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Philomena

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2017

Nicht so dramatisch und humorvoll wie angepriesen

Sweetgirl
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Es herrscht tiefster Winter in Michigan. Auf der Suche nach ihrer Mutter, entdeckt Percy auf der Farm des Drogendealers Shelton Potter ein verwahrlostes Baby. Ohne lange darüber nachzudenken, nimmt Percy ...

Es herrscht tiefster Winter in Michigan. Auf der Suche nach ihrer Mutter, entdeckt Percy auf der Farm des Drogendealers Shelton Potter ein verwahrlostes Baby. Ohne lange darüber nachzudenken, nimmt Percy das hilflose Baby mit und versucht es ins Krankenhaus zu bringen. Shelton mag zwar unterbelichtet sein, aber ist genauso gefährlich. Percy muss sich auf eine gefährliche Flucht durch die sturmgepeitschte Landschaft von Michigan begeben. Und erhält unverhoffte Hilfe.

Percy war für mich eine eher blasse Person. Man erfährt etwas über ihre Schwester, ihre Mutter und wie es immer wieder Probleme gibt, weil ihre Mutter Drogen nimmt. Darüber hinaus ist sie einfach bloß ein Mädchen, das zufällig ein Baby gefunden hat.

Auch die anderen Charaktere waren keine besondere Überraschung. Portis mag noch der sympathischste und interessanteste Charakter zu sein. Der durch seine Art etwas Schwung in die Geschichte bringt. Ansonsten ist das Buch bevölkert von unterbelichteten Drogenabhängigen, die nichts auf die Reihe bekommen.

Dies ist dem Unterhaltungswert der Geschichte nicht wirklich zuträglich. Ich habe mir eine spannende, nervenkitzelnde Flucht vorgestellt. Bekommen habe ich eine kaum bis überhaupt nicht spannende Geschichte. Dafür eine sechzehnjährige, die irgendwie einen Selbstfindungstrip durchläuft, viele unglaubwürdige Zufälle und merkwürdige Charaktere.

Das Buch war zwar kein kompletter Reinfall, aber die Leserstimmen entpuppen sich als falsch. Es war einfach unzufrieden stellend und definitiv kein Buchhighlight.

Veröffentlicht am 16.01.2017

Zu oberflächlich erzählt

Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm
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Maggies Mutter verliebt sich Hals über Kopf in einen Mann. Nichts Neues für Maggie. Doch schon bald heiraten die beiden und ohne große Umschweife zieht die ganze Familie von Chicago nach Irland. Nur die ...

Maggies Mutter verliebt sich Hals über Kopf in einen Mann. Nichts Neues für Maggie. Doch schon bald heiraten die beiden und ohne große Umschweife zieht die ganze Familie von Chicago nach Irland. Nur die Musik und die Nachrichten von ihrem Onkel Kevin sind Lichtblicke im regenverhangenen Irland. Als sie auf Eoin trifft, scheint es endlich einen Grund zu geben, doch etwas an ihrer neuen Heimat gut zu finden. Aber die nächste schreckliche Nachricht lässt nicht lange auf sich warten.

Maggie kam mir trotz ihres Alters doch oft ein bisschen naiv und unvorsichtig vor. Wie der Rest ihrer Familie hat sie ihre Probleme und muss sich zusätzlich auch noch mit dem Erwachsenwerden herumschlagen.

Kein Charakter in dieser Geschichte ist perfekt. Jeder scheint sein Päckchen mit sich herumzutragen. Das macht sie alle einerseits sehr authentisch und glaubwürdig, andererseits ist es auch anstrengend und manche ihrer Charakterzüge regelrecht unsympathisch. Zusätzlich hält sich die Autorin auch nicht mit der Sprache zurück und es kommt zu der ein oder anderen vulgären oder auch ekelhaften Ausschweifung.

Die Geschichte kommt über das ganze Buch hinweg nicht wirklich in Fahrt. Es werden zwar wichtige Themen angesprochen – Tod, erste sexuelle Erfahrungen, Probleme in der Familie, etc. – und diese mit etwas Humor aufzufrischen, was aber leider scheitert. Daher ziehen sich Teile des Buches ziemlich hin.

