Profilbild von Primrose24

Primrose24

Lesejury Star
offline

Primrose24 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Primrose24 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2017

Auftakt der Tillman-Halls-Reihe

Alles in Blut
0

Tillman Halls, ehemaliger US-Profiler und jetzt Immobilienmakler in der schönen Stadt Hamburg, wird von Kriminaloberkommissar Bruckner bei einem alten Cold Case um seine Mithilfe als Experte gebeten. Vor ...

Tillman Halls, ehemaliger US-Profiler und jetzt Immobilienmakler in der schönen Stadt Hamburg, wird von Kriminaloberkommissar Bruckner bei einem alten Cold Case um seine Mithilfe als Experte gebeten. Vor acht Jahren  wurde in einem Hotel eine männliche Leiche gefunden, ohne Namen, ohne Kleidung und ohne Spuren. Nachdem Halls eigentlich nicht mehr als Ermittler arbeiten wollte, wird er bei diesem Fall doch neugierig und schließt sich Bruckners Ermittlungen an. Halls schafft es der Leiche doch ein paar mehr Informationen zu entlocken, als auf den ersten Blick angenommen. Die Spuren führen die Polizei prompt zu einer weiteren Leiche, deren Verbindung zum Toten im Hotelzimmer jedoch nicht ersichtlich ist. Und schon muss die Polizei gleich in zwei verschiedenen Fällen ermitteln. Während sie dem Namen des Toten immer noch keinen Schritt näher gekommen sind, scheint die Leiche des zweiten Opfers auch noch verschwunden zu sein. Können Bruckner und Halls diese zwei Fälle lösen oder werden aus dem einen Cold Case nun vielleicht zwei ungelöste Morde?

Das Buch behandelt den ersten Fall von bislang vier erschienenen Werken um Tillman Halls und Kurt Bruckner. Die Geschichte wird aus der Sicht von Halls erzählt, der sich nach anfänglichem zögern, nach und nach immer mehr in die Ermittlungen einbringt und Freude an der Arbeit mit der deutschen Polizei entwickelt.
Die Handlung ist logisch aufgebaut und jeder neue Hinweis der gefunden wird, baut auf dem vorherigen auf. Manchmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass neben dem ermittlerischen Geschick der beiden Protagonisten, auch eine gehörige Portion Zufall und Glück den Beiden unter die Arme gegriffen hat. Leider ist mir nicht so ganz ersichtlich, warum dieser Cold Case eigentlich ursprünglich von Bruckner neu aufgerollt wurde, da es zum damaligen Ermittlungszeitpunkt nicht einmal sein Fall gewesen ist und auch keine neuen Hinweise im Vorfeld erschienen sind, die zu einem erneuten ermitteln führen könnten.
Die Geschichte ist spannend aufgebaut und hält einige Wendungen bereit, die man so nicht erwartet. Auch die größeren Zusammenhänge, die sich am Schluss ergeben sind überraschend und halten die Spannung beim Lesen hoch. Ich finde es auch interessant, dass einige Details des Falles keine vollständige Lösung erhalten, sondern teilweise nur spekulativ bleiben. Dies entspricht für mich mehr einer realistischen Polizeiarbeit, als es eventuell das Klären jedes einzelnen Motivs oder Details vermag hätte.

Alles in allem ein sehr schöner und auch überraschender Krimi, der die Reihe um Tillman Halls und Bruckner sehr schön einleitet. Ich bin gespannt welche Fälle die Beiden noch zusammen bearbeiten werden.

Veröffentlicht am 11.01.2017

Super Anfang mit langweiligem Ende

Changers - Band 1, Drew
0

Ethan ist eigentlich ein ganz normaler 14-jähriger Junge, der mit seinen Eltern in eine neue Stadt zieht. Als er jedoch an seinem ersten Schultag aufwacht und im Spiegel sich selbst im Körper eines Mädchens ...

Ethan ist eigentlich ein ganz normaler 14-jähriger Junge, der mit seinen Eltern in eine neue Stadt zieht. Als er jedoch an seinem ersten Schultag aufwacht und im Spiegel sich selbst im Körper eines Mädchens sieht, ist seine Verwirrung denkbar groß. Ethan gehört zu einer Gruppe namens „Changers“, Menschen die in ihrer Highschoolzeit jedes Jahr in einem anderen Körper aufwachen und das insgesamt genau 4 Mal, bevor sie sich für eine „Version“ entscheiden müssen. Nun erhält Ethan eine neue Identität und muss sich als Drew in seine neue unbekannte Rolle einfinden, was ihm als Junge im Körper eines Mädchens vor sehr große Herausforderungen stellt.  Auch der Kontakt mit anderen Menschen unterliegt strengen Regeln, die vom Rat der Changers festgelegt wurden. Gib dich nicht zu erkennen, habe keine Liebesbeziehung mit einem anderen Changer, verändere die Zukunft!
Deutliche Richtlinien, die aber gar nicht so leicht einzuhalten sind, wie Drew sehr schnell feststellen muss.

Ich für meinen Teil bin sehr leicht in die Geschichte hineingekommen. Es wird aus der Perspektive von Drew berichtet und die Kapiteleinteilung erfolgt nach dem Tag an dem sich Drew im Moment in ihrem Changer-Jahr befindet. Das bedeutet, dass das Buch in etwa ein Jahr umfasst in denen Drew mit ihrer ersten Version von sich zurechtkommen muss. Diese Tatsache bedingt auch, dass es in der Handlung teilweise zu großen Zeitsprüngen kommt. Im Prinzip empfand ich persönlich das nicht als sehr störend, nur waren die Zeitsprünge nicht immer an die passendsten Stellen gelegt.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und sehr angemessen für ein Jugendbuch. Die Welt, welche in diesem Buch neu erschaffen wird, ist sehr mysteriös beschrieben und gibt auch im weiteren Verlauf nur die grundlegenden Werte und Regeln der Changers-Gemeinschaft wieder. In vielen Dingen wird der Leser noch im Dunkeln gelassen und einige wichtige Abläufe in der Changersgemeinschaft werden nur angerissen. Gelegentlich ist dieser Mangel an Informationen ärgerlich, obwohl man sich denken kann, dass die meisten Themen, die unbehandelt geblieben sind, sicher noch in den folgenden Büchern behandelt werden. So wir d dem Leser doch sehr schnell deutlich, dass diese Buchreihe auf mehr als einen Teil angelegt ist und vielleicht deshalb mit vielen Informationen noch hinter dem Berg hält. Schade, dass dieses Begrenzen der Informationen gerade zum Ende die Handlung ziemlich langweilig werden lässt. Eben das Ende, bei dem ich eigentlich noch Mal einen Knall erwartet habe, ist sehr unspektakulär uns langweilig geblieben.

Sehr gut hingegen finde ich den nach und nach vollzogenen Wandel den Ethan zu Drew durchmacht. Nachdem Ethan in Drews Kopf zu Anfang doch sehr stark präsent ist, denkt sie später immer mehr wie ein Mädchen und das alte Ich rückt sehr in den Hintergrund, sodass es gegen Ende eigentlich gar keinen Einfluss mehr auf Drews neue Persönlichkeit hat.
Äußerst gut gefällt mir auch mit wie viel Ironie und Sarkasmus Drew ihr neues Leben betrachtet. Leider geht dieser Witz, der gerade den Anfang für mich so unterhaltsam gemacht hat, am Ende auch etwas verloren.

Im Gedächtnis geblieben sind mir auch einige sehr schöne Zitate, die dann doch etwas Tiefgang in der Handlung aufzeigen können. So zum Beispiel auf Seite 45: „Wir Menschen vergessen auf dem Weg zu dem, was wir werden, nun mal allzu leicht, wer wir waren.“

Um es noch einmal zusammenzufassen: während die ersten 3/4 des Buches mich sehr mitgerissen und unterhalten haben, konnte mich das letzte Viertel leider überhaupt nicht überzeugen. Wo blieb das spektakuläre Ende? Wo blieb der Knall? Das Buch hat bisher nicht alles an Potenzial, dass die Geschichte durchaus hat, umsetzen können. Ich werde aber sicher die nächsten Bände auch lesen, da doch sehr viele Fragen und Zusammenhänge ungeklärt geblieben sind.
Alles in allem ein schönes Buch mit einem angenehmen Unterhaltungscharakter, einigem Witz und Charme, dem aber zum Ende etwas die sprichwörtliche Luft ausgeht.

Veröffentlicht am 11.01.2017

Ein Tanz aus Liebe, Leben und Hoffnung

Im Licht der Nacht
0

Die junge Balletttänzerin Alicia erhält einen der begehrten Ausbildungsplätze an der Tarnek Dance Academy und kommt damit ihrem Traumberuf einen großen Schritt näher. Doch schon beim Eintreffen an der ...

Die junge Balletttänzerin Alicia erhält einen der begehrten Ausbildungsplätze an der Tarnek Dance Academy und kommt damit ihrem Traumberuf einen großen Schritt näher. Doch schon beim Eintreffen an der Academy, die in einem großen Schloss auf der Spitze eines Berges ihren Sitz hat, stellen sich ihr die ersten Probleme in den Weg. Mitten in der Nacht erreicht sie den Bahnhof von Tarnek und ihr Abholdienst ist nirgendwo zu sehen. Alleine macht sie sich auf den Weg zum Schloss und begegnet prompt einem jungen, attraktiven Mann, dessen Wesen sie nicht mehr loslässt. Welche Geheimnisse ranken sich um ihn und das Schloss Tarnek? Schnell wird Alicia klar, dass an diesem geheimnisvollen Ort nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Mit viel Witz und Spannung schreibt die Autorin eine sehr schöne Geschichte, um Liebe, Ballett und das Übernatürliche. Trotz der relativ hohen Seitenzahl des Werkes, flogen die Seiten nur so dahin, was für ein Buch ja immer ein sehr gutes Zeichen ist.
Neben den Protagonisten sind auch die Nebencharaktere sehr schön ausgearbeitet und bringen Vielfalt und Witz in die Handlung. So gefiel mir vor allem Deanna, als Alicias beste Freundin, die mit ihrem Humor, ihrer Neugier und ihrer Beharrlichkeit der Geschichte viel Schwung und Aktion verlieh.
Es finden auch sehr viele mythische Kreaturen Platz in der Handlung. Vor allem Jannes Geheimnis bleibt lange verborgen und war für mich überraschend, da es nicht den typischen mythischen Klischeegestalten entspricht (damit meine ich so was wie Werwölfe oder Vampire^^).
Für meinen Geschmack hätten die Ballettszenen noch ausführlicher und häufiger miteingebracht werden können, da sie in der Flut der Ereignisse und Geheimnisse doch sehr in den Hintergrund gestellt werden (den Flashmob fand ich aber echt super^^).

Alles in allem ein fantastisches und mystisches Buch über das Entdecken der Liebe zu jemand Anderem und der Liebe zum Leben an sich, sowie über die Erkenntnis, dass Hoffnung sich auch an den scheinbar dunkelsten Orten finden lässt.
 

Veröffentlicht am 11.01.2017

Zuckers dritter Fall, spannend aber mit unglaubwürdigem Ende!

Töte und lebe!
0

Der insgesamt dritte Fall um den außergewöhnlichen Ermittler Daniel Zucker und von meiner Seite aus die erste Geschichte. Auch wenn man die ersten beiden Teile nicht kennt, kann man ohne weitere Bedenken ...

Der insgesamt dritte Fall um den außergewöhnlichen Ermittler Daniel Zucker und von meiner Seite aus die erste Geschichte. Auch wenn man die ersten beiden Teile nicht kennt, kann man ohne weitere Bedenken auch, wie ich,  in diesem Teil erst einsteigen. Man bemerkt zwar die Anspielungen, die auf die ersten zwei Bände gemacht werden, aber es beeinflusst nicht im Wesentlichen die Handlung des dritten Bandes. Worum geht es also in diesem Band der Reihe. Der im Rollstuhl sitzende Ermittler Zucker bekommt es mit einer Reihe von Morden zu tun. In einem alten Industriegebiet werden die Leichen von zwei Behinderten gefunden, die am Down-Syndrom gelitten haben. Nach näherer Betrachtung wird klar, dass vor der Ermordung der beiden ein Kampf zwischen ihnen stattgefunden haben muss. Wer würde sich wohl einen Spaß daraus machen Behinderte in einem Kampf aus Leben und Tod aufeinanderzuhetzen. Und leider scheinen diese beiden Opfer weder die ersten, noch letzten Opfer des Killers gewesen zu sein.
Der Rollstuhlkommissar nimmt den Angriff auf behinderte Mitglieder der Gesellschaft persönlich und gerät dabei selbst viel zu weit in den Strudel der Ereignisse hinein.
Was mich sofort aufmerksam auf dieses Buch gemacht hat, war der doch ungewöhnliche Protagonist der Reihe. Daniel Zucker, ein Kommissar im Rollstuhl bei der Mordkommission, ist schon eine erstaunliche Besetzung für einen Krimi. Doch schon nach den ersten paar Kapiteln hatte ich diese Figur doch schnell in mein Herz geschlossen. Mit seinem Verstand, seiner Auffassungsgabe und Hingabe zu Beruf macht er sehr schnell andere Unzulänglichkeiten wieder weg und zeigt, dass er nach seinem Unfall immer noch ein hervorragender Ermittler ist.
Auch die kleinen Hindernisse des Alltages als Rollstuhlfahrer werden sehr schön in die Handlung eingebracht und lockern die Geschichte etwas auf.

