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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Enttäuschend

Tod zwischen den Zeilen
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Samantha Washington und ihr Mann hatten nur einen Traum, die Eröffnung einer eigenen Krimibuchhandlung. Nach dem Tod ihres Ehemannes ist es nun an Sam diesen Traum in die Tat umzusetzen. Im Haus ihrer ...

Samantha Washington und ihr Mann hatten nur einen Traum, die Eröffnung einer eigenen Krimibuchhandlung. Nach dem Tod ihres Ehemannes ist es nun an Sam diesen Traum in die Tat umzusetzen. Im Haus ihrer Träume steht die Eröffnung kurz bevor als eine Leiche in ihrem Garten gefunden wird. Ihr zwielichtiger Makler, mit dem sie einige Schwierigkeiten beim Kauf des Hauses hatte, wurde ermordet und Samantha wird für die Mörderin gehalten. Zusammen mit ihrer Großmutter und deren Freundinnen macht sich Sam auf die Suche nach dem wahren Täter, um ihren Ruf wiederherzustellen.

Zunächst einmal hat mich beim Lesen überrascht, dass wir hier zwei verschiedene Mordfälle in einem Buch vereint haben. Samantha schreibt selbst an einer Krimigeschichte und nimmt dabei ein paar Anregungen aus ihrem Leben zu Hilfe. So wechselt die Geschichte zwischen dem Mordfall in Samanthas Garten und dem Mord in ihrem Buch an einem jungen Amerikaner. Leider fehlt es mir in beiden Handlungssträngen an Tiefe sowohl was die Story an sich als auch die Charaktere betrifft. Insbesondere die Freundinnen von Sams Großmutter bleiben blasse Nebenfiguren. Aber auch Sam und ihre Großmutter lernen wir so gut wie gar nicht kennen. Die Handlung ist sehr sprunghaft und hat mir den Lesefluss zusätzlich erschwert. Zudem finde ich es sehr erstaunlich wie viel Raum in der Geschichte Glücksspiel und Alkohol einnehmen, die fast in jeder wichtigen Szene präsent sind.

Insgesamt konnte mich die Geschichte leider nicht unterhalten. Am Ende war es mir bei beiden Kriminalfällen egal wer der Mörder war.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Abgebrochen

Give Me Butterflies. Sie erforscht Schmetterlinge, er die Sterne. Für ihre Anziehung gibt es keine wissenschaftliche Erklärung
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Millie ist mit Leib und Seele Insektenforscherin im Wilhelmina Naturkundemuseum und hofft auf eine Beförderung zur Abteilungsleiterin. Doch im Beurteilungsgremium sitzt auch Finn Ashford, der Millie mit ...

Millie ist mit Leib und Seele Insektenforscherin im Wilhelmina Naturkundemuseum und hofft auf eine Beförderung zur Abteilungsleiterin. Doch im Beurteilungsgremium sitzt auch Finn Ashford, der Millie mit seinem finsteren Blick stets abweisend betrachtet hat. Doch die Beiden kommen sich überraschend näher als Finns Nichten am Sommerprogramm des Museums teilnehmen. Millie muss erkennen, dass Finn doch nicht so ein Griesgram ist, wie sie bisher dachte und die Schmetterlinge in ihrem Bauch rein gar nichts mit ihrer Arbeit zu tun haben.

Mir fällt es tatsächlich etwas schwer eine Rezension zu der Geschichte zu schreiben. Zuerst muss ich anmerken, dass ich das Buch nur knapp bis zur Hälfte gelesen und dann abgebrochen habe, da mich die Story einfach gar nicht abholen konnte. Die Ausgangssituation klingt eigentlich ziemlich interessant. Millie und Finn arbeiten beide im Naturkundemuseum in verschiedenen Abteilungen. Bisher war Finn Millie gegenüber ziemlich abweisend, warum erschließt sich mir jedoch überhaupt nicht, da er sie laut eigener Aussage seit ihrem ersten Treffen anziehend findet. Zusätzlich muss sich Finn um seine beiden kleinen Nichten kümmern, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Eigentlich eine emotionale Situation, die aber irgendwie als nebensächlich abgetan wird. Obwohl Finn zunächst als grumpy und unnahbar beschrieben wird, sind die Beiden eigentlich ab Seite 40 oder so schon fast ein Paar. Immerhin verbringt Millie sofort eine Menge Zeit mit ihm und seinen Nichten. Dabei entsprechen Finns Gedanken bei Millies Anblick am ehesten denen eines pubertierenden Teenagers. Die Charaktere und die Handlung bleiben absolut oberflächlich und entwickeln sich abstrus schnell, vor allem wenn man bedenkt, dass hier auch das emotionale Wohl der Kinder (die schon genug Verluste erlebt haben) im Fokus stehen sollte. Mich konnten weder Handlung noch Charaktere irgendwie überzeugen, sodass es mir einfach egal war, wie die Geschichte weitergeht. In diesem Sinne habe ich das Buch lieber abgebrochen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Transparenz

Please unfollow
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Sherry landet in einem Camp für straffällige Jugendliche, nachdem sie ein Verbrechen begangen hat. Das erste Mal in ihrem Leben ist sie an einem Ort, an dem sie Niemand kennt. Denn Sherrys Leben wird seit ...

Sherry landet in einem Camp für straffällige Jugendliche, nachdem sie ein Verbrechen begangen hat. Das erste Mal in ihrem Leben ist sie an einem Ort, an dem sie Niemand kennt. Denn Sherrys Leben wird seit sie ein Baby ist von ihren Eltern im Internet gepostet. Jede Peinlichkeit, jeder Fehltritt, alles, was Sherry ausmacht, wird von einem Millionenpublikum bewertet und kommentiert. Im Camp kann sie das erste Mal durchatmen und zu sich selbst finden. Doch auch hier scheint ihre Vergangenheit ans Licht zu kommen und droht erneut die Sicherheit zu zerstören, die sie sich so mühevoll aufgebaut hat.

Meiner Meinung nach sollte jeder junge Mensch, der Social Media nutzt, dieses Buch gelesen haben. Die Erzählperspektive wechselt zwischen der Gegenwart in der Sherry in das Camp gebracht wird und Ausschnitten aus ihrer Kindheit, die in Videos vermarktet werden. Dabei ist nicht nur das Verhalten ihrer Eltern als extrem toxisch zu bewerten, die ihr Leben und das ihrer Tochter für Kooperationen zur freien Verfügung stellen, sondern man bekommt auch einen Ausschnitt der Kommentare zu den Videos mitgeliefert, die von anzüglich bis übergriffig alle Facetten umfassen. Sherry ist aufgewachsen, ohne frei entscheiden zu können, welche Aspekte ihres Lebens sie mit anderen teilen möchte. Trotz ihrer „Transparenz“ und ihrer „Follower“ ist sie unglaublich einsam. Erst im Kontakt mit den anderen Jugendlichen im Camp lernt sie das erste Mal was Freundschaft und Vertrauen wirklich bedeuten. Auch die anderen Jugendlichen mochte ich sehr gerne. Jeder von ihnen hat seine eigene ebenfalls berührende Geschichte. Aber besonders ihr respektvoller Umgang mit Sherry und ihren Sorgen hat mich sehr beeindruckt. Natürlich handelt es sich hier um einen fiktiven Charakter und eine fiktive Geschichte, dennoch sind die Parallelen zu echten Vorkommnissen nicht von der Hand zu weisen. Besonders bei einigen Kommentaren musste ich tief durchatmen, da ich genau solche Posts schon gesehen habe, in denen die Anonymität des Internets ausgenutzt wird.

Ein großartiges Buch, dass sich sehr kritisch mit den Rechten von Kindern und Jugendlichen auf Social Media auseinandersetzt und zeigt, was solche Videos mit einem Menschenleben machen können. Mich hat Sherrys Geschichte emotional sehr mitgenommen und tief berührt.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Die Wirren der Justiz

Franz Kafka: Der Prozess
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Joseph K. wird eines morgens in seiner Wohnung verhaftet. Er darf weiterhin seiner Tätigkeit als Bankprokurist nachgehen und bleibt in Freiheit, muss jedoch die Mühen eines Gerichtsverfahrens über sich ...

Joseph K. wird eines morgens in seiner Wohnung verhaftet. Er darf weiterhin seiner Tätigkeit als Bankprokurist nachgehen und bleibt in Freiheit, muss jedoch die Mühen eines Gerichtsverfahrens über sich ergehen lassen. Weder erklärt man ihm, worin die Anklage besteht, noch wie das Gerichtsverfahren ablaufen wird. K. versucht sich im Gewirr der Gerichtsbarkeit zu orientieren und stößt nur auf immer mehr unlösbare Fragen.

Ich finde das Wort „verwirrend“ beschreibt Kafkas Werk für mich am besten. Nicht nur die Verwirrung die K. im Angesicht des Gerichtsverfahrens empfindet, sondern auch meine Verwirrung, die diese direkt gespiegelt hat. Es hat sicher seinen Grund, dass Kafka selbst sein Werk nicht persönlich veröffentlicht hat, sondern dass es erst postum abgedruckt wurde. Das Werk erscheint unvollendet und fragmentarisch, was jedoch durchaus zum Thema der Geschichte passt. Trotzdem konnten mich viele Passagen, nicht zuletzt das sehr abrupte Ende, nicht überzeugen. K.s Verhalten gegenüber Untergebenen und auch Frauen ist überheblich und zeitweise einfach nur abscheulich. Man sollte durchaus berücksichtigen in welcher Zeit dieses Werk geschrieben wurde, dennoch war mir K. als Charakter absolut unsympathisch. Es gibt viele Interpretationsmöglichkeiten wofür „der Prozess“ stehen könnte, wodurch die Geschichte einiges an Diskussionspotenzial bietet. Die für mich interessanteste Interpretation vergleicht den Gerichtsprozess mit einer Krankheit, was ich als sehr passend empfand.

Insgesamt konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, auch wenn ich verstehe, warum sie seit Jahrzehnten Gesprächsstoff in der Literaturgemeinschaft bietet.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Was hat ein Rabe mit einem Schreibtisch gemein?

Star-Crossed Hearts
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Cath will nichts mehr als zusammen mit ihrer Zofe Mary Ann eine eigene Bäckerei zu eröffnen und die Menschen mit ihrem leckeren Gebäck zu verwöhnen. Doch ihre Eltern, der Markgraf und die Markgräfin haben ...

Cath will nichts mehr als zusammen mit ihrer Zofe Mary Ann eine eigene Bäckerei zu eröffnen und die Menschen mit ihrem leckeren Gebäck zu verwöhnen. Doch ihre Eltern, der Markgraf und die Markgräfin haben andere Pläne mit ihrer einzigen Tochter. Cath soll den Herzkönig heiraten, für den sie jedoch nichts anderes als Verachtung übrighat. Beim Ball des Königs trifft sie auf seinen neuen Hofnarren und ist sofort von ihm verzaubert. Jest zeigt ihr eine Welt voller Abenteuer und neuer Möglichkeiten. Cath ist entschlossen ihrem Herzen zu folgen, auch auf die Gefahr hin es zu verlieren.

„Star Crossed Hearts“ ist die Villain-Origin Story der Herzkönigin aus Alice im Wunderland. Cath möchte nichts weiter als ihre eigene Bäckerei zu eröffnen, was sich jedoch für eine junge Frau aus gutem Haus natürlich nicht ziemt. Ihre Eltern sind begeistert von der Vorstellung sie könnte den Herzkönig heiraten. Doch dieser ist eher ein einfältiger und naiver kleiner Mann, dem Cath nichts abgewinnen kann. Als sie hingegen auf Jest trifft, erkennt sie wie Liebe wirklich aussehen kann. Jest hat eine leichte und freundliche Art, mit der er Cath direkt verzaubern kann. Ich mochte ihn als Charakter sehr gerne und finde die Beiden harmonieren auch gut miteinander. Ich finde es schrecklich, wie alle Welt davon ausgeht Cath müsste ihre eigenen Träume zurückstellen und alle anderen wissen natürlich besser als sie, was sie glücklich machen wird. Wer Alice im Wunderland kennt, dem werden sehr viele Figuren aus dieser Geschichte bekannt vorkommen insbesondere natürlich der Hutmacher oder zum Beispiel das Kaninchen. Mir hat die Geschichte insgesamt gut gefallen, doch wies gerade der Mittelteil für mich zu viele Längen auf, die sehr zäh zu lesen und wenig spannend waren. Auch das Ende (wenn auch erwartet) hat mir nicht so zugesagt. Trotzdem haben wir hier eine ansprechende Villain-Origin Story, die besonders für Fans von Alice im Wunderland eine Empfehlung ist.

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