Auch die Liebesgeschichte ist nicht nachvollziehbar und schon gar nicht glaubwürdig. Alles würde zu oberflächlich behandelt. Sowohl der Geschichte als auch den Charakteren fehlt die Lebendigkeit, die einen als Leser mitreißt.

Für eine jüngere Zielgruppe vielleicht interessant. Stellenweise hat mich die Ausdrucksweise sehr gestört.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Gefühle
  • Lesespass
  • Thema
Veröffentlicht am 11.01.2017

Nicht ihr bester Krimi, dennoch spannend

Im Wald
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Im Wald brennt ein Wohnwagen nieder. Zuerst scheint es sich nur um Brandstiftung zu handeln, doch dann wird eine Leiche in den Überresten gefunden. Und es bleibt nicht bei diesem Totem. Kurz darauf wird ...

Im Wald brennt ein Wohnwagen nieder. Zuerst scheint es sich nur um Brandstiftung zu handeln, doch dann wird eine Leiche in den Überresten gefunden. Und es bleibt nicht bei diesem Totem. Kurz darauf wird eine totkranke, alte Frau erwürgt. Besonders für den Ermittler Bodenstein geht dieser Fall nahe, denn er kannte die Tote gut. Zusammen mit Pia Kirchhoff führen die Ermittlungen zu einem Fall, der vierzig Jahre in der Vergangenheit liegt. Das ganze Dorf ist irgendwie in die vergangenen Ereignisse verwickelt, doch alle schweigen.

Oliver Bodenstein und Pia Kirchhoff ermitteln wieder in gewohnter Manier. Wie auch im letzten Teil wird eine eher düstere und beklemmende Atmosphäre aufgebaut und nur wenig Humor, den man zweiweise von der Autorin kennt, eingebaut. Trotzdem halten sich auch die blutigen und brutalen Szenen in Grenzen und es wird viel auf die ermittlerischen und atmosphärischen Aspekte gesetzt.

Neben den festen Charakteren - dem Ermittlerteam, Freunde und Familie der Hauptcharaktere - gibt es natürlich auch diverse Nebencharaktere, die den Fall gestalten. Hier liegt auch der große negative Punkt des Buches. Es sind einfach zu viele Charaktere, die in kurzer Zeit vorgestellt werden. Im Verlauf werden auch immer wieder die einzelnen Beziehungen und Verwandtschaften der Personen untereinander aufgegriffen, was sehr schnell unübersichtlich wird. Auch das Personenregister im Buch hilft hier nur bedingt weiter, da man sich so viele Namen und deren Verhältnisse zueinander einfach nicht merken kann.

Das Buch fängt relativ gemächlich an und es braucht seine Zeit bis es wirklich in Fahrt kommt. Dadurch wirkt das Ende dann gestaucht und hektisch. Dieses Problem kommt bei vielen Krimis vor, dass am Anfang nichts voran kommt und zum Schluss plötzlich alles sehr schnell geht und sich die Ereignisse überschlagen.

Der Fall an sich ist sehr spannend und mitreißend. Es handelt sich um ein sehr emotionales Thema und so mancher Leser wird sicher ein bisschen in die Irre geführt.

Nicht der beste Krimi von Nele Neuhaus, dennoch ein solider Fall, der Spaß macht und gut unterhält.

Veröffentlicht am 13.12.2016

Die Bezeichnung Thriller ist hier irreführend

Im dunklen, dunklen Wald
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Eine Einladung zu einer Jungesellinnenparty. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Wenn sie nicht von einer ehemaligen Freundin käme, die man seit 10 Jahren nicht gesehen hat. Nach langem Zögern nimmt die ...

Eine Einladung zu einer Jungesellinnenparty. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Wenn sie nicht von einer ehemaligen Freundin käme, die man seit 10 Jahren nicht gesehen hat. Nach langem Zögern nimmt die 26-jährige Nora die Einladung trotzdem an und fragt sich die ganze Zeit, warum Clare ausgerechnet jetzt wieder Kontakt aufgenommen hat. Ein Wochenende in einem Haus, das in einem idyllischen Wald steht. Ein schöner Ort für eine Aussprache...

Eine so große Ansammlung von unsympathischen Charakteren erlebt man nicht alle Tage. Flo, die merkwürdig und schräg ist und offensichtlich einige Probleme mit sich herumträgt. Tom, der herummeckert und seine Aggressionen versteckt. Clare und Nina, die gerne fiese Spielchen spielen und Leute gegeneinander ausspielen. Und dazwischen die kleine, graue Maus Nora.

Am Anfang kann man sich ja noch denken, bei einem Thriller steht aber doch die Spannung im Vordergrund und nicht unbedingt die Charaktere. Nicht hier. Denn sie reden, reden und reden. Es passiert so gut wie nichts, außer dass man die Geschichten der Leute kennenlernt und zwischendurch aus Noras Sicht liest, wie sie nach dem schrecklichen Wochenende im Krankenhaus gelandet ist.

Keine Spur von Spannung sondern eher eine Charakterkunde. Von Personen, die man nicht leiden kann. Erst im letzten Viertel nimmt die Geschichte Fahrt auf. Die Auflösung ist dann aber auch keine große Überraschung mehr, denn ab einem gewissen Punkt konnte man es sich selbst denken. Ab einem ziemlich frühen Punkt.

Für mich leider mal wieder ein enttäuschender Thriller (die Bezeichnung ist hier definitiv nicht gerechtfertigt). Der Schreibstil ist hier das Einzige, was einen irgendwie am Ball bleiben lässt und die kurzen Kapitel lassen das Buch auch kürzer erscheinen.

Veröffentlicht am 11.11.2016

Magische Idee. Mangelnde Ausarbeitung

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen
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Das Leben von Lennart Malmkvist läuft alles andere als reibungslos. Erst vermasselt er eine wichtige Unternehmenspräsentation und dann wird auch noch sein Nachbar Buri Bolmen ermordet und die Polizei ist ...

Das Leben von Lennart Malmkvist läuft alles andere als reibungslos. Erst vermasselt er eine wichtige Unternehmenspräsentation und dann wird auch noch sein Nachbar Buri Bolmen ermordet und die Polizei ist nicht ganz von seiner Unschuld überzeugt. Obwohl Lennart wenig mit Buri zu tun hatte, vermacht ihm dieser seinen Laden - inklusive miesgelaunten Mops. Wäre das noch nicht alles, fängt der Mops Bölthorn bei einem Gewitter an zu sprechen und weißt Lennart an, den Mord an seinem Herrchen aufzuklären.

Der Protagonist Lennart Malmkvist ist sehr von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt und mag sein Leben in geregelten Bahnen. Ein sprechender Mops und magische Artefakte kann er da nicht gebrauchen. Sehr schön war hier die Wandlung in seinem Charakter, wie er langsam akzeptieren musste, dass es doch so etwas wie Magie gibt.

Der sprechende Mops Bölthorn ist natürlich das Herzstück und Highlight der Geschichte. Mit seiner meist schlechten Laune und seinen Sprüchen und Seitenhiebe auf Lennart, bringt er viel Humor und amüsante Szenen in die Story.

Auch die Nebencharaktere sind alle recht schräg und eigenwillig und sind das einzige, was die Geschichte wirklich trägt. Denn die Story braucht unglaublich lange, um überhaupt einmal in Fahrt zu kommen. Anfangs ist kaum ein Spannungsbogen vorhanden. Erst zum Ende hin wird etwas Spannung aufgebaut, die aber dadurch auch sehr schnell wieder in sich zusammenfällt, da der Fall schon bald - zumindest teilweise - aufgeklärt wird.

Anfangs ist es viel Alltagsgeplänkel und bis es endlich mal zur Sache geht, wurden die Seiten einfach nur mit leeren Worten und weniger mit Inhalt gefüllt. Zum Schluss wird ziemlich schnell klar, dass es sich hierbei um einen ersten Band einer Reihe handelt, was eine Information gewesen wäre, die ich früher erhalten hätte. So hatte ich eher einen trägen Eindruck von dem Buch und die Krimielemente lassen auch zu wünschen übrig. Es wurde viel angefangen und versucht in die Geschichte einzubauen, aber die wenigsten Sachen wurden auch gut ausgearbeitet.

Die Grundidee eines Krimis im Fantasygenre und der sprechende Mops haben mich sehr angesprochen. Leider war die Umsetzung langatmig und zog sich an manchen Stellen doch sehr hin.