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Veröffentlicht am 08.03.2026

Transparenz

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Sherry landet in einem Camp für straffällige Jugendliche, nachdem sie ein Verbrechen begangen hat. Das erste Mal in ihrem Leben ist sie an einem Ort, an dem sie Niemand kennt. Denn Sherrys Leben wird seit ...

Sherry landet in einem Camp für straffällige Jugendliche, nachdem sie ein Verbrechen begangen hat. Das erste Mal in ihrem Leben ist sie an einem Ort, an dem sie Niemand kennt. Denn Sherrys Leben wird seit sie ein Baby ist von ihren Eltern im Internet gepostet. Jede Peinlichkeit, jeder Fehltritt, alles, was Sherry ausmacht, wird von einem Millionenpublikum bewertet und kommentiert. Im Camp kann sie das erste Mal durchatmen und zu sich selbst finden. Doch auch hier scheint ihre Vergangenheit ans Licht zu kommen und droht erneut die Sicherheit zu zerstören, die sie sich so mühevoll aufgebaut hat.

Meiner Meinung nach sollte jeder junge Mensch, der Social Media nutzt, dieses Buch gelesen haben. Die Erzählperspektive wechselt zwischen der Gegenwart in der Sherry in das Camp gebracht wird und Ausschnitten aus ihrer Kindheit, die in Videos vermarktet werden. Dabei ist nicht nur das Verhalten ihrer Eltern als extrem toxisch zu bewerten, die ihr Leben und das ihrer Tochter für Kooperationen zur freien Verfügung stellen, sondern man bekommt auch einen Ausschnitt der Kommentare zu den Videos mitgeliefert, die von anzüglich bis übergriffig alle Facetten umfassen. Sherry ist aufgewachsen, ohne frei entscheiden zu können, welche Aspekte ihres Lebens sie mit anderen teilen möchte. Trotz ihrer „Transparenz“ und ihrer „Follower“ ist sie unglaublich einsam. Erst im Kontakt mit den anderen Jugendlichen im Camp lernt sie das erste Mal was Freundschaft und Vertrauen wirklich bedeuten. Auch die anderen Jugendlichen mochte ich sehr gerne. Jeder von ihnen hat seine eigene ebenfalls berührende Geschichte. Aber besonders ihr respektvoller Umgang mit Sherry und ihren Sorgen hat mich sehr beeindruckt. Natürlich handelt es sich hier um einen fiktiven Charakter und eine fiktive Geschichte, dennoch sind die Parallelen zu echten Vorkommnissen nicht von der Hand zu weisen. Besonders bei einigen Kommentaren musste ich tief durchatmen, da ich genau solche Posts schon gesehen habe, in denen die Anonymität des Internets ausgenutzt wird.

Ein großartiges Buch, dass sich sehr kritisch mit den Rechten von Kindern und Jugendlichen auf Social Media auseinandersetzt und zeigt, was solche Videos mit einem Menschenleben machen können. Mich hat Sherrys Geschichte emotional sehr mitgenommen und tief berührt.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Die Wirren der Justiz

Franz Kafka: Der Prozess
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Joseph K. wird eines morgens in seiner Wohnung verhaftet. Er darf weiterhin seiner Tätigkeit als Bankprokurist nachgehen und bleibt in Freiheit, muss jedoch die Mühen eines Gerichtsverfahrens über sich ...

Joseph K. wird eines morgens in seiner Wohnung verhaftet. Er darf weiterhin seiner Tätigkeit als Bankprokurist nachgehen und bleibt in Freiheit, muss jedoch die Mühen eines Gerichtsverfahrens über sich ergehen lassen. Weder erklärt man ihm, worin die Anklage besteht, noch wie das Gerichtsverfahren ablaufen wird. K. versucht sich im Gewirr der Gerichtsbarkeit zu orientieren und stößt nur auf immer mehr unlösbare Fragen.

Ich finde das Wort „verwirrend“ beschreibt Kafkas Werk für mich am besten. Nicht nur die Verwirrung die K. im Angesicht des Gerichtsverfahrens empfindet, sondern auch meine Verwirrung, die diese direkt gespiegelt hat. Es hat sicher seinen Grund, dass Kafka selbst sein Werk nicht persönlich veröffentlicht hat, sondern dass es erst postum abgedruckt wurde. Das Werk erscheint unvollendet und fragmentarisch, was jedoch durchaus zum Thema der Geschichte passt. Trotzdem konnten mich viele Passagen, nicht zuletzt das sehr abrupte Ende, nicht überzeugen. K.s Verhalten gegenüber Untergebenen und auch Frauen ist überheblich und zeitweise einfach nur abscheulich. Man sollte durchaus berücksichtigen in welcher Zeit dieses Werk geschrieben wurde, dennoch war mir K. als Charakter absolut unsympathisch. Es gibt viele Interpretationsmöglichkeiten wofür „der Prozess“ stehen könnte, wodurch die Geschichte einiges an Diskussionspotenzial bietet. Die für mich interessanteste Interpretation vergleicht den Gerichtsprozess mit einer Krankheit, was ich als sehr passend empfand.

Insgesamt konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, auch wenn ich verstehe, warum sie seit Jahrzehnten Gesprächsstoff in der Literaturgemeinschaft bietet.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Was hat ein Rabe mit einem Schreibtisch gemein?

Star-Crossed Hearts
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Cath will nichts mehr als zusammen mit ihrer Zofe Mary Ann eine eigene Bäckerei zu eröffnen und die Menschen mit ihrem leckeren Gebäck zu verwöhnen. Doch ihre Eltern, der Markgraf und die Markgräfin haben ...

Cath will nichts mehr als zusammen mit ihrer Zofe Mary Ann eine eigene Bäckerei zu eröffnen und die Menschen mit ihrem leckeren Gebäck zu verwöhnen. Doch ihre Eltern, der Markgraf und die Markgräfin haben andere Pläne mit ihrer einzigen Tochter. Cath soll den Herzkönig heiraten, für den sie jedoch nichts anderes als Verachtung übrighat. Beim Ball des Königs trifft sie auf seinen neuen Hofnarren und ist sofort von ihm verzaubert. Jest zeigt ihr eine Welt voller Abenteuer und neuer Möglichkeiten. Cath ist entschlossen ihrem Herzen zu folgen, auch auf die Gefahr hin es zu verlieren.

„Star Crossed Hearts“ ist die Villain-Origin Story der Herzkönigin aus Alice im Wunderland. Cath möchte nichts weiter als ihre eigene Bäckerei zu eröffnen, was sich jedoch für eine junge Frau aus gutem Haus natürlich nicht ziemt. Ihre Eltern sind begeistert von der Vorstellung sie könnte den Herzkönig heiraten. Doch dieser ist eher ein einfältiger und naiver kleiner Mann, dem Cath nichts abgewinnen kann. Als sie hingegen auf Jest trifft, erkennt sie wie Liebe wirklich aussehen kann. Jest hat eine leichte und freundliche Art, mit der er Cath direkt verzaubern kann. Ich mochte ihn als Charakter sehr gerne und finde die Beiden harmonieren auch gut miteinander. Ich finde es schrecklich, wie alle Welt davon ausgeht Cath müsste ihre eigenen Träume zurückstellen und alle anderen wissen natürlich besser als sie, was sie glücklich machen wird. Wer Alice im Wunderland kennt, dem werden sehr viele Figuren aus dieser Geschichte bekannt vorkommen insbesondere natürlich der Hutmacher oder zum Beispiel das Kaninchen. Mir hat die Geschichte insgesamt gut gefallen, doch wies gerade der Mittelteil für mich zu viele Längen auf, die sehr zäh zu lesen und wenig spannend waren. Auch das Ende (wenn auch erwartet) hat mir nicht so zugesagt. Trotzdem haben wir hier eine ansprechende Villain-Origin Story, die besonders für Fans von Alice im Wunderland eine Empfehlung ist.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Das Schicksal des Lebens

Wisteria – Die Liebe des Todes (Belladonna 3)
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Blythe hat mit dem Schicksal einen Pakt geschlossen, um ihren Vater zu retten. Nun muss sie Aris, das Schicksal in persona, heiraten, den sie absolut nicht ausstehen kann. Doch ihre Abneigung beruht auf ...

Blythe hat mit dem Schicksal einen Pakt geschlossen, um ihren Vater zu retten. Nun muss sie Aris, das Schicksal in persona, heiraten, den sie absolut nicht ausstehen kann. Doch ihre Abneigung beruht auf Gegenseitigkeit. Während sich die beiden Frischvermählten das Leben schwer machen, entdecken sie dennoch ein paar Gemeinsamkeiten, die sie zueinander ziehen. Auf Aris magischem Anwesen begegnen Blythe immer wieder Bilder des Lebens und auch Blythe selbst scheint über Fähigkeiten zu verfügen von denen sie bisher nichts geahnt hat.

„Wisteria“ ist der abschließende Band der Belladonna-Reihe, wobei zuletzt noch eine zusätzliche Novelle erschienen ist. Im dritten Band geht es vornehmlich um Blythe und Aris, die wir bereits aus den anderen Teilen der Reihe kennen. Die Annäherung der Beiden war durchaus unterhaltsam, dennoch zieht sich ihr Kennenlernen für mich zu sehr in die Länge, bevor die Handlung Fahrt aufnimmt. Ich finde es sehr schade, dass Signa und der Tod keine zentrale Rolle in der Geschichte einnehmen. Hier sind vor allem der Untertitel des Buches und auch der Klappentext ziemlich irreführend. Auch wenn ich die Wortgefechte zwischen Blythe und Aris sehr genossen habe, haben mir die Hauptfiguren aus den ersten beiden Bänden dennoch gefehlt, besonders da es sich um den letzten Band der Trilogie handelt. Auch bleiben mir zu viele Fragen am Ende offen und auch die Handlung selbst war mir zu vorhersehbar. Leider war der Abschluss der Trilogie für mich der schwächste Band der Reihe, konnte mich aber dennoch unterhalten. Ich bin gespannt, ob sich mit der zusätzlich erschienen Novelle noch ein paar offene Fragen beantworten lassen.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Sprechende Blumen und fliegende Katzen

The Enchanted Greenhouse
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Terlu ist keine Zauberin und doch hat sie einer Pflanze Leben eingehaucht und damit das Gesetz gebrochen. Zur Strafe wird sie in eine Statue verwandelt und muss ihr Dasein in der großen Halle der Bibliothek ...

Terlu ist keine Zauberin und doch hat sie einer Pflanze Leben eingehaucht und damit das Gesetz gebrochen. Zur Strafe wird sie in eine Statue verwandelt und muss ihr Dasein in der großen Halle der Bibliothek fristen, um allen anderen als Warnung zu gelten. Doch plötzlich erwacht Terlu mitten im Wald umgeben von Schnee und Eis auf einer kleinen Insel. Wie ist sie nur hierhergekommen und wer hat den Zauber gelöst? Auf der Suche nach Antworten trifft sie auf hunderte Gewächshäuser gefüllt mit den wundervollsten und magischsten Blumen und auf einen Gärtner, der ziemlich überfordert mit Terlus Temperament und Freude ist. Doch mit den Gewächshäusern scheint etwas nicht zu stimmen, denn ein ums andere versagt seinen Dienst. Hier kann nur Zauberei weiterhelfen. Doch Terlu hat schon einmal das Gesetz gebrochen und wurde hart dafür bestraft.

Nachdem ich bereits „Spellshop“ sehr gemocht habe, war ich gespannt auf die zweite cosy Fantasygeschichte der Autorin. Beide Geschichten sind durchaus unabhängig zu lesen, doch ist die Pflanze für deren Erschaffung Terlu bestraft wird, eine Hauptfigur in „Spellshop“, sodass es hier ein paar Überschneidungen gibt. Wer beide Bücher lesen möchte, sollte also mit „Spellshop“ beginnen. Die Handlung entwickelt sich sehr langsam und verbreitet eine gemütliche und einladende Atmosphäre. Besonders die Gewächshäuser werden detailliert und zauberhaft beschrieben und halten für den Leser einige wundervolle Überraschungen bereit. Auch die Beziehung zwischen Yarrow und Terlu braucht ein wenig Zeit, um sich zu entwickeln, was aber sehr gut zu ihren Charakteren passt. Beide sind wirklich sehr liebenswerte Protagonisten, die hervorragend miteinander harmonieren. Eines meiner Highlights waren (erneut) die sprechenden Pflanzen, insbesondere Lotti mit ihrer quirligen Art mochte ich sehr gerne.

Wer eine gemütliche, zauberhafte Atmosphäre und liebenswerte Charaktere schätzt, dem ist dieses Fantasybuch auf jeden Fall zu empfehlen.

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