Profilbild von PatriciaPP

PatriciaPP

Lesejury Star
offline

PatriciaPP ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PatriciaPP über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Mal was anderes

Verrat der Schwäne
0

"Verrat der Schwäne" wird als Jugendbuch beschrieben, bei dem sich "Schwanensee" mit "Das Phantom der Oper" vermischt und diese Beschreibung passt auch wirklich sehr gut.
Es ist eine ziemlich düstere Geschichte ...

"Verrat der Schwäne" wird als Jugendbuch beschrieben, bei dem sich "Schwanensee" mit "Das Phantom der Oper" vermischt und diese Beschreibung passt auch wirklich sehr gut.
Es ist eine ziemlich düstere Geschichte voller brutaler Wendungen, weswegen das empfohlene Lesealter ab 14 vermutlich besser nicht unterschritten werden sollte. Aber gerade dadurch überrascht einen die Geschichte auch immer wieder - und die Vorlage "Schwanensee" ist ja auch nicht gerade für ihre Fröhlichkeit bekannt, obwohl es zwei Varianten gibt: mit und ohne Happy End. Welche hier verwendet wurde, wird aber nicht verraten ;D
Was ich sehr mochte, war das Theatersetting, was immer wieder eingebaut wurde und die angekündigten "Phantom der Oper"-Vibes rüberbrachte.
Ein kleines Manko war für mich allerdings die Protagonistin Odile, die einerseits eine sehr intelligente junge Frau ist, sich andererseits aber auch immer wieder von ihrem Ziehvater Regnault manipulieren lässt, der eigentlich ziemlich durchschaubar nicht so ist, wie er zu sein scheint. Allerdings muss man hier wohl die emotionale Verstrickung berücksichtigen, die die familiären Bande mit sich bringen. Was für uns Leser:innen durchsichtig erscheint, vermag jemand, der ihn so anders kennt, wie Odile, nicht so offensichtlich sein.
Ich würde das Buch bei 4-4,5 Sternen einordnen und für Jugendliche mit einem Faible für Kunst, Kultur und düstere Märchen/Sagen empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2026

Kein Buch für mich

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
0

An sich mag ich auch gerne traurige Romane und dieser hier wird ja beinahe überall hochgelobt als melancholisch, tragisch, schmerzhaft, aber eben auch als wunderschön, wohltuend und mit überraschendem ...

An sich mag ich auch gerne traurige Romane und dieser hier wird ja beinahe überall hochgelobt als melancholisch, tragisch, schmerzhaft, aber eben auch als wunderschön, wohltuend und mit überraschendem Witz.
Die erste Hälfte der Kritiken kann ich sehr unterschreiben, die zweite Hälfte habe ich dagegen vermisst. Für mich was Buch zwar gut geschrieben, man konnte es stilistisch gut weglesen, aber inhaltlich war es in großen Teilen für mich einfach nur gemein und grausam.
Viele Rezensenten loben ja, dass Hans versucht verwantwortungsbewusst zu handeln, was ich nicht nachvollziehen kann. Natürlich baut Bo im Laufe des Buches merklich ab, aber einem alten Mann die letzte Freude im Leben zu rauben und ihm den Hund wegzunehmen, geht für mich persönlich moralisch gar nicht. Da hätte man eine andere Lösung finden müssen und mir tat es einfach nur weh, das zu lesen.
Dieses Buch ist eins, bei dem ich den breiten Erfolg so gar nicht nachvollziehen kann, mag es auch noch so gut geschrieben sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2026

Gelungene Fortsetzung

Entführung im Himmelreich
0

Wo andere zweite Teile gerne schwächeln (geht es nur mir so, dass ich den zweiten Band oft als den schlechtesten einer Reihe ansehe?), bekommt man hier genau die Fortsetzung, auf die man gehofft hat.
Wie ...

Wo andere zweite Teile gerne schwächeln (geht es nur mir so, dass ich den zweiten Band oft als den schlechtesten einer Reihe ansehe?), bekommt man hier genau die Fortsetzung, auf die man gehofft hat.
Wie schon beim ersten Teil rund ums Himmelreich bekommt man einen spannenden Kriminalfall mit Campingsetting und schrulligen Figuren, die einen schönen Witz in die Geschichte bringen. Viele davon kennt man und freut sich - mehr oder weniger - über das Wiedersehen, andere lernt man neu kennen. Und vor allem die neuen Charaktere fand ich in puncto Skurrilität wirklich überzeugend. Sie sind witzig, weil sie eine Karrikatur bestimmter Menschentypen sind, die jeder von uns kennt, aber sie sind nicht zu extrem überzeichnet, dass es albern ist.
Genauso wird auch der Fall behandelt: er ist spannend und wird ungewöhnlich aufgelöst, aber so, dass die Logik dabei nicht völlig auf der Strecke bleibt. Das gefällt mir sehr sehr gut und ich hoffe, dass Andreas Winkelmann weitere Bände dieser Reihe veröffentlichen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2026

Kuschelige Lektüre, nicht nur im Winter

Das Jahr voller Bücher und Wunder
0

Libby Page konnte mich damals schon mit "Im Freibad" (aka "Schwimmen mit Rosemary") von ihrem Schreibstil überzeugen.
Sie schafft es, genau die richtige Mischung aus schweren Themen und leichter Unterhaltung ...

