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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2023

Interessante Charaktere aber fehlende Spannung

Die Tochter des Doktor Moreau
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Carlota Moreau wächst auf einem Anwesen im Dschungel der mexikanischen Halbinsel Yucatan auf. Sie ist die Tochter des berühmten Doktor Moreau, der auf seinem Anwesen mit Hybriden experimentiert. Als der ...

Carlota Moreau wächst auf einem Anwesen im Dschungel der mexikanischen Halbinsel Yucatan auf. Sie ist die Tochter des berühmten Doktor Moreau, der auf seinem Anwesen mit Hybriden experimentiert. Als der Sohn seines Förderers auf dem Anwesen eintrifft, ist dieser sofort bezaubert von der wunderschönen Carlota. Doch nicht nur das Anwesen birgt Gefahren, auch hinter Carlota selbst steckt mehr als man auf den ersten Blick sehen kann.

Der neuste Roman von Silvia Moreno-Garcia besticht zunächst einmal mit einem wundervollen Cover, dass sehr gut zu der in Mexiko spielenden Handlung passt. Thematisch ist das Buch angelehnt an „Die Insel des Doktor Moreau“ von H.G. Wells, unterscheidet sich jedoch auch in vielen Punkten. Insbesondere die Hybriden wirken hier sehr menschlich und fast ungefährlich. Carlota wird als Doktor Moreaus Tochter aufgezogen, schnell wird jedoch klar, dass hinter der wunderschönen und gebildeten jungen Frau mehr steckt als man sehen kann. Ich mochte ihre Wandlung von einem jungen Mädchen zur selbstbestimmten Frau sehr gerne. Ihr zunächst eher unterwürfiges Verhalten vor allem gegenüber ihrem Vater, verändert sich im Laufe der Geschichte eklatant. Die andere Perspektive der Geschichte wird von Montgomery, dem Verwalter des Anwesens, erzählt. Charakterlich weist er einige Schwächen wie zum Beispiel seine Trinksucht auf, insgesamt ist er Carlota jedoch gegenüber sehr loyal und beschützend. Gelegentlich wird dieselbe Szene der Geschichte aus ihrer beider Perspektiven geschildert, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig war. Dennoch empfand ich diese „Dopplungen“ nicht als störend oder überflüssig, da hierdurch stets neue Aspekte in die Geschichte eingebracht wurden. Was mir jedoch in der Geschichte gefehlt hat, war Spannung. Vielleicht lag es daran, dass mir die Geschichte in ihren Grundzügen bereits bekannt war und mich deshalb nicht ausreichend überraschen konnte. Aber auch die Atmosphäre war mir zu wenig düster und eher etwas emotionslos.

Insgesamt sorgte die Geschichte bei mir für gute Unterhaltung, konnte mich aber nicht mitreißen. Die Charakterentwicklung ist jedoch als sehr positiv hervorzuheben.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Träumer und Geträumte

Wie der Falke fliegt
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Ronan ist ein Träumer. Er kann die wundervollsten, aber auch schrecklichsten Dinge aus seinen Träumen mit in die Realität nehmen. Jordan selbst ist eine Diebin, aber auch ein personifizierter Traum ohne ...

Ronan ist ein Träumer. Er kann die wundervollsten, aber auch schrecklichsten Dinge aus seinen Träumen mit in die Realität nehmen. Jordan selbst ist eine Diebin, aber auch ein personifizierter Traum ohne eigene Zukunft. Carmen ist auf der Jagd nach Träumern, denn sie hat am eigenen Leib erfahren, wie fürchterlich diese sein können. Um ein großes Unheil aufzuhalten, hat sich die Organisation, der sich Carmen angeschlossen hat, das Ziel gesetzt alle Träumer zu vernichten. Ein Vorgehen, dass sowohl Ronan als auch seine Brüder in große Gefahr bringt.

„Wie der Falke fliegt“ ist der erste Teil der neuen Reihe von Maggie Stiefvater aus der Welt der Ravenboys. Ronan, als einer der Protagonisten dieser Reihe, ist bereits aus der Ravenboysreihe als Träumer bekannt und steht zusammen mit seinem Bruder Declan im Fokus der neuen Geschichte. Auch Hennessy ist eine Träumerin, kann ihre Träume aber nicht kontrollieren. Jordan ist eine ihrer Träume, die zur Realität geworden sind und das genaue Abbild von Hennessy. Im Gegensatz zu ihrer Träumerin ist sie jedoch deutlich ruhiger und besonnener. Ihr Umgang mit dem sonst so kontrollierten Declan hat mir sehr gefallen. Im Hintergrund der Geschichte liegt ein drohendes Unheil, dass zur Zerstörung der Welt führen soll. Die Organisation der Carmen angehört versucht deshalb alle Träumer zu ermorden, da diese wohl der Ursprung des Weltuntergangs seien. Hierzu erfährt man noch relativ wenig, auch wenn schon einige Andeutungen gemacht werden. Ich finde es wundervoll wie die Träumer und ihre Gabe nun im Fokus der Geschichte stehen. Auch mehr über den Hintergrund von Ronan und seinen Brüdern zu erfahren, hat mir sehr gefallen. Die Geschichten von Maggie Stiefvater sind einzigartig und spannungsgeladen. Ich freue mich sehr auf die weiteren Bände der Reihe.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Kurz und bündig

Die Grimm-Chroniken (Band 1)
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Einmal im Monat besucht Will seinen Vater in der Psychiatrie. Dieser ist besessen von Märchen und glaubt, dass diese wahr sind. Seit Wills Kindheit muss er sich diese verrückten Geschichten und Theorien ...

Einmal im Monat besucht Will seinen Vater in der Psychiatrie. Dieser ist besessen von Märchen und glaubt, dass diese wahr sind. Seit Wills Kindheit muss er sich diese verrückten Geschichten und Theorien anhören. Doch was wäre, wenn sein Vater gar nicht so verrückt ist, wie Will immer dachte? Und was wäre, wenn die Geschichten der Gebrüder Grimm voller Lügen sind, um die Wahrheit um Schneewittchen und ihre Stiefmutter zu verschleiern?

Ich habe mich sehr auf den Auftakt der Grimm-Chroniken gefreut, die ich schon lange Zeit auf meiner Leseliste hatte. Der Schreibstil ist einfach gehalten und liest sich schnell und flüssig. Die Erzählung wechselt zwischen zwei Zeitlinien. Einerseits wird die Geschichte der Apfelprinzessin erzählt und andererseits die Geschichte von Will und seinen Freunden, die in der Gegenwart spielt. Ich kam schnell in die Handlung hinein, was natürlich auch einem Vorwissen über Märchen geschuldet ist. Genauso schnell wie ich in der Handlung drin war, war die Geschichte jedoch auch wieder zu Ende. Der erste Band ist mit seinen nicht mal 150 Seiten sehr kurz, wobei kein richtiger Spannungsaufbau zustande kommen konnte. Auch mit den Protagonisten war dadurch keine wirkliche Verbindung möglich. Ich werde zunächst einmal weiterlesen und hoffe dadurch noch etwas besser in die Geschichte eintauchen zu können.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Einfach nur großartig

Das irrationale Vorkommnis der Liebe – Die deutsche Ausgabe von »Love on the Brain«
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Wenn Bee Königswasser nicht mehr weiterweiß, dann fragt sie sich selbst: Was würde Marie Curie tun? Und diese Frage musste sich Bee zuletzt leider allzu häufig stellen. Als Neurowissenschaftlerin ist Bee ...

Wenn Bee Königswasser nicht mehr weiterweiß, dann fragt sie sich selbst: Was würde Marie Curie tun? Und diese Frage musste sich Bee zuletzt leider allzu häufig stellen. Als Neurowissenschaftlerin ist Bee eine Seltenheit in der sonst von Männern dominierten Welt der Naturwissenschaften. Als sie ein Angebot für ihren Traumjob erhält, kann Bee eigentlich gar nicht anders, als den Job anzunehmen. Doch es gibt (natürlich) einen Haken an der Sache. Ihr Co-Leiter bei diesem Projekt ist niemand anderes als Levi Ward, ein brillanter Ingenieur, der sie mit Inbrunst verabscheut seit sie sich kennen. Doch Marie Curie würde sich von so einer Kleinigkeit sicherlich nicht aufhalten lassen. Und so stürzt sich Bee in den neuen Job und muss schnell feststellen, dass Liebe und Hass sehr eng beieinander liegen.

