sagen, dass sich für meinen Geschmack alles zu sehr in die Länge gezogen hat zwischen den Prüfungen und die Offenbarung sehr auf sich hat warten lassen.
Nichts desto trotz habe ich mir den zweiten Band aus Neugier gekauft, und ich hoffe, dass dort nicht solche Längen vorhanden sind, sondern sich die interessanten Sachen bereits etwas früher einstellen!