Libby Page konnte mich damals schon mit "Im Freibad" (aka "Schwimmen mit Rosemary") von ihrem Schreibstil überzeugen.
Sie schafft es, genau die richtige Mischung aus schweren Themen und leichter Unterhaltung zu schreiben, die beide Zielgruppen anspricht. Damit hebt sie sich angenehm von der großen Masse der reinen ("Frauen")Unterhaltung ab, die für meinen Geschmack schnell zu beliebig austauschbar wird.
Wobei ich gestehen muss, dass ich es bei der Freibadthematik besser gelöst fand als hier "Im Jahr der Bücher und Wunder". Dieses Buch hier startet zwar mit Herzschmerz und einigem Schlucken, was sich im Laufe der Lektüre auch immer mal wieder einschleicht. Trotzdem fand ich die Thematik schnell ein bisschen kitschig... was für eine (tragische) Liebesgeschichte nicht ungewöhnlich ist.
Allerding schreit das hier ja schon die Optik, sodass es am Ende genau das ist, was man erwartet und auch bekommt.
Es ist ein schönes, unterhaltendes Buch, das schnell gelesen ist und das ich auch vom Zeitpunkt der Veröffentlichung her sehr passend finde. Man kann es gut in der dunklen, kalten Jahreszeit lesen, ohne, dass es direkt ein Weihnachtsbuch ist, weil es ja ein ganzes Jahr behandelt.
Ich hatte mir ein kleines bisschen mehr erhofft, weil ich von dem Erstling der Autorin begeistert war, deswegen nur 4 Sterne, aber trotzdem eine Empfehlung für alle, die Bücher lieben und ein bisschen Gemütlichkeit und Trost für Zwischendurch suchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2026

Das war seltsam

Plant Lady
0

"Plant Lady" gehört leider zu den schlechtesten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe.

** Achtung, die folgende Rezension kann Spoiler enthalten! *

Zwar gefiel mir die Grundidee richtig gut, allerdings ...

"Plant Lady" gehört leider zu den schlechtesten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe.

** Achtung, die folgende Rezension kann Spoiler enthalten! *

Zwar gefiel mir die Grundidee richtig gut, allerdings ist für einen Krimi die Auflösung viel zu unbefriedigend.
Grundsätzlich mochte ich den Stil, der typisch ist für asiatische Literatur: sprachlich sehr "clean" (sauber und ohne Schnickschnack).
Man bekommt einen guten Einblick in die koreanische Lebensweise, wobei die Protagonistin schon ziemlich nerdig ist. Sie lebt quasi nur in Hingebung an ihre Pflanzen. Ich denke nicht, dass sie damit den Großteil der Koreaner:innen repräsentiert, aber ihre Klientinnen bilden viele verschiedene Frauentypen ab.

Allerdings plätschert die Handlung nur so dahin. Da man die Täterin begleitet, besteht der Nervenkitzel ja in der Jagd des Polizisten, ob man sie fassen wird oder nicht. Auf diesen Aspekt wird allerdings kaum eingegangen, bzw. es entsteht permanent der Eindruck, dass die Polizei keine Lust auf ihren Job hat oder einfach nur schlampig arbeitet. Dadurch fehlt dem Gesamtpaket für mich die Spannung und trotz seiner wenigen Seiten hat sich die Geschichte ziemlich in die Länge gezogen.
"Plant Lady" gehört leider zu den schlechtesten Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe.

* Achtung, die folgende Rezension kann Spoiler enthalten! **

Zwar gefiel mir die Grundidee richtig gut, allerdings ist für einen Krimi die Auflösung viel zu unbefriedigend.
Grundsätzlich mochte ich den Stil, der typisch ist für asiatische Literatur: sprachlich sehr "clean" (sauber und ohne Schnickschnack).
Man bekommt einen guten Einblick in die koreanische Lebensweise, wobei die Protagonistin schon ziemlich nerdig ist. Sie lebt quasi nur in Hingebung an ihre Pflanzen. Ich denke nicht, dass sie damit den Großteil der Koreaner:innen repräsentiert, aber ihre Klientinnen bilden viele verschiedene Frauentypen ab.

Allerdings plätschert die Handlung nur so dahin. Da man die Täterin begleitet, besteht der Nervenkitzel ja in der Jagd des Polizisten, ob man sie fassen wird oder nicht. Auf diesen Aspekt wird allerdings kaum eingegangen, bzw. es entsteht permanent der Eindruck, dass die Polizei keine Lust auf ihren Job hat oder einfach nur schlampig arbeitet. Dadurch fehlt dem Gesamtpaket für mich die Spannung und trotz seiner wenigen Seiten hat sich die Geschichte ziemlich in die Länge gezogen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere