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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2024

Besonderes Jugendbuch

Cato und die Dinge, die niemand sieht
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Was für ein absolut ungewöhnliches und faszinierendes Jugendbuch! Die Thematik ) ist zwar keine ganz leichte, weswegen das empfohlene Lesealter bei mindestens 10 Jahren liegt. Aber alle älteren Leser:innen ...

Was für ein absolut ungewöhnliches und faszinierendes Jugendbuch! Die Thematik ) ist zwar keine ganz leichte, weswegen das empfohlene Lesealter bei mindestens 10 Jahren liegt. Aber alle älteren Leser:innen wird das Buch sicherlich für sich gewinnen können.

Cato ist eine Protagonistin mit der sich vielleicht nicht jedes lesende Kind sofort wird identifizieren können. Sie ist ein echter Wildfang und hat ungewöhnliche Interessen. Aber vielleicht ist sie so, wie manche Kinder gerne wären. Und wenn nicht, dann vermittelt sie zumindest die Botschaft, dass es ok ist, anders zu sein.

Das Setting in einem alten Kino hat etwas magisches, wie auch die ganze Geschichte ein echtes, wildes Abenteuer ist, das die Fantasie befeuert.
Dazu passt der Stil perfekt, denn auch dieser hat etwas ungezähmtes und für ein Kinderbuch ausgesprochen lyrisches.

Ich fand das Buch auf jeden Fall etwas ganz Besonderes und sehr empfehlenswert.



) Spoilergefahr: Zeitreisen

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Veröffentlicht am 22.03.2024

Ungewöhnliche Perspektive

Mayfair House
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Es gibt nicht sehr viele Kriminalromane, die aus Sicht der Täter:innen geschrieben sind. Dieser hier ist einer, der diese ungewöhnliche Perspektive einnimmt.
Dadurch entsteht ein ganz eigener Sog ins Geschehen ...

Es gibt nicht sehr viele Kriminalromane, die aus Sicht der Täter:innen geschrieben sind. Dieser hier ist einer, der diese ungewöhnliche Perspektive einnimmt.
Dadurch entsteht ein ganz eigener Sog ins Geschehen hinein und ich persönliche habe auch ganz anders mitgefiebert, als ich es sonst bei der Täterjagd tue. (Immerhin möchte man einmal NICHT, dass die Täterinnen gefasst werden!)
Besonders gut gefallen haben mir das Setting und die Protagonistinnen. Das imposanteste Haus am Platz und die unsichtbaren Dienstmädchen, die permanent unterschätzt werden. Ein sehr reizvoller Kontrast, der das geplante Verbrechen noch interessanter macht. Vielleicht weil auch ein winziges Fünkchen Neid und Besserwisserei dazukommt, der sich zwangsläufig bei protzigem Reichtum einstellt und einen automatisch auf die Seite der Untergebenen bringt. Aber auch, weil die dienstbaren Geister wirklich gute Gründe für ihren Coup haben...

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Veröffentlicht am 22.03.2024

Ganz nett

Das Mörderarchiv
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Das Mörderarchiv besticht mit einer originellen Idee: Tante Frances glaubte aufgrund einer Vorhersage, dass sie irgendwann ermordet sein wird und hat deswegen vorsorglich Ermittlungen eingeleitet, die ...

Das Mörderarchiv besticht mit einer originellen Idee: Tante Frances glaubte aufgrund einer Vorhersage, dass sie irgendwann ermordet sein wird und hat deswegen vorsorglich Ermittlungen eingeleitet, die nach ihrem (unfreiwilligen) Tod weitergeführt werden müssen. Dieser Grundgedanke hat mir wirklich gut gefallen.

Die Umsetzung driftet dann aber leider in einen ziemlich gewöhnlichen Amateurdetektiv:innenroman ab. Es gibt ein Herrenhaus, ein typisch britisches Dörfchen und einen kleinen Kreis von Verdächtigen, der nach und nach abgeklappert wird.
Dazwischen spielt das Archiv aus dem Titel immer wieder eine kleinere Rolle und ein altes Tagebuch eine etwas größere - auch das eine hübsche Idee, die für meinen Geschmack allerdings zuviel Raum bekommen hat.
Die Auflösung kam für mich dann zu plötzlich, ohne, dass wir den Moment der Erkenntnis mitbekommen haben. Hier hätte es mir besser gefallen, wenn die Ausflüge in die Vergangenheit etwas kürzer und die eigentliche Ermittlung etwas ausführlicher gewesen wäre.

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Veröffentlicht am 21.03.2024

Nicht ganz so wie erwartet...

Das verborgene Genie
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Ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe und das mich dann doch eher enttäuscht hat. Das fasst es wohl am besten zusammen.
Erstmal hatte ich mich gewundert, wieso es sich so anders liest, als von Marie ...

Ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe und das mich dann doch eher enttäuscht hat. Das fasst es wohl am besten zusammen.
Erstmal hatte ich mich gewundert, wieso es sich so anders liest, als von Marie Benedict gewohnt :( Dann fiel mir auf, dass es eine andere Übersetzerin hat, als ihre anderen Bücher. Also sollten auch Fans der Autorin eventuell in der Leseprobe prüfen, ob der andere Stil ihnen gefällt.

Hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich es vermutlich nach dem ersten Abschnitt spätestens abgebrochen - in dem erfährt man nämlich kaum etwas über Rosalind Franklins Froschungen, stattdessen ergeht es sich in Drama, das gut zu einem (schlechten) Liebesroman gepasst hätte.
Ab dem zweiten Abschnitt bessert sich das, dann bekommen wir mehr Einblicke in ihre Arbeit. (Wer den ersten Leseabschnitt mochte, der wird es vermutlich ab da zu sachbuchig finden...)
Leider ist die Darstellung von Rosalinds Charakter nicht durchgängig einheitlich. Wie schon erwähnt gibt es anfangs viel Liebesdrama, dann wird wiederum behauptet, dass sie nur für ihre Arbeit lebt und später spielt die Liebe dann doch wieder eine größere Rolle. Das ergab für mich leider kein rundes Bild, sondern wirkte, als hätte die Autorin willkürlich Fakten und Fiktion gemischt. Das wiederum wird leider nicht aufgeklärt, hier hätten sich einige Mitleserinnen - inklusive mir - ein ausführlicheres Nachwort gewünscht, in dem aufgeschlüsselt wird, was so wirklich passiert ist und was für den Roman dazugedichtet wurde.
Genauso bei ihrer Beziehung zu den Herren Watson und Crick - angeblich haben sie nie ein gutes Haar an den anderen gefunden, aber dann gibt es Momente im Buch, in denen sie viel zu freundlichen Umgang pflegen?

Was ich persönlich ebenfalls schade fand, war, dass Rosalind eine starke Frau ist, die sich in einer Zeit in der Wissenschaft durchgesetzt hat, als das noch schwerer war als heute. Sie hat quasi ihren Mann gestanden und wollte für ihre Forschung respektiert werden. Und dann wird in ihrer Romanbiografie ständig eine superweibliche Seite von ihr beschrieben. Entweder diese Liebesgeschichte oder, auch ganz schlimm!, es wird ständig ihre Kleidung kommentiert, vor allem ihre Arbeitskleidung (dunkler Rock, helle Bluse und Laborkittel). So würde doch niemand über einen männlichen Wissenschaftler schreiben, da würden Erfolge rausgekehrt und nicht seine Klamotten!

Also leider ein Buch, das weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Es hatte seine Momente, aber im Großen und Ganzen ist es nur mittelmäßig - 2,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.03.2024

Problem Klappentext

Die Hexen von Cleftwater
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Auch so ein Buch, das mich eher enttäuscht hat. Wobei ich sagen muss, dass das Problem vielleicht gar nicht primär die Geschichte war, sondern beim Klappentext zu suchen ist.
Dieser verrät nämlich eindeutig ...

Auch so ein Buch, das mich eher enttäuscht hat. Wobei ich sagen muss, dass das Problem vielleicht gar nicht primär die Geschichte war, sondern beim Klappentext zu suchen ist.
Dieser verrät nämlich eindeutig viel zu viel. Eigentlich ... alles. Viel mehr als im Klappentext steht, passiert in dem ganzen Buch nicht, es wird einfach nur ein bisschen mehr ausgeschmückt und aufgebauscht.
Martha als Figur gefiel mir gut, vor allem, wie sie innerlich stumm aufbegehrt ist - ein Geniestreich, dass sie wirklich stumm ist und nichts sagen konnte! Wobei ihr die Kommunikation dann doch erstaunlich leicht viel, sogar zu fremden Menschen. Zu leicht? Auch hier hätte man ausbauen können, das Buch ist doch eher schmal und hätte ein paar Seiten mehr gut abgekonnt.

Allerdings war Martha von Anfang an auch ein bisschen zu suspekt und es war eigentlich klar, dass sie als ältere, ledige Frau, die als Hebamme und Heilerin mit Kräutern arbeitet, ebenfalls angeklagt wird. Da hätte es den Atzmann gar nicht gebraucht - zumal dieser ebenfalls im Klappentext erwähnt wird, samt seiner Kräfte, die er vielleicht hat oder vielleicht auch nicht, den hätte man doch wirklich als Überraschung weglassen können und erst im Laufe der Geschichte enthüllen!
Schade, aber da gab es dieses Jahr schon einige bessere Romane zu dem Thema, sei es "Marschlande" oder "Als wir an Wunder glaubten", die ich eher empfehlen würde als dieses Buch, obwohl ich es mögen wollte.

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