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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2025

Beängstigend

Heimat
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"Heimat" ist ein ziemlich ruhiger, fast stiller Roman, in dem das meiste zwischen den Zeilen passiert. Beängstigend ist dabei, wie normal sich alles - am Anfang - anfühlt. Die Gespräche zwischen den Müttern, ...

"Heimat" ist ein ziemlich ruhiger, fast stiller Roman, in dem das meiste zwischen den Zeilen passiert. Beängstigend ist dabei, wie normal sich alles - am Anfang - anfühlt. Die Gespräche zwischen den Müttern, die Treffen der Kinder, alles wirkt so vertraut. Kleinstädtisch, irgendwie schon fast gemütlich. Und dann entgleiten die Normalitäten ganz leise. Die Denkweisen verändern sich. Der Frust auf den Partner wird mit Ablehnung seiner Freunde gleichgesetzt und mit deren Weltanschauung begründet. Man hält sich immer enger an die Menschen, die doch so nett sind, obwohl sie einen immer mehr von einem selbst entfremden. Und plötzlich ist man mittendrin im Wahlkampf der AfD, obwohl man doch eigentlich nur mit der netten Nachbarin Kaffeetrinken war und Rezepte ausgetauscht hat.
Das fand ich an dem Buch wirklich gut gemacht, wie es unaufdringlich wirkt. Man fühlt sich tatsächlich so, als würde es einem selber passieren und das obwohl es immer wieder auch Momente des Zweifelns gibt.
Und dann ... kommt das Ende. Dieses typische und für mich frustrierende "Hanserende". Denn das Buch hört auf an einer Stelle, an der die Geschichte eigentlich doch erst so richtig spannend wird und damit wird man dann alleingelassen. Mittlerweile weiß ich das und rechne bei dem Verlag damit und trotzdem hat es mich bei diesem Roman wieder kalt erwischt. Da muss doch noch was kommen. Nein. Frustration. Es passt zu diesem Buch, fühlt sich aber trotzdem unbefriedigend an.
Aber wer gerne hochaktuelle, gesellschaftskritische Romane liest, die sehr literarisch sein dürfen: Hier zugreifen!!!

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Hatte mir etwas mehr erhofft

Death at Morning House
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"Death at Morning House" ist ein Jugendkrimi. Das wusste ich eigentlich schon vorher, aber es ist beim Lesen leider immer wieder mal durchgekommen. Auf die ungute Art.
Aber erstmal zu den Sachen, die mir ...

"Death at Morning House" ist ein Jugendkrimi. Das wusste ich eigentlich schon vorher, aber es ist beim Lesen leider immer wieder mal durchgekommen. Auf die ungute Art.
Aber erstmal zu den Sachen, die mir gefallen haben: Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die Geschichte startet schnell spannend, auch wenn man sich im ersten Moment fragt: Hä, wieso das jetzt? Aber es wird schließlich zu einer runden Erzählung verknüpft. Auch sind die beschriebenen Ereignisse durchaus plausibel. Man liest keine Thriller, weil man sie so realistisch findet, sondern wegen der Spannung, aber es war tatsächlich mal eine Geschichte, von der man sich denkt, dass sie so passiert sein könnte.
Aber - und das hat mir als erwachsenen Leserin etwas die Lektüre vermiest, kann aber für die Altersgruppe durchaus ein Argument sein, das für den Roman spricht: es geht sehr sehr oft um die Problem(ch)e(n) von Jugendlichen. Wer etwas Ähnliches wie z.B. von Ursula Poznanski erwartet, was man auch als Erwachsener gut lesen kann, dem würde ich eher abraten.
Die ganzen "Wer mit wem"-Liebeleien empfand ich als anstrengend und die Alkohol- und Drogengeschichten waren für mich abstoßend. Das mochte ich aber auch als Jugendliche schon überhaupt nicht. Also vielleicht auch ein Typproblem.
Für meinen Geschmack nur 3 von 5 Sternen, aber trotzdem durchaus eine Empfehlung für jugendliche Neulinge, die einen Einstieg in die Krimi-Thriller-Lektüre suchen.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Geniales Spin-Off

Holmes & Moriarty
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"Holmes & Moriarty" ist eine gelungene Erweiterung der klassischen Sherlock Holmes Geschichten. Wie beim Original werden große Teile der Erzählung von Dr. Watson übernommen, aber auch Moriartys Assistent ...

"Holmes & Moriarty" ist eine gelungene Erweiterung der klassischen Sherlock Holmes Geschichten. Wie beim Original werden große Teile der Erzählung von Dr. Watson übernommen, aber auch Moriartys Assistent Sebastian Morran kommt zu Wort.
Dadurch erhalten wir ein Bild von beiden Seiten über einen Fall, der die beiden Gegner zwingt, zusammenzuarbeiten.
Der Fall selbst ist sehr spannend und so verzwickt, dass es beide Superhirne braucht, um ihn gemeinsam zu ergründen.
Erzählerisch gelingt es dem Autoren sowohl die altertümliche Atmosphäre des Originals rüberzubringen, aber trotzdem auch für moderene Lesende nicht zu anstrengend zu sein (wie es echte Klassiker manchmal an sich haben).
Ich würde das Buch beinahe zu einem Must Read für Fans sowohl der originalen Sherlock Holmes Bücher, als auch der modernen Serie erklären und hoffe, dass das Buch viele weitere begeisterte Leser:innen findet!