Ali Hazelwood ist für mich weiterhin die Königin der RomComs. Mit ihrem unnachahmlichen humorvollen und intelligenten Schreibstil hat sie auch mit diesem Buch mein Herz erobern können. Bee ist eine lustige und kluge Frau deren Leben leider von Verlust und Unbeständigkeit geprägt wurde. Nicht nur ihre Eltern sind früh gestorben, auch ihr Verlobter hat sie kurz vor der Hochzeit mit ihrer besten Freundin betrogen. Durch all diese Erlebnisse stellt Bee die Sinnhaftigkeit und Existenz von Liebe stark in Frage. Aber auch die anderen Charaktere der Geschichte waren interessant und liebevoll ausgearbeitet, allen voran natürlich Levi. Aber auch Rocio, deren ruppige, düstere Art einfach zum Niederknien ist, habe ich wirklich liebgewonnen. Die Story hat mich von vorne bis hinten packen und mitreißen können. Das einzige, was ich für mich leider bemängele ist, dass die prickelnderen Szenen zwischen den Protagonisten zu ausführlich beschrieben sind, aber das ist Geschmackssache. Wer gerne RomComs liest, wird dieses Buch auf jeden Fall lieben.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Tolle Charaktere aber etwas zähe Handlung

Malibu Rising
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Malibu 1983: Die jährliche Sommerparty von Nina Riva, Surfstar und Modell, steht an und ganz Malibu fiebert auf die außergewöhnlichste Party des Jahres hin. Doch Nina möchte dieses Jahr eigentlich nicht ...

Malibu 1983: Die jährliche Sommerparty von Nina Riva, Surfstar und Modell, steht an und ganz Malibu fiebert auf die außergewöhnlichste Party des Jahres hin. Doch Nina möchte dieses Jahr eigentlich nicht feiern, denn alle werden nur über die Affäre ihres Ehemannes reden wollen. Nur auf Bitten ihrer drei Geschwister lässt sich Nina breitschlagen die Party dennoch zu veranstalten. Doch die Geheimnisse der Geschwister drohen die Familie Riva gehörig durcheinander zu bringen.

„Malibu Rising“ ist das zweite Buch der Autorin, welches ich gelesen habe. Ich liebe den außergewöhnlichen Schreibstil der Autorin. Der biographische Charakter der Erzählung lässt mich jedes Mal glauben, die Personen über die geschrieben wird, wären tatsächlich real. Nina Riva ist liebevoll, uneigennützig und stark. Nach dem Verlust ihrer Mutter hat sie für die gesamte Familie die Verantwortung übernommen, ohne sich je darüber zu beklagen. Sie ist mit Abstand meine liebste Protagonistin in der Geschichte. Die anderen Riva-Geschwister sind ebenfalls interessante Charaktere, die zwar ihre Meinungsverschiedenheiten haben, aber dennoch immer zusammenhalten. Diese Dynamik innerhalb der Familie hat mir sehr gut gefallen. Leider konnte mich die Geschichte an sich nicht so richtig mitreißen. Zunächst erfährt man viel über die Vergangenheit der Riva-Geschwister und das Kennenlernen ihrer Eltern. Die eigentliche Party, um die es in dem Buch gehen soll, wird eher in den Hintergrund gestellt. Als die Party im Gang ist, wechselt die Erzählperspektive oft zu den Partygästen, die ihre eigenen Geschichten dort erzählen, welche selten einen richtigen Bezug zur Haupthandlung haben. Diese Perspektivenwechsel waren für meine Begriffe ziemlich unnötig. Auch fehlte mir einiges an Spannung und interessanten Wendungen. Die angesprochenen Familiengeheimnisse waren für mich eher fad und wenig überraschend.

Insgesamt konnte mich der neue Roman von Taylor Jenkins Reid zwar unterhalten, aber nicht wirklich mitreißen, da es ihm an Spannung fehlte. Trotzdem bin ich ein Fan ihres Schreibstils und ihrer lebensechten Figuren.

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