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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2023

Insgesamt okay

Perfectly Broken (Bedford-Reihe 1)
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Brooklyn Parker zieht in eine neue Stadt, in der sie nichts an die Vergangenheit erinnert. An ihn. An die Liebe ihres Lebens, die sie zurücklassen musste. An ihr Herz. Das einzige, was sie mitnimmt, ist ...

Brooklyn Parker zieht in eine neue Stadt, in der sie nichts an die Vergangenheit erinnert. An ihn. An die Liebe ihres Lebens, die sie zurücklassen musste. An ihr Herz. Das einzige, was sie mitnimmt, ist ihr Hund Ghost.

Durch einen Kontakt ihrer Mutter findet sie in der neuen Stadt sofort einen Job und eine Unterkunft für die erste Nacht. Ungern möchte sie bei Mum's Freundin dauerhaft wohnen, also besichtigt sie eine preiswerte Wohnung. Der einzige Haken: Die Wohnung hat eine Verbindungtür zur Nebenwohnung, die von ihrem jungen Nachbarn Chase und seiner kratzbürstigen Freundin bewohnt wird, wie Brooklyn schnell feststellt. Die Tür wird für Brooklyn eine Verbindung zurück ins Leben. Durch Chase nimmt Brooklyn wieder am Leben teil, obwohl ihre Vergangenheit sie immer wieder einzuholen versucht. Auch wenn Chase schwer an seiner eigenen Vergangenheit trägt, ist sein Wunsch übermächtig, Brooklyn aus ihrer Gefühlsstarre herauszuhelfen.



Die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen. Für junge Mädchen ist es sicher eine tolle Liebesgeschichte, mir waren Teile der Story manchmal etwas zu vorhersehbar. Außerdem ist mir Brooklyn keine durchweg sympathische Frauenfigur (und das liegt nicht nur daran, dass ich zuvor die Spinster Girls gelesen habe!), da sie einfach zu abhängig von äußeren Aktionen ist und selbst nicht aus ihrem emotionalen Loch herauskommt. Die Pointe, dass gegen Traurigkeit nur ein neuer Lover hilft, stößt mir etwas sauer auf, aber gut, so ist nun mal die Geschichte geschrieben und auch solche Erzählungen muss es geben.
Insgesamt unterhaltsam, wenn man sich nicht zu viele Gedanken danach macht.
Als kleine positive Randnotiz möchte ich anmerken, dass ich den Namen Brooklyn bzw. den Kosenamen Brooke eine sehr schöne Anlehnung an den Buchtitel finde.

Veröffentlicht am 21.03.2023

Ganz unterschiedliche Freunde

Freunde für immer
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Die Hasenfamilie und die Eulenfamilie wohnen im selben Baum. Sie haben allerdings wenig miteinander zu tun, denn die Eulen sind nachtaktiv, während die Hasen eigentlich nur am Tag rausgehen. Die Neugier ...

Die Hasenfamilie und die Eulenfamilie wohnen im selben Baum. Sie haben allerdings wenig miteinander zu tun, denn die Eulen sind nachtaktiv, während die Hasen eigentlich nur am Tag rausgehen. Die Neugier der Kinder aufeinander beginnt mit einem Kommentar der Eltern. Die Hasenmutter sagt zu ihrem Kind, dass es den Kopf ja so schief lege wie das Eulenkind. Die Eulenmama sagt zu ihrem Kind, dass es genauso voller Energie sei wie das Kind der Hasenfamilie. Die beiden wollen daraufhin einander unbedingt kennenlernen, aber ihre Eltern sagen, dass das nicht so leicht ist, weil beide Familien unterschiedliche Tagesrhythmen haben.
Als dann eines Nachts der Vollmond am Himmel leuchtet, ist das Hasenkind noch gar nicht müde und die Eule längst schon wach. So verbringen die beiden die Nacht zusammen, bis der Mond hinter einer großen Wolke verschwindet. Da sie sich nur selten sehen können, vereinbaren sie eine Stelle, wo sie sich gegenseitig Nachrichten verstecken, um miteinander kommunizieren zu können.
Als in einer anderen Nacht eine Sternschnuppe vom Himmel fällt, wünschen sich sowohl das Hasenkind als auch das Eulenkind, dass sie Freunde für immer sind, und der Wunsch wird ihnen gewährt.

Mir kamen beim Durchblättern Themen wie gemischte Kulturen und Großstadtanonymität in den Sinn. Eulen- und Hasenkind wohnen praktisch im selben Haus ohne einander zu kennen. Sie sind ganz unterschiedlich, aber sie lernen einander kennen und finden einen Weg die Unterschiedlichkeiten zwischen ihnen aufzuheben.
Die Illustrationen sind wirklich goldig und haben mir mehr als einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Definitiv eine Bereicherung meiner Bilderbuchsammlung!

Veröffentlicht am 21.03.2023

Selbstliebe

Spinster Girls – Was ist schon Liebe?
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Amber hat ihre Mutter zwei Jahre lang nicht gesehen, nachdem diese Hals über Kopf von England nach Amerika ausgewandert ist, als die Eltern sich getrennt haben. Amber besucht endlich voller Sehnsucht ihre ...

Amber hat ihre Mutter zwei Jahre lang nicht gesehen, nachdem diese Hals über Kopf von England nach Amerika ausgewandert ist, als die Eltern sich getrennt haben. Amber besucht endlich voller Sehnsucht ihre Mutter, die mit ihrem ehemaligen Therapeuten in den Staaten lebt und ein Sommercamp mitten im Wald leitet. Ambers Mum und ihr Neuer (den Amber auf den Tod nicht ausstehen kann) haben Amber für die Dauer des Besuchs direkt verpflichtet im Camp helfen zu müssen. Warum Ambers Mutter aber eigentlich abgehauen ist und überhaupt therapiert werden musste, entspinnt sich im Laufe der Geschichte mit jeder Menge Hoffnungen, Erwartungen und aufgestauter Wut.
Zwischen dem Wiedersehen mit ihrer Mutter findet Amber im Camp aber auch neue Freunde. Da wären Winnie und ihre philosophischen Winnie-Puuh-Analogien und Kyle, an dem Amber ein mehr als nur freundschaftliches Interesse entwickelt. Für Amber wird es ein Sommer, der in jeder Hinsicht alles verändert...

Der Humor der Spinster Girls ist auch diesmal wieder grandios! Auch wenn in jedem von Holly Bournes Büchern bisher Liebe vorgekommen ist, war es auch diesmal wieder erfrischend eben nicht in typische Rollenklischees zu verfallen wie ein Mädchen einem Jungen noch besser gefällt, sondern auch mal über Perioden, Verdauung und Kotze zu sprechen, also Themen des alltäglichen Lebens ohne jeglichen Romantikcharakter. Ein wenig vermisst habe ich jedoch die direkte Interaktion zwischen den Spinster Girls. Durch einen Ozean getrennt gab es keine Käsecracker-Mampforgien mit anschließenden Fressbabies. Evie und Lottie waren für mich zu sehr am Rande, um dem Leseerlebnis komplett zu verfallen.

Es sollte unbedingt erwähnt werden, dass der im dtv als dritter Teil erschienene Band „Was ist schon Liebe?“ chronologisch hinter „Was ist schon normal?“, aber vor „Was ist schon typisch Mädchen?“ zu verorten ist. Dtv hat somit aus der im englischsprachigen Original erschienenen Reihenfolge 1, 2, 3 im deutschen Raum 1, 3, 2 gemacht. Das sollte man wissen, bevor man mit dem Lesen beginnt, da es ansonsten verwirrend ist.

Veröffentlicht am 21.03.2023

Die Doppelbeleuchtung einer Therapiebeziehung

Jeden Tag ein bißchen näher
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Ginny Elkin stellt fest, dass ihre psychischen Probleme ihr zunehmend den Weg zum Leben versperren. Die junge Schriftstellerin leidet unter mehr als nur einer Schreibblockade. Ohne Geld sucht sie den Psychoanalytiker ...

Ginny Elkin stellt fest, dass ihre psychischen Probleme ihr zunehmend den Weg zum Leben versperren. Die junge Schriftstellerin leidet unter mehr als nur einer Schreibblockade. Ohne Geld sucht sie den Psychoanalytiker Irvin D. Yalom auf, der eine Chance sieht und sich bereiterklärt sie zu behandeln, wenn sie eine Art Tagebuch bestehend aus ihren beiden niedergeschriebenen Gedanken zur Therapie veröffentlichen.
Herausgekommen ist bei diesem ungewöhnlichen therapeutischem Experiment ein Zeugnis der Fortschritte, Reflexionen und Stagnationen der Behandlung.

Es ist eines meiner Lieblingsbücher, das ich vor etwa zehn Jahren erstmals gelesen habe. Irvin D. Yalom ist ein berühmter Psychotherapeut in den USA, und obwohl viele seiner Werke psychologische Attribute enthalten, sieht man niemals mehr so tief in seine Arbeit (und ihre Auswirkungen) als durch die Doppelbeleuchtung dieser Therapie von Ginny. Es ist schön vor Augen geführt zu bekommen wie unterschiedlich zwei Menschen denselben Moment beurteilen können, und dies hat mir in schwierigen Zeiten, in denen ich einen Tunnelblick auf mein eigenes Leben hatte, vor Augen geführt, dass man die eigene Situation reflektieren sollte, um ein differenziertes und gesünderes Bild auf sich zu haben.
Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, fiel es mir schwer Ginny loszulassen, da ich so eingenommen von ihrer Therapiegeschichte war. Ich kehre aber gerne zwischen all meinen neuen Büchern auch immer wieder zu Ginny und Dr. Yalom zurück.

Veröffentlicht am 21.03.2023

Freundschaft & Heimat

Hollie & Fux
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Hollie & Fux ist eine Geschichte über zwei Fremde, die Freunde werden, weil sie beide nicht so richtig wissen, was Heimat ist.

Hollies Eltern sind als Schauspieler ständig in der Welt unterwegs, so dass ...

Hollie & Fux ist eine Geschichte über zwei Fremde, die Freunde werden, weil sie beide nicht so richtig wissen, was Heimat ist.

Hollies Eltern sind als Schauspieler ständig in der Welt unterwegs, so dass sie bei ihrer Großmutter lebt. Fux (der immer "Grrr" sagt, so süß!) hat immer schon in der Stadt gelebt und sich von Müll ernährt, bis er bei Hollie eingezogen ist.
Eines Tages machen sie einen Ausflug, und Hollie fragt, ob Fux den Wald nicht manchmal vermissen würde. Fux entgegnet, dass er nie was anderes als die Stadt kannte. Gemeinsam machen sie eine Wanderung zu Großmutter altem Haus im Wald. Für beide ist es eine ganz neue Erfahrung. Dann tauchen Großmutter und Hollies Eltern auf, die sich sorgend auf die Suche nach den beiden gemacht haben. Sie verkünden, dass sie bleiben werden, und fortan wohnen alle gemeinsam in dem Haus im Wald - in einer richtigen Heimat.

Eine richtig schöne Geschichte über Freundschaft und Heimat!