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Solider Reihenauftakt

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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"Ein Mord im November" scheint der Auftaktband einer neuen Krimireihe zu sein - wobei man sagen muss, dass man ihn auch gut einzeln lesen kann. Der Fall wird rund abgeschlossen, sodass man nicht das Gefühl ...

"Ein Mord im November" scheint der Auftaktband einer neuen Krimireihe zu sein - wobei man sagen muss, dass man ihn auch gut einzeln lesen kann. Der Fall wird rund abgeschlossen, sodass man nicht das Gefühl hat, dass man gezwungen ist, weiterzulesen.
Da die Geschichte aber durchaus interessant und spannend war, könnte ich mir vorstellen, dass man gerne weiterlesen möchte.
Im Buch gibt es übrigens 2 Detective Inspectors namens Wilkins, sodass der Reihentitel "Ein Fall für DI Wilikins" ziemlich doppeldeutig ist. Ich hoffe ja, dass beide in Zukunft eine Rolle spielen werden, denn es sind beide sehr interessante Charaktere mit einigen Ecken und Kanten.
Das einzige Manko war für mich, dass es sehr viele Fachbegriffe aus dem Englischen gibt, die unerklärt stehengelassen werden. Vor allem die Berufsbezeichnungen aus dem Universitätsmilieu fand ich ziemlich verwirrend - und das, obwohl ich Englisch kann. Da werden Lesende ohne Englischkenntnisse vermutlich noch mehr dran zu kauen haben. Da die meisten für die Geschichte an sich aber irrelevant sind, ist es wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Leider ein Satz mit X...

I Know Where You Buried Your Husband
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... Das war wohl nix. Bzw. es ist bisher der Flop des Jahres.
Nachdem das Buch groß mit schwarzem Humor beworben wurde und ich die Leseprobe sehr spannend fand, waren meine Erwartungen sehr groß. Und sind ...

... Das war wohl nix. Bzw. es ist bisher der Flop des Jahres.
Nachdem das Buch groß mit schwarzem Humor beworben wurde und ich die Leseprobe sehr spannend fand, waren meine Erwartungen sehr groß. Und sind leider sehr enttäuscht worden.
Direkt anschließend an die Leseprobe kam direkt Magik (eine osteuropäische Magieform) ins Spiel, um die Leiche zu vertuschen. Allerdings nicht witzig, sondern durchaus ernst gemeint und es wurde später auch wieder aufgegriffen. Sowas kann ich persönlich gar nicht leiden und hätte ich es gewusst, wäre es schon ein Grund gewesen, das Buch gar nicht zu lesen.

Dann merkt man beim Lesen relativ schnell, dass alle beteiligten Frauen durchweg unsympathisch sind und dass es auch keine starken Frauenfiguren sind, sondern allesamt Versagerinnen. Lediglich Safa hatte den Mut, sich von ihrem Mann zu trennen, fängt aber auch schnell an, diese Entscheidung zu hinterfragen...
Sofia will als Erwachsene wieder mit der Frau befreunden sein, die sie in der Schule schon gemobbt hat. Warum?
Ella ist eine grässliche Mutter und zu lesen, wie sie ihren Sohn behandelt, dürfte für Menschen mit Kindern ein echt fieser Trigger sein.
Ajola hat ihr Studium geschmissen, um bei Tesco zu arbeiten und trauert ihrem Selbstbild als Professorin hinterher, obwohl sie es mittlerweile zur Lehrerin gebracht hat - immerhin wird dieser Erzählstrang aufgeklärt, da war mir nämlich lange unklar, welche der sich widersprechenden Aussagen stimmt.
Und Caoimhe ist das volle Klischee eines Pick me Girls und sowas von unangenehm zu lesen.
Und das sind die Personen, die die "Guten" sein sollen, also die, welche man als Leser:in mögen soll.

Die Geschichte selber empfand ich als ziemlich wirr erzählt, zwischendrin vermischten sich Erzählstränge, wie bei Ajola, die mal Lehrerin ist und mal bei Tesco arbeitet. Zwar wird es am Ende aufgelöst, aber ganz ehrlich ohne Leserunde hätte ich diesen Fiebertraum von Buch abgebrochen! Und das Ende hat es halt auch nicht wettgemacht. Im Gegenteil, auch das war echt weit hergeholt, um nicht zu sagen, regelrecht an den Haaren herbeigezogen.
Der vielgepriesene schwarze Humor fehlte für mich völlig. Vielleicht sollten es die Filmzitate sein, die sich die Frauen gegenseitig um die Ohren hauen. Allerdings kenne ich nichts davon, obwohl ich altersmäßig die Zielgruppe bin. Hier kann ich nur auf eine Mitlesende vertrauen, die meinte, dass die Zitate nichtmal gut passen.
Alles in allem leider weit WEIT hinter meinen Erwartungen und leider keine Empfehlung.

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