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Veröffentlicht am 03.08.2025

Ein Blick zu den Sternen

Meet Me Under The Stars
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Nova ist Journalistin und liebt die Sterne und die Astrologie. Weston hingegen ist Astronom und betrachtet die Sterne rein wissenschaftlich. Kein Wunder, dass bei dem ersten Zusammentreffen der Beiden ...

Nova ist Journalistin und liebt die Sterne und die Astrologie. Weston hingegen ist Astronom und betrachtet die Sterne rein wissenschaftlich. Kein Wunder, dass bei dem ersten Zusammentreffen der Beiden auf einer Konferenz die Funken fliegen. Und der reißerische Artikel den Nova über Weston verfasst, hinterlässt einen zusätzlichen faden Beigeschmack. Doch Jahre später braucht Nova gerade Westons Hilfe, um einen verloren geglaubten Teil ihrer Vergangenheit zu ergründen. Sie nimmt unter einem Vorwand einen Job in einem Sommercamp an, in welchem Weston Kindern die Sterne näherbringen will. Und erneut knistert es heftig zwischen Nova und Weston. Astronomie gegen Astrologie. Wer weiß, vielleicht ziehen sich Gegensätze ja an?

Nachdem ich das wunderschöne Cover gesehen habe, hat mich am Klappentext vor allem der Gegensatz von Astronomie und Astrologie, hier verkörpert durch Weston und Nova, neugierig gemacht. Weston ist ein sehr rationaler Mensch, Nova hingegen wurde sehr freiheitsliebend und offen erzogen. Insgesamt sind sie sehr unterschiedliche Charaktere, passen dafür jedoch erstaunlich gut zueinander. Weston mochte ich als Charakter etwas lieber als Nova. Bei ihr hat mich der verreißende Artikel, den sie anfangs über Weston verfasst hat, sehr gestört. So viel Hinterhältigkeit hätte ich ihr gar nicht zugetraut, was meinen Eindruck von ihr nachhaltig negativ beeinflusst hat. Auch im weiteren Umgang mit Weston ist sie nicht wirklich offen, anstatt den Grund für ihren Aufenthalt im Camp einfach anzusprechen. Den Schreibstil der Geschichte mochte ich gerne, da er sich locker und leicht lesen lies. Das Buch ist auf jeden Fall bestens als leichte Lektüre für zwischendurch geeignet.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Im Reich der Unsterblichen

Die Tochter der Mondgöttin 1: Die Tochter der Mondgöttin
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Xingyin ist die Tochter der Mondgöttin und lebt versteckt an der Seite ihrer Mutter, die durch einen Zauber des Kaisers den Mond niemals verlassen kann. Als Xingyin ihre Zauberkraft entdeckt, erregt sie ...

Xingyin ist die Tochter der Mondgöttin und lebt versteckt an der Seite ihrer Mutter, die durch einen Zauber des Kaisers den Mond niemals verlassen kann. Als Xingyin ihre Zauberkraft entdeckt, erregt sie unabsichtlich die Aufmerksamkeit des himmlischen Kaisers. Xingyin muss fliehen und alles zurücklassen, was sie jemals geliebt hat. Im himmlischen Königreich trifft sie zufällig auf Kronprinz Liwei. Unter falscher Identität lernen sich die beiden kennen und werden Kampf- und Lerngefährten. Doch um ihre Mutter zu befreien, muss Xingyin mehr werden als nur die Spielgefährtin des Kronprinzen, sie muss sich vor dem Kaiser beweisen. Ein riskanter Weg, der Xingyin mehr kosten könnte als nur ihr eigenes Leben.

Zunächst einmal muss ich anmerken, wie wunderschön ich die gesamte Gestaltung des Covers finde. Das Buch ist wirklich ein unglaublicher Blickfang. Die Grundgeschichte hat mir insgesamt gut gefallen. Xingyin ist nach ihrer langen Isolation etwas unbedarft, was sie im Kontakt mit den Unsterblichen im himmlischen Königreich jedoch schnell ablegen kann. Dabei war ihr vor allem das Bogenschießtraining eine große Hilfe. Leider konnten mich weder Liwei, noch Wenzhi als männliche Protagonisten überzeugen. Sie blieben für mich beide sehr unnahbar und blass. Ich bin tatsächlich kein großer Fan von Love Triangles und leider hat es mich in dieser Geschichte wirklich gestört. Mir fehlten die Emotionen in der Geschichte, sodass mich viele Szenen zwischen den Protagonisten nicht mitreißen konnten. Vor allem im ersten Drittel hatte ich das Gefühl, dass die Handlung sehr oberflächlich bleibt. Es gab viele Zeitsprünge besonders während Xingyins Zeit mit Liwei im Palast, was vielleicht auch ein Grund ist, dass ich die Beziehung der Beiden zueinander nicht fühlen konnte. Die Handlung an sich, besonders die verschiedenen Kämpfe und Prüfungen, die Xingyin erfüllen musste, haben mich hingegen sehr gut unterhalten.