Während mir die Haupthandlung, also die Ermittlungen um die Morde, bis auf eine Ausnahme (dazu komme ich gleich noch) sehr gut gefallen hat, dabei vor allem das ermittlerische Geschick und auch die Umwege und Sackgassen, die sich dabei ergaben, so sind die Nebenhandlungen eher langweilig für mich gewesen. Die Wege von Marie und Benjamin haben oft die spannenden Krimielemente unterbrochen. Auch wenn sich später Zusammenhänge zwischen diesen Nebenhandlungen ergeben, konnte ich persönlich nicht so viel damit anfangen.

Sehr schade ist auch das Ende des Romans, das für mich den Charme des Buches ein wenig zerstört hat. Ohne zu viel über den Ausgang der Handlung zu verraten, kann ich sagen, dass das Ende einfach unrealistisch ist. Es kommt mir eher wie das Drehbuch zu einem zweitklassigen Hollywoodactionstreifen vor und ist viel zu übertrieben und gar nicht passend zum Rest der Handlung.

Alles in allem hat die Geschichte mich nach einem sehr starken und durchdachten Anfang mit vielen gut ausgearbeiteten Charakteren, am Ende überhaupt nicht mehr mitreißen können. Das Potenzial der Handlung und eine noch bessere Bewertung des Buches sind leider auf den letzten Seiten verloren gegangen. 

Veröffentlicht am 11.01.2017

Moby Dick oder Der Wal

Moby Dick (Klassiker der Weltliteratur in gekürzter Fassung, Bd.)
0

Irgendwie finde ich es ein wenig unsinnig, den Inhalt des Buches noch einmal in Worte zu fassen, da dieses Werk von Melville als Teil der Weltliteratur den Meisten nur allzu gut bekannt sein sollte, zumindest ...

Irgendwie finde ich es ein wenig unsinnig, den Inhalt des Buches noch einmal in Worte zu fassen, da dieses Werk von Melville als Teil der Weltliteratur den Meisten nur allzu gut bekannt sein sollte, zumindest vom Hören. Für diejenigen, die bisher noch keine Bekanntschaft mit dem Buch gemacht haben sollten, hier ein kurzer Satz zum Inhalt: Ismael zieht aus einen Wal zu fangen. Okay ganz so einfach ist es vielleicht nicht zu beschreiben. Ismael heuert auf der Pequod einem Walfangschiff an, dessen Kapitän Ahab sich der Aufgabe verschrieben hat, den großen, weißen Wal Moby Dick zu fangen, der ihm bei seiner letzten Fahrt, sein Bein in einen Stumpf verwandelt hat.

Wer sich an den langen verschachtelten Sätzen nicht schwindelig gelesen hat, der wird sehr viel, also sehr sehr viele Dinge über den Walfang lernen. Angefangen bei den Eigenschaften und Einteilungen der verschiedenen Walarten und jeder ihrer Eigenheiten, aber auch über das Schiff, die Art und Weise Tran zu kochen, die Beschaffenheit und den Gebrauch verschiedener Gegenstände, die zum Walfangen verwendet werden und so einiges an nützlichen und unnützlichen Dingen mehr.
Umgeben von diesen teilweise belanglosen Dingen jedoch liegt Ahabs Wahn Moby Dick um jeden Preis zu erlegen auch unter der Annahme, dass er und seine Mannschaft es nicht überleben. Was genau Moby Dick allegorisch versinnbildlicht ist wohl jeder Interpretation selbst überlassen, scheint er für Ahab einfach nur die Wurzel allen Übels und all seiner Schmerzen und seines Unmutes zu sein.
Das Ende ist dann doch relativ überraschend gewesen, soweit das bei dieser Geschichte möglich ist und man muss sich auch damit abfinden, dass es erst so richtig spannend wird, wenn es auf die letzten Seiten geht und alles Andere bis dahin eigentlich nur als Vorgeplänkel erscheint. 
Für jeden der dieses Buch lesen will kann ich nur empfehlen, sich auf das Buch einzulassen und auch darauf zu konzentrieren. Meiner Meinung nach ist es kein Buch, das sich mal so schnell nebenbei lesen lässt, wobei auch die sehr langen Sätzen ihren Beitrag leisten. Also wer sich für Schifffahrt und Wale interessiert, der ist bei diesem Buch gut aufgehoben. Ob man es wirklich gelesen haben muss, kann ich leider nicht beantworten. Wenn man es tut muss man sich wohl damit abfinden, dass es auch einige langweilige Stellen bereit hält. Trotzdem bin ich froh sagen zu können: Ja ich habe es gelesen und ja tatsächlich sogar die ungekürzte Fassung!