Insgesamt haben wie hier also eine spannende und mitreißende Grundstory, dessen Charaktere, mit Ausnahme von Xingyin, mich jedoch nicht überzeugen konnten. Ich denke ich werde den zweiten Teil der Dilogie dennoch lesen, um den Ausgang der Geschichte zu erfahren.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Sprachlich ein Meisterwerk mit ein paar Längen in der Erzählung

Babel
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1836 ist Oxford das Machtzentrum Großbritanniens vor allem aufgrund des dort angesiedelten königlichen Instituts für Übersetzungen. In Babel arbeiten und studieren die angesehensten Übersetzer des Landes ...

1836 ist Oxford das Machtzentrum Großbritanniens vor allem aufgrund des dort angesiedelten königlichen Instituts für Übersetzungen. In Babel arbeiten und studieren die angesehensten Übersetzer des Landes und wirken so die Magie des Silberhandwerkes, die Großbritanniens Infrastruktur am Laufen hält. Robin Swift wird als Junge aus dem chinesischen Kanton von einem reichen Engländer nach Oxford gebracht, um in Babel zu studieren. Was zunächst wie eine unfassbare Chance scheint, wird für Robin schnell zu einem moralischen Zwiespalt. Großbritanniens Überlegenheit im Silberhandwerk macht sie zur größten Kolonialmacht, die davon lebt, andere Länder auszubeuten, so wie auch Robins Heimat. Robin muss sich entscheiden was ihm wichtiger ist, sein eigener Wohlstand oder das Leben Hunderttausender, die täglich in den Kolonien um ihr Überleben kämpfen.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Robin, aus dessen Perspektive wir die Geschichte erleben, sowie seine drei Freunde, die mit ihm in Babel studieren. Victoire und Ramy kommen wie Robin gebürtig aus anderen Ländern und wurden in Babel aufgenommen, um das sprachliche Repertoire und damit das Wirken des Silberhandwerks zu erweitern und zu verfeinern. Letty ist eine Engländerin aus adligem Haus, die nach dem Tod ihres Bruders seinen Platz am Institut einnimmt. Alle vier sind mehr oder minder betroffen von Rassismus und Diskriminierung einerseits durch ihre ausländische Abstammung, Letty und Victoire durch ihr Geschlecht, welches ihnen nicht einmal erlaubt Zimmer auf dem Universitätscampus zu beziehen. Die Freundschaft der vier bekommt durch ihren Status als Außenseiter eine interessante Dynamik, muss sich jedoch im Verlauf der Geschichte schweren Prüfungen unterziehen.

„Babel“ wird zwar als Fantasygeschichte beworben, der Anteil an Fantasy ist jedoch sehr klein und betrifft nur das Silberhandwerk. Hier hat die Autorin ein interessantes „Magiesystem“ erschaffen. Die Macht der Silberbarren kann zum Beispiel Maschinen antreiben, für Licht und Wärme sorgen oder Schiffe und Kutschen bewegen. Letztlich sind die Silberbarren ein Ausdruck für Fortschritt, Industrialisierung und Kolonialisierung mit all ihren guten und auch schlechten Seiten. Und vor allem die schlechten Seiten sind zentrales Thema der Geschichte, da die britische Überlegenheit ihre Rechtfertigung für die Ausbeutung anderer Länder und deren Kulturen bildet. Kulturen, die sie zwar als wertlos erachten, deren Sprachen und Ressourcen sie sich jedoch rücksichtlos bedienen.

„Babel“ lebt von seiner sprachgewaltigen und detaillierten Erzählung, seiner Liebe zum Wort und zur Sprache. Es gibt durchaus sehr spannende Abschnitte, doch es ist meiner Meinung nach nicht Ziel des Buches den Leser durch actionreiche Szenen zu unterhalten, sondern mit gut gewählten Worten Missstände anzusprechen und anzuklagen. Ein großartiges Werk, dass viele Themen behandelt, über die wir uns viel häufiger Gedanken machen sollte.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Drei Wahrheiten, umso mehr Lügen

Manchmal lüge ich
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Amber liegt im Koma. Doch sie kann sich nicht daran erinnern, wie sie dorthin gekommen ist. Während sie immer wieder in die Vergangenheit abdriftet, versucht sie ihr Gedächtnis aus den wenigen Bruchstücken, ...

Amber liegt im Koma. Doch sie kann sich nicht daran erinnern, wie sie dorthin gekommen ist. Während sie immer wieder in die Vergangenheit abdriftet, versucht sie ihr Gedächtnis aus den wenigen Bruchstücken, an die sie sich erinnert, wieder zusammenzusetzen.

Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt: in der Gegenwart, in der Amber im Koma liegt, durch Tagebucheinträge aus der Kindheit und in den wenigen Tagen vor dem Unfall, der sie ins Krankenhaus gebracht hat. Dabei erfährt der Leser immer mehr aus Ambers Vergangenheit, wobei nicht all ihre Erinnerungen wahr scheinen. Die Geschichte hält ein paar spannende und überraschende Wendungen bereit, die ich so nicht habe kommen sehen. Mit Amber selbst und auch mit den anderen Protagonisten der Geschichte konnte ich jedoch nicht allzu viel anfangen, da mir absolut niemand von ihnen sympathisch war. Jeder von ihnen hat seine eigenen Geheimnisse, was natürlich die Spannung der Geschichte auch ausmacht. Das Thema psychischer Erkrankungen hätte etwas besser aufgearbeitet werden können, da man sich hier vieler Klischees bedient (auch wenn mir bewusst ist, dass es nicht die Aufgabe eines Psychothrillers ist über psychische Erkrankungen aufzuklären).

Insgesamt konnte mich die Story unterhalten und bietet einige unerwartete Wendungen. Triggerwarnungen sollten jedoch in jedem Fall beachtet werden.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Das Fenster zur Straße

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Die 17-jährige Robyn verbringt ihr Leben gefangen durch die Einschränkungen ihres eigenen Körpers in einer kleinen Wohnung nur in der Gesellschaft ihrer Großtante und wenigen Online-Freunden. Ihre einzigen ...

Die 17-jährige Robyn verbringt ihr Leben gefangen durch die Einschränkungen ihres eigenen Körpers in einer kleinen Wohnung nur in der Gesellschaft ihrer Großtante und wenigen Online-Freunden. Ihre einzigen Freuden sind True-Crime Podcasts und das Hotel Ambrosia, dessen Bewohner sie durch ihr Fenster beobachten kann. Besonders die diversen Verbrechen, die in den Wänden des Hotels begangen wurden, haben es Robyn angetan. Doch dann beobachtet Robyn, wie eine junge Frau aus einem der Zimmer verschwindet. Als die Polizei keine Spuren findet, liegt es an Robyn die junge Frau zu retten. Doch wie soll sie das bewerkstelligen, wo sie nicht einmal die Wohnung verlassen kann. Als sie durch Zufall A.J., einen jungen Mann von der Straße, kennenlernt, schickt sie diesen undercover in das Hotel, um zu ermitteln. Doch Robyn und A.J. ahnen nicht einmal ansatzweise, welche Schrecken wirklich in diesem Hotel lauern.

Zunächst einmal mochte ich die Gestaltung des Covers und Farbschnittes unglaublich gerne, welche die düstere Atmosphäre des Buches hervorragend einfängt. Robin ist ein interessanter Charakter. Trotz ihrer jungen Jahre hat sie schon einiges an Leid ertragen müssen. Ihre Neugier und Stärke, die sie trotz ihrer Lebensumstände bewahrt hat, hat mir sehr imponiert. Auch A.J. fand ich sehr sympathisch, vor allem seine positive Ausstrahlung und sein Umgang mit Robyn haben mir gut gefallen. Die vielen Geheimnisse der Bewohner haben für einiges an Spannung gesorgt. Ich mochte es wie Robyn die Menschen, die sie durch die Fenster des Hotels beobachtet hat, zunächst mit passenden Namen aus der griechischen Mythologie benannt hat, bevor sie ihre wahren Namen erfahren hat. Die Zeichnungen des Hotels mit Beschriftungen waren eine großartige visuelle Unterstützung beim Lesen. Den Plot Twist im letzten Drittel habe ich bereits erahnen können, trotzdem hat das der Spannung beim Lesen keinen Abbruch getan. Ein unglaublich spannendes, schockierendes, teilweise gruseliges Jugendbuch, dass